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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

  

Zur Regionalgeschichte
Zur Geologie
Zur Montangeschichte

Entdeckung, Aufschluß und Konsolidation von 1900 bis 1909

Abbau durch die Nickelbergbau Syndikat GmbH von 1909 bis 1919

Aktivitäten nach 1919

Erhaltene Zeugnisse
Anhang zur Geophysik
Weiterführende Quellen

 

Zum Nickelerzbergbau bei Sohland an der Spree, Rosenhain / Rožany und Schluckenau / Šluknov

Erstellt im November 2017, letzte Ergänzung im Dezember 2018.

Für die Unterstützung bei der Erstellung und Verbesserung dieses Beitrages bedanken wir uns bei:

  • Herrn U. Mühle im Buschmühlenweg in Sohland, für ergänzende Informationen und historisches Bildmaterial,

  • den Sammlern Th. Engel und F. Koch aus Sohland für historisches Bildmaterial,

  • den Sammlern S. Haschke und A. Gerstenberger für die Bereitstellung von Fotos von Mineralien, sowie

  • Herrn W. Lange, Zittau, für Hinweise auf Fehler in unserer Erstausgabe und zur Geologie.

Sie können diesen Beitrag auf dem Recherchestand vom November 2017 vom Qucosa-Server der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden im PDF-Format herunterladen.

http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:14-qucosa2-169958

 

 

 

Zur Regionalgeschichte

 

Mit diesem Beitrag sind wir wieder einmal weit abseits des Erzgebirges dem Bergbau auf der Spur und staunen, wie weit die „Montanregion“ doch eigentlich ins Umland des eigentlichen Erzgebirges reicht… Wir befinden uns in der Oberlausitz, etwa 20 km südlich von Bautzen, direkt an der Grenze zur Tschechischen Republik.

Hier fließt der Rosenbach aus Rosenhain, heute Rožany, von Schluckenau / Šluknov kommend, über die Grenze nach Norden der Spree zu, die ihrerseits bei Sohland nach Norden in Richtung Bautzen abbiegt, wo sie westlich der Kälbersteine einen Durchschlupf durch die Hügelketten gefunden hat… Über die Oberflächengestalt zitieren wir die Beschreibung aus den Erläuterungen zu der Geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen, Blatt 70, von O. Herrmann (1893): „Section Schirgiswalde- Schluckenau gehört dem südlichen Theile des Lausitzer Granitgebirges an und nähert sich mit ihrem Südrande dem nordböhmischen Quadersandsteingebiete bis auf etwa 6 km.

Ihre Oberfläche stellt ein außerordentlich reich gegliedertes, etwa zur Hälfte bewaldetes Bergland dar, dessen Höhen zum größten Theile von dem Lausitzer Hauptgranite, vereinzelt von Basalt aufgebaut werden… Im übrigen Sectionsgebiete treten aus den zahlreichen Bergkuppen und Höhenrücken besonders der Taubenberg (462,2 m), der Spitzberg bei Sohland (481,5 m) und vor Allem der gewaltige, plumpgestaltete Botzen hervor, in dessen 542,4 m hoch gelegenem Gipfel die Section ihr höchstes Niveau erreicht. Das Sectionsgebiet senkt sich im grossen Ganzen von SW. flach nach NO., indem der tiefste Punkt des Südrandes 340 m, …während dieselben… am Nordrande nur 240 m über der Ostsee gelegen sind. …“  

  


Die Lage des Gebietes auf einer Reliefkarte von Geoportal.Sachsen.de.

 

Hier liegt Sohland / Spree, das mit seinen ursprünglich 15 Ortsteilen und etwa 7.000 Einwohnern seinerzeit als eines der größten Dörfer Sachsens galt. Das Gebiet war schon immer slawisch besiedelt und bis heute ist nicht bekannt, wann und wie das Dorf Sohland einst entstand. Die älteste urkundliche Erwähnung entstammt dem Jahre 1222. Während die Mitte des Dorfes eher geschlossen ist, weisen die weiteren „Ausläufer“ von Sohland die Form von Waldhufendörfern auf und sind somit höchstwahrscheinlich in der Zeit der fränkischen Besiedlung im 13. und 14. Jahrhundert entstanden. (wikipedia)

1829 zählt eine Akte (50001, Nr. 1906) die folgenden Ortsteile auf:

  • Obersohland a. d. Spree mit Neudorf und Neuobersohland,

  • Mittelsohland a. d. Spree mit Äußerstsohland und Neumittelsohland,

  • Niedersohland a. d. Spree mit Neusorge und Carlsruhe,

  • Wendischsohland mit Ellersdorf und Scheidenbach und der

  • Pfarrwiedemuth Sohland a. d. Spree

Die einzelnen Ortsteile bildeten Rittergüter, so Wendisch- Sohland wenigstens bis 1808 (50010, Nr. 937), oder Mannlehngüter, wie Nieder- Sohland bis 1842 (50010, Nr. 926), Mittel- Sohland bis 1837 (50010, Nr. 918). Ober- Sohland bildete ein Allodialrittergut (50010, Nr. 934).

Im Album der Rittergüter und Schlösser Sachsens, Band III, Markgrafenthum Oberlausitz, herausgegeben von G. A. Poenicke 1859, schreibt ein Herr Kissing zum Gut Nieder- Sohland: „An den Ufern der Spree, drei Stunden von Bautzen liegt in einem freundlichen Thale, unfern der böhmischen Grenze eines der wichtigsten Weberdörfer der Ober- Lausitz, Sohland.

Sohland teilt sich in vier Dörfer, nämlich Ober- Sohland mit 204 Häusern und 1.326 Einwohnern; Mittel- Sohland mit 139 Wohnungen und 891 Einwohnern; Wendisch- Sohland (mit Neuscheidenbach) mit 86 Wohnungen und 509 Einwohnern und Nieder- Sohland mit 84 Wohnungen und 542 Einwohnern. Das Rittergut des letzteren, ein wenn auch nicht in großartigem Stile gebautes, doch sehr freundlich gelegenes Wohnhaus stellt unser Bild dar…“

 

   Bildquelle: Deutsche Fotothek, Link zur Originaldatei:
 
http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90000003

 

Von diesen Dörfern ist Wendisch- Sohland wahrscheinlich der Stammort, so daß die übrigen Theile erst später und zwar nach und nach entstanden sind.

Die Zeit der Entstehung von Sohland läßt sich ebensowenig ermitteln, als die Entstehung seines Namens. Aus dem Ankauf des Thales und seiner Berge durch die Herren von Schleinitz im 12. Jahrhundert, welche das neue Land „Zuland“ (nannten), woraus „Zoland“ und später „Sohland“ entstanden, will man den Ursprung des Wortes herleiten; andere vermuthen dagegen, daß Sohland das in einer Urkunde von 1228 erwähnte Salom sei – wer von beiden Recht habe? Steht schwer zu ermitteln...

Genannte Herren von Schleinitz hatten so viele Besitzungen, besonders in Böhmen, daß der ganze Strich von Hohnstein bis in die böhmischen Besitzungen das „Schleinitzer Ländchen“ genannt wurde.

So schenkte im Jahre 1486 der Herzog Albrecht von Sachsen dem Obermarschall von Schleinitz die Herrschaft Hohnstein, nachdem er nach des letzten Birken von der Duba (eines zu damaliger Zeit hochberühmtes und reichen Geschlechtes) Tode dasselbe erhalten hatte; Schleinitz´ Söhne verkauften sie jedoch schon 1523 wieder an Ernst von Schönburg, der sie dem Herzog Moritz gegen Penig, Wechselburg und Zinnberg vertauschte.

Nieder- Sohland gehörte nebst Wendisch- Sohland lange Zeit zu einem Besitz; eine Urkunde von 1728 weist Kaspar Ernst von Metzrad als Besitzer nach; auch die Herren von Nostitz und Jänkendorf werden als solche einmal angeführt, in den ersten Dezennien dieses Jahrhunderts (des 19.) besaß es der k. k. österreichische Kammerherr, Graf Joseph August von Seiler und Aspang – gegenwärtig gehört es dem Landes- Ältesten der Oberlausitz, Herrn von Nostitz-Wallwitz zu Bautzen.

Die Einwohner beschäftigen sich mit Ackerbau, namentlich aber mit Weberei, Spinnerei und Bleicherei, deren Erzeugnisse durch die hier uns in den benachbarten Städten wohnenden Faktors vertrieben werden. Auch Handwerker aller Art findet man hier und ein nicht geringer Theil der Bewohner findet seine Beschäftigung auf den Rittergütern und in den nahen Steinbrüchen. Die genannten Dörfer zählen 8 Mühlen und 4 Gasthöfe, auch befindet sich ein Königliches Zollamt hier.

Die drei Schulen der Orte werden von über 600 Kindern besucht, die Kirche in ihrer jetzigen Gestaltung seit 1824, besitzt 3 Glocken, von denen die beiden kleineren uralt (sind).

Ein schönes Bild sächsischen Gewerbefleißes, weiß Sohland seine Bewohner zu ernähren und bildet in der Krone des Vaterlandes eine herrliche Perle, die gehegt durch die Umsicht und Vorsorge der Gutsherren, einem immer mehr sich steigernden Gedeihen entgegensieht.“

Die Güter Ober- und Mittel- Sohland werden in dieser Quelle nur im Anhang angeführt. Poenicke erwähnt hier auch nicht, daß sich 1750 auch die Grafen von Solms um Belehnung mit Wendisch- und Nieder- Sohland bemühten (50010, Nr. 944). 1751 war daraufhin Friedrich Eberhard Reichsgraf zu Solms-Sonnenwalde auf diesen Ortsteilen ansässig, während Ober- und Mittel- Sohland im Besitz von August Siegmund von der Sahla gewesen ist (10024, Loc. 09343/38). Auch in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts waren diese Familien im Besitz dieser Güter; erwähnt werden im Jahr 1782 ein Herr Franz Xaver Graf zu Solms-Sonnenwalde sowie Christoph August von der Sahla.

Das Herrenhaus Nieder-Sohland wurde 1970 abgerissen. (sohland.de)

  

Südlich der Grenze liegt die Stadt Šluknov, ursprünglich Schluckenau, deren Ortsteil Rosenhain / Rožany – unmittelbar am Grenzübergang gelegen – inzwischen geworden ist. Die Stadt gab dem „Schluckenauer Zipfel“, dem Gebietsvorsprung Böhmens zwischen der Sächsischen Schweiz und dem Zittauer Gebirge, ihren Namen. Südlich dieser Stadt erhebt sich der Schweidrich.

Die Stadt Schluckenau wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts an Stelle der alten slawischen Siedlung Slanknov durch das böhmische Adelsgeschlecht der Berka von Dubá gegründet. Ab 1850 bildete Schluckenau eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Schluckenau und war Sitz des Bezirksgerichts.

1930 hatte Schluckenau 5.578 deutschsprachige und nur 225 tschechischsprachige Einwohner, weswegen die Stadt auch ein Zentrum der Sudetendeutschen Partei Konrad Henleins gewesen ist. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht ins Sudetenland im Oktober 1938 wurden die wenigen Tschechen ins Innere Böhmens vertrieben.

Nach 1945 wurde umgekehrt die deutschsprachige Bevölkerung zum Verlassen des Ortes gezwungen. Nur wenige Tschechen waren damals aber bereit, sich in der abgelegenen nordböhmischen Stadt niederzulassen. Heute ist die Stadt Šluknov und das ganze Schluckenauer Ländchen eine Problemregion in der Tschechischen Republik.

 

 
 
 

Zur Geologie

  

Das Nickel ist eigentlich ein Metall jüngerer Zeit. Der deutsche Name des chemischen Elementes besagt ja, daß es lange Zeit für wertlos gehalten wurde.

Hinweise auf Bergbau in der Oberlausitz werden schon von B. Cotta in seinen Erläuterungen zu Section VI der geognostischen Charte des Königreiches Sachsen und der angrenzenden Länderabtheilungen, oder: Geognostische Skizze der Gegend zwischen Neustadt, Bischoffswerda, Wittichenau, Rotbenburg, Görlitz, Ostritz, Rumburg und Schluckenau, herausgegeben 1839, angeführt.

Doch lesen wir der Reihe nach…

Erstes Capitel.

Granit der Oberlausitz.

Verbreitung und Begrenzung.

„Granit ist das Grundgebirge des größten Theiles der Oberlausitz. Gegen Süden erhebt er sich zu bedeutenden Bergen und ragt frei über die späteren Anschwemmungen empor. Gegen Norden, in den Ebenen ist er hoch mit aufgeschwemmtem Lande bedeckt, und nur hie und da in den Thaleinschnitten treten einzelne Felsen hervor, oder es erheben sich kleine, mit großen Blöcken gekrönte Kuppen ans den weiten Ebenen…“

Formverhältnisse.

„…Gegen Norden breiten sich Ebenen aus, von flachen Thälern durchschnitten und von kleinen Hügeln unterbrochen. In den Thälern treten hie und da durch die Macht des Wassers frei gelegte Felspartieen hervor,… Weiter südlich steigt das Land ziemlich plötzlich zu größerer Höhe an und bildet Bergreihen, die von Ost nach West laufen und von einzelnen Felsen oder langausgedehnten Felsenkämmen gekrönt sind, z. B. den Bergrücken vom Pielitzer Berge bis zum hohen Stein bei Löbau. Diese Bergreihen sind, aus der Ebene gesehen, recht imponirend, obwohl sie sich im Mittel nur etwa 1.300 Par. Fuß über das Meer oder 700 Par. Fuß über die Ebene von Bautzen erheben…“

Dioritgebilde and Wackengänge.

Dioritische Gesteine finden sich in dem Granitgebiete der Oberlausitz nicht nur sehr häufig, sondern auch in sehr vielartiger Gestalt. Wo der Diorit größere Kuppen bildet, da ist er grobkörnig, deutlich gemengt, syenitähnlich; in den nur 10 bis 20 Fuß mächtigen Gängen zeigt er sich schon weit feinkörniger; in den zwei bis vier Fuß mächtigen dicht, dunkelgrün bis schwarz, aphanitisch oder basaltähnlich ; in den 2- bis 4zölligen Gängen endlich dicht und schwarz, durchaus basaltähnlich…

Die deutlich gemengten Diorite dieser Gegend unterscheiden sich vom Syenit sehr wesentlich dadurch, daß in ihnen der Albit schneller verwittert als die Hornblende, welche an den frei umherliegenden Blöcken deshalb stark hervortritt, während sie beim Syenit gerade zuerst zerstört wird und den festeren Feldspath als Grus übrig läßt. Auch die Einmengung von Schwefelmetallen (Eisenkies und Magnetkies) läßt diese Diorite leicht vom Syenit unterscheiden, welcher an der Stelle der Kiese sehr gewöhnlich den Titanit enthält. Der wesentliche Unterschied des Diorites vom Syenite dürfte besonders darin bestehen, daß bei jenem Albit, bei diesem Orthoklas als der vorherrschende feldspathige Gemengtheil vorhanden ist. Wenn auch manche Syenite neben dem Orthoklas etwas Albit führen, so scheint doch der erstere immer vorwaltend zu bleiben, während der Diorit wohl in der Regel nur Albit enthält. Da nun in den hier beschriebenen Gesteinen nur von Albit die Rede ist, so sind sie schon dadurch als Diorit charakterisirt…

Der deutlich gemengte eigentliche Diorit erscheint in der Lausitz gewöhnlich in Gestalt länglicher, von Felsen oder Felsblöcken gekrönter Kuppen; am häufigsten im westlichen Theile der Karte. Die einzelnen Orte seines Vorkommens sind von Osten nach Westen folgende: …

4. Bei Wendisch- Sohland, durch einen Steinbruch aufgeschlossen; Gestein, grobkörnig und deutlich gemengt, aber sehr verwittert… (Die Aufzählung reicht bis Nummer 49.)

Solcher Gänge setzen zuverlässig noch weit mehre in dem Granit dieser Gegenden auf, und Martini erwähnt unter anderen noch einige in der Nähe von Bautzen. Als Beispiele mögen jedoch diese bei den Revisionen aufgefundenen hinreichend sein.

Wackengänge. — Nahe verwandt mit den Dioritgängen und vielleicht nur durch den verwitterten Zustand davon unterschieden sind die Wackengänge, welche sehr häufig den Granit der Oberlausitz, besonders im westlichen Theile unserer Section, durchsetzen. Ueber das Gestein der Wackengänge läßt sich wenig sagen, da es überall als etwas Verwittertes angesehen werden muß, dessen frischer Zustand vielleicht jener der soeben beschriebenen Diorite war. Es ist meist gelblichbraun und mürbe und enthält zuweilen einzelne kenntliche Hornblendetheile. Auf der Karte sind diese Gänge ihrer geringen Mächtigkeit und Ausdehnung wegen nicht eingetragen, beobachtet wurden sie an folgenden Orten: (Die Nummerierung wird fortgesetzt und reicht bis Nummer 72)

62. Bei Mittel- Sohland neben dem Gasthofe zur Stadt Frankfurt, 2 Gange neben der Straße, 1 bis 3 Fuß mächtig, WNW. zu OSO. streichend, senkrecht…

Auffallend ist es, daß die meisten dieser Gänge aus Ost nach West streichen, während die unverwitterten Dioritgänge mehr die Richtung aus Süd nach Nord einhalten. Vielleicht gehören sie zwei Epochen dioritischer Eruption an und sind deshalb auch, was das Gestein anlangt, etwas verschieden gebildet…

  


Ausschnitt aus Blatt
VI der geognostischen Karte von Sachsen, Section Bischofswerda-Görlitz. Mit grauer Farbe und einem „L“ sind die Basaltkuppen westlich von Schluckenau gekennzeichnet; mit dunkelgrüner Farbe wurden  die damals bekannten „Diabas“-Gänge bei Wendischsohland und bei Schluckenau eingetragen. Bei Rosenhain finden sich hier noch keine Eintragungen von solchen Gängen im sonst noch sehr einheitlich hellrot markierten Granodioritgebiet.

      

Weiter heißt es bei B. Cotta zum Thema:

Bergbau im Granitgebiet.

An vielen Orten findet man im Granitgebiet dieser Section Spuren alten Bergbaues; von noch mehreren sind Nachrichten vorhanden, ohne daß man deutliche Reste davon vorfindet. Es ist hier nicht der Ort, in detaillirte historisch bergmännische Forschungen einzugehen, es kommt vielmehr nur darauf an, einen allgemeinen Ueberblick zu geben…

Mosch sagt in seinem Sachsen (S. 55.) über den Bergbau bei Neustadt: „Die ersten Spuren hiesigen Bergbaues sind vom Jahre 1350, wo es nach einer Urkunde des Kaisers Carl IV. bei Neustadt Goldbergwerke gab, die erst im Hussitenkriege auflässig geworden sein sollen. Die Versuche des Steigers Pezold im Jahre 1730 fielen unglücklich aus; ebenso entsprach den Bemühungen einer 1715 gebildeten Granatengewerkschaft, welche am Hohebusch bei Hennersdorf baute, der Erfolg nicht. „Die übrigen auf Kupfer, Silber, Schwefel und Vitriol gemachten Bergbau- Versuche hatten ein ähnliches Schicksal. „Daß indessen in älteren Zeiten Eisenhammer hier im Gange gewesen, beweisen die vielen Hammerwerkstätten und Schlackenhaufen dieser Gegend. Kalkbrüche waren schon um's Jahr 1600 hier gangbar.“

Aus den Altenberger Bergamtsakten ergiebt es sich, daß … Bergbau verführt worden ist, meist auf Gold, welches, wie es scheint, in Schwefelkiesen (wahrscheinlich im Diorit) vorgekommen oder gesucht worden ist…

Auch bei Bautzen haben gewisse, schwefelkieshaltige Grünsteingänge früher zu fruchtlosem Bergbau Veranlassung gegeben, und am Schweidrig südlich von Schandau (B. Cotta meint hier sicherlich nicht Bad Schandau an der Elbe, sondern das böhmische Schluckenau) hat man noch zu Anfang dieses Jahrhunderts eine Strecke 400 Schritt lang auf einem schwefelkieshaltigen Grünsteingange getrieben…

Aller dieser Bergbau scheint aber nie zu einer wirklichen Blüthe gekommen zu sein und vielmehr nur in fruchtlosen Versuchsarbeiten bestanden zu haben. Die einzige Hoffnung, welche er für die Zukunft andeuten könnte, wäre die auf Goldwaschen in den größeren Gebirgsthälern der Gegend, da Spuren von Gold doch wirklich gefunden worden zu sein scheinen, in den kieshaltigen Dioriten aber wahrscheinlich so fein vertheilt sind, daß ihr unmittelbarer Abbau sich niemals lohnen würde…“

 

Fünfzig Jahre später entstehen die Geologischen Specialkarten des Königreiches Sachsen. Unser Gebiet ist im Blatt 70, Section Schirgiswalde - Schluckenau, enthalten. In den Erläuterungen zu diesem Blatt schreibt O. Herrmann die geologische Beschreibung der uns interessierenden „Grünsteingänge“ fort:

II. Gangförmige Eruptivgesteine.

Diabas und Diorit.

Die im Hauptgranit aufsitzenden basischen Ganggesteine gehören einer continuirlichen Gesteinsreihe an, an derem einen Ende der normale Diabas, an derem anderen der normale Diorit steht. Diese durch Combination eines Kalknatronfeldspathes mit Augit oder aber Hornblende ausgezeichneten Endglieder sind durch Mittelgesteine verknüpft. Als solche kommen… Hornblendediabase und augitreiche Diorite vor…

Von derartigen Diabas- Dioritgängen wurden auf Section Schirgiswalde- Schluckenau über 40 beobachtet, deren größere Hälfte in Gestalt schmaler, meist weniger als 1 m mächtiger Gänge in Granitbrüchen blossgelegt war, während die übrigen durch selbständige Steinbrüche aufgeschlossen waren oder sich durch Fragmentanhäufungen bemerkbar machten…

a. Der Diabas (D)

Petrographische Zusammensetzung. An der Zusammensetzung des Diabases betheiligen sich Plagioklas, Augit, Olivin, Biotit, Hornblende, Quarz, Apatit, Magnetit, Titaneisen, Eisenglanz, Pyrit und Magnetkies…

Der Augit zersetzt sich in den mittelkörnigen Diabasen meist in grüne uralitische Hornblende, in den feinkörnigen dagegen vorwiegend in chloritische oder serpentinähnliche Massen…

Sämmtliche Diabase sind reich an Eisenerzen und zwar namentlich an Schwefelkies. Ausserdem tritt Titaneisen (Ilmenit) mit seinen charakteristischen Umwandlungsprodukten, ferner Eisenglanz (Hämatit), Magneteisen und Magnetkies (Pyrrhotin) auf… Zirkon fehlt.

Die Diabase des Sectionsgebietes sind lichte bis schwarzgrüne, zähe Gesteine von aphanitischem bis mittelkörnigem Gefüge, welche im frischen Zustande beim Anschlagen einen hellen Klang geben und von denen die dunkelen Varietäten der schmalen Gänge im Volksmunde als „Basalt“, die helleren gröberen dagegen als „Syenit“, hier und da auch als „Diorit“ bezeichnet werden. Im böhmischen Antheil der Section ist für die grobkörnigen Diabase der Name „Krötenstein“ gebräuchlich.

Der Diabas ist in den geringmächtigen Gängen stets sehr feinkörnig und von schwarzgrüner Farbe… Zu dieser Gruppe der feinkörnigen Diabase gehört der grösste Theil der Diabasvorkommnisse von Section Schirgiswalde- Schluckenau. Ihr Gestein erwies sich in zahlreichen mikroskopischen Präparaten meist quarzfrei, immer biotitführend und in fast allen Schliffen als olivinführend, gehört also ganz vorwiegend zu den Olivindiabasen und nur zum Theil zu den eigentlichen Diabasen…

Tritt der Diabas in mächtigeren Gängen auf, so bildet er stets ein deutlich gemengtes bis mittelkörniges Gestein… Mit blossem Auge erkennt man in ihm neben weissem Feldspath und schwarzgrünem Augit noch einzelne Biotite und mitunter auch Olivine, endlich Einsprenglinge von Schwefelkies und local bis erbsengroße Körner von Magnetkies…

b. Der Hornblendediabas (Dh)

Die Hornblendediabase (echte Proterodiabase*) gleichen in ihrer äusseren Erscheinungsform meist vollständig den normalen Diabasen und treten wie diese in schmalen Gängen als feinkörnige bis dichte, schwarzgrüne, in mächtigeren Gängen als deutlich krystallinisch gemengte und deshalb grün und weiss gesprenkelte Gesteine auf…“

*) Die Bezeichnung „Proterobas ist heute wieder ungebräuchlich geworden. Für diese recht ungewöhnliche Gruppe von dunklen, magmatischen Ganggesteinen hatte Carl Wilhelm von Gümbel schon 1874 den Begriff „Lamprophyr eingeführt. Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung mit einem hohen Gehalt an lilthophilen Elementen und geringem Siliziumgehalt sind Lamprophyre zu den Alkaligesteinen zu zählen. In der heutigen geologischen Nomenklatur werden eine Vielzahl von Typen nach ihrem Mineralbestand unterschieden, der neben Feldspäten und Foiden stets verschiedene Amphibole (wie eben Hornblende) und Pyroxene aufweist. Doch zunächst weiter im Text:

  

Die Mineralien, welche sich an der Zusammensetzung des Hornblendediabases betheiligen können, sind dieselben und, bis auf die noch zu erwähnenden Abweichungen, von den gleichen Eigenschaften wie im normalen Diabas. Ebenso wie dieser ist auch er z. Th. olivinführend, z. Th. olivinfrei…

Eine sehr verbreitete Erscheinung ist die innige mikropegmatitische Verwachsung von Feldspath und Quarz. Die stets braun gefärbte Hornblende weist gesetzmäßige Umrisse auf und bildet Prismen, welche durchschnittlich viel breiter sind, als in den Dioriten. Der Biotit ist ausnahmslos reichlich vertreten und zwar in zahlreicheren und meist auch grösseren Individuen, als in den normalen Diabasen und in den Dioriten. Bei der Zersetzung entfärbt er sich vollständig, wobei sich auf den Blätterdurchgängen reichlich Epidot ausscheidet… Eisenerze sind in geringerer Menge als im normalen Diabas, in grösserer als im Diorit vorhanden.

Der Gang östlich von Sohland lässt sich durch Blockanhäufungen zwischen dem Rothen Hof und dem Südende des Dorfes, also auf einer Länge von mehr als 2 km verfolgen…

c. Der Diorit (Dr)

Die auf Section Schirgiswalde- Schluckenau vorkommenden Diorite sind ausschliesslich feinkörnige, graugrüne Gesteine, die den feinkörnigen Diabasen vielfach sehr gleichen, jedoch in der Regel heller gefärbt sind. Mit der Lupe vermag man zahlreiche schwarzgrüne Säulchen von Hornblende zu erkennen, durch welche das Gestein einen eigenartigen Glanz erhält. Ein Theil der Diorite nimmt porphyrischen Character an, indem diese grössere, im Mittel 5 mm lange, schlanke Einsprenglinge von Hornblendeprismen, bisweilen auch Feldspath führen.

Diorite waren an 12 über die Nordwesthälfte der Section verstreuten Punkten nachzuweisen… Aufgeschlossen waren zwei 0,6 m und 0,2 m mächtige, im Lausitzer Granit dicht bei einander aufsetzende Gänge durch den Bahneinschnitt im Süden von Schirgiswalde…

Lagerungsform, Häufigkeit, Mächtigkeit und Richtung der Gänge des Diabases und Diorites. Wie sich durch zahlreiche Aufschlüsse… ergiebt, treten Diabas und Diorit in Form von Gängen auf… Dass die Gänge mitunter ganz plötzlich abbrechen, lehrt das Vorkommnis auf dem Taubenberg. Daselbst lässt sich auf dem Kamme des Bergrückens nicht die geringste Andeutung desjenigen Ganges auffinden, welcher den Westabhang in 100 m Mächtigkeit und in der Richtung nach dem Kamme durchsetzt… Wie zahlreich und dicht geschaart die Diabasgänge oft auftreten, zeigt sich z. B. im Bahneinschnitt im Westen von Schönau, wo auf einer Länge von etwa 100 m fünf parallele, bis 1,5 m mächtige Diabasgänge im Granit aufsetzen... Das Streichen der Mehrzahl der Diabasgänge folgt der Richtung OSO.- WNW. bis O.- W., dasjenige einer kleineren Zahl einer solchen zwischen SO.- NW. und S.- N…“

   


Ausschnitt aus der geologischen Specialkarte des Königreichs Sachsen, Blatt 70, Ausgabe von 1893. Nördlich des Zollhauses ist bereits ein Aufschluss eingetragen (rotes Quadrat), etwa dort, wo Herberg's Fundschacht lag. Auch bei Rosenhain sind mehrere Aufschlüsse verzeichnet, teils direkt auf einem hellgrün markierten Gang. Östlich des Zollhauses ist – aber mit anderer Streichrichtung, nämlich NNW- SSO- orientiert – ein Hornblende- Diabas- Gang (Dh) dunkelgrün vermerkt.

Die Streichrichtung dieses Ganges wird einige Jahre später in der  Publikation von Prof. Beck korrigiert.

 

In den wenig später erschienenen Erläuterungen zu dem südlich angrenzenden Blatt 86, Section Hinterhermsdorf - Daubitz der geologischen Spezialkarte erwähnen die Autoren O. Herrmann und R. Beck – letzterer später Professor für Geologie an der Königlichen Bergakademie zu Freiberg – ebenfalls die Lagerstätte bei Schluckenau und in diesem Zusammenhang auch die Nickelgehalte:

II. Aeltere gangförmige Eruptivgesteine

Diabas und Diorit

Das Lausitzer Granitgebirge wird – und namentlich ist dies in seinem südlichen Theile der Fall – von ausserordentlich zahlreichen Gängen dunkelgrüner basischer Eruptivgesteine durchsetzt, welche nach ihrer mineralischen Zusammensetzung und ihrer Structur eine zusammenhängende Reihe bilden, an derem einem Ende der Diabas, an derem anderen der Diorit steht, welche beiden durch augitreiche Diorite und Hornblendediabase als verbindende Zwischenglieder verknüpft werden. Diese Gesteine dürften ein und derselben Eruptivperiode entstammen, wenn auch vielleicht verschiedene Phasen derselben repräsentieren…

Contactlagerstätte. Urkundlich ist überliefert, dass im Schweidrich- Wald südlich von Schluckenau um die Mitte des 16. Jahrhunderts Kupfererz- Bergbau betrieben worden ist, der in neuerer Zeit mehrfach wieder aufgenommen wurde und von dem u. a. der 180 m lange Stolln im S. der Kümpfelmühle sowie der benachbarte alte Schacht herrühren.

Diese bergbaulichen Versuche waren auf die Ausbeutung von nickelhaltigem Magnetkies und von Kupferkies gerichtet, welche in Vergesellschaftung von Schwefelkies eine an den Contact zwischen Granitit*) und Diabas und zwar an das nördliche Salband des dort WNW. streichenden Diabasganges gebundene Lagerstätte bilden. Zwischen beiden, durch Gebirgsdruck flaserig gewordenen Gesteinen finden sich die genannten Erze in ziemlicher Reinheit und zwar in regelloser Verwachsung und in einer Mächtigkeit, die auf der Sohle des Stollns 30-50 cm beträgt, nach der Tiefe zu aber bis auf 2 m anwachsen soll. Die an das Lager derber Erze angrenzenden Theile des Diabases sowie des Granitites zeigen sich bis zu einiger Entfernung vom Salbande von Einsprenglingen der erwähnten Erze imprägniert. Analysen dieser Erze ergaben einen Gehalt von 2,5-7,8% Nickel und 0,5-6,4% Kupfer.“

*) Auch die Bezeichnung „Granitit“ ist heute ungebräuchlich. Als „Lausitzer Granit“ werden eigentlich nur noch Nutzgesteinssorten bezeichnet, wie sie bis heute in zahlreichen Steinbrüchen der Region gebrochen werden. Tatsächlich handelt es sich bei der Mehrzahl dieser Gesteine um Granodiorit; ein Gestein, das mit seiner chemischen Zusammensetzung zwischen dem Granit und dem Diorit steht, dabei aber stets deutlich mehr Plagioklas als Orthoklas enthält. Außerdem führen Granodiorite häufig neben Biotit auch Hornblende, was dem Gestein dann eine dunklere Färbung verleiht. Die Geologen unterscheiden heute zahlreiche unterschiedliche Granodiorittypen, die in der Oberlausitz jedoch alle relativ einheitlich cadomischen (neoproterozopischen) Alters sind. Südlich von Schluckenau („Rumburker Granit“) und weiter nördlich bei Königshain kommen dagegen auch echte Granite vor.

  

Auf das Vorkommen von „nickelhaltigem Magnetkies“ – also Pentlandit – am Schweidrich bei Schluckenau wurde erstmals im Jahr 1892 von dem österreichischen Geologen Heinrich Freiherr Foullon von Norbeeck (*1850, †1896) in einer Veröffentlichung im Jahrbuch der k. u. k. geologischen Reichsanstalt verwiesen. Er beschreibt dieses Vorkommen etwas ausführlicher wie folgt: „Die Strasse, welche von Schluckenau nach Ehrenberg führt, übersetzt nördlich von Kunnersdorf den flachen, bewaldeten Hügel „Schweiderich"… Ueber den Hügel kann man einen Pingenzug verfolgen, der am nordwestlichen Abhang zu grösseren Steinbrüchen führt, in welchen ein dioritisches Gestein für architektonische Zwecke gewonnen wird. Pingen und Steinbruch setzen offenbar in jenem „Dioritgang" auf, … der vom Lodersberg nach Südost über den Schweiderich zum Wolfsberg streicht. In dem Steinbruch ist die Mächtigkeit des „Diorits" eine bedeutende, die aufgeschlossene Breite beträgt 20-30 Meter, ohne dass das granitische Hangende oder Liegende entblösst wäre. Nach dem allgemeinen Verlauf der Pingen lässt sich eine Streichungsrichtung nach 21h annehmen. Am Osthange des Schweiderich fand sich ein verbrochenes altes Stollenmundloch, welches in neuerer Zeit fahrbar gemacht wurde, und wodurch die unter den Pingen liegenden Baue wieder zugänglich wurden.

Der Stollen führt vom Tage im Granit circa 40 Meter nach Süd und Südwest, erreicht endlich den „Diorit" und verfolgt, gegen Nordwesten, in äusserst unregelmässiger Weise Kiesanreicherungen in demselben. Die Gesammtlänge des Stollens (einschliesslich des Zubaues) soll 180 Meter betragen. Seiner Zeit wurde er wohl zur Entwässerung der vom Tage aus angelegten Einbaue getrieben, wobei anderseits auch Kiesanreicherungen verfolgt worden sind…

Ulme, First und Sohle des Stollens stehen im „dioritischen" Gestein an, man würde daher über Streichen und Einfallen keinen Aufschluss erhalten, wenn sich nicht stellenweise ein scheinbares Hangend zeigen würde. Es sind dies glatte, harnischartige Ablösungen, welche nach 21h streichen und 25-35°, stellenweise sogar bis zu 40° nach Südwest einfallen. Diesen Richtungen entsprechen auch die Kiesimprägnationen, nach denen die Anreicherungen verlaufen. Die Mächtigkeit der Imprägnationszone ist nicht bekannt, da sowohl gegen das Hangend als gegen das Liegend die Gesteine über die herausgenommene Mächtigkeit von 1-1 ½ Meter noch immer Kiese enthalten…

Grössere derbe Erzpartien sind selten, sie bilden schalige Blätter; ein solches beobachtetes Vorkommen besteht aus fast reinem Magnetkies und enthält dieser 7,08 Procent Nickel, 2,90 Procent Kupfer, 49,90 Procent Eisen und 0,53 Procent Gangart. Meist sind die Kiese mit den übrigen Gesteinsbestandtheilen bunt gemengt…“

 


Für unsere tschechischen Bergbaufreunde suchen wir auf dem Kartenblatt No. 86 der Section Hinterhermsdorf- Daubitz der Geologischen Specialkarten des Königreichs Sachsen (südlich des gerade auf der Blattgrenze gelegenen Schluckenau) einmal die Lage der Lamprophyrgänge und des oben beschriebenen „Alten Stollns“ am Schweidrich (eingekreist) heraus.

 


Ausschnitt aus der Äquidistantenkarte, Blatt 86, Sektion Hinterhermsdorf, Ausgabe 1882. In der Bildmitte der Schweidrich- Berg und an dessen Südostabhang die Kimpfel- Mühle. Eine Eintragung eines „Alten“ Stollns gibt es hierin leider nicht.

 

Das Vorkommen von Kupfer-, Nickel- und Eisensulfiden in den „Dioriten“ war zu dieser Zeit also offenbar bereits bekannt. Eine nähere Untersuchung der Region um Sohland hat jedoch bis dahin noch nicht stattgefunden, oder sich nur auf den geringen und – wie schon B. Cotta einschätzte – kaum bauwürdigen Goldgehalt gerichtet.

Über Genese und Einordnung dieser „Diorit“- und „Diabasgänge“ sind sich die Geologen bis heute noch nicht gänzlich einig. Die Mehrzahl teilt die Ansicht, daß es sich hier in der westlichen Oberlausitz um Mikrogabbros bzw. Mikrodiorite handelt, also basische bzw. intermediäre Ganggesteine, die einer frühen Intrusionsphase angehören. Als Mikrogabbro werden dabei feinkörnige Ganggesteine bezeichnet, welche chemische Äquivalente zum Gabbro darstellen. Diese Bezeichnung wird im Deutschen außerdem mehr oder weniger synonym mit der Bezeichnung Dolerit verwendet. Die oben auch schon mehrfach genannte Bezeichnung Diabas wird dagegen im deutschen Sprachraum ‒ vorallem in älterer Literatur ‒ im Besonderen für geologisch alte, alterierte (d. h. im Mineralbestand abgewandelte) Basalte verwendet. Im Gegensatz zum intermediären Diorit führen Gabbros und ihre Ergussäquivalente stets Olivin und enthalten weniger als 5% SiO2 (keinen freien Quarz).

Andere Autoren (Mücke, 2012) meinen dagegen, daß auch der Gang bei Sohland als Kalk- Alkali- Lamprophyr vom Typ der Kersantite oder Spessartite anzusprechen sei (also als ein (Biotit-), Hornblende- und Augit- führender Lamprophyr mit einer Grundmasse, in welcher der Plagioklas- Anteil den Orthoklas- Anteil überwiegt), obwohl solche eigentlich vorwiegend in der Ostlausitz vorkommen. Ähnliches meinte schon 1892 auch H. Foullon : „Wie die Beschreibung zeigt, wären diese Gesteine wohl zu den Lamprophyren zu stellen.

Wie es auch sei, ist dabei jedenfalls von Interesse, daß solche Gesteine recht oft erhöhte Gehalte von liquid- magmatisch gebildetem

  • Titanomagnetit FeII (FeIII, Ti)2O4,

  • Magnetit Fe3O4 und

  • Ilmenit FeTiO3

aufweisen. Außerdem haben sich – dies aber eben nur lokal –

  • Pyrrhotin (Magnetkies) FeS und

  • Chalkopyrit (Kupferkies) CuFeS2, seltener

  • Pentlandit (Nickel-Magnetkies) (Fe, Ni)9S8,

  • Pyrit (Schwefelkies) FeS2 und

  • Sphalerit (Zinkblende) ZnS

abgesetzt. Die Bildung dieser Sulfide wird zumeist einer hydrothermal- katathermalen Nachphase, möglicherweise in Zusammenhang mit später nachfolgenden dioritischen Intrusionsphasen, zugeordnet. Anhand von Gefügeuntersuchungen kam Mücke 2012 dagegen zu dem Schluß, daß auch diese Sulfide bereits liquidmagmatische Bildungen und Bestandteile der ursprünglichen Schmelze gewesen sein müßten. Wir wissen es auch nicht besser, müssen es deshalb den Fachleuten überlassen, die Genese der Gesteine und ihrer Mineralisation abschließend aufzuklären und wenden uns wieder den montanhistorischen Dingen zu.

Gegenstand des bergbaulichen Interesses wurde um die Wende zum 20. Jahrhundert also der Pentlandit, welcher als reines Mineral einen Nickelgehalt von bis zu 34% aufweisen kann. Das Mineral selbst tritt hier nicht in freier Form auf, sondern als nur mikroskopisch erkennbare, flammen- oder tropfenförmige Entmischungskriställchen in anderen Mineralen. Die tatsächlichen Metallgehalte des geförderten Erzes liegen deshalb viel niedriger und wurden später in ähnlicher Größenordnung wie die oben schon für Schluckenau angeführten Angaben zu nur 2% bis 5% Nickel sowie gerade einmal 1,0% bis 1,7% Kupfer bestimmt.

Pentlandit bildet mit seinem Pendant Kobaltpentlandit eine vollständige Mischkristallreihe, so daß seine chemische Summenformel meist allgemeiner mit (Fe, Ni, Co)9S8 angegeben werden muß. Hier in Sohland waren die Kobaltgehalte jedoch vergleichsweise gering. H. Vollstädt erwähnt in seinen Einheimischen Mineralen in den 1980er Jahren die Halden am ehemaligen Bergbaustandort als Mineralfundpunkt und führt neben den oben schon aufgeführten Mineralen darüber hinaus auch – allerdings nur mikroskopisch nachgewiesene – Kobaltminerale auf:

  • Cobaltin (Kobaltglanz) CoAsS,

  • Erythrin (Kobaltblüte) Co3(AsO4)2 • 8 H2O; ferner nennt Vollstädt noch

  • Mackinawit (Fe, Ni)1+xS (x = 0 bis 0,07).

Als Haldenfunde werden von den Mineralsammlern heute außerdem Chrysotil, das nickelhaltige Aluminiumsilikat Nimit sowie Limonit und weitere Minerale genannt. Das wasserhaltige Eisensulfat Ferrohexahydrit, sowie Chrysokoll und Gips stellen Zersetzungsprodukte der Primärminerale im an der Oberfläche liegenden Haldenmaterial dar (mineralienatlas.de, sachsenminerale.jimdo.com).

 


Eine historische Stufe des Pentlandit- haltigen Erzes. Laut Etikettierung eine Reicherzprobe mit Pyrrhotin und Kupferkies ohne jegliches Nebengestein. Breite der Stufe zirka 4 cm. Sammlung und Foto: A. Gerstenberger, Chemnitz.

 


Kupferkies, derb eingesprengt im Gestein, Breite des Belegstücks 5 cm, Haldenfund 1981, Sammlung Boeck.

 


Pyrrhotin, teils xx mit Chrysotil auf einer Kluftfläche, Breite der Stufe zirka 12 cm, xx bis 1 mm Größe, Haldenfund 1981, Sammlung Boeck.

 


Chalcedon, direkt auf der Halde gefunden, aber Fremdmaterial nicht ausgeschlossen, Bildbreite: 3 mm. Sammlung und Foto: S. Haschke.

 


Chrysokoll als glasige, hellblaue Kruste auf Ganggestein. 6 cm breite Stufe von der Halde am Hohberg, Sohland an der Spree, Oberlausitz. Sammlung und Foto: A. Gerstenberger, Chemnitz.

  


Durch Nimit bläulich gefärbte dünne Chrysokollbeschläge mit Calcit auf Ganggestein von der Armerzhalde am Hohberg, Sohland an der Spree, Oberlausitz. Stufenbreite: 10 cm.
Sammlung und Foto: A. Gerstenberger, Chemnitz.

 


Nimit auf plattiger Calcit- Kluftfüllung mit eingelagerten Chrysotil- Fasern. Armerzhalde am Hohberg, Sohland an der Spree, Oberlausitz. Stufenbreite: 7 cm. Sammlung und Foto: A. Gerstenberger, Chemnitz.

 


Körnig-blättriger Pyrrhotin mit bunten Anlauffarben in Ganggestein. Fundort: Halde am Hohberg, Sohland an der Spree, Oberlausitz, Sachsen, Deutschland. Stufenbreite: 6 cm. Sammlung und Foto: A. Gerstenberger, Chemnitz.

 


Schon ziemlich korrodierte Erzproben von der Halde des Rosenhainer Schachtes, mit Kiesen imprägniertes Ganggestein, Länge des größeren Stückes zirka 10 cm. Haldenfund 2017.

 

 
 
 

Zur Montangeschichte

Entdeckung, Aufschluß und Konsolidation von 1900 bis 1909

  

Auch in der Oberlausitz gab es – wie wir oben schon gelesen haben – schon früher verschiedene Bergbauversuche. So richtete z. B. der Kalkverein zu Lückersdorf bei Kamenz 1841 ein Schurfgesuch auf Eisenstein und andere Metalle an die Bergbehörde. Die grundeigenen Bergwerksrechte lagen natürlich auch hier bei den Rittergutsbesitzern (40024-4, Nr. 78).

Eine Besonderheit der Oberlausitz bildete aber eine Ausnahmeregelung des Allgemeinen Berggesetzes für das Königreich Sachsen von 1868, wonach dieses zunächst für die Markgrafschaft Oberlausitz nicht zur Geltung kam (50001, Nr. 245).

Diese Sonderregelung geht auf den Bergwerksvertrag zwischen Erzherzog Ferdinand I. von Österreich (*1503, †1564), seit 1531 Deutscher König, und den böhmischen Ständen vom 1. April 1534 zurück, wonach auch das Mutungsrecht auf Erze den Grundherrschaften zustand. Diesem Vertrag ging der Tod von König Ludwig von Böhmen in den Türkenkriegen 1526 voraus. Weil Ludwig ohne männliche Nachkommen geblieben war, hatte Erzherzog Ferdinand durch seine Heirat mit Anna von Ungarn und Böhmen nun Anspruch auf die Thronfolge. Allerdings waren beide Länder Wahlmonarchien, so daß die Könige von den Ständen gewählt werden mußten. Erst nach harten Verhandlungen erreichte Ferdinand die Zustimmung der Stände. Im Gegenzug mußte er die ständischen Rechte ausdrücklich bestätigen und zusichern, daß das Land durch Einheimische verwaltet werde. Erst daraufhin wurde Ferdinand auf der Prager Burg am 22. Oktober 1526 von einer Ständeversammlung zum König von Böhmen gewählt. Auch die mit der böhmischen Krone verbundenen Länder Mähren, Schlesien und die beiden Lausitzen – also auch die Oberlausitz – kamen dadurch unter seine Regierung und später in den Geltungsbereich dieses Bergwerksvertrages.

Ferdinands Sohn Maximilian II. (*1527, †1576) bestätigte während seiner Regentschaft in der Bergwerksvergleichung im Königreich Böhmen diese Übereinkunft über die Mutungsrechte am 18. September 1575; ebenso dessen Sohn Rudolf II. (*1552, †1612) in der Bergwerksordnung für die schlesischen und lausitzer Stände vom 15. Februar 1577 (wikipedia).

Erst mit der Verordnung des Kgl. Sächs. Finanzministeriums vom 25. Oktober 1902, die betriebspolizeiliche Aufsicht über die unterirdischen Brüche und Gruben in der Oberlausitz betreffend, wurde diese Sonderregelung aufgehoben und das Berggesetz vollumfänglich auch in der Oberlausitz in Kraft gesetzt (Jahrbuchausgabe 1903). Diese Neuregelung wurde wohl auch durch die Erzfunde bei Sohland veranlaßt.

In Ermanglung einer bestätigten Zuständigkeit wurden die ersten Akten zu den Erschließungsarbeiten der Erzvorkommen in Sohland beim Bergamt Altenberg geführt (40170, Nr. 491, 492 und 493). Weil das sich nun mal eingebürgert hatte, führte dieses Bergamt die Grubenakten auch danach noch weiter (z. B. 40170, Nr. 422 u. a.). Weil es sich aber – eben auch aufgrund der ungeklärten bergrechtlichen Verhältnisse bei den Erzbergwerken – um „gewerbliche“ Gruben handelte, wurden parallel Akten bei der Berginspektion III des Landesbergamtes in Freiberg angelegt, welches jedoch vorrangig für die Annahme der Mutungen und für die Eintragung der Verleihungen zuständig war.

  

Der Professor für Geologie an der Königlich Sächsischen Bergakademie zu Freiberg, Richard Beck (*1858, †1919) hatte 1902 in der Zeitschrift für praktische Geologie eine erste Beschreibung des aufgefundenen Erzvorkommens bei Sohland veröffentlicht. Von dem Erzfund habe man am 18. Oktober 1901 „unter Vorlegung zahlreicher Proben…“ auch bei der naturwissenschaftlichen Gesellschaft „Isis“ in Bautzen erfahren. Nach vorläufigen Untersuchungen sei das Erzlager „…für abbauwürdig von sachkundiger Seite erklärt worden.“

Etwas später schreibt Beck ausführlicher über den Erzfund (Ztschr. d. d. geol. Ges., Bd. 55, 1903, S. 296ff): „Die Entdeckung der Nickelerze von Sohland ist einem Zufalle zu verdanken. Gegen Ende 1900 sandte Herr Gerbermeister A. Herberg an Herrn Dr. Pässler von der deutschen Gerberei-Versuchsanstalt zu Freiberg eine Wasserprobe aus einem soeben gegrabenen Brunnen zur Begutachtung mit dem Bemerken, man sei auf merkwürdig gefärbte Gesteinsmassen gestoßen, die vielleicht das Wasser schädlich beeinflussen möchten. Herr Dr. Pässler ließ sich Proben dieses Gesteins kommen, unter denen von Herrn Faktor Zinkeisen und Herrn Prof. Dr. Kolbeck Brauneisenerz, verschiedene Kupfererze und nickelhaltiger Magnetkies bestimmt wurden. Die Bauwürdigkeit der Lagerstätte auf Grund einer fachmännischen Untersuchung erkannte, wie bereits erwähnt wurde, zuerst Herr Bergingenieur O. Krauth. Die Funde begannen alsdann in der Gegend von Sohland eine gewisse Aufregung hervor zu rufen. Überall suchte man die zahlreichen dort bekannten Diabasausstriche auf Magnetkies ab, jedoch ohne nennenswerte Erfolge…“

Die Beschreibung des Vorkommens fand schließlich auch in dem 1903 in zweiter Auflage erschienenen Lehrbuch von Professor Beck Lehre von den Erzlagerstätten Aufnahme im Kapitel

I. Lagerstätten von Nickel- und Kupfererzen in Verknüpfung mit Gabbrogesteinen oder Diabasen und deren beider metamorphen Abkömmlingen

wo sich auf S. 46f ein spezielles Kapitel den beiden Vorkommen widmet, welches wir hier vollständig zitieren wollen:

d) Lagerstätten von nickelhaltigem Magnetkies am Schweidrich bei Schluckenau in Nordostböhmen und bei Sohland in der sächsischen Lausitz

Am Schweidrich wird der Lausitzer Granitit*) von einem sehr mächtigen WNW. streichenden Gang eines grobkörnigen, am Salband feinkörnigen Diabases*) durchsetzt, dessen normales Gestein neben den gewöhnlichen Gemengtheilen etwas Hornblende und Biotit führt. Nahe am nördlichen Salband ist dieser Diabas stark zersetzt und in ein grösstentheils aus secundärer grüner Hornblende bestehendes, zugleich aber mehr oder weniger mit nickelhaltigem Magnetkies, Kupferkies und etwas Eisenkies imprägnirtes Gestein übergegangen.

Die Ausscheidung der Erze erweist sich u. d. M. vielfach deutlich als jünger, als die Bildung dieser secundären Hornblende. Auch ist der angrenzende, etwas zersetzte Granitit bis auf über 1 m Entfernung mit demselben Erz imprägnirt. Seltener im Diabas vorkommende derbe Erzpartieen enthielten nach H. B. Foullon 7,08% Nickel, 2,09% Kupfer, 49,90% Eisen. Der Bergbau ruht dort zur Zeit.

Bei Aeusserst- Mittel- Sohland nördlich von Schluckenau, im sächsisch- böhmischen Grenzgebiet wurde 1900 durch eine Brunnengrabung ein ganz analoges, zweites, aber viel reicheres Erzvorkommen entdeckt. Ein wahrscheinlich ungefähr 10 m mächtiger WNW. streichender Gang von biotitreichem Proterobas*) setzt inmitten des Lausitzer Granites auf. Längs dem nördlichen Salband ist sein Gestein auf etwa 700 m erzführend angetroffen worden. Die Erze, nickelhaltiger Magnetkies, etwas Kupferkies und ein wenig Eisenkies bilden entweder nur eine Imprägnation, die theilweise auch bis 0,5 m in den Granit hinausgreift, oder, wie in Herberg´s Fundschacht, ein bis über 20 m im Streichen verfolgtes, bis 2,5 m mächtiges, unter 75°, wie das Gesteinssalband, nach N. einschiessendes derbes Mittel, das Stufferze von durchschnittlich 5% Nickel- und ca. 2% Kupfergehalt lieferte.

Im Proterobas spielen die sulfidischen Erze die Rolle der zuletzt ausgeschiedenen Gemengtheile. Vielfach sind Fragmente von Pyroxen und von primärer Hornblende, die sichtbar eine Corrosion erlitten haben, von den Kiesen rings umschlossen. Häufig sieht man andrerseits die Kiese innerhalb serpentinisirter Pyroxene in der Weise, dass in einem gewissen kleinen Abstand vom Rande ein den Conturen paralleles Erzband hinläuft. Sehr oft ist auch der Kies in Form dünner Lamellen zwischen Spaltblättern des Biotits eingeklemmt.

Im Hangenden des Erzmittels vom Fundschacht finden sich im Proterobas sehr merkwürdige Partieen, deren Masse sehr reich an Spinell und Korund ist. Auch führt das Gestein Einschlüsse von Sillimanit.

Unmittelbar unter dem stellenweise bis 10 m in die Tiefe reichenden Hut der Lagerstätte hat sich als secundäre Kluftfüllung ein wesentlich aus Kupferglanz bestehendes, reiches, schwärzliches Kupfererz gefunden.“

*) Zu den heutigen Bezeichnungen dieser Gesteine siehe unser Kapitel zur Geologie.

   

Über den Stand des Bergbaus am Schweidrich schreibt Prof. Beck 1902 ein weiteres Gutachten über eine geologische Untersuchung der in der Herrn Commerzienrath Grumit gehörigen Domäne Schluckenau belegten Freischürfe (in 400030-1, Nr. 764), worin er dem Grundbesitzer empfiehlt: „Insbesondere scheint die Erstreckung der Erzmittel am Schweidrich doch ungünstiger zu sein, als wie in Herberg’s Fundschacht… Immerhin liegt die Gefahr nahe, daß sich Jemand durch die möglichen Erfolge des Sohländer Bergbaus bewegen läßt, auch in der Gegend… wieder einen Versuch zu machen, und um dies zu verhindern, kann ich nur rathen, dortselbst einige Freischürfe belegt zu lassen… Die beiden Freischürfe würde ich ebenfalls lediglich nur aus dem Grunde halten, um Versuchen anderer vorzubeugen, die bei der Aufregung um den Sohländer Fund nahe liegen…“ 

Eine tatsächliche Wiederaufnahme des Abbaus ist nach Beck’s Bewertung dagegen „…unter den heutigen Verhältnissen nicht rathsam.“

   

Im Gegensatz zur  Geologischen Karte von 1893 verläuft auf der Zeichnung von Prof. Beck im Jahr 1903 der „Proterobas- Gang“ in WNW- OSO- Richtung (aus Ztschr. d. d. geol. Gesellschaft, 55, 1903). R. Beck kritisiert in seiner Publikation die offizielle geologische Kartenausgabe: „Die meisten Diabasgänge der Gegend haben ein Streichen von WNW oder NW. Nach NW streicht u. a. der bedeutende Gang von ziemlich grobkörnigem Diabas auf dem Taubenberg östlich vom Fundpunkt. Auf der geologischen Karte von O. Herrmann ist dicht östlich von Äußerst-Mittel- Sohland irrtümlich ein nach NNW streichender Gang eingetragen…“

  


Witzigerweise finden wir genau diesen Gesteinsgang (mal abgesehen davon, daß ihn Prof. Beck hier noch viel zu lang gezeichnet hat) in der aktuellen Geologischen Karte vom Geoportal Sachsen (der Zeichnung von Prof. Beck hier farbig hinterlegt) in NNW- SSO- Richtung streichend dargestellt, also noch immer genauso, wie schon in der Geologischen Karte von 189
3. Erst in den jüngsten Kartenausgaben wurde dieser Mangel korrigiert.

  

Noch im Jahr 1902 verbreitete sich die Kenntnis über diesen Erzfund bei Sohland durch Nachrichten in der Leipziger Zeitung und im Oberlausitzer Volksboten (50001, Nr. 245) schlagartig.

Interessanterweise schrieb die Leipziger Zeitung unter dem Titel Die erste Erzlagerstätte der Oberlausitz aber schon damals aber auch „…Es ist begreiflich, wenn der Erzfund von Sohland geeignet ist, Aufsehen zu erregen; und da und dort gewisse Hoffnungen wecken wird, die nach Lage der Sache sich kaum erfüllen dürften. Nach den vorliegenden Erfahrungen hat das Erzlager in Sohland eine ganz beschränkte räumliche Ausdehnung und dürfte darin dem Erzlager am Schweidrichwalde südlich von Schluckenau entsprechen…“

Den Enthusiasmus der Entdecker  – insbesondere die Angabe über die Erstreckung des erzführenden Ganges – teilte aus eigener Anschauung auch Dr. A. Dieseldorff nicht und hielt es daher für nötig, in der Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft richtigzustellen: „Herr R. Beck spricht auf S. 299 von einem erzführenden Salbande, das an vier von ihm genannten Punkten aufgeschlossen und auf etwa 700 m Länge sicher nachgewiesen sei… Da Bergbaulustige oder Sohländer Grundbesitzer auf Grund des genannten Aufsatzes kostspielige und den derzeitigen Umständen nach erfolglose Schurfversuche unternehmen könnten, so kann ich solche unrichtigen Angaben nicht unwidersprochen lassen...

Ich habe aus naheliegenden Gründen*) mir die Erforschung des nach West vom Schacht gelegenen Grubenfeldes angelegen sein lassen, leider scheint in bergmännischer Hinsicht dort nichts zu holen zu sein, und Versuche anderer werden kaum berechtigte Aussicht auf Erfolg bieten, nach Westen zu eine Erzführung zu finden. — Wenn wir nun die tatsächlichen Aufschlüsse, also sichere Nachweise, noch einmal überblicken, so ergibt sich das Vorhandensein eines Erzmittels in den „Segen Gottes" und „Hauptmann" Schächten selbst, ferner auf etwa 28 m Streckenlänge W und des „Segen Gottes" Schachtes und sehr wahrscheinlich auch in dem Terrain zwischen beiden Schächten, also noch auf 105 m! Das ist alles.“

*) Herr Dr. Dieseldorff war nämlich um 1903 selbst Bergbauunternehmer in Sohland, hat jedoch sein Engagement schnell wieder beendet. Die hier von Dieseldorff besonders kritisierte Fehleinschätzung revidierte Prof. Beck erst mit einem neuen Gutachten im Jahr 1908.

  


Auf der 1882, noch vor dem Erzfund, gedruckten Äquidistantenkarte, Section Schirgiswalde, ist beiderseits der Grenze noch nichts vom Bergbau zu finden. 

 

Diese Richtigstellung in der Fachzeitschrift hat sicher kaum jemand gelesen und so begannen tatsächlich etliche „Bergbaulustige“ unverzüglich mit Aufschlußversuchen. Auch Herberg’s Nachbarn Ernst Hantusch (der Besitzer der Buschmühle und des Mühlgrabens) sowie Ernst Schöne versuchten sich mit Schurfschächten und Stolln, erreichten dabei den Gesteinsgang jedoch nicht.

Der aus Oppach stammende Steinmetzmeister Ernst Hantusch (†1929) hatte 1887 die stillgelegte Buschmühle am Rosenbach gekauft und zu einem Steinsäge-Betrieb, angetrieben mit Hilfe eines Wasserrades, umgebaut. 1897 gründete er zusammen mit dem Gesellschafter Herrn Jordan die Firma E. Hantusch & Co. Granit- und Syenitwerke. Die Rohblöcke (Syenit) wurden seit 1910 hauptsächlich aus einem eigenen Steinbruch im böhmischen Nixdorf bei Sebnitz bezogen. Von unternehmerischer Weitsicht zeugt auch, daß er für den Transport der Werksteine eine eigene Pferdezucht sowie eine Tischlerei für die Herstellung von Schwerlastwagen und Versandkisten betrieb. Sein Versuch mit dem Nickelerzbergbau ging jedoch schief. Wir weichen an dieser Stelle einmal kurz ab, weil es uns auch erwähnenswert erscheint, daß 1941 die Tochter des Betriebsleiters die erste Steinmetzmeisterin Deutschlands wurde.

Die Nachfahren der Familie Hantusch sind bis heute in Sohland ansässig, führen den Traditionsbetrieb unter dem heutigen Namen E. Hantusch GmbH Natursteinveredelung weiter und konnten 2011 das 125-jährige Bestehen des Unternehmens feiern (hantusch-natursteine.de).

Hinsichtlich der Erzfunde hatte neben A. Herberg lediglich Karl Hauptmann auf seinem Grundstück am anderen Ufer des Rosenbaches ebenfalls Glück. Über die nun folgende Erschließung des Vorkommens können wir auch in den Ausgaben der Jahrbücher für das Bergwesen ab 1902 nachlesen; im Auszug aus dem bergamtlichen Jahresberichte wird dort nämlich vermerkt:

VIII. Allgemeine Mitteilungen über den Bergbau.
(Auszug aus dem ersten Teile des Bergamtlichen Jahresberichts.)

A. Wirtschaftliche Lage des Bergbaus.

2. Erzbergbau.

…Besondere Erwähnung verdient hier noch die Auffindung eines Nickelerz- Vorkommens in der sächsischen Oberlausitz in der Nähe von Sohland. Dort fand ein Einwohner beim Graben eines Brunnens ziemlich reiche Nickelerze, die er zu guten Preisen verwerthen konnte. Zu einer Verleihung dieses Betriebes und Unterstellung desselben unter die sächsische Berggesetzgebung konnte es nicht kommen, da die letztere z. Zt. für den Erzbergbau in der Oberlausitz noch keine Gültigkeit hat (§ III der Verordnung, die Erlassung eines allgemeinen Berggesetzes betreffend, vom 16. Juni 1868).“

In der folgenden Jahrbuchausgabe von 1903 wird dann genauer berichtet:

VI. Wichtige Ausführungen -und Betriebsvorgänge
bei den gewerblichen Gruben.

1. Neue Lagerstättenaufschlüsse und geognostisch oder
bergmännisch bemerkenswerte Vorkommnisse.

„…3. Schon im Herbste 1900 war im Ortsteile Äußerstmittelsohland des Dorfes Sohland an der Spree beim Niederbringen eines Brunnens auf dem Grundstücke des Lohgerbers August Herberg am linken Gehänge des Rosenbaches gegen 200 m unterhalb des an der von Sohland nach Schluckenau in Böhmen führenden Staatsstraße gelegenen Zollhauses ein Erzvorkommen entdeckt worden. Weitere Aufschlüsse, welche zu einem großen Teile in das Berichtsjahr fallen, ließen erkennen, daß der Träger des Erzes ein das Grundgestein, den Lausitzer Granit, durchsetzender Gang von Diabas ist, welcher in annähernd westöstlicher Richtung streicht und etwa 80° in N. fallt. Die Mächtigkeit dieses Diabasganges ist zu 7 bis 8 m ermittelt worden. Der Gang wird unter dem eisernen Hute, der Brauneisenstein, Malachit und Kupferlasur aufweist, bis zu 8 m Teufe von einer 15 cm mächtigen Gangspalte mit dem Streichen des Ganges und einem annähernd seigeren Einfallen durchsetzt.

Dieselbe ist durch eine mulmige und derbe Masse ausgefüllt, welche sich nach ihrem Gehalt an Kupfer, Nickel, Schwefel und Eisen als ein nickelhaltiger Kupferglanz erwies. Vielleicht hat man es hier mit einem sekundären, durch Deszension entstandenen Gängchen im Gange zu tun. Die Diabasmasse, in welcher dieses Gängchen aufsetzt, ist von nickelhaltigem Magnetkies imprägniert; Kupferkies und etwas Schwefelkies treten als Einsprengungen auf. Auch finden sich im Gange Diabasknollen, welche beinahe erzleer sind, mitunter aber einen Magnetkiesüberzug besitzen.

Die Magnetkiesimprägnation verteilt sich nicht über die ganze Gangmächtigkeit, sondern findet sich, soweit sich bisher nachweisen ließ, nur am Hangenden, erreicht aber schon bei 8 bis 9 m Teufe 2 m Stärke. Nach der Teufe zu verdichtet sich die Imprägnation und geht allmählich in derben Magnetkies von teilweise feinkörniger, teilweise schuppiger und blättriger Struktur über; der Kupferkies nimmt ab und zeigt sich mitunter auch in Form von Äderchen und Schlieren. Der Nickelgehalt des derben Magnetkieses beträgt ungefähr 6%.

Magnetometrische Beobachtungen lassen mit Sicherheit darauf schließen, daß die seitliche Ausdehnung des Erzmittels nach W. eine geringe ist, nach O. jedoch über die vom Fundorte gegen 130 m entfernte böhmische Grenze hinüberreicht. So fand denn der Landwirt und Fabrikant Karl Hauptmann aus Sohland, der gegen 90 m östlich vom Herberg‘schen Fundschachte auf seinem dort noch auf Sohlander Flur gelegenen Grundstücke teufte, ebenfalls die nach der Teufe zu dichter werdende Magnetkiesimprägnation im Diabasgange.

Da 1902 der Herberg‘sche Fundschacht erst eine Teufe von 15 m und der Hauptmann‘sche Schacht eine solche von etwa 11 m erreicht hatte, lagen Aufschlüsse über die Teufenerstreckung des Erzmittels noch nicht vor, doch ist seitens der Firma Dr. Dieseldorff & Ko. in Sohland ein Weiterverteufen des erstgenannten Schachtes, welcher jetzt den Namen „Segen- Gottes- Schacht" führt, im Gange, um die Teufenerstreckung des Erzmittels zu erkunden.

Dr. phil. R. Beck, Professor der Geologie an der Königlichen Bergakademie zu Freiberg, beschrieb im 1892er Jahrgange*)  der Zeitschrift für praktische Geologie, Berlin, auf Seite 40 und 379 das in Rede stehende Erzvorkommen. Der Durchschnittsgehalt einer im Berichtsjahre im Herberg‘schen Fundschachte und drei kleinen Versuchsstrecken gewonnenen Erzpost von 800 t betrug an Nickel 5% und an Kupfer 1,7%.“

*) Diese Jahresangabe überrascht. Wir haben ein Digitalisat des 10. Jahrgangs der genannten Zeitschrift aus dem Jahr 1902 aufgetrieben, auf welches die Seitenzahlen 41 und 379 zutreffen (und oben schon daraus zitiert). Die hier genannte Jahreszahl 1892 resultiert vielmehr aus einer Fußnote in besagtem Artikel, in der Prof. R. Beck auf die in unserem Abschnitt zur Geologie zitierte Veröffentlichung von H. Foullon im Jahrbuch der k. u. k. geologischen Reichsanstalt zu Wien verweist – auch bei der Königlichen Bergakademie gab es also schon den Druckfehlerteufel. 

  

Offensichtlich begannen die „Bergbaulustigen“ also sofort mit der Gewinnung der tagesnah erreichbaren Vorkommen und im Kapitel zur wirtschaftlichen Lage des Bergbaus wird 1903 sogar von einer noch größeren Fördermenge berichtet:

„…Die im vorjährigen Berichte erwähnte Auffindung von Nickelerzen in Sohland (sächsische Oberlausitz) hat zu lebhafteren Schürfungen in der dortigen Gegend geführt; es ist im Berichtsjahre bereits ein zweites auf den Abbau von Nickelerzen gerichtetes Unternehmen ins Leben getreten. In diesem Jahre wurden rund 950 t Erze*) gewonnen, die zu ⅔ recht guten Absatz gefunden haben. Auf die rechtlichen Verhältnisse dieser zunächst nicht unter das Allgemeine Berggesetz fallenden Unternehmungen werden voraussichtlich die Entschließungen der nächsten Ständeversammlung von einschneidendem Einfluß sein.“  Damit sind die Verhandlungen über die Inkraftsetzung des Berggesetzes gemeint.

*) Wie wir anhand der Akten der Staatlichen Bergwirtschaftsstelle (40030-1, Nr. 772ff) herausfanden, hat man hier allerdings die Fördermengen der drei Jahre von 1900 bis 1902 einfach zusammengerechnet; tatsächlich lag die Jahresförderung nur bei maximal 355 t, was für kleine, private Gruben aber immer noch eine beachtliche Menge darstellt.

 

Der Verkauf der Erze erfolgte sowohl von A. Herberg, als auch später seitens Dr. Dieseldorff an das Staatliche Blaufarbenwerk Oberschlema (40136, Nr. 110 und 116).

Auch die beiden im Text oben bereits erwähnten Fundgrübner sind in den Mitteilungen über die unterirdischen gewerblichen Gruben im Abschnitt E. Erzgruben aufgeführt:

A. Herberg, Lohgerber in Sohland, hatte Herberg´s Erzgrube demnach schon am 22. November 1902 gegründete an die Dr. Arthur Dieseldorff & Co. in Sohland veräußert, welche ihrerseits als Betriebsleiter und Obersteiger E. A. Siegel angestellt hatte. Der Brunnenschacht war einleuchtenderweise direkt auf dem Herberg’schen Grundstück, das sich am Westufer des Rosenbaches befindet, angesetzt (40071-1, Nr. 30).

K. Hauptmann, Leinwand- Fabrikant und Ökonom in Sohland, war der Besitzer von Hauptmann´s Erzgrube und hatte als Betriebsleiter und Steiger E. Krumbiegel angestellt. Sein Grundstück mitsamt seinem Schacht befand sich zwischen dem Ostufer des Rosenbaches und der tschechischen Grenze; der Schacht war etwa 85 m östlich des Herberg’schen Schachtes angesetzt. Die Grube wurde unter dem Namen Sohlander Bergsegen eingetragen (40170, Nr. 492).

Da die beiden Schächte von Herberg und von Hauptmann in Sohland schnell das Niveau der Talsohle des Rosenbachs unterteuft hatten, mußten die zusitzenden Wasser von kleinen Kreiselpumpen mit elektrischem Antrieb gehalten werden; der hierzu nötige Strom wurde von einer Zentrale in Neusalza bezogen (Jahrbuch 1903).

In der Bergschadenkundlichen Analyse zu diesem Bergbaustandort von 1975 (40073-1, Nr. 30) werden die beiden Fundschächte beschrieben. Demnach hatte Herberg einen Saigerschacht angelegt und zum Zweck der Erzförderung auf ein Profil von 5,0 m x 1,6 m nachgerissen. 1902 hatte der Schacht eine Teufe von 15,8 m bis Pumpensumpf erreicht. In 11,5 m und 15,5 m Teufe waren zwei Sohlen angeschlagen und Strecken bis zu 17,5 m in westliche Richtung vorgetrieben. Insgesamt wurden schon in den Anfangsjahren etwa 60 m² Gangfläche abgebaut. 1903 wurde der Schacht um etwa 2 m aufgesattelt und im Profil 3,5 m x 1,4 m bis auf 24 m Teufe weiter abgesenkt. Die obere Sohle hatte bei 23 m Länge dabei das Ende der Derberz- Zone erreicht, also wurde die 2. Sohle weiter vorgetrieben und der Abbau dorthin verlegt.

  


Profildarstellung des Erzlagers von Prof. Beck, G.. Granitit (Granodiorit), D.. Diabas (Nebentrümer),
P.. Proterobas (Mikrogabbro), M.. Magnetkieslager (schwarz dargestellt), hellgrau schraffiert der Eiserne Hut. Im Süden liegt das Tal des Rosenbaches, von dort aus ist hier auch ein Versuchsstollen eingezeichnet, der jedoch das eigentliche Erzmittel nicht erreicht hatte. Aus: Ztschr. d. d. geol. Gesellschaft, 55, 1903.

 


Aufschlußsituation in Herberg‘s Fundschacht, 1903 bis zu einer Tiefe von zirka 15 m unter Gelände (untere Streckensohle) niedergebracht, aus: Ztschr. d. d. geol. Gesellschaft, 55, 1903.

  

Hauptmann hatte seinen Fundschacht zunächst im Fallen des Erzmittels (etwa 80°) geteuft. Bis 8 m Teufe besaß er ein Profil von 4,0 m x 2,05 m. Dann wurde er in 6 m Teufe um 1,5 m seitlich abgesetzt und mit nur noch 2,5 m x 1,85 m Profil saiger weiter verteuft. Dabei schlug er jedoch aus dem Erzmittel heraus in den Granodiorit ein, so daß bei 13,3 m Teufe ein Querschlag nötig wurde, um das Erzmittel wieder anzufahren.

Ab 1903 wurde auf der 24 m- Sohle vom Kaufmann Schacht aus eine Verbindungsstrecke in Richtung auf den Herberg'schen Schacht vorgetrieben. Der Durchschlag wurde jedoch erst später durch die Nickelbergbau Syndikat GmbH erreicht. Danach wurde der Durchschlag auch als Herberg- Strecke“ bezeichnet.

Wie wir dann 1904 aus den Jahrbüchern erfahren, hat Dr. Dieseldorff's Gesellschaft am 13. Oktober 1903 auch Hauptmann´s Erzgrube übernommen. Als Bergwerksunternehmer wurde daraufhin eine Gesellschaft Hauptmann, Herberg & Komp. gegründet, Herr Siegel blieb Obersteiger beider Gruben (40170, Nr. 493).

Zur wirtschaftlichen Lage kann man im Jahrbuch 1904 lesen: „…Bei dem allerdings 1903 noch nicht unter das Allgemeine Berggesetz fallenden Abbau des in der Gegend von Sohland gelegenen, im Jahre 1901 aufgedeckten nickelhaltigen Magnetkieslagers wurden im Berichtsjahre 355 t solcher Kiese gewonnen; die Tonne Erz wurde mit 12 bis zu 53 M. bezahlt.“

Noch unklar ist uns in Ermanglung diesbezüglicher Aktenlage in sächsischen Archiven die Entstehungsgeschichte des Rosenhainer Schachtes. In einer Akte der Lagerstätten- Forschungsstelle (40030-1, Nr. 772) wird immerhin notiert, daß parallel zu den Schurfversuchen von Hantusch, Schöne und Hauptmann – also schon um 1901 – „ein gewisser Richter aus Warnsdorf““ 60 m östlich vom Hauptmann Schacht entfernt und jenseits der böhmischen Grenze ebenfalls geschürft, dabei jedoch nur geringe Kiesimprägnationen gefunden habe. Auf der frühesten Darstellung der Schurfschächte (40040, Nr. K791) ist der spätere Rosenhainer Schacht ebenfalls als „Richter‘s Schurfschacht“ bezeichnet.

Der Familienname Richter taucht später unter den Mutern der Erzfelder gleich mehrfach auf. Warnsdorf ist das heute tschechische Varnsdorf an der Südostecke des „Schluckenauer Zipfels“.

 


Die Ausgabe der Meßtischblätter von 1904 war wohl gerade eben schon gedruckt und enthält noch immer keine Eintragungen über den gerade erst aufgenommenen Bergbau.

  

Aufgrund der noch unklaren Rechtslage war es auf deutscher Seite immer noch nicht zur bergrechtlich gültigen Verleihung des Erzabbaus gekommen. Wohl auch aus diesem Grunde sanken sowohl das wirtschaftliche Engagement der Eigentümer als auch die Fördermenge im Folgejahr (Jahrbuch 1905) weiter ab. In der Jahrbuchausgabe von 1905 steht dann zu lesen:…In dem in der Gegend von Sohland gelegenen, im Jahre 1901 aufgedeckten nickelhaltigen Magnetkieslager wurden in der ersten Hälfte des Berichtsjahres noch 273 t solcher Kiese gewonnen, die Tonne Erz wurde im Durchschnitt mit 29,75 M bezahlt, der höchste Preis betrug 40 M, der tiefste 12 M. In der zweiten Hälfte des Berichtsjahres ruhte der Betrieb, weil bis zum Jahresschlüsse zu den bis dahin in Gemäßheit des Gesetzes vom 24. Mai 1904 (Jahrbuch 1904 Seite G 29), die Erstreckung des Allgemeinen Berggesetzes auf den Erzbergbau in der Oberlausitz betr., eingegangenen zahlreichen Mutungen eine Verleihung von bergamtswegen noch nicht erteilt werden konnte.“

Per 1. Juli 1904 trat dann das Allgemeine Berggesetz für das Königreich Sachsen endgültig auch in der Oberlausitz in Kraft. Damit waren aber die bisher grundeigenen Bergbaurechte hinfällig geworden und mußten erst neu beantragt werden. Die Auswirkung der neuen Regelung war folglich eine Fülle neuer Schürfgesuche, allein acht „in der Sohlander Gegend“, worüber man auch im Jahrbuch 1905 berichtet: 

D. Grubenbesitzer und Rechtsverhältnisse derselben.

„…Die Zahl der Anträge auf Verleihung von Bergbaurechten (§§ 32 flg., §§ 39 flg. des Allgemeinen Berggesetzes) ist im Berichtsjahre außergewöhnlich hoch gewesen; es sind 21 Mutungen bez. Nachmutungen eingegangen (1903: 7; 1902: 13; 1901: 5; 1900: 11; 1899: 14). Diese Steigerung ist dem Umstände zuzuschreiben, daß auf die in der Gegend um Sohland nachgewiesenen, nickelhaltigen Magnetkieslager infolge des am 1. Juli 1904 in Kraft getretenen Gesetzes, die Erstreckung des Allgemeinen Berggesetzes auf den Erzbergbau in der Oberlausitz betreffend, vom 24. Mai 1904 (Jahrbuch 1904 Seite C 29), im Laufe des Berichtsjahres allein 8 Mutungen eingegangen sind…

Einschließlich der aus dem Vorjahre als unerledigt übernommenen 4 Mutungen lagen im Berichtsjahre deren insgesamt 25 zur Entschließung vor; … unter den letzteren befanden sich insbesondere die oben erwähnten 8 Mutungen auf Grubenfelder in der Sohlander Gegend…“ 

Die Akten des Landesbergamtes verraten uns die Namen der Antragsteller:

  • Hermann Edwin Richter aus Zittau (Lusatia in Sohland),

  • Alfred Richter aus Görlitz in Sohland,

  • G. Ferdinand Richter aus Warnsdorf in Taubenheim/Spree,

  • Karl Heinrich Richter aus Warnsdorf in Sohland (40024-14, Nr. 453, bis 1906),

  • Reinhold R. Richter aus Warnsdorf (gleich mit etlichen Grubenfeldern unter den Namen Germania, Gertrud II und Richard I (oder Reichard) in Sohland sowie Union, Reinhold, Clara, Hertha, Gertrud I und III bei Ober- und Mittelsohland), der Name taucht außerdem als Muter des Feldes Alemannia, später Siegfried, auf (40024-14, Nr. 504),

  • Gustav Köhler und Gen. aus Sohland, (40024-14, Nr. 517 und 518, bis 1908),

  • H. C. T. Klüglein und Gen. aus Kiel (Schwarzer Busch bei Sohland, 40024-14, Nr. 516, erst nach 1908).

Ob diese Häufung des Namens Richter dafür spricht, daß sich eine ganze Familie auf den Bergbau stürzte, ist uns noch nicht bekannt. Derselbe Umstand veranlaßte jedenfalls schon damals auch die Bergbehörde zur Nachfrage bei der Stadt Warnsdorf über die familiären Zusammenhänge der Personen namens Richter (40024-14, Nr. 453). Leider ist dieser Name nun nicht gerade selten, so daß man in den Archiven heute kaum noch etwas zu genau dieser Familie herausfindet.

Aber auch die Konsortschaftliche Grubenverwaltung Schneeberg gehörte zu den Antragstellern (40099-1, Nr. 311). Bergrat Richard Tröger aus Schneeberg mutete im Auftrag der Gesellschaft das Grubenfeld Lusatia (40024-14, Nr. 517), wurde damit jedoch abgewiesen, da für dieses Feld bereits ein Antrag vorlag.

In der Ausgabe des Jahrbuches von 1907 werden im Kapitel Übersicht der Berggebäude unter Abschnitt VII. Oberlausitz dann vier, im Juli 1906 neuverliehene Gruben aufgeführt, nämlich

  • Germania in Sohland im Besitz von H. E. Richter aus Zittau,

  • Siegfried (vormals Alemannia) in Sohland ebenfalls im Besitz des vorgenannten,

  • Glück Sohland im Besitz eines Bergingenieurs P. J. Grammel sowie

  • Reichard in Sohland im Besitz von R. A. Richter aus Warnsdorf.

Bestand hatte außerdem die zuerst gegründete Grube

  • Sohlander Bergsegen in Sohland im Besitz der jetzt unter dem Namen Hauptmann, Herberg & Co. oHG firmierenden Gesellschaft zu Sohland.

Letztere wurde allerdings bereits zu dieser Zeit in Fristen gehalten. Bei keiner der Gruben ist in den nachfolgenden Jahrbuchausgaben ein Ausbringen verzeichnet. Dies änderte sich zunächst auch noch nicht, da wohl alle privaten Eigentümer die erforderlichen Investitionen für die Aus- und Vorrichtung scheuten. Daher kam es in den folgenden Jahren schnell zu weiteren Konsolidationen und Besitzübergängen.

 


Drei Profilskizzen durch die Nickellagerstätte zu Äußerst- Mittel- Sohland, Gesamtansicht. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. K791.

 


Ausschnitt aus obiger Darstellung mit Herberg's Fundschacht. Außerdem finden wir unter Herberg’s Scheune einen „Stolln auf Schöne’s Wiese“ und noch einen weiteren Schurfschacht am Westufer des Rosenbaches „auf Herberg’s Wiese“. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. K791.

  


Auf der Osthälfte dieses Schnittes ist auf böhmischer Seite auch der spätere Rosenhainer Schacht schon eingetragen und hier als „Richter’s Schurfschacht“ bezeichnet. Im Tal, unmittelbar neben Hantusch’s Mühlgraben, lag Hauptmann‘s Schacht. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. K791.

 


Historische Bildpostkarte mit einem Blick zur Buschmühle im Rosenbachtal.
Bildquelle: Sammlung Th. Engel, Sohland.

  


Ausschnittsvergrößerung aus obiger Postkarte. In der Bildmitte ist das Tagegebäude des Herberg'schen Schachtes, am rechten Hang des Tales die des Hauptmann'schen Schachtes gut zu erkennen.

  


Eine weitere Ansicht des Herberg'schen Gutes.
Bildquelle: Sammlung F. Koch, Sohland.

  

 
 
 

Der Abbau durch die Nickelbergbau Syndikat GmbH von 1909 bis 1919

  

Bereits 1907 waren geophysikalische Untersuchungen des Gesteinsganges erfolgt, um die Ausdehnung der Erzvorkommen besser bewerten zu können. Sie wurden, wie man im Gutachten Beck’s aus dem Jahr 1908 nachlesen kann (40030-1, Nr. 764), von Oberbergrat und Professor für Geodäsie und Markscheidekunde an der Bergakademie Paul Uhlig sowie den Bergingenieuren Karl Ermisch und P. J. Grammel unter Mitwirkung des Markscheidergehilfen L. Väterlein ausgeführt. Über diese Untersuchungen fällte Prof. Beck im genannten Gutachten von 1908 ein ziemlich vernichtendes Urteil: „Ich selbst habe früher diese Untersuchungen für sehr zuverlässig gehalten… Heute gebe ich nichts mehr auf diese magnetometrischen Ergebnisse, sondern halte die Untersuchung mit dem Thalén-  Tiberg’schen Magnetometer – und zwar auch nach Anbringung des sogenannten Dahlblom’schen Armes an diesem Instrument – für Mitteleuropa für gänzlich wertlos, so wertvoll sie im Norden Europas auch immer sind…“ 

Dieses harsche Urteil über die Geophysik mag sicherlich auch durch den Umstand veranlaßt gewesen sein, daß sich Beck‘s eigene – auf den damaligen geologischen Aufschlüssen fußende – Einschätzung aus dem Jahre 1903 über die Erstreckung der Vererzung als falsch erwiesen hat. Man hatte noch nicht erkannt, daß die basischen Ganggesteine aufgrund ihres Magnetitgehaltes ebenfalls eine remanente Magnetisierung besitzen, auch wenn sie nahezu (Nickel-) erzleer sind. Aber auch der Pentlandit selbst kann recht unterschiedliche magnetische Eigenschaften aufweisen.

In einer anderen Akte (40030-1, Nr. 772) fanden wir auch den Bericht von Herrn Oberbergrat Uhlig über seine Messungen. Auch er schätzte darin ein, daß die festgestellte Abweichung von nur 2% gegenüber dem Normalfeld „ein auffällig geringer magnetischer Einfluß“ sei. Um die Verwirrung noch etwas zu steigern, sei an dieser Stelle noch angeführt, daß in Herrn Uhlig’s Bericht von einem „Bussol- Instrument mit freihängender Nadel“ für die Messung der Horizontalintensität und von einem „Kohlrausch’schen Lokalvariometer“ zur Messung der Vertikalintensität die Rede ist. Meine Fachkollegen bestimmten also bereits vor mehr als 100 Jahren zwei Komponenten des Erdmagnetfeldes, weil sie natürlich längst wußten, daß die Feldlinien in unseren Breiten ziemlich schräg zur Erdoberfläche verlaufen…

Was genau unter all diesen Gerätebezeichnungen zu verstehen war, kann der interessierte Leser in meinem  Anhang finden.

Aufgrund dieser „magnetometrischen“ Untersuchungen war vom Hornsberg aus, etwa 700 m östlich von Herberg’s Fundschacht und auf böhmischer Seite, ab 1907 auch der Gebhard Stolln in Richtung Nordosten vorgetrieben worden. Dieser erreichte nach zirka 140 m auch den Gesteinsgang, jedoch zeigte der Gang im dort untersuchten Abschnitt lediglich erzarme Imprägnationen. Mit ähnlich unbefriedigenden Resultaten hatte man auch am Taubenberg Schurfschächte abgesenkt und Bohrungen bis 20 m Tiefe gestoßen, ohne dabei nennenswerte Erzfunde zu machen.

 


Diese Schnittdarstellung aus dem Jahr 1911 ist eine der wenigen Quellen, in welcher der Gebhard Stolln (rechts) eingetragen ist. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40030-2, Nr. I24398.

 

Auf allen diesen Untersuchungen aufbauend formulierte Prof. Beck jedenfalls im Jahr 1908 schließlich sein neues Gutachten, in welchem er nur noch für den Bereich zwischen Herberg‘s Schacht und dem Rosenhainer Schacht auf der tschechischen Seite von Bauwürdigkeit ausging und den hier gewinnbaren Erzvorrat auf gerade einmal 6.000 t bis 7.000 t (mit oder ohne dem Grenzsicherheitspfeiler) berechnete.

Trotz dieser geringen Aussichten wurden Glück Sohland, Germania und Siegfried bereits 1907 von der Nickelbergbau Syndikat GmbH, Berlin, erworben. 1908 wurde der Grube Reichard das Bergbaurecht bergbehördlich entzogen. 1909 wurde dann auch noch das Grubenfeld von Sohlander Bergsegen für 66.000,- Mark an das Nickelbergbausyndikat verkauft. Damit waren alle Gruben auf diesem Gang nun in einer Hand vereint.

Der an den ersten geophysikalischen Untersuchungen beteiligte Herr Bergingenieur Grammel ist aus der Leitung von Glück Sohland ausgeschieden (Wir fanden Herrn Dr. Grammel in Akten aus dem Jahr 1944 noch einmal als beratenden Ingenieur für die Untersuchung von Lagerstätten in der Ostmark bei der Sachsenerz Bergwerks AG wieder, vgl. 40105-1, Nr. 641), stattdessen wurde der uns schon bekannte O. Krauth, jetzt Bergdirektor in Charlottenburg, als Betriebsleiter und W. Unverzagt als Obersteiger in Sohland angestellt. Außer diesen beiden Beamten waren damals 9 Arbeiter beschäftigt.

Mit den nötigen Finanzmitteln in der Portokasse wurde die Sache nun trotz alledem ernsthaft angegangen. Mit freilich mehr als 17.000,- Mark an Investitionen im Jahr 1909 kam es wieder zu einer Erzförderung von gerade einmal 8 t. Der Aufschluß wurde aber unverzagt fortgesetzt und im Jahr 1910 wurden noch einmal fast 19.000,- Mark investiert, um 12 t Erz im Verkaufswert von 288,- Mark zutage zu fördern. Obersteiger ist jetzt Herr G. Hunger aus Sohland geworden.

In dieser Zeit wurde der Hauptmann Schacht auf 28 m Teufe abgesenkt, ohne aber neue bauwürdige Erze zu finden. Daher konzentrierte man sich nun auf den Rosenhainer Schacht auf der böhmischen Seite der Grenze, der bereits damals eine Teufe von 68,5 m besaß und schlug von dort aus in Richtung Hauptmann Schacht ein.

Bis 1915 wurden die Gruben dann wieder ohne Ausbringen in Fristen gehalten. Am 30. November 1915 wurde die GmbH an das Berliner Bankhaus Dienstbusch & Möbius verpachtet. Inzwischen sorgten nun aber der 1. Weltkrieg und ausbleibende Importe für einen hohen Bedarf an Legierungsmetallen für die Stahl- und Rüstungsindustrie. Im deutschen Kaiserreich wurde deshalb die Kriegsmetall AG gegründet und mit der Beschaffung der nötigen Metalle beauftragt. Auf Veranlassung der Kriegsmetall AG kam es zu neuen Untersuchungen in Sohland und im Oktober 1915 tatsächlich zur Wiederaufnahme des Abbaus. Neben zunächst 4 Bergarbeitern war jetzt als Obersteiger jetzt ein Herr H. A. W. F. Braune in Sohland angestellt. Noch einmal waren aber mehr als 10.000,- Mark zu investieren, ohne daß eine Erzförderung zu verzeichnen war. Von Seiten der Kriegsmetall AG wurden weitere 50.000,- Mark für die Erschließung zugeschossen, die nach dem mit dem Pächter geschlossenen Erzlieferungsvertrag mit Erz abzuzahlen waren.

Das Jahrbuch aus dem Jahr 1916 berichtet uns im Kapitel C. Erzbergbau im Abschnitt I. Neue Lagerstättenaufschlüsse…, wozu das Geld verwendet wurde: „…Beim Hauptmannschachte des Sohlander Nickelbergbaus wurde 30 m unter der Hängebank der in Granit aufsetzende Diabasgang angefahren und auf 28 m Länge in West aufgeschlossen. Er ist hier zum Teil von nickelhaltigem Magnetkies imprägniert, führt solchen aber auch in derber Beschaffenheit.“

Im Januar 1916 wurde auch die Verbindungsstrecke auf der 68 m- Sohle vom Rosenhainer zum Hauptmann Schacht durchschlägig. Weiter liest man im Abschnitt II. Schacht- und Maschinenanlagen: „…Beim Sohlander Nickelbergbau wurde die im Hauptmannschachte unterhalb der 30 m- Sohle bisher noch vorhanden gewesene 4 m starke Bergfeste beseitigt und hiernach der betr. Schachtteil als Rolle eingerichtet, in welche die bei den Untersuchungsarbeiten gewonnenen Erze eingefüllt werden, um dann in der tiefen Sohle zum Rosenhainer Schachte und in diesem zu Tage gefördert zu werden. Der obere 30 m tiefe Schachtteil wurde mit elektrischer Glühlichtbeleuchtung ausgestattet.“

 

Im Dezember 1915 wurde das Nickelsyndikat dann an einen Kaufmann Carl Bing in Hamburg verpachtet. Unter dem neuen Betriebsleiter H. A. Habicht wurde im Jahr 1916 eine Erzförderung von 900 t ausgewiesen. Jetzt endlich rechnete sich der Abbau, denn für diese 900 Tonnen wurde ein Verkaufspreis von 154.800,- Mark erzielt. Außerdem wurden auf tschechischer Seite weitere etwa 170 t Erz gefördert und ebenfalls an die staatlichen Hüttenwerke bei Freiberg geliefert (40035, Nr. 157).

Dazu war natürlich auch die Fortführung der Aus- und Vorrichtung erforderlich, worüber im Jahrbuch 1917 zu lesen ist: „…Die Aufschließungsarbeiten auf dem in Granit aufsetzenden Diabasgange wurden beim Sohlander Nickelbergbau im Berichtsjahr mit recht gutem Ergebnisse fortgesetzt. Der nickelhaltige Magnetkies tritt hier teils derb, teils als Imprägnation des Ganggesteins auf. Der Hauptmannschacht wurde durch weiteres Verteufen um 28 Meter mit der 70-Metersohle des Rosenhainer Schachtes durchschlägig gemacht. In II. und IV. Sohle wurden je 40 m Strecke in östlicher und westlicher Richtung im Gangstreichen aufgefahren. In östlicher Sichtung wurde die II. Sohle durch Querschlag mit dem Rosenhainer Schachte in Verbindung gebracht und hier das Füllort ausgebrochen. An Untersuchungsquerschlägen wurden 18 m aufgefahren und zur Fahrung und Wetterführung ein Überhauen von der 70 m- Sohle zur 52- und 42 m- Sohle überbrochen.“

Mit den Durchschlägen zwischen Rosenhainer Schacht und Hauptmann Schacht unter der Staatsgrenze hindurch kamen allerdings auch neue Probleme mit der unterschiedlichen bergpolizeilichen Aufsicht hüben und drüben der Grenze, mit dem Zoll auf die jeweils gegenüber abgebauten Erze sowie die Frage nach dem Abbau im Grenzsicherheitspfeiler hinzu.

Die k. u. k Bergbehörde in Teplice / Teplitz stimmte schließlich unter einigen Auflagen auch dem Abbau des Sicherheitspfeilers unter der Grenzlinie zu, erlaubte die Förderung aber nur über den Rosenhainer Schacht auf der böhmischen Seite der Grenze. Zeitweise war der Hauptmann Schacht daher sogar behördlich verschlossen und verplombt. Ein Herr F. Hoffmann war beauftragt, die ausgebrachten Erzmengen wöchentlich zu kontrollieren. Da nicht immer klar war, ob das ausgebrachte Erz nun auf deutscher oder böhmischer Seite abgebaut worden ist, werden die Differenzen in den Fördermengenangaben der Jahrbücher gegenüber den später bergbehördlich dokumentierten Angaben verständlicher.

 

Im Jahre 1917 konnten dann immerhin 4.475 t Erz im Verkaufswert von über einer Million Mark (Angabe im Jahrbuch 1918) ausgebracht werden. Im Jahrbuch 1918 steht im Kapitel A. Wirtschaftliche Lage des Bergbaus im Abschnitt 2. Erzbergbau außerdem dazu geschrieben: „Immer einschneidender hat sich der Einfluß gestaltet, den der Weltkrieg und die durch ihn geschaffene Wirtschaftslage im Laufe der seitherigen Kriegsjahre auf den deutschen Metallmarkt ausgeübt hat. Unter dem Zwange der Verhältnisse hat sich der gesamte deutsche Erzbergbau, wie auch unsere Metallgewinnung und Metallverarbeitung in weiter zunehmendem Maße der Kriegswirtschaft angepaßt. Auch im Berichtsjahre hat keine börsenmäßige Abwickelung des Metallgeschäftes und Festsetzung der Metallpreise stattgefunden. Die Erwerbung und Verteilung der Kriegsmetalle erfolgte unter Aufsicht des Reiches nach wie vor durch die Kriegsmetall- Aktiengesellschaft, der auch die Beschaffung aller für die Heeresverwaltung und für die Kriegsindustrie erforderlichen Metalle und die Prüfung entsprechender Angebote obliegt…

Eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hat in den letzten Jahren auch der Bergbau auf ein anderes besonders wichtiges Kriegsmetall, das Nickel, in Sachsen erlangt. In der Oberlausitz gewinnt der Sohlander Nickelbergbau in Sachsen und auch auf böhmischer Seite in Rosenhain auf einem im Granit aufsetzenden Diabasgange nickel- und kupferhaltigen Magnetkies, der dort teils derb, teils als Imprägnation des Ganggesteins auftritt. Das gesamte Ausbringen geht an die Muldenhütten bei Freiberg, wird hier auf Nickel- Kupferrohstein verschmolzen, bis zu einem Gehalt von 5 bis 6 a. H. Ni und 2 bis 3 a. H. Cu angereichert und sodann an anderer Stelle weiterverarbeitet. Der Wert des Nickels wird durch den festgesetzten Höchstpreis (450 M für 100 kg mindestens 90prozentigen Nickels) bestimmt. Der Wert der in den geförderten Sohlander Erzen enthaltenen Metalle überstieg in dem Berichtsjahre 1 Million Mark.“

Allerdings mußte sich das Landesbergamt ab 1917 auch mit Klagen einiger Bauern über eine „Brunnenwasserentziehung“ befassen (40024-5, Nr. 163).

Bei dem nun zu verzeichnenden Gewinn stieg natürlich auch die Investitionsbereitschaft und so erfährt man im gleichen Jahr im Abschnitt IX. Aufbereitung: „Bei dem auf sächsischem und österreichischem Gebiet umgehenden Grubenbetriebe des Sohlander Nickelbergbaus wurde die im November 1916 begonnene Zerkleinerungs- und Klaubeanlage beim Rosenhainer Schacht (Rohaufbereitung) im Laufe des Berichtsjahres fertiggestellt und im September in Betrieb genommen. Als neuangeschaffte Einrichtungen kommen ein Steinbrecher, eine Separationstrommel, ein Lesetisch und ein Becherwerk in Frage. Ein Transformator sowie der Antriebsmotor für die Neuanlage wurden ebenfalls in Betrieb genommen.“  

Noch gab es gar keine Tschechische Republik; die Lausitz grenzte gewissermaßen direkt an das Habsburger Kaiserreich und auch die Äquidistantenkarten reichten zu dieser Zeit (und erneut die Ausgabe der Meßtischblätter von 1938) über die deutsche Landesgrenze hinaus.

Zu dieser Zeit war die Belegschaft in Rosenhain von 27 Arbeitern (1916) auf bis zu 81 Arbeiter (1918) angestiegen. 1920 waren es schon wieder nur noch 30 und bei Einstellung des Abbaus um 1923 war die Grube nur noch mit 4 Mann belegt. Der letzte Betriebsleiter war ein Herr Preller, der nach Einstellung des Abbaus durch das Nickelsyndikat Betriebsleiter bei den Basaltsteinwerken Schluckenau- Kaiserswalde wurde.

  


Auf diesem Ausschnitt der Ausgabe der Meßtischblätter von 1913 ist – aber auf böhmischer Seite – das einzige Mal eine Eintragung des Nickelerz-Bergbaustandortes vorhanden. Sie findet sich so weder auf früheren, noch auf späteren Kartenausgaben wieder, nur die TK-Ausgabe der DDR vermerkt noch einmal einen ehemaligen Bergbaustandort auf tschechischer Seite.

 

Auch in Schluckenau wurde der Alte Stolln – nun unter dem Namen Frisch Glück – ab 1917 wieder aufgenommen und die Lagerstätte weiter abgebaut. Diese Grube erreichte aber nie die Bedeutung der Gruben zwischen Sohland und Rosenhain.

Nach einem Zwischenbericht der Lagerstättenforschungsstelle vom 11. Dezember 1935 über das Nickelvorkommen von Sohland (40030-1, Nr. 772) sei der „Schweidrich- Stollen“ im Besitz eines gewissen Richter aus Warnsdorf – ach schau an, der wieder – gewesen, der ihn aber vermittels eines Maklers aus Teplitz für sage und schreibe 600.000,- Mark an die Deutsch- Böhmische Nickelgruben GmbH zu Berlin verkauft habe, hinter welcher eigentlich die im Jahr 1900 gegründete Otavi Minen- und Eisenbahngesellschaft in Berlin stünde. Die Otavi Gesellschaft hatte von 1903 bis 1907 die über 560 km lange Eisenbahnstrecke von der Kupfermine Tsumeb bis nach Swakopmund an der Küste des damaligen Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) errichtet, und verfügte aus dem Kupfererzhandel natürlich über das nötige Risikokapital, um sich an den Neuaufschluß einer Lagerstätte heranzuwagen. Als Otavi Mineralien GmbH besteht die Gesellschaft mit Sitz in Neuss bis heute.

Diese Deutsch- Böhmische Nickelgruben GmbH hat den Frisch Glück Stolln jedenfalls von 1917 bis 1921 noch auf rund 200 m erlängt. Auch sei am westlichen Hang des Schweidrich der Gesteinsgang wieder erzführend angetroffen worden. Im Zeitraum von 1917 bis 1919 wurden daraufhin von dieser Bergwerksgesellschaft in Schluckenau mit 30 bis 51 Arbeitern insgesamt rund 2.350 t Nickelerz abgebaut.

In einem Bericht über die Lagerstättensammlung der Bergakademie von Herrn Dr. Ing. Schumacher in der Ausgabe des Jahrbuches von 1922 heißt es: „Auf der sächsisch-böhmischen Grenze, so daß der Bergbau auf beide Staaten übergreift, liegt das Vorkommen von Sohland, von dem ausgezeichnetes, in der Hauptsache von Beck gesammeltes Material vorliegt. Während Sohland im Kriege und auch vorher eine gewisse Bedeutung besaß, ist es bei der ganz auf böhmischer Seite gelegenen Lagerstätte am Schweidrich bei Schluckenau nur zu geringfügigen Arbeiten gekommen…“

Wie oben schon genannter F. Hoffmann am 30. Juli 1937 an die Lagerstättenforschungsstelle berichtete, war der Nickelgehalt am Schweidrich mit 5% bis 6% sogar geringfügig höher als in Sohland. Interessant ist ferner, daß man aufgrund des angewandten, elektrolytischen Aufbereitungsverfahrens auch entdeckt hatte, daß die Anodenschlämme geringe Gehalte an Gold und Platin aufwiesen.

 


Ausschnitt aus dem Kartenblatt 86, Sektion Hinterhermsdorf, aus dem Jahre 1935: Am Schweidrich südlich von Schluckenau ist hierin schon wieder nichts mehr vom Nickelbergbau vermerkt.

  

Die in Rosenhain geförderten Erze wurden dagegen sämtlich nach Muldenhütten bei Freiberg geliefert. Aus einem Bericht über die Produktion an Gold, Silber, Blei und Kupfer aus Erzen, Gekrätzen und Legierungen in den Jahren 1912-1924 bei den Freiberger Hüttenwerken in der Jahrbuchausgabe von 1926 kann man erfahren: „…Auch der Bleihüttenprozeß lag recht im Argen. Nur geringe Mengen Erz aus den wenigen neuaufgemachten deutschen und aus österreichischen Gruben, aus nordischen Ländern, später dann aus Bulgarien, lieferten Rohstoffe für den Bleihüttenbetrieb. Dazu kamen bleihaltige Rückstände aller Art, die der Beschlagnahmung unterlagen und nun durch die Kriegsmetall- Aktiengesellschaft angeliefert wurden. Die Hochofenanlagen erwiesen sich aber ausgezeichnet brauchbar für das erste Verschmelzen von Kupfer- Nickelerzen von Sohland an der Spree und von Schluckenau, die bei geringen Gehalten von durchschnittlich unter 2 Proz. Nickel und etwa 1 Proz. Kupfer wegen ihrer Beschaffenheit für nasse Aufbereitung nicht geeignet waren, und deshalb verschmolzen werden mußten, was einer feuerflüssigen Aufbereitung gleichkam. Der erschmolzene Nickel- Kupferstein wurde dann auf anderen Werken weiter verarbeitet. Bei der Muldner Hütte war dieser Schmelzprozeß für die Schachtofenarbeit von etwa derselben Bedeutung wie das Erschmelzen von Blei. Es waren mitunter von 3 in Muldner Hütte in Betrieb befindlichen Schachtöfen 2 mit Verschmelzen von Sohländer Nickelkies beschäftigt.“ (vgl. auch 40035, Nr. 1575 sowie 40132-1, Nr. 244)

Damit war jedoch auch der Höhepunkt erreicht. Am Ende des 1. Weltkrieges sank die Förderung schlagartig wieder ab, nachdem die Kriegsmetall AG 1919 liquidiert wurde und damit der Hauptabnehmer entfiel.

Trotzdem wurde der schon vor 1919 angeschlagene Karl Stolln östlich des Rosenhainer Schachts zur Untersuchung des Gesteinsgangs in dessen östlichem Streichen weiter erlängt. Außerdem wurden 1918 „hinter dem Herberg’schen Hause“ und 1920 „100 m östlich der Schäferei“ noch weitere Schurfschächte etwa 10 m tief niedergebracht, die man wegen zu großen Wasserandrangs aber habe aufgeben müssen. Noch 1920 wurden zum Zweck dieser Untersuchungen zusätzliche Grubenfelder gemutet (Glück Sohland Nordfeld), jedoch ebenfalls nur in Fristen gehalten.

Auch die Metallgehalte im Erz hatten aufgrund der kurzzeitigen „Massenproduktion“ während des Weltkrieges spürbar abgenommen. Förderten Herberg und Hauptmann zwischen 1901 und 1906 in Sohland noch Derberze mit einem mittleren Gehalt zwischen 3,25% und 4,86% Nickel, so betrugen die Metallgehalte der zwischen 1916 und 1919 geförderten Mischerze nur noch 1,6% bis maximal 2,5%. Diese nur noch geringhaltigen Erze waren bei abnehmenden Bedarf und sinkenden Preisen nicht mehr verkäuflich. Die bis 1923 aus dem Karl Stolln noch geförderten, insgesamt zirka 350 t Erz wurden daher am Schacht in Rosenhain aufgehaldet.

Nach den aus den Jahren 1910 bis 1919 vorhandenen Rißunterlagen, die im Bergarchiv bereits der Betriebsabteilung Sohland- Rosenhain der Joachimsthaler Gewerkschaft zugeordnet sind (40036, Nr. I12549 bis I12553 und 40040, Nr. A355), hatte man bis 1919 die Lagerstätte auf etwa 80 m Teufe unter Hängebank des Rosenhainer Schachtes und auf etwa 480 m Länge aufgeschlossen. Diese Zeit ist als die eigentliche Abbauphase der Lagerstätte zu bewerten, auch wenn uns Quellen über den Beginn und Fortgang der Arbeiten am Rosenhainer Schacht aus tschechischen Archiven derzeit noch nicht vorliegen.

 


Mehrsohlengrundriß und Saigerriß der Nickellagerstätte, Abzeichnung einer Ausfertigung von 1910, nachgebracht bis 1921, Gesamtansicht, Norden oben. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. A355.

 


Ausschnitt aus obigem Saigerriß mit dem Bereich zwischen Rosenhainer und Herberg's Schacht. Grau schraffiert sind bis 1920 abgebaute Gangflächen dargestellt (wobei aber die schon 1901 bis 1903 von Herberg westlich seines Schachtes abgebauten Flächen fehlen), gelb die 68 m- Sohle des Rosenhainer Schachtes, violett die nur noch durch einen Blindschacht östlich des Rosenhainer Schachtes ausgehend aufgeschlossene 80 m- Sohle. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. A355.

  

Am Rosenhainer Schacht bestanden neben dieser 80 m- Sohle Zwischensohlen bei 68 m, 60 m, 52 m, 42 m und 32 m Teufe unter Stollnsohle. Ein später (1937) angelegter Riß (40030, Nr. 2-K24397) weist zusätzlich auch noch die 70 m- Sohle bei Sohlander Bergsegen aus. Der 60 m- Sohle in Rosenhain entsprach die V. Sohle des Hauptmann Schachtes. Die oberste I. Sohle am Hauptmann Schacht hat man trotz der hier ab etwa 12 m Tiefe anstehenden, guten Derberze gar nicht bebaut, da man Wassereinbrüche aus dem Hantusch’schen Mühlgraben befürchtete. Überhaupt fand oberhalb der 32 m- Sohle kaum Abbau statt, obwohl man die Strecken auch schon etwa 70 m nach Osten vorgetrieben hatte.

Erst auf der 42 m- Sohle (bei Hauptmann II. Sohle) hatte man sich auch in westlicher Richtung an den Abbau gewagt und Firstenbaue bis über die Herberg Strecke hinauf durchgeschlagen. 1917 hatte man sogar den Schachtsicherheitspfeiler am Herberg Schacht abgebaut. Bis 1920 wurde der Herberg Schacht noch um 13 m in westlicher Richtung unterfahren, wobei man aber das Ende des Erzmittels erreichte. Untersuchungsarbeiten vom Hauptmann Schacht aus in diesem Niveau in westliche Richtung blieben ohne Erfolg.

Stattdessen hatte man auf der III. und IV. Sohle wieder Erze angetroffen. Auf der letztgenannten hatte man außerdem mit einem Querschlag nach Süden nur etwa 2,5 m vom Hauptgang entfernt eine Apophyse des Gesteinsganges angefahren, die ebenfalls bis zu 0,7 m mächtiges Derberz führte. Nach Westen keilte dieses Erzmittel zwar bald aus, nach Osten setzte es sich mit abnehmender Mächtigkeit aber fort. Erst 75 m weiter östlich wurde es durch eine Verwerfung abgeschnitten. Auch auf der 60 m- Sohle (bei Hauptmann V. Sohle) hat man dieses Erzmittel bis zu dieser Verwerfung verfolgt. Nach Westen hatte man die Strecken dagegen noch 230 m weit vorgetrieben, ohne dabei neue Erzmittel vorzufinden.

  


Historische Bildpostkarte mit einem winterlichen Blick über das Rosenbachtal. Am rechten Bildrand sind die Anlagen des Erzbergwerkes auf der tschechischen Seite gerade noch zu erkennen.
Bildquelle: Sammlung F. Koch, Sohland.

  


Ausschnittsvergrößerung aus obiger Postkarte. Im Talgrund sind auch noch Tagegebäude des Hauptmann'schen Schachtes zu sehen.

 


Historische Bildpostkarte mit einer Ansicht des Bergwerks von der böhmischen Seite aus.
Bildquelle: Sammlung F. Koch, Sohland.

   

Bleibt noch eine Frage: Woher kamen die rund 130 Bergleute, die in Sohland und Rosenhain sowie in Schluckenau gearbeitet haben ?  Und wo gingen sie hin, nachdem der Bergbau eingestellt wurde ?  Auch in Freiberg wurde ja bekanntlich 1913 der Abbau eingestellt und die Wismut gab´s erst nach dem zweiten Weltkrieg – die hätte Fachleute natürlich gern genommen.

 

 
 
 

Aktivitäten nach 1919

  

Auf sächsischer Seite ruhte der Abbau ab 1919 ganz. Auf böhmischer Seite beschränkten sich die Arbeiten auf den Vortrieb des vor 1916 im Streichen des Gesteinsganges nach Osten angeschlagenen Karl Stollns. Dieser hatte in den folgenden Jahren bis 1923 noch eine Länge von zirka 365 m erreicht, ohne dabei jedoch auf nennenswerte, neue Erzvorkommen zu treffen. Von dem Durchschlag des Stollnortes bis auf den Gebhard Stolln wurde daraufhin abgesehen.

Schon 1920 wurde das Nickelsyndikat einschließlich der Schluckenauer Grube an die tschechische Bank Zivnostenska banka verkauft, welche auch im Besitz der oben schon erwähnten Joachimsthaler Gewerkschaft war. Ab März 1921 demontierte man die übertägigen Anlagen und ließ die untertägigen Baue absaufen.

Im Jahr 1923 wurde schließlich das gesamte Bergwerksfeld an die Joachimsthaler Gewerkschaft mit Sitz in Prag, später zeitweise in Aussig / Usti n. L., verkauft (40024-10, Nr. 412), woraufhin im Jahrbuch 1924 zu lesen steht:

4. Der Sohlander Nickelerzbergbau der Joachimsthaler Gewerkschaft hat im Anfang des Jahres 1923 mit dem Niederbringen eines Schurfschachtes im Grubenfelde „Glück- Sohland- Westfeld" begonnen; indessen mußte dieses Schachtabteufen unverhältnismäßig großen Wasserzuflusses wegen wieder eingestellt werden. Von Mitte September ab sind ausgedehnte geophysikalische Bodenuntersuchungen vom Institut „Erda" A.G. für angewandte Geophysik in Göttingen durchgeführt worden, deren Ergebnisse jedoch nicht bekannt geworden sind.“

Rechtsnachfolger dieser Erda AG war später übrigens die 1921 von Ludger Mintrop gegründete Seismos GmbH zur Erforschung von Gebirgsschichten und nutzbaren Lagerstätten in Dortmund geworden. Erst nach Einschalten des sächsischen Wirtschaftsministeriums im Jahr 1935 wurden von letzterer die Unterlagen über die Messungen in Sohland der Lagerstättenforschungsstelle zur Verfügung gestellt.

Die Seismos GmbH vereinigte sich 1963 mit der 1937 in Berlin gegründeten Gesellschaft für praktische Lagerstättenforschung GmbH zur Prakla- Seismos AG, verlegte den gemeinsamen Sitz nach Hannover und war als geophysikalische Prospektionsfirma noch bis 1991 weltweit tätig. Danach wurde die Firma an die auf Curaçao ansässige Erdölexplorationsfirma Schlumberger AG verkauft und bald darauf aufgelöst.

 

Die Joachimsthaler Gewerkschaft machte sich beim Amt Bautzen gleich erstmal unbeliebt, da sie auf eigene Rechnung einen neuen Stromanschluß verlegen ließ (50013, Nr. 6794).

Bereits im Folgejahr wird in der Aufstellung über Auffahrung und Aushieb bei dem Erzbergbau im Jahre 1924 aber konstatiert: „… Auch der Sohlander Nickelerz-Bergbau in Sohland a. d. Spree erfuhr während des Weltkrieges eine vorübergehende Belebung. Der Rückgang des während der Dauer des Weltkrieges vorhandenen lebhaften Aufschließungs- und Abbaubetriebes nach Eintritt des Waffenstillstandes ist auf die Umgestaltung der metallwirtschaftlichen Verhältnisse, ungünstige soziale und politische Ereignisse, Ansteigen der Gestehungskosten, vor allem der Löhne und Materialien u. a. m. zurückzuführen. Das nochmalige kurze Ansteigen des Gangflächen- und Lagermassenaushiebs nach dem Jahre 1921 hat seinen Grund hauptsächlich in den hohen Metallpreisen der damaligen Zeit.“

Im Dezember 1925 wurden die Gruben Glück Sohland und Germania losgesagt, während Siegfried und Sohlander Bergsegen noch weiter in Fristen gehalten wurden.

1938 hat die Joachimsthaler Gewerkschaft ihren Sitz wieder in Prag und nennt sich nun Joachimsthaler Gewerkschaft für die Erzeugung von Radium und anderen Berg- und Hüttenprodukten in Prag – ansonsten wurden die Gruben bei Sohland jedoch bis 1938 stets nur in Fristen gehalten.

   


Ausschnitt aus dem Grund- und Saigerriß auf dem Stand von 1921 mit dem Bereich vom Rosenhainer Schacht nach Osten, wo der Karl Stolln, hier braun dargestellt, verläuft. Zu dieser Zeit hatte er etwa 220 m Länge erreicht. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40040, Nr. A355.

  


Ausschnitt aus einem Grund- und Saigerriß (Abzeichnung vom Urriß der Betriebsabteilung Rosenhain der Joachimsthaler Gewerkschaft auf dem Stand von 1921). Nach diesem Riß war der Karl Stolln bis auf reichlich 360 m Länge in östlicher Richtung vorgetrieben, ohne dabei jedoch mit dem von Süden entgegenkommenden Gebhard Stolln endgültig zum Durchschlag gebracht worden zu sein. Zugleich ist hier ein drittes, nicht näher bezeichnetes Lichtloch unmittelbar westlich vom „Zugang zum Steinbruch“ eingetragen. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40073-2, Nr. 787.

  

Wir haben auf dem Grubenriß und im Geoportal die Abstände der Schächte natürlich nachgemessen, verglichen und festgestellt, daß es sich bei den noch vorhandenen Pingen am Südhang des Hornsberges tatsächlich um die beiden östlichen  Wetterschächte auf dem Karl Stolln handelt. Obwohl die Schachtkonturen in der östlichsten Pinge so auffällig von einem „gewöhnlichen“ Profil abweichen, handelt es sich bei dieser nicht, wie zunächst gedacht, um den hier auch eingetragenen „Alten Schacht“. Gegen Letzteres spricht auch die Übereinstimmung der Lage dieser Pinge nahe des im Schnitt vermerkten „Zugangs zum Steinbruch“.

Inzwischen hatten sich in Deutschland die politischen Verhältnisse verändert und 1938 wurde die Tschechoslowakische Republik annektiert. In der letzten Ausgabe der Jahrbücher wird im gleichen Jahr im Tätigkeitsbericht der Staatlichen Lagerstätten- Forschungsstelle auf das Geschäftsjahr 1937 festgehalten: „Die zuletzt im Weltkrieg bebaute Nickelerzlagerstätte bei Sohland in der Lausitz wurde auf reichsdeutscher Seite unter Mitwirkung des Geophysikalischen Institutes der Universität Leipzig geophysikalisch vermessen. Nach den unbedeutenden Anomalien dürften größere abbauwürdige Erzkörper kaum vorhanden sein.“ (40030-2, Nr.  H24396 sowie 40030-1, Nr. 778)

Nachdem die Joachimsthaler Gewerkschaft 1938 um weitere Betriebsaussetzung ersucht hatte, wurde ihr das Grubenfeld mit Wirkung vom 29. September 1938 vom Sächsischen Oberbergamt ganz entzogen (40030-1, Nr. 776). Auf das nunmehr wieder im Bergfreien liegende Feld mutete im Zeitraum 1937 bis 1939 zunächst ein Herr Robert Wadenbach aus Köthen unter dem neuen Feldesnamen Günther (40024-14, Nr. 433 und 40030-1, Nr. 776), was jedoch abgewiesen wurde, da der Bergbehörde zu Ohren gekommen war, daß Herr Wadenbach das noch nicht einmal eingetragene Grubenfeld bereits der Studiengesellschaft Deutscher Kupferbergbau GmbH zu Eisleben angeboten habe und ihm daher nur spekulative Absichten zu unterstellen seien. Ähnlich, wie es Prof. Beck seinerzeit dem Herrn Commerziemrath Grumit zu Schluckenau empfohlen hatte, legte nun das Land Sachsen selbst Mutung auf das Erzvorkommen ein und wählte für dieses Grubenfeld den Namen Vaterland (40024-14, Nr. 436, 40030-1, Nr. 773).

Im Jahre 1939 führte in sogenannten „Freischurfgebieten“ bei Schluckenau, im Raum Nixdorf, bei Rosenhain und auch bei Sohland auf den Gruben Siegfried und Sohlander Bergsegen Ostfeld auch die Gewerkschaft Schneeberger Bergbau als Betriebsteil der inzwischen gegründeten Sachsenerz Bergwerks AG noch einmal Erkundungsarbeiten durch (40105-2, Nr. I24).

In den 1940er Jahren soll ferner ein Versuchsabbau durch die Sudetenländische Bergbau AG in Brüx / Most erfolgt sein (40030-1, Nr. 774). Bei dieser Aktiengesellschaft handelte es sich eigentlich um eine Bergwerksgesellschaft, die im Eger- Graben Braunkohlengruben betrieb.

Mit dem Gesetz zur Überleitung des Bergwesens auf das Reich vom 28. Februar 1935 (Bergwerksverzeichnis 1939/1940) war die Berghoheit und Bergwirtschaft „Reichsangelegenheit“ geworden und das Reichswirtschaftsministerium übernahm das gesamte Bergwesen des Deutschen Reiches. Mit der Verordnung über das Bergwesen in den sudetendeutschen Gebieten vom 10. Januar 1939 wurde dann das Oberbergamt in Freiberg auch mit der Wahrnehmung der Aufgaben der mittleren Bergbehörde für den „Reichsgau Sudetenland“ beauftragt und die Bergämter Teplitz, Brüx, Komotau und Karlsbad wurden neu geschaffen, bzw. kamen unter deutsche Verwaltung (Bergwerksverzeichnis 1939/40).

Da die Jahrbücher vor 1939 ausschließlich über den sächsischen Bergbau berichteten, wird die Sudetenländische Bergbau AG darin vorher auch nie erwähnt. Diese AG muß um 1938 aus einer Umbildung der Brüxer Kohlenbergbau- Gesellschaft hervorgegangen sein (40027, Nr. 609). Erst in der Bergwerksverzeichnissen ab 1939 taucht der Name dann auch in diesen Quellen auf. 1942 betrieb die Sudetenländische Bergbau AG demnach 16 Braunkohlen- Schächte bei Brüx, weitere 20 bei Teplitz, 8 bei Seestadtl und 3 bei Zieditz an der Eger. Nickelerz- Bergbau durch diese Bergbau AG bei Sohland oder Schluckenau ist in den Bergwerksverzeichnissen der Jahre 1939 bis 1942 dagegen nicht ein einziges Mal erwähnt.

 

Jedoch hatte es schon ab 1934 Bestrebungen seitens der Sohlander Gemeinderäte und einzelner Bürger, wie etwa eines Herrn J. A. Lehmann aus Bischofswerda, gegeben, den Nickelbergbau in Sohland wieder zu beleben. Insbesondere aber ein Herr Reinhold Richter aus Dresden – schon wieder ein Herr Richter – erwies sich als äußerst hartnäckig in seinem Glauben an unerschöpfliche Erzvorräte in der Oberlausitz und schrieb alle möglichen Behörden an, die sich dann natürlich wieder an die zuständige sächsische Bergbehörde wandten. Neben dem Reichswirtschaftsministerium interessierte sich zum Beispiel eine Dürener Metallwerke AG plötzlich für „ein Kupfer- und Nickel- Vorkommen im Erzgebirge nahe der tschechischen Grenze“ – was entweder gegen die Sachkunde des Herrn Richter oder für das Fehlen eines Atlasses in Düren spricht… (40030-1, Nr. 773)

Die Bergbehörde beschied diese Ansinnen natürlich aufgrund der weitgehend abgebauten Vorräte mehrfach abschlägig. Der anhaltenden Hartnäckigkeit des Herrn Richter war es dann schließlich geschuldet, daß durch die Lagerstätten- Forschungsstelle in Freiberg und durch die Reichsanstalt für Bodenforschung in Berlin 1939 und 1940 doch nochmals neue geophysikalische Erkundungsmaßnahmen veranlaßt wurden (40030-1, Nr. 775).

Die geomagnetischen Messungen erfolgten durch Prof. Lauterbach von der Universität Leipzig und nun schon mittels Schmidt’scher Feldwaage; es wurde die Vertikalintensität gemessen und das Normalfeld subtrahiert. Dabei wurden maximale Anomalien von 3.205 Gamma*) ermittelt, welche sich streifenförmig am Gesteinsgang entlang verteilten, jedoch nur bedingt Korrelationen zu den vorher im Karl Stolln untertägig geologisch dokumentierten Erzgehalten aufwiesen.

*) Beim „Gamma“ handelt es sich um eine veraltete Maßeinheit aus dem cgs- System:
1 Gamma = 10
-5 Gauß = 10-9 T = 1 nT. Wie diese Meßgeräte aussahen, erklären wir in unserem  Anhang.

Gleichartige Messungen wurden vom Geophysikalischen Institut der Universität Leipzig 1936 auch zur Erkundung von  Magnetitvorkommen im Westerzgebirge ausgeführt.

   


Eine leider nicht datierte Darstellung von Magnetfeldmeßwerten in Isolinien- Form. Anhand des eingezeichneten Grenz- und Wegeverlaufes war davon auszugehen, daß hier der östlich des Rosenhainer Schachtes gelegene Gangabschnitt dargestellt ist. Die Kollegen haben seinerzeit gerade einmal 80 Punkte auf neun Profilen quer zum erwarteten Streichen des Ganges über den Südabhang des Hornsberges vermessen und dabei mehrere schmale, entlang des Gangstreichens aufgereihte Anomalien vorgefunden. Das geht heute dank der Elektronik natürlich entschieden besser. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40030-2, Nr. H24396.

 


Wir versuchen einmal, die obige Karte der magnetischen Anomalien in die Topographie einzupassen, wobei uns leider nur der Grenzverlauf und der im Westen und Süden angerissene Wegverlauf helfen können. Damit die Grafik etwas übersichtlicher wird, haben wir außerdem die 80 eingetragenen Meßpunkte abdigitalisiert und eine farbige Grafik daraus gemacht. Wie ersichtlich wird, war die ursprüngliche Darstellung keineswegs eingenordet – um Rohstoffvorkommen wurde auch früher schon gern ein Geheimnis gemacht…

 

Da man inzwischen um die Unzuverlässigkeit der magnetischen Kartierungsverfahren hinsichtlich der Lokalisierung möglicher Nickelerzvorkommen wußte, wandte man 1940 zusätzlich auch noch ein geoelektrisches Verfahren an. Diese leider nicht näher beschriebenen „induktiven Messungen“ wurden durch die oben schon einmal genannte Gesellschaft für praktische Lagerstättenforschung GmbH zu Berlin ausgeführt, erbrachten aber ebenfalls keine neuen Erkenntnisse. (40030-1, Nr. 778)

Auch die Wiederaufwältigung des 1938 verbrochen vorgefundenen Mundlochs und die Fahrbarmachung des Karl Stollns im Jahr 1939 – die einzige dokumentierte, bergbauliche Aktivität der Sudetenländischen Bergbau AG im Revier – erbrachte zwar neue Proben und eine umfangreiche geologische Dokumentation der hier noch anstehenden Imprägnationserze, jedoch keine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit, den Abbau wieder aufzunehmen. Zwar wurden im Karl Stolln noch etwa 5.000 t Erze vermutet, nach den 1939 entnommenen Schlitzproben jedoch nur noch mit einem mittleren Metallgehalt von 0,76% Nickel.

Tatsächlich waren es nur die am Schacht Rosenhain noch aufgehaldeten Resterze aus der Betriebsphase des Karl Stollns nach 1919, von denen Ende 1944 bis Anfang 1945 nochmals 102 t ausgeklaubt und nach langem Hin und Her um die Transportkosten – inzwischen stand ja auch die Front wieder an der Oder – von Sohland nach Halsbrücke geliefert wurden.

Die Verhüttung dieser Erze hatte die Oberdirektion der Hütten- und Blaufarbenwerke lange abgelehnt, weil die Kosten höher wären, als der zu erwartende Ertrag. Für diese – schon ziemlich verwitterten – Erze wurde nämlich ein Durchschnittsgehalt an Nickelmetall von nur noch 1,46% bestimmt. Erst 1944, als Reicherze aus der finnisch- russischen Grenzregion Petsamo (heute Russland) nach Freiberg gelangten, erklärte man sich bereit, die Armerze aus Sohland mit diesen zusammen zu verhütten. (40030-1, Nr. 774)

 


Dokumentierte Fördermengen der drei Gruben in Sohland, Rosenhain und Schluckenau nach Angaben der staatlichen Bergwirtschaftsstelle (40030-1, Nr. 770, 772 und 774)

  

Rechnet man die Angaben der Bergwirtschaftsstelle einmal zusammen, so haben die beiden Lagerstätten in Sohland- Rosenhain und in Schluckenau alles in allem 27.135,5 t Erz geliefert, davon:

Sohland 9.845,5 t
Rosenhain 14.945,0 t
Schluckenau 2.345,0 t

Setzen wir für die Sohlander und Schluckenauer Derberze einen Metallgehalt von 5%, für die Rosenhainer Mischerze von 3% an, enthielt diese Erzmenge knapp 1.060 t Nickel. Das ist unter heutigen wirtschaftlichen Bedingungen sicher nur als eine Kleinst- Lagerstätte zu bewerten.

Zumindest den Besitzern in den ersten beiden Betriebsphasen wird der Abbau aber durchaus einen gewissen Gewinn gebracht haben. Stellt man die festgehaltenen Investitionen und die Erträge aus dem Erzverkauf einmal gegenüber, kommt man nämlich auf ein ziemlich positives Gesamtresultat. Da in den Jahrbüchern nur die Zuschüsse vor der eigentlichen Abbauphase dokumentiert sind, rechnen wir für die Betriebskosten während der Erkundung und des Abbaus noch ungefähre Lohnkosten hinzu. Dafür nehmen wir mal einen Wochenlohn von 10,- Mark pro Arbeiter und 50 Arbeitswochen im Jahr an. Die Beschäftigtenzahlen für Rosenhain und Schluckenau finden wir wieder in den Unterlagen (40030-1, Nr. 772 ff). Daraus ergibt sich folgende Rechnung (in der natürlich sonstige Betriebskosten, wie etwa für Strom, noch fehlen):
 

Zuschüsse:

55.495,28 M

Lohnkosten:

260.000,00 M

Summe:

315.495,28 M

Einnahmen:

2.618.698,75 M

 

Dieses Verhältnis überrascht in Anbetracht der Lagerstättenverhältnisse, ist aber nur auf die hohen Nickelpreise während der Hauptbetriebsphase zur Zeit des 1. Weltkrieges zurückzuführen: Erhielten Herberg und Hauptmann noch zwischen 24,- und 40,- Mark pro Tonne Erz, so waren die Preise schon zu Beginn des Krieges auf 66,- bis 94,- Mark pro Tonne angestiegen und hatten 1920 einen Wert von 500,- Mark pro Tonne überschritten, obwohl die Metallgehalte im Erz gesunken waren...

 


Auf dem Meßtischblatt von 1938 sind nur einige kleine Halden unmittelbar südlich der Staatsgrenze, auf denen einige kleinere Gebäude, wohl noch von der 1916 errichteten Aufbereitung stehen, vom Bergbau zu finden.

 


Das Geoportal.Sachsen hat noch eine andere Karte aus der Zeit vor 1945 aufgetrieben und hier ist südöstlich des Hornsberges noch eine weitere kleine Halde eingezeichnet. Dieser Standort findet sich später auch auf der Kartenausgabe von 1988 nochmals wieder. Es handelt sich hier um den Ansatzpunkt des Gebhard Stollns.

  


Postkarte aus den 1930er Jahren mit einer Ansicht des unteren Rosenbach- Tales vom damals unbewaldeten Westhang des Hornsberges aus nach Nordwesten in Richtung Spree- Tal. In der Bildmitte im Talgrund die damalige Buschmühle. Bildquelle: Herr Mühle, Sohland.

 


Postkarte aus den 1930er Jahren mit einer Ansicht des Rosenbach- Tales von der böhmischen Seite im Südwesten aus nach Nordosten. Im Hintergrund rechts der Taubenberg, links der Hornsberg. Bildquelle: Herr Mühle, Sohland.

 


Postkarte aus den 1930er Jahren mit einer Ansicht des Rosenbach- Tales von der böhmischen Seite im Südwesten aus nach Nordosten. Rechts im Vordergrund das ehemalige Zollhaus an der Staatsgrenze; darüber sind am Hang des Hornsberges hier noch die Gebäude der Schacht- und Aufbereitungsanlagen zu sehen. Bildquelle: Herr Mühle, Sohland.

 


Ausschnittvergrößerung aus obiger Postkarte.

      


Postkarte aus den 1930er Jahren mit einer Ansicht des Rosenbach- Tales von der Schachthalde des Rosenhainer Schachtes aus. In der Bildmitte im Vordergrund das frühere Zollhaus am Grenzübergang. Bildquelle: Herr Mühle, Sohland.

 

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, in den Jahren 1954 bis 1958, wurde das Erzvorkommen durch den VEB Geologische Forschung und Erkundung (GFE) Freiberg nochmals untersucht (40131,-1, Nr. 109). Zu einer Wiederaufnahme kam es in Ermanglung bauwürdiger Vorräte jedoch nicht mehr.

Stattdessen wurde ab 1959 bei Callenberg die Nickelhydrosilikat- Lagerstätte aufgeschlossen und in St. Egidien eine neue Nickelhütte errichtet.

   


Auf der Topographischen Karte der DDR, Ausgabe für den Staat von 1982 sind Schlägel und Eisen – freilich schon umgedreht – unmittelbar hinter der Staatsgrenze zur damaligen ČSSR im Streichen des Ganges gleich zweimal eingezeichnet. Den zweiten Standort haben wir nur auf der obigen Karte vom Geoportal wiedergefunden.

 

Auch Untersuchungsarbeiten der SDAG Wismut in der Oberlausitz in den 1960er Jahren konzentrierten sich (neben dem Kreide- Sandstein im Südwesten und dem Görlitzer Schiefergebirge weiter nördlich) besonders auf das Berzdorfer Becken an der Neiße und erbrachten daher hinsichtlich der Region um Sohland keine neuen Erkenntnisse (Chronik der Wismut).

Über die verbliebenen Untertageanlagen des Nickelbergbaus wurde 1975 eine Bergschadenkundliche Analyse (BSA) erstellt (40073-1, Nr. 30). Demnach sei der Schachtkopf des Rosenhainer Schachtes bereits 1929 verbrochen, wobei eine 6 m tiefe Pinge entstanden sei.

Schon 1930 sei auch ein Nachsacken der Verfüllung am Hauptmann Schacht festgestellt worden, woraufhin die Bergbehörde dessen Verbühnung empfohlen hatte. An kostenaufwendigen Sanierungsmaßnahmen hatte die Joachimsthaler Gewerkschaft dazumal natürlich kein Interesse, woraufhin man lieber zirka 240 m³ Haldenmaterial nachfüllte. 1937 konstatierte die Bergbehörde anläßlich einer Befahrung, daß man „die Trommelsiebe aus der früheren Separation in den Schacht geworfen“ habe und diese sich etwa 5 m unterhalb der Rasensohle verspreizt hätten, wodurch „eine Art Bühne“ entstanden sei. 1938 habe man dann in dieser Tiefe doch noch ein Gewölbe eingezogen.

 


Die Karte der Hohlraum-Verdachtsgebiete des Sächsischen Oberbergamtes weist die Region des umgegangenen Nickelerzbergbaus direkt an der Staatsgrenze aus (ockerfarben markiert).
Bildquelle: Geoportal.Sachsen.de

 


Zustand des Herberg’schen Schachtes zur Zeit der Erstellung der BSA im September 1975, Blick von Westen auf die Schachtscheibe (händisch mit roter Einkreisung markiert). Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40073-1, Nr. 30, Blatt 48.

 


Zustand des Herberg’schen Schachtes im September 1975, Blick von Osten auf die Schachtscheibe. Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40073-1, Nr. 30, Blatt 48.

 


Zustand des Herberg’schen Grundstückes im September 1975, Blick von Osten auf das Anwesen.
Bildquelle: Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg, Bestand 40073-1, Nr. 30, Blatt 49.

  

Die im Jahr 2008 im Auftrag des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft vom Geokompetenzzentrum Freiberg vorgenommene Neubewertung von Spat- und Erzvorkommen im Freistaat Sachsen („Steckbriefkatalog“) enthält zwar als allerletzte Nummer 139 auch das Erzvorkommen in Sohland, kommt diesbezüglich aber zu dem Schluß, daß zu einer möglichen wirtschaftlichen Nutzung keine Einschätzung abgegeben werden könne, weil „die gegenwärtig vorliegenden Erkundungsergebnisse zu widersprüchlich sind“.

  

 
 
 

Verbliebene Zeugnisse

  

Was mag nach dieser Zeit heute noch zu finden sein?

Ein Befahrungsbericht von 2012 erzählt uns: „Die Armerzhalde des Vorkommens liegt direkt auf der deutsch-tschechischen Grenze. Am besten gelangt man hin, wenn man den Wagen auf der deutschen Seite im Örtchen Hohberg abstellt und dann zu Fuß die Grenze am Grenzübergang Rožany überwandert. Direkt hinter der Grenze schlage man sich linkerhand in den Wald hinauf, wo man bald die Halde sehen wird. Durch einen Hausbau in der Gegend ist sie vor ein paar Jahren frisch aufgeschürft worden, was für ein paar Jahre gute Fundmöglichkeiten sichern dürfte.“

Dieses Gelände ist heute in Privatbesitz.

Man steht hier auf dem tschechischen Teil der Halde. Dort, wo sie hinten steil abfällt, kann man auf die deutsche Seite herunterklettern und kommt zu einem Trampelweg. Folgt man diesem nach rechts, so gelangt man bald zum Stollenmundloch der Lagerstätte. Laut Aussage ansässiger Sammler ziehen sich die Stollen weit in den Berg hinein und verzweigen auf tschechischem Gebiet. Dort befinden sich weitere Stollenmundlöcher.

Der Abbau auf Nickel dauerte hier von 1902 bis 1924, eine kurze Abbauperiode gab es noch einmal in den 1940er Jahren, als Nickel für die Rüstungsindustrie gefördert wurde. Auch die WISMUT suchte hier nach Uran, wobei geringmächtige Lettenvererzungen mit Uranglimmer angetroffen worden sein sollen.

Oberhalb der Halde befinden sich einige Schurfgräben in der Umgebung eines mit einem Eisengitter abgedeckten Luftschachtes, der wohl direkt mit dem unteren Stollen verbunden ist. Direkt hinter der Halde befindet sich ein weiterer, allerdings verbrochener, Luftschacht sowie ein nur mehr schwer erkennbares Stollenmundloch…“ (mineralienatlas.de)

Wie wir anhand unserer eigenen – sicher etwas umfangreicheren – historischen Recherchen schon wissen, ist diese Kurzfassung nicht vollumfänglich korrekt. Aber schauen wir es uns nun selber an...

  


Auf der Reliefkarte vom Geoportal Sachsen sind die kleinen Haldenreste direkt an der Grenze kaum zu erkennen. Auf der deutschen Seite der Grenze sind gar keine Relikte des Bergbaus mehr zu entdecken. Leider reichen die ALS- Daten nicht weiter in das Territorium des Nachbarlandes hinein.

  


Ein bißchen aber doch und da ist die Auflösung der ALS- Daten immer wieder erstaunlich: Zoomt man sich noch etwas hinein, entdeckt man entlang des vermutlichen Streichens des Karl Stollns tatsächlich noch weitere Pingen - wahrscheinlich die ehemaligen Lichtlöcher auf dem Karl Stolln. Die Entfernung vom Mundloch am Rosenhainer Schacht von maximal 350 m paßt jedenfalls zu den Angaben aus den alten Rissen.

   


Das Rosenbach- Tal im Ortsteil Hohberg von Herberg’s Grundstück aus gesehen.
 


Herberg’s Grundstück heute von der östlichen Talseite aus.
 


Herberg’s Grundstück heute. Es hat in den 1980er Jahren den Besitzer gewechselt und wird gegenwärtig umgebaut.
 


Der augenscheinlich ältere, nördliche Gebäudeteil stammt noch von Herberg’s Lohgerberei.
 

Der frühere Brunnen- bzw. Fundschacht müßte irgendwo hier neben der Zufahrt gelegen haben, ist aber heute nicht mehr sicher zu lokalisieren.
 

Deshalb queren wir bei Hantusch’s Natursteinbetrieb den Rosenbach und den Mühlgraben, der sich hier ziemlich aufgestaut hat…
 

...und spazieren dann am Ostufer des Mühlgrabens entlang nach Süden in Richtung tschechische Grenze.
 

Direkt neben dem Weg findet sich ein erstes „Loch“ am Hang…
 

…aber sicher nu
r ein alter Keller von Hauptmann’s Betriebsanlagen und kein Stollenmundloch.
  

Ein Stück weiter finden wir dann die uns gut bekannten Warnschilder.
   

Wo hier aber der Hauptmann'sche Schacht gelegen haben könnte, ist in dem steil ansteigenden und mit Haldenresten übersäten Gelände nicht einmal mehr zu erahnen.

 

 
 
 


Stattdessen finden wir neben dieser kleinen Trockenmauer zum Abfangen des Fußes der größeren Halde die Grenzsteine...
  

…und folgen der Grenze zunächst hinauf bis auf das Niveau des Plateaus der Rosenhainer Schachthalde.
 

Im Wald liegen hier ein paar völlig verrostete Fässer mit verhärtetem Inhalt – vielleicht einst mit Karbid für die Grubenlampen gefüllt.
 

Die nächste langgestreckte Pinge am Hang – nun schon auf der tschechischen Seite der Grenze – könnte vielleicht das Mundloch des Karl Stollns gewesen sein.
 

Das ist jedenfalls kein Granodiorit, sondern Beton. Man scheint das Mundloch komplett zu Bruch geschossen zu haben…
 

Nur mit Absperrband eingezäunt finden wir auf dem Haldenplateau dann die ziemlich verwachsene Pinge des Rosenhainer Schachtes.
 

Auch von den früheren Aufbereitungsanlagen sind nur Reste der Grundmauern übrig.
 

Ein ziemlich massiver, alter Balken liegt noch im Wald…
 

…und ein paar Schritte weiter an der Zufahrt zur Halde noch mehr Mauerreste.
 

Dann stehen wir auf der Halde, aus der offensichtlich ab und zu noch Material entnommen wird.
 

Einige Mineralsammler haben hier schon vor uns herumgeklopft.
  

Auch uns packt die Neugier und wir bücken uns mal nach dem einen oder anderen bunten Stück.
Foto: L. Baldauf.
 

Der Mineraloge findet auch etwas derben Kalkspat, wohl aus einer hydrothermalen Nachphase.
Foto: L. Baldauf.
  

Mit Kiesen imprägnierter Mikrogabbro ist noch reichlich zu finden, kenntlich am spezifischen Gewicht und meist dunkelroten Belägen von Eisenoxiden, die sich nach mehr als 50 Jahren auf der Halde unvermeidlich bilden...
Foto: L. Baldauf.
 

Zu groß für die Vitrine und kein Geologenhammer dabei... Die bläulich- grünen Anflüge auf Kluft- und Bruchflächen einiger Granodiorit- Brocken weisen jedenfalls darauf hin, daß hier Kupfer- und Nickel- haltige Mineralien verwittern.
 

Ob es sich bei diesem bräunlichen Grus am oberen Haldenrand um Aufbereitungsrückstände handelt, oder ob hier der anstehende Gangausbiß verwittert, ist nicht mehr eindeutig erkennbar.
 

Mehr gibt es hier tatsächlich leider nicht mehr zu finden… Also verlassen wir das Gelände wieder, wobei wir oberhalb der früheren Klärteiche hier noch eine alte Absperrung mit rostigem Stacheldraht entdecken.
 

Am Waldrand oberhalb können wir über das Tal nach Westen in Richtung Hohberg blicken…
 

…und zu den Bergrücken im Osten.
 

Wir bleiben aber erstmal innerhalb des Waldstücks am Hang des Hornsberges und entdecken hier jede Menge alter Schurfgräben – wohl einst zur Untersuchung des Gangstreichens angelegt.
 

Auch ein Fundstück… Den kann man nicht stehen lassen.
 

Überall am doch recht steilen Berghang sind solche Gräben zu sehen.
 

Im Hanggeröll überwiegt der helle Granodiorit.
 

Aber in den Schurfgräben findet sich – wie man im Vergleich hier sehr gut sehen kann – regelmäßig auch das dunkle Ganggestein.

 

 
 
 


Etwa 200 m im Streichen des Gesteinsgangs nach Südosten entdecken wir dann am Berghang diese nicht mehr ganz intakte Einzäunung…
 

…und dahinter diesen Schachtdeckel aus Doppel- T- Trägern und Stahlgittermatten.
 

Die Konstruktion ist ziemlich neu und tragfähig und so können wir auch einmal hineinblicken. Es handelt sich um den zweiten Wetterschacht auf dem Karl Stolln: Im Profil von etwa 1,5 m x 2,5 m saiger abgeteuft.
 

Auch an den Granodiorit- Klippen am Hang scheint man sich stellenweise mit bergmännischen Unt
ersuchungen versucht zu haben. Vielleicht markiert diese Stelle den „Alten Schacht“ ?
  

Nochmal etwa 100 m weiter südöstlich bergauf schimmert erneut eine Absperrung durch´s Unterholz.

 

 
 
 


Hier sind auch die tschechischen Hinweisschilder auf alten Bergbau drangeschraubt.
 

Da die Schachtabdeckung genauso neu und stabil ist, wie am zuerst gefundenen Lichtloch, krabbeln wir drauf und wagen auch hier einen Blick hinunter…
   

Dieser Schacht sieht aber etwas anders als der erste aus…
 

Auf den oberen 4 m bis 5 m Teufe ist er fast kreisrund ausgebrochen und zieht erst dann auf ein schmales Rechteck- Profil von zirka 1 m x 2 m ein.
  

Noch einmal von der anderen Seite: Abgänge sind nicht zu s
ehen – auch dieser Schacht führt senkrecht nach unten. Nur ein weggebrochener Brocken hat sich da drin verklemmt. Dieser Querschnitt im tagesnahen Abschnitt ist doch sehr auffällig und recht ungewöhnlich, zumal kein Gesteinswechsel ersichtlich ist, der oben vielleicht stärkeren Ausbau erfordert hätte…

  

Da wir die Kartenunterlagen aus dem Bergarchiv zur Verfügung haben, können wir natürlich auf dem  Urriß nachmessen und überprüfen, um welchen Schacht es sich hier handelt.

 


Um herauszufinden, welche Schächte es denn genau gewesen sind, haben wir den alten Grubenriß, die Skizze vom Gebhard Stooln und die heutige Topographie so gut es geht übereinandergelegt: Weil der alte Riß so nur noch schlecht lesbar ist, kreisen wir die nicht mehr erhaltenen Schächte und Mundlöcher mit unterbrochenen Linien ein; mit durchgezogenen Linien die im Gelände noch auffindbaren Pingen. Nun wird es klarer, welcher wo gewesen ist: Tatsächlich stehen wir jetzt gerade am 3. Wetterschacht auf dem Karl Stolln.

 


Unweit dieser zweiten Pinge sieht man dann auch diese Halde aus großen, dunklen Felsbrocken am Talhang. Der Gehalt an leicht verwitterndem Eisenkies machte die basischen Ganggesteine offenbar als Baustein unbrauchbar und so hat man ihn am Talhang vor dem Zugang zum Steinbruch aufgehaldet.
 

Neben der Halde führt diese schmale „Rinne“ in den Hang…
  

In die Gegenrichtung geschaut: Die „Rinne“ bildet tatsächlich de
n auch in der jüngsten Karte vermerkten Zugang zu einem kleinen Steinbruch.
 

Die Bruchstöße sind nicht sehr hoch – es handelte sich wohl eine „Bauern- Grube“, aus der man sich nur bei Bedarf Baumaterial geholt hat. Aber der Ausstrich des Gesteinsganges war an dieser Stelle schon bekannt ‒ wurde von den alten Geologen nur mit falschem Streichen kartiert...
  

An diesem Stück Granodiorit hier sieht man aber noch sehr gut, wie die Steinbrecher den Granodiorit mit Keilen in brauchbare Stücke zerlegt haben.
 

Aus dem schon sehr herbstlichen Wald heraus öffnet sich wieder der Blick zum Hohberg nach Westen…
 

Und wieder am Waldrand angelangt, können
wir an der markanten Baumreihe links im Bild entlang – wohl eine alte Flurgrenze – zu den Bergketten im Osten hinüber blicken.
 

Irgendwo hier unterhalb war auf den Karten auch die kleine Halde verzeichnet, die unseres Erachtens die Lage des Mundloches des Gebhard Stollns markiert haben dürfte.
    

Von einer Halde ist aber nichts mehr zu sehen – sie wurde offensichtlich gänzlich abgetragen oder für den Versatz des Stollenmundloches verwendet. Nur eine mit Binsen bestandene Senke…
  

…und ein recht munterer Wasseraustritt unter dieser Birke weisen noch auf umgegangenen Bergbau hin.

  

Damit haben wir zwar nicht mehr viel gefunden, aber eigentlich auch schon alles gesehen, was in Sohland und Rosenhain vom einstigen Nickelerz- Bergbau noch übrig geblieben ist. Machen wir uns also auf den Rückweg…

Vielleicht schauen ja auch die tschechischen Bergbaufreunde einmal in Schluckenau vorbei, ob vom Alten bzw. Frisch Glück Stolln am Schweidrich noch etwas wiederzufinden ist. Über Ergänzungen von dieser Seite, ganz besonders aber auch zur Montangeschichte aus den tschechischen Archiven, würden wir uns jedenfalls sehr freuen !

 

 
 
 

Anhang zur Geophysik

  

Weil das nicht jedermanns, wohl aber mein Fachgebiet ist, seien zu den hier bei Sohland und Schluckenau ausgeführten geophysikalischen  Messungen noch ein paar Bemerkungen angefügt.

Kenntnisse über das Erdmagnetfeld gehören wohl zum ältesten „geophysikalischen“ Wissen überhaupt. Der magnetische Kompaß war in Europa jedenfalls schon im Mittelalter bekannt. Er bestand meistens aus einem oben zugespitzten Stift, auf dem eine runde Papierscheibe im Gleichgewicht lag. Auf der Unterseite der Papierscheibe war ein Drähtchen befestigt, und dieses Drähtchen wurde mit einem Magnetstein magnetisiert. Man nahm dabei an, daß die Kompaßnadel stets genau nach Norden zeigte, wobei der Grund dafür die Anziehung durch den Polarstern oder durch riesige Magnetberge im Norden Europas sein sollte.

Christopher Kolumbus hat vermutlich als erster die örtliche Abweichung der Kompaßnadel von geographisch Nord beobachtet. Bei seiner ersten Amerikafahrt schreibt er am 13. September 1492 in das Schiffstagebuch, daß etwa 50 Seemeilen westlich der Azoreninsel Corvo die Kompaßnadel, deren Richtung bis dahin etwas nordöstlich gewesen sei, nach Nordwesten abwich, und auf seiner zweiten Reise benutzte er diese örtliche Abweichung zur Lagebestimmung seines Schiffes. Daraus wird klar, daß er den ortsabhängigen Charakter der Abweichung richtig erkannt hatte. Zur Messung peilte er einfach über seinen Kompaß hinweg den Polarstern an. Auf dem Festland Mitteleuropas ahnte dagegen noch lange niemand, daß die Magnetnadel gar nicht in die geographische Nord- Richtung wies. (Petersen, 1974)

Auch die remanente Magnetisierung der Nickel-Eisen-Minerale war schon vor 1900 längst bekannt. „Magnetische Instrumente werden in Schweden für die Suche nach Erzen seit mehr als 200 Jahren, vielleicht noch länger angewandt. Bereits ab 1770 (...!!) kam der Inklinationskompaß, oder, wie er heute genannt wird, der bergmännische Neigungskompaß, in Gebrauch...“ schreibt G. Nordenström im Jahr 1898. Die skandinavischen Skarnlager sind freilich auch etwas ausgedehnter, als die kleinen Vorkommen in der Oberlausitz, so daß es wenig verwundern kann, wenn trotz großer Mühen die Ergebnisse hierzulande weniger zuverlässig gewesen sind.

Vorallem schwedische Geologen und Ingenieure, wie etwa Prof. Tobias Robert Thalén (*1827, †1905), P. A. Craelius (*1851, †1941), der übrigens auch als einer der Gründer der Svenska Diamantbergborrnings AB (1886), heute Atlas Copco AB, bekannt ist, E. Tiberg oder Lorentz Edvard Theodor Dahlblom (*1865, †1956) befaßten sich zum Zweck der Lagerstättenerkundung mit der Entwicklung geomagnetischer Meßtechnik. Aber auch deutsche Physiker, wie Friedrich Wilhelm Georg Kohlrausch (*1840, †1910) oder Adolph Schmidt (*1860, †1944) waren an der Weiterentwicklung praktikabler Meßgeräte wesentlich beteiligt. Auf Professor Schmidt, ab 1902 Leiter des Observatoriums auf dem Telegrafenberg in Potsdam, geht übrigens auch die Gründung des Geomagnetischen Observatoriums im brandenburgischen Niemegk zurück, das 1930 seinen Betrieb aufnahm und bis heute besteht.

Heutige Magnetometer nutzen überwiegend sogenannte Fluxgate- Sensoren, auch Saturationskern- Magnetometer oder nach ihrem Erfinder Friedrich Förster (*1908, †1999) als Förster- Sonden“ bezeichnet. Sie messen die magnetischen Feldvektor- Komponenten mittels der elektromagnetischen Induktion in einem Spulen- System. Noch relativ jung sind Meßgeräte, welche die Elektronen- oder die Protonen- Präzession zur Bestimmung des Betrags des Vektors der magnetischen Induktion (gewöhnlich „Totalintensität“ genannt) nutzen. Solche Meßtechnik stand natürlich anno 1902 noch nicht zur Verfügung.

Noch vor 30 Jahren wurde meinem Studienjahrgang aber auch noch der Umgang mit der Feldwaage praktisch beigebracht. Deshalb interessiert es mich natürlich, welche Technik die Vorfahren hier vor inzwischen mehr als 100 Jahren denn zur Suche nach den Nickelerzen eingesetzt haben.

  

Bereits aus dem Jahr 1886 stammt folgende Beschreibung eines „Local-Variometers“ von F. Kohlrausch in den Annalen der Physik: „Vor einiger Zeit habe ich ein kleines Instrument beschrieben, welches gestattet, die… örtlichen Änderungen der erdmagnetischen Horizontalintensität mit grosser Schärfe zu bestimmen. Die letzte Aufgabe ist nun von so grosser praktischer Bedeutung, dass es mir der Mühe werth erschien, unter Beschränkung auf diesen Zweck eine noch weitere Vereinfachung dieses Instruments zu versuchen, durch welche dasselbe noch leichter transportabel… wird.

Die Beobachtungsweise beruht wie früher darauf, dass auf eine Magnetnadel durch einen Magnetstab… eine Richtkraft ausgeübt wird, die etwas grösser ist, als der Erdmagnetismus, so dass die Nadel, wenn der Richtmagnet mit dem Nordpol im Meridian steht, selbst die Meridianstellung, aber in verkehrter Lage einnimmt. … Durch Drehung des Magnets … wird demselben nun ein solcher Richtungswinkel φ gegen den Meridian gegeben, dass seine nordsüdliche Kraftkomponente den Erdmagnetismus gerade äquilibrirt, d. h. dass die Nadel sich ostwestlich einstellt. Dreht man den Nordpol des Magnets um φ nach Osten, so stellt die Nadel sich mit dem Nordpol nach Westen und umgekehrt… Wenn die Nadel ostwestlich steht, so ist offenbar die nördliche Komponente der Richtkraft des Magneten auf die Nadel gleich dem Erdmagnetismus H. Führt man die Beobachtung mit demselben Winkel φ an einem (anderen) Orte aus, …so wird die Nadel sich um einen kleinen Winkel δ, …anders einstellen...“
 


  

Aus dieser Änderung der Stellung der Kompaßnadel wird anschließend die relative Änderung des Magnetfeldes bestimmt. Kohlrausch selbst schätzt die erreichbare Genauigkeit auf etwa ein Tausendstel des Normalfeldes, welches in Mitteleuropa gegenwärtig ungefähr 48.000 bis 50.000 Nano-Tesla beträgt, also auf etwa 50 nT Genauigkeit.

Über das von Professor Beck 1908 so heftig kritisierte Meßverfahren haben wir eine recht ausführliche Beschreibung in Dingler´s Polytechnischem Journal von 1897 gefunden, in der E. Gad die Funktion der schwedischen Instrumente folgendermaßen erläutert: „Das grundlegende Instrument ist die schwedische „Minenbussole“, eine runde Metallbüchse, in der sich eine Magnetnadel wagerecht und senkrecht bewegen kann, die aber über neutralem Boden, d. h. auf einem Terrain, das nur durch den gewöhnlichen Erdmagnetismus beeinflusst ist, wagerecht steht. Dieses einfache Instrument hat in Schweden seit mehr als einem Jahrhundert genügt, um über Tage oder in Gruben magnetische Erzlager nach ihrer Lage und Mächtigkeit annähernd zu bestimmen.

Erst seit Beginn der letzten drei Jahrzehnte hat man durch Vervollkommnung der Instrumente auch eine Vervollkommnung dieser Bestimmungen herbeigeführt. Dies geschah vor allem durch die Construction des „Magnetometers“ von Thalén, der „Inklinationswage“ von Tiberg, sowie der Combination beider Erfindungen zu neuen Formen.

Das Magnetometer des Prof. Thalén von der Universität Upsala beruht auf dem Lamont'schen Theodoliten. Es besteht aus der Deklinationsbussole a (Fig. 2 und 3) von etwa 8 cm Durchmesser, deren Limbus in ganze und halbe Grade eingetheilt ist. Senkrecht zu dem Nulldurchmesser befindet sich an dem Bussolenboden der Arm b mit Millimetereintheilung, der den einstellbaren Deviationsmagnet c trägt. Die Wasserwage d, sowie die Diopter e und f gehören noch zu dem Instrument, das auf einem Dreifuss aufgestellt wird.

Anmerkung: Johann von Lamont (*1805, †1879) war ab 1835 Direktor der Sternwarte der Universität München und gehörte einer Gruppe von Wissenschaftlern um C. F. Gauß, A. von Humboldt, A. J. Ångström und anderen an, die als Mitglieder des 1836 gegründeten Göttinger Magnetischen Vereins innerhalb weniger Jahre ein weltumspannendes Netzwerk von geomagnetischen Observatorien ins Leben riefen. Unsere heutigen Kenntnisse über das Erdmagnetfeld und seine zeitlichen Veränderungen beruhen zu einem großen Teil auf den seitdem gewonnenen Meßdaten (H. Soffel, 2005).

 


 

Zurück zur Beschreibung von E. Gad: „Die Tiberg'sche Neigungsbussole ist seit 1880 im Gebrauch. Das Gehäuse (Fig. 4) ist viereckig und die Gradeintheilung in der Abbildung angedeutet. Auf neutralem Boden steht die Magnetnadel wagerecht, wenn man den Compass auf eine Kante und die Schwingungsfläche der Nadel rechtwinklig zum magnetischen Meridian stellt. Dieses Instrument verwendet man entweder mit einem Messtisch oder aus freier Hand, für welch letzteren Fall es mit einem Haltebügel verbunden wird.
 


 

Das Instrument Fig. 5 zeigt eine Verwendung der Bussole Tiberg, statt derer auch die Bussole von Thalén Verwendung finden kann, da der Stutzen a (Fig. 5) je nach Wunsch die Bussolen Tiberg oder Thalén aufnehmen kann. Bei ersterer passirt die Pivotlinie die Punkte 0°, bei letzterer die Punkte 90°.
 

 


Diese Fotographie eines Thalén'schen Gerätes haben wir in einem Buch über die Ortung und Untersuchung von magnetischen Erzlagerstätten von E. Haanel gefunden, das 1904 in Kanada gedruckt wurde.

 


Aus derselben Quelle noch einmal ein Tiberg'sches Magnetometer mit dem Dahlblom'schen Arm.

 


Selbst so etwas gab es: Ein Dahlblom'sches Taschen-Magnetometer.

 

Beim Gebrauch dieser Instrumente unterscheidet man die Tangenten- und Sinus-Methode. Im ersten Falle stellt man die Bussole auf 0° ein, während die Deviationsnadel entfernt ist. Dann bringt man die Deviationsnadel auf den Arm und liest den Deviationswinkel α ab.

Die Aufnahme einer magnetischen Lagerstätte durch Messung über Tage gestaltet sich nun folgendermaassen: Zunächst stellt man das Magnetometer über einem sterilen Terrain, d. h. ausserhalb des magnetischen Wirkungsbereiches der Erzlagerstätte, auf einen bestimmten Deviationswinkel ein, z.B. von 30°, den man α0 nennt. Dann begibt man sich nach dem magnetischen Grubenfeld, das man durch Pflöcke in Quadrate von etwa 10 m Seitenlänge abgesteckt hat. In jeder entsprechenden Ecke dieser Quadrate misst man nun nach der Tangentenmethode die Deviationswinkel α und trägt diese auf einen Plan, wie in Fig. 6, ab. Die Verbindung der gleichwertigen Winkel ergibt alsdann geschlossene isodynamische Curven, die sich entsprechend um zwei Kernpunkte gruppiren, von denen der eine den Punkt der grössten Abweichung, αmax, der andere den der kleinsten Abweichung, αmin, bezeichnet.

Zwischen beiden Curvengruppen zieht sich die offene Linie der gleichen neutralen Winkel α0 hin, die „neutrale Linie“. Die Verbindungslinie über αmax und αmin bezeichnet den magnetischen Meridian des Erzlagers, und der Schnittpunkt A dieses Meridians mit der neutralen Linie gibt das Centrum der Massenanhäufung des Minerals an, falls sin α0 < 3 • sin αmin ist. In diesem Fall lagert das Mineral mehr oder weniger tief unter sterilen Deckschichten. Anderenfalls wird sich das Mineral näher unter der Erdoberfläche, am Punkte αmin, oder zwischen diesem und dem Schnittpunkt A finden…“
 


  

Eine noch ausführlichere Beschreibung der physikalischen Grundlagen, der Geräte und der Vorgehensweise bei der praktischen Anwendung findet man auch in Prof. Paul Uhlig´s Lehrbuch der Markscheidekunde (1901). Prof. Uhlig fügte seinem Lehrbuch ein ganzes Kapitel über das Aufsuchen von magnetischen Erzlagerstätten an.

Die sogenannten „Feldwaagen“ waren eine Weiterentwicklung der oben beschriebenen, noch recht einfachen Geräte und gehen auf die Harald Lloyd’sche Waage zurück. Prof. A. Schmidt gelang es am Magnetischen Observatorium in Potsdam, diese Waage für einen praktischen Gebrauch im Feld zu modifizieren. Das war durchaus ein technisches Problem, denn die Lloyd‘sche Waage galt als eines der am schwierigsten zu beherrschenden Instrumente für Messungen des magnetischen Feldes, weil der Magnet zum Zwecke der Minimierung von Reibung lose beweglich auf einer Schneide ruht. Es ist kennzeichnend für seine außergewöhnlichen ingenieurtechnischen Fertigkeiten, daß es A. Schmidt gelang, ein tatsächlich gebrauchsfähiges Instrument zu konstruieren. Die erste Schmidt’sche Feldwaage wurde im Jahre 1907 in Kooperation mit der feinmechanischen Werkstatt von O. Toepfer in Potsdam entwickelt (gfz-potsdam.de). Die magnetische Feldwaage war lange eines der grundlegenden Meßinstrumente der angewandten Geophysik. Sie hat sich seit 1920 als Geländeinstrument auch unter extremen Bedingungen bewährt. Ihre Bedeutung beruhte vorallem darauf, daß sie Robustheit mit hoher Meßgenauigkeit verband.

Die Schmidt‘sche Vertikalfeldwaage besteht im Wesentlichen aus einem länglichen Magnet, der in seiner horizontalen Achse beweglich auf einer auf Achatsteinen gelagerten Stahlschneide gelagert ist; sowie aus einem flachen Spiegel, der oben am Magneten befestigt ist, so daß auch kleine Winkelverschiebungen der Waagenschneide mithilfe eines senkrecht stehenden Autokollimator- Fernrohrs beobachtet werden können. Die gesamte Waage ist beweglich drehend um eine senkrechte Achse gelagert, die Position wird an einem horizontalen Azimutkreis gemessen. Schmidt‘s Vertikalfeldwaage wurde 1914 vom Berliner Meteorologischen Institut vervollkommnet, u. a. von den Askania Werken in Serie gebaut und vertrieben und etablierte sich als weitverbreitetstes Gerät für die magnetische Exploration zwischen 1920 und 1950 (musee-sismologie.unistra.fr).

Aus der bereits 1871 in Berlin von Carl Bamberg als Bambergwerke gegründeten, seit 1912 Askania Werke AG gingen nach dem 2. Weltkrieg einerseits das Askania Werke AG Bodenseewerk in Überlingen und andererseits die Askania Feinmechanik und Optik GmbH in Teltow hervor. Letztere wurde 1948 enteignet und zum VEB Mechanik Askania Teltow umgebildet. Aus einem weiteren Werk in Brieselang, Kreis Nauen, entstand außerdem der VEB Geophysikalischer Gerätebau.

Bei späteren Weiterentwicklungen wurde das sensible Lager der Magnetnadel durch Aufhängungen an einem Metallband (z. B. nach Johann Königsberger oder nach Gerhard Fanselau, *1904, †1982) oder auch an einem Quarzfaden (nach Hans Dietrich Haalck, *1894, †1969) ersetzt. Diese Feldwaagen erreichten bereits eine Meßgenauigkeit von 1 nT. In der DDR wurden sie vom VEB Geophysikalischer Gerätebau Brieselang ab 1950 in Serie gebaut (geomagnetismus.net).

 


Eine Feldwaage mit Bandaufhängung nach Johann Königsberger, um 1928. Dieses und die folgenden Fotos haben wir im Otto-Meißer-Bau der Bergakademie in Freiberg aufgenommen.

 


Eine Schmidt'sche Feldwaage, um 1940.

 


Eine ziemlich moderne Feldwaage nach G. Fanselau, um 1950. Das Gestell drumherum stellt eine Helmholtz- Spule dar, die zur Kalibrierung des Gerätes diente. Der oben am Okular gut sichtbare Spiegel lenkte Licht von außen in den Autokollimator, so daß keine Stromquelle für die Beleuchtung benötigt wurde, die die Messung vielleicht stören könnte.

 

Mit diesem Exkurs in die Geschichte der Geophysik wollen wir unseren Beitrag nun endgültig beenden. Wir hoffen, daß wir unsere Leser mit diesem Beitrag wieder an ein vergangenes Kapitel der Bergbaugeschichte erinnern konnten.

Glück Auf !

J. B.

   

 
 
 

Weiterführende Quellen

  

         Allgemeine Quellen
  1. sohland.de

  2. hantusch-natursteine.de

  3. sachsenminerale.jimdo.com

  4. mineralienatlas.de

  5. geoportal.sachsen.de (aktuelle Karten)

  6. H.-J. Linthe: Geheimrat Professor Dr. Adolf Schmidt (gfz-potsdam.de)

  7. geomagnetismus.net

  8. musee-sismologie.unistra.fr

  9. wikpedia.org

  10. E. Gad: Neuerungen in der Tiefbohrtechnik, in: A. Hollenberg und H. Kast (Hrsg.): Dingler´s Polytechnisches Journal, 78. Jahrgang, Band 306 (der 7. Reihe 6.  Band), Arnold Bergsträsser Verlag Stuttgart, 1897, S. 169-174 (polytechnischesjournal.de)

  11. N. Petersen: Zur Geschichte der magnetischen Feldwaage, in: H. Birett, K. Helbig, W. Kertz, U. Schmucker (Hrsg.): Zur Geschichte der Geophysik - Festschrift zur 50jährigen Wiederkehr der Gründung der Deutschen Geophysikalischen Gesellschaft, 1974

  12. books.google.com, us.archive.org, u. a.:
    - F. Kohlrausch: Ueber ein einfaches Localvariometer für die erdmagnetische Horizontalintensität, in: G. Wiedemann (Hrsg.): Annalen der Physik und Chemie, Neue Folge, Band XXIX, der ganzen Folge 265. Band, Heft 9, Johann Ambrosius Barth Verlag, Leipzig, 1886, S. 47-52
    - G. Nordenström: The Use of Magnetic Iinstruments in Exploring fpr Iron Ore, in: R. P. Rothwell (Hrsg.): The Engineering and Mining Journal, Vol. 66, No. 12, New York, September 1889, S. 337f
    - Canadian Dept. of the Interior (Hrsg.): E. Haanel: On the Location and Examination of Magnetic Ore Deposits by Magnetometric Measurements, Ottawa, 1904
    - H. von Foullon: Ueber einige Nickelerzvorkommen, in: Jahrbuch der kaiserlich-königlichen geologischen Reichsanstalt, 42. Jahrgang, Wien, 1892, Heft 2, S. 223-310
    - P. Uhlig; Lehrbuch der Markscheidekunde, Craz & Gerlach Verlag, Freiberg, 1901
    - O. Beyer: Die erste Erzlagerstätte der Oberlausitz. in: B. G. Teubner (Hrsg.): Wissensch. Beilage der Leipziger Zeitung vom 13. Februar 1902 (Auszüge),
    - R. Beck: Ueber eine neue Nickelerzlagerstätte in Sachsen, in: M. Krahmann (Hrsg.): Zeitschrift für praktische Geologie mit besonderer Berücksichtigung der Lagerstättenkunde, 10. Jahrgang, J. Springer Verlag, Berlin, 1902, S. 41-43 und S. 379-381 (Ergänzung)
    - R. Beck: Die Nickelerzlagerstätte von Sohland und ihre Gesteine, in: Zeitschr. der deutschen geologischen Gesellschaft, Band 55, J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Berlin, 1903, S. 296-330
    - A. Dieseldorff: Berichtigung einiger Angaben des Herrn R. Beck über die Nickelerzlagerstätte von Sohland a. d. Spree und ihre Gesteine. in: Zeitschr. der deutschen geologischen Gesellschaft, Bd. 55, J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Berlin, 1903, Briefliche Mitteilungen, S. 43-48
    - R. Beck: Lehre von den Erzlagerstätten, 2. Auflage, Gebr. Borntraeger Verlag, Berlin, 1903

  13. Bibliothek der TU Bergakademie Freiberg:
    Jahrbuch für das Bergwesen im Königreich Sachsen, Ausgaben 1900 bis 1938, sowie Bergwerksverzeichnisse, Ausgaben 1939-1942

  14. Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden, u. a.:
    - Geognostische Karte Section
    VI und Erläuterungen zu Section VI der geognostischen Charte des Königreiches Sachsen und der angrenzenden Länderabtheilungen, oder: Geognostisclie Skizze der Gegend zwischen Neustadt, Bischoffswerda, Wittichenau, Rotbenburg, Görlitz, Ostritz, Rumburg und Schluckenau. Bearbeitet von Dr. Bernhard Cotta. Arnoldische Buchhandlung Dresden und Leipzig, 1839
    - Geologische Specialkarte des Königreiches Sachsen, Bla
    tt 70: Section Schirgiswalde-Schluckenau und Blatt 86: Section Hinterhermsdorf-Daubitz
    - O. Herrmann: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen, Section Schirgiswalde-Schluckenau (Blatt 70), Leipzig, 1893 sowie
    - O. Herrmann und R. Beck: Erläuterungen zur geologischen Specialkarte des Königreiches Sachsen, Section Hinterhermsdorf-Daubitz (Blatt 86), Leipzig, 1897

  15. H. Soffel: Johann von Lamont - ein Pionier des Erdmagnetismus, in: Bayerische Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Akademie Aktuell, Heft 2, München, 2005, S. 30-35

  16. H. Vollstädt: Einheimische Minerale, 1. Auflage im Verlag Theodor Steinkopff Dresden, 1971, 6. Auflage im VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig, 1981

  17. M. Leh: Die Nickellagerstätte Sohland/Spree. Ein Beitrag zur Geschichte und Geologie, Sächs. Heimatblätter H.4, 1980, S.180.

  18. Wismut GmbH: Chronik der Wismut, digitale Ausgabe 2002

  19. bergbau.sachsen.de, Neubewertung von Spat- und Erzvorkommen im Freistaat Sachsen (Steckbriefkatalog), Geokompetenzzentrum Freiberg, 2008

  20. B. Neumann: Die Nickelerzvorkommen an der sächsisch-böhmischen Grenze: Ein Beitrag zur "Frühgeschichte" des Nickelbergwerks Sohland a. d. Spree, Oberlausitz, Sachsen. Mit einem Illustrierten Exkurs: Heimatliche und weitreichende Betrachtungen "Aus der Tiefe" von W. Paul, 2009

  21. M. Frenzel: Nimit und weitere Neufunde aus der Nickelgrube Sohland an der Spree (Sachsen), in: LAPIS, Jahrg. 2009, Heft 4, S.44-45

  22. A. Mücke: Das Nickelvorkommen von Sohland an der Spree: Die Mineralien des lamprophyrischen Ganggesteins, der Vererzung und deren Genese, in: Der Aufschluss, Jg. 63, Nr.2/3, 2012, S.141-172.
       
      
     

    Sächsisches Staatsarchiv, Hauptstaatsarchiv Dresden
     

  23. Bestand 10024 (Geheimer Rat), Loc. 09343/38: August Siegmund von der Sahla auf Ober- und Mittelsohland, Kläger eines, contra Herrn Friedrich Eberhard Reichsgraf zu Solms[-Sonnenwalde] auf Wendisch- und Niedersohland, römisch kaiserlichen wirklichen Geheimen Rat, Beklagter anderenteils, wegen Kirchenreparatur und Kirchenrechnungsablegung zu Sohland, dat. 1751

  24. Ebenda, Loc. 09344/21: Herr Franz Xaver Graf zu Solms[-Sonnenwalde] auf Wendisch- und Niedersohland contra Christoph August von der Sahla auf Ober- und Mittelsohland wegen des vorhabenden Baus einer neuen Loge in der Kirche zu Sohland, dat. 1782
      
     
      

    Staatsarchiv Bautzen
       

  25. Bestand 50010 (Lehnhof Bautzen) Nr. 937: Rittergut Wendischsohland, Lehen, dat. 1631-1808

  26. Ebenda, Nr. 926: Lehnsakten des Mannlehngutes Niedersohland, dat. 1754-1842

  27. Ebenda, Nr. 918: Lehnsakten des Mannlehngutes Mittelsohland, dat. 1797-1842

  28. Ebenda, Nr. 944: Gesuch des Grafen von Solms um Belehnung mit den Gütern Wendischsohland und Niedersohland (a. d. Spree), dat. 1750-1754

  29. Bestand 50001 (Landstände der sächs. Oberlausitz), Nr. 1906: Statistische Verhältnisse der Rittergüter und Dorfschaften, dat. 1822-1829

  30. Ebenda, Nr. 245: Verhandlungen über das Gesetz zum Regalbergbau und Einführung der Bestimmungen des allgemeinen Berggesetzes über den Erzbergbau in der Oberlausitz, dat. 1851-1909

  31. Bestand 50013 (Amtshauptmannschaft Bautzen), Nr. 5065: Erzbergbau in Sohland a. d. Spree, dat. 1902-1926

  32. Ebenda, Nr. 6794: Legung einer nichtgenehmigten Starkstromleitung durch die Nickel-Bergbau der Joachimstaler Gewerkschaft in den Fluren Taubenheim und Sohland a. d. Spree, dat. 1923-1936
       
     
       

    Bergarchiv Freiberg
      

  33. Bestand 40024 (Landesbergamt Freiberg), Nr. 4-245: Erzbergbau in der Oberlausitz, dat. 1882-1902

  34. Bestand 40136 (Staatl. Blaufarbenwerk Oberschlema), Nr. 116: Nickelerzvorkommen in Schluckenau (Sluknov) in Böhmen [und Erzlieferungen über C. August Herberg in Sohland], dat. 1898-1902

  35. Ebenda, Nr. 110: Ankauf von Erzen (nickelhaltiger Magnetkies) von Dr. Dieseldorff & Co., Sohland/Spree und Durchschnittsriß der Kieslagerstätte zu Sohland, dat. 199-1916

  36. Bestand 40099 (Konsortschaftl. Grubenverwaltung Schneeberg), Nr. 1-311: Schurf Sohland in der Oberlausitz, dat. 1900-1916

  37. Bestand 40024 (Landesbergamt Freiberg), Nr. 14-453: Zurückgenommene und abgewiesene Schurfgesuche, dat. 1882-1903

  38. Ebenda, Nr. 14-517: Zurückgenommene und abgewiesene Mutungen, dat. 1900-1906

  39. Ebenda, Nr. 14-516 und 14-518: Zurückgenommene oder ungültig erklärte Mutungen, dat. 1904-1910

  40. Ebenda, Nr. 10-118: Sohlander Bergsegen bei Sohland - Berechtigungen, dat. 1902-1939

  41. Ebenda, Nr. 14-504: Mutungen in der Oberlausitz - Reichard und Siegfried, dat. 1904-1906

  42. Ebenda, Nr. 14-506: Mutungen in der Oberlausitz - Sohlander Bergsegen, dat. 1904-1906

  43. Ebenda, Nr. 14-507: Mutungen in der Oberlausitz - Germania und Glück Sohland, dat. 1904-1906

  44. Ebenda, Nr. 10-372: Glück Sohland bei Sohland - Berechtigungen, dat. 1906-1926

  45. Ebenda, Nr. 10-119: Siegfried bei Sohland - Berechtigungen, dat. 1906-1939

  46. Ebenda, Nr. 10-810: Reichard bei Sohland; Verleihung des Grubenfeldes, dat. 1906-1909

  47. Ebenda, Nr. 10-370: Germania bei Sohland - Berechtigungen, dat. 1906-1926

  48. Ebenda, Nr. 10-412: Glück Sohland Nordfeld bei Sohland - Berechtigungen, 1915-1924

  49. Ebenda, Nr. 10-379: Glück Sohland West bei Sohland - Berechtigungen, dat. 1922-1924

  50. Ebenda, Nr. 5-163: Sohland, Klage gegen Sohlander Nickelbergbau wegen Brunnenwasserentziehung, dat. 1917-1920

  51. Ebenda, Nr. 14-456: Zurückgenommene und abgewiesene Schurfgesuche, dat. 1918-1923

  52. Ebenda, Nr. 14-433: Mutung Robert Wadenbach aus Köthen im Gebiet Sohland/Spree, dat. 1937-1938

  53. Ebenda, Nr. 14-436: Mutung des Landes Sachsen im Gebiet Sohland – Zittau, dat. 1937-1939

  54. Bestand 40170 (Bergrevier Altenberg), Nr. 492: Sohlander Bergsegen zu Sohland – Herberg‘s Erzgewinnungsarbeiten in Äußerstmittelsohland im Brunnenschacht, dat. 1902-1904

  55. Ebenda, Nr. 491: Sohlander Bergsegen zu Sohland - Sonderheft über den Erzbergbau der Firma Hauptmann, Herberg & Co. in Sohland, dat. 1904-1905

  56. Ebenda, Nr. 493: Sohlander Bergsegen zu Sohland - Hauptmanns Erzgewinnungsarbeiten in Äußerstmittelsohland, dat. 1902-1905

  57. Ebenda, Nr. 490: Sohlander Bergsegen zu Sohland, dat. 1906-1915

  58. Ebenda, Nr. 422: Germania bei Sohland, dat. 1906-1926

  59. Ebenda, Nr. 423: Glück Sohland bei Sohland, dat. 1906-1926

  60. Ebenda, Nr. 488 und 489: Sohlander Nickelbergbau zu Sohland und Rosenhain (Rozany), dat. 1915-1916

  61. Ebenda, Nr. 487: Sohlander Nickelbergbau zu Sohland, Rosenhain (Rozany) und Schluckenau (Šluknov), dat. 1921-1937

  62. Ebenda, Nr. 486: Sohlander Nickelbergbau zu Sohland, Rosenhain (Rozany) und Schluckenau (Šluknov), dat. 1938-1939

  63. Bestand 40044 (Generalrisse), Nr. 1-K18609: Erzvorkommen auf dem Grundstück von August Herberg in Äußerstmittelsohland, dat 1902-1903

  64. Ebenda, Nr. 7-I676: Wendischsohland, Niedersohland, Obersohland, undatiert, wohl nach 1920

  65. Ebenda, Nr. 7-I598: Schirgiswalde, Rosenhain [Rozany], Taubenheim, Fugau [Fukov], dat. 1904

  66. Ebenda, Nr. 7-I999 und 7-I1000: Schirgiswalde, Rosenhain [Rozany], Taubenheim, Fugau [Fukov], dat. 1906-1926

  67. Ebenda, Nr. 7-I1269: Schirgiswalde, Rosenhain [Rozany], Taubenheim, Fugau [Fukov], undatiert

  68. Ebenda, Nr. 1-K18609: Erzvorkommen auf dem Grundstück von August Herberg in Äußerstmittelsohland [Sohland], Spree, dat. 1902-1903

  69. Ebenda, Nr. 1-K18294 und 1-K18295: Sohland (Spree), Flurstücke von Ober- und Mittelsohland, Wendisch Sohland und Nieder-Sohland, dat. um 1904

  70. Ebenda, Nr. 7-I434: Schirgiswalde, dat. 1934

  71. Ebenda, Nr. 7-I392: Schirgiswalde, Rosenhain [Rozany], Taubenheim, Fugau [Fukov], dat. 1937

  72. Ebenda, Nr. 7-I513: Schirgiswalde, Rosenhain [Rozany], Taubenheim, Fugau [Fukov], dat. 1906-1939

  73. Bestand 40040 (Fiskalische Risse zum Erzbergbau), Nr. K791: Nickelerzgruben bei Sohland, Nickelerzlagerstätte zu Äußerstmittelsohland, dat. 1903

  74. Ebenda, Nr. A355 und A357: Nickelerzgruben bei Sohland Rosenhain in der Lausitz, Grubenbaue, dat. 1910-1937

  75. Ebenda, Nr. B358: Nickelerzgruben bei Sohland Rosenhain, erzführender Diabasgang, dat. 1937

  76. Bestand 40036 (Deponierte Risse zum Erzbergbau), Nr. H12553: Betriebsabteilung Sohland-Rosenhain [Rozany] der Joachimsthaler Gewerkschaft (Nickelbergbau), 80m Sohle, undatiert, nach 1920

  77. Ebenda, Nr. K12552: Betriebsabteilung Sohland-Rosenhain [Rozany] der Joachimsthaler Gewerkschaft (Nickelbergbau), 50m Sohle, undatiert, nach 1920

  78. Ebenda, Nr. I12551: Betriebsabteilung Sohland-Rosenhain [Rozany] der Joachimsthaler Gewerkschaft (Nickelbergbau), 42m Sohle, undatiert, nach 1920

  79. Ebenda, Nr. I12549: Betriebsabteilung Sohland-Rosenhain [Rozany] der Joachimsthaler Gewerkschaft (Nickelbergbau), 31m Sohle, dat. 1917-1919

  80. Ebenda, Nr. K12548: Nickelerzgruben von Sohland-Rosenhain [Rozany], dat. 1917-1919

  81. Ebenda, Nr. I12550: Betriebsabteilung Sohland-Rosenhain [Rozany] der Joachimsthaler Gewerkschaft (Nickelbergbau), dat. 1910-1919

  82. Bestand 40027 (Oberbergamt Freiberg), Nr. 540: Erzlagerstätten, dat. 1920-1939

  83. Ebenda, Nr. 609: Wirtschaftliche Vereinigungen, dat. 1938-1947, enthält u. a. Übersicht über die Zusammensetzung des Vorstandes und Aufsichtsrates der Sudetenländischen Bergbau AG und der Sudetenländischen Treibstoffwerke AG

  84. Bestand 40030 (Oberbergamt, Lagerstättenforschungsstelle), Nr. 1-764: Sohland an der Spree, Nickel-Magnetkieslagerstätten, dat. 1902-1935

  85. Ebenda, Nr. 1-772, 1-773, 1-774, 1-776 und 1-777: Sohland an der Spree, Rosenhain [Rosany], Schluckenau [Sluknov], Nickelmagnetkies, dat. 1902-1945

  86. Ebenda, Nr. 1-778: Bericht über die geoelektrische Untersuchung des Nickel-Magnetkiesvorkommens, dat. 1940

  87. Ebenda, Nr. 1-770: Sohland an der Spree, Rosenhain [Rosany] Schluckenau [Sluknov] und Wölmsdorf [Vilemov], Oberlausitz und Tschechien, dat. 1925-1941

  88. Ebenda, Nr. 1-755: Sohland an der Spree, Rosenhain [Rosany], Schluckenau [Sluknov], Nickelmagnetkies, dat. 1919-1945

  89. Ebenda, Nr. 2-H24393: Sohlander Bergsegen, Rosenhain Schacht, dat. 1906

  90. Ebenda, Nr. 2-I24392: Sohlander Bergsegen, magnetische Untersuchung, undatiert

  91. Ebenda, Nr. 2-I24394: Sohlander Bergsegen, Diabasgang, undatiert

  92. Ebenda, Nr. 2-I24399: Sohlander Bergsegen, Nickelerzgruben von Sohland-Rosenhain, dat. 1919

  93. Ebenda, Nr. 2-K24391: Sohlander Bergsegen, Schurf- und Aufschlussarbeiten in Rosenhain, dat. 1922

  94. Ebenda, Nr. 2-I24404: Sohlander Bergsegen, Grube Frisch Glück am Schweidrich bei Schluckenau, undatiert

  95. Ebenda, Nr. 2-H24410: Sohlander Bergsegen, geologische Übersicht, undatiert

  96. Ebenda, Nr. 2-I24398: Sohlander Bergsegen, Diabasgang, dat. 1911

  97. Ebenda, Nr. 2-H24412 und 2-H24413: Sohlander Bergsegen, Sohland-Rosenhain, undatiert

  98. Ebenda, Nr. 2-I24401: Sohlander Bergsegen, Nickelkiesgang Äußerstmittel-Sohland, undatiert

  99. Ebenda, Nr. 2-K24397: Sohlander Bergsegen, erzführender Diabasgang Sohland-Rosenhain, dat. 1937

  100. Ebenda, Nr. 2-K24402: Sohlander Bergsegen, Anomalien der magnetischen Vertikalintensität am Schweidrich bei Schluckenau, dat. 1939

  101. Ebenda, Nr. 2-H24396: Sohlander Bergsegen, Ergebnisse geomagnetischer Versuchsmessungen über dem Lamprophyrgang Sohland-Rosenhain, undatiert

  102. Ebenda, Nr. 2-H24400: Lamprophyrvorkommen Hohberg bei Sohland, undatiert

  103. Bestand 40105 (Sachsenerz Bergwerks AG), Nr. 2-I24: Schluckenau [Sluknov] in Böhmen, Freischurfgebiet, dat. 1939

  104. Bestand 40035 (Oberhüttenamt), Nr. 1574: Verarbeitung von nickelhaltigem Magnetkies aus Sohland, dat. 1903-1917

  105. Ebenda, Nr. 1575: Sohlander Nickelerz, dat. 1917-1923

  106. Bestand 40132 (Hütte Muldenhütten), Nr. 1-244: Verarbeitung von Sohlander Nickelerzen, dat. 1919-1941

  107. Bestand 40131 (VEB GFE Freiberg), Nr. 1-109: Großdrebnitz, Langburkersdorf am Tannenberg, Oberottendorf, Putzkau, Ringenhain, Siechhübel, Sohland, Steinigtwolmsdorf, Weifa und im Hohwald, Erkundung der Lausitzer Lamprophyre, dat 1954-1958

  108. Bestand 40073 (Bergschadenkundliche Analysen), Nr. 1-30: Sohland/Spree, dat. 1975

  109. Ebenda, Nr. 2-787 bis 2-790: Risse zur BSA 30 Sohland/Spree