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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Juni 2010, letzte Aktualisierung Juli 2015.

  

Kupferberg (Meděněc) - 
Eine Befahrung im allerletzten Erzbergwerk des Böhmischen Erzgebirges

Am 31.07.1992 endete nach etwa 650 Jahren der Abbau von Magnetit im Preßnitz- Kupferberger- Erzrevier. Damit endete nicht nur eine jahrhundertlange Abbauperiode von Eisenerzen im Erzgebirge, sondern es schloß auch das letzte typische Erzbergwerk des Sächsisch-böhmischen Erzgebirges, wenn man die Gruben der SDAG Wismut nicht in diese Betrachtung einbezieht.
 


Ansicht der Gube Kupferberg vom Kupferhübel aus gesehen. Links der Stahlbetonförderturm 
(Malakoff- Turm) mit den Aufbereitungsanlagen, dem Umspannwerk (oranges Gebäude) und dahinter ein kleiner Stahlförderturm. Im Bildhintergrund rechts ist das Absetzbecken zu erkennen.
 

Dieses Eisenerzrevier befindet sich in der Tschechischen Republik, im nordwestlichen Teil des Kreises Komotau (Chomutov) auf dem Kamm des Erzgebirges in durchschnittlich 1000 m über NN zwischen Joachimsthal (Jàchymov) und Komotau (Chomutov) gelegen. Am besten ist das Revier von Sachsen aus über die B 95 und den Grenzübergang Oberwiesenthal - Bozi Dar zu erreichen.

Die geografische Lage des Bergbaugebietes wird durch die Orte Preßnitz (Přisečnice), Kupferberg (Měděnec) und  Weipert (Vejprty) umgrenzt. Hier sind auch noch Übertage die Spuren des jahrhundertelangen Bergbaus sichtbar und haben die Region nachhaltig geprägt. Der Niedergang des letzten Bergbaubetriebes bewirkte auch eine gewisse Verarmung der Region, da es kaum Ersatzarbeitsplätze in der näheren Umgebung gibt.
 


 

Die Lagerstätte erstreckt sich über eine Länge von nahezu 4 km und wird vorwiegend durch Skarne gebildet, die abbauwürdige Konzentrationen von Magnetit enthalten, aber auch Roteisenerzgänge und Gänge mit silberhaltigen Bleiglanz waren Ziel des Bergbaus. Später gewannen auch die hier vertretenen polymetallischen Mineralisationen an Bedeutung und wurden gewonnen. Als Nebenprodukte wurden aus Granat- reichen Silikatskarnen und Glimmerschiefern Schleifpulver und dunkler Deko- Split in verschiedenen Körnungen für die Bauindustrie hergestellt. 

Dabei sind zwei Grundtypen von Eisenerzlagerstätten bebaut wurden, zum einen waren dies Erzgänge und zum anderen Erzlager. Die Erzgänge führten als Gangart Fluorit und Quarz. Als Erzminerale traten neben Hämatit auch oxidische Manganerze und Pyrit auf. 

Die Eisenerzlager bestehen aus metamorphen Gesteinen, die nach den zuerst in Skandinavien beschriebenen Gesteinstypen als "Skarne" bezeichnet werden. Sie bestehen hier hauptsächlich aus Pyroxenen, Granat (Pyrop), Amphibolen (Aktinolith), Epidot, Karbonaten, Quarz, Chlorit und weiteren Minerale. Das Erz trat in Form größerer Anreicherungen von Magnetit und/oder Hämatit in Form unregelmäßig geformter Körper auf. Ganz ähnliche Vorkommen gibt es rund um die Schwarzenberger Gneiskuppel auf sächsischer Seite (Breitenbrunn). 
 


Körnig bis dicht ausgebildeter Magnetit mit wenig Quarz und Braunspat 
aus der Lagerstätte Meděněc (Sammlung Boeck, FG)
 


Silikat- Skarn aus der Lagerstätte Meděněc, Stufe hauptsächlich mit dicht- körnig ausgebildetem 
Granat (Pyrop), flaschengrünem Aktinolith und etwas Kalkspat (Sammlung Boeck, FG)
 


 Vereinfachte Darstellung der Lagerstätte Kupferberg – Preßnitz ohne die dort vorhandenen Erzgänge. Vorwiegend waren die Skarnlager mit Magnetit das Ziel des Bergbaus der letzten Betriebsperiode. Gänge sind nur nebenher mitgewonnen wurden und spielten nur im spätmittelalterlichen Kupfer- und Silbererzbergbau eine bedeutende Rolle, nicht mehr im neuzeitlichen Bergbau.
  

Um 1954 begann eine Prospektion auf Baryt und Fluorit des mittleren Erzgebirges auf böhmischer Seite durch den damaligen Nordböhmischen Erkundungsbetrieb Teplice. Neben einer umfangreichen und aufwendigen geologischen Detailkartierung der Region, Laboruntersuchungen von Fundstücken und Gesteinsproben, setzte 1955 auch eine geomagnetische Vermessung ein, welche bis 1966 andauerte und von verschiedenen Betrieben durchgeführt wurde. Dabei wurden über 250 Anomalien festgestellt und einige als verborgene Magnetitlagerstätten interpretiert,  welche wiederum durch Bohrungen bestätigt wurden. Die aussichtsreichsten Lokalitäten wurden danach auch erschlossen, wie Kupferberg und Preßnitz.

Eine Lagerstätte, Schmiedeberg, fiel dem Bürokratismus zum Opfer. 1966 stellt man bei einer Teufe von 544 m den Erkundungsbetrieb ein, weil man nicht gewährleisten konnte die Grube innerhalb von 10 Jahren in Betrieb zu nehmen! Die staatliche Planungskommission ist für diese Entscheidung verantwortlich. Bei Schmeideberg handelt es sich um die größte Magnetitlagerstätte Tschechiens mit einem Volumen von 12 – 15 Millionen Tonnen an Eisenerzvorräten!

Der Start und Erschließung für das Bergwerk Kupferberg fiel mit einer Ministerialentscheidung im Jahr 1958 und war 1968 mit Beendigung der Bauarbeiten beendet. Die projektierte Förderleistung sollte bei 200 000 Tonnen pro Jahr liegen, die jedoch wegen Problemen mit der Aufbereitung kaum erreicht wurden. 

Aus dem geförderten Erz sind mittels dem Verfahren der Niederintensitäts – Magnetscheidung ein

  • Grobkonzentrat mit 63% Eisengehalt zur Agglomeration als Hochofenaufgabegut,

  • Superkonzentrat mit 69,7% Eisengehalt zur Katalysatorherstellung, zur Ammoniumsynthese, zur Elektrodenherstellung und nach weiterer Aufbereitung als Roheisenersatz,

  • Zwischenprodukt mit 27 – 30% Eisenanteil als Aufgabegut für Rennanlagen und 

  • Splitt für Bauzwecke als Abprodukt der trockenen Magnetscheidung bis 25 mm Korngröße

hergestellt worden. In der Betriebszeit des Werkes Kupferberg von Mai 1968 – Juli 1992 sind insgesamt 2 672 000 Tonnen Fördergut mit einem durchschnittlichen Gehalt von 35% Eisen zu Tage gefördert wurden. Diese Menge entspricht  zirka 973 000 Tonnen Reineisen. Jährlich wurden etwa 100 000 Tonnen Fördergut oder Erz gefördert, die projektierte Förderleistung wurde dabei nie erreicht, nur 1977 wurden einmalig 141 000 Tonnen Jahresförderung erreicht.

Als Nebenprodukt konnte ein Kupferkonzentrat gewonnen werden und erbrachte zwischen 1982 – 1990 eine Fördermenge von 1720 Tonnen mit 18,78% Kupfer und 469 ppm (Gramm pro Tonne) Silber. Daraus konnten 323 Tonnen Kupfer und 807 kg Silber gewonnen werden.
 

Das in Kupferberg hergestellte Erzkonzentrat stellte hinsichtlich seiner Qualität ein Spitzenprodukt dar, dass sich dem Vergleich mit aus Brasilien, Venezuela und Schweden importierten Produkten als gleichwertiges Äquivalent darstellte. Lediglich die produzierte Menge im Vergleich zum Bedarf der Industrie war zu gering und lag bei etwa 0,3% !  Alle übrigen in Tschechien hergestellten Konzentrate und ebenso die aus der Ukraine eingeführten erreichten nicht annähernd die Fe- Gehalte des Kupferberger Produktes.

Der Niedergang des Eisenerzbergbaus ist in den gesellschaftlichen Umbrüchen in der Tschechei und dem Zusammenbruch des RGW nach Einführung der DM in der ehemaligen DDR zu suchen. Die Weltmarktpreise waren relativ niedrig, die Produktionsanlagen veraltet und anfällig, Geld für neue Investitionen nicht zu bekommen und billige Eisenerzproduzenten aus Lateinamerika, China, Schweden, Ukraine und Australien beherrschten den Weltmarkt! Die ab 1993 ins Auge gefasste Neuorientierung des Grubenbetriebes in Kupferberg hätte aber zumindest ausgereicht, um die Bergrechte zu erhalten und die Grube wasserfrei, zumindest bis in „Rohstoffgierige Zeiten“ zu erhalten.

Für die Weitererkundung und Erschließung der gewaltigen Magnetitlagerstätte Schmiedeberg fehlte jedoch der Markt und auch das Geld nebst Investor. Man wollte mit kleineren „Brötchen“ aus der Grube Kupferberg überleben. Ein neues Produkt stellte der granatführende Muskovit- Glimmerschiefer der Lagerstätte Kupferberg zur Verfügung, Glimmer und Granat. Der Glimmer sollte nach verschiedenen Aufbereitungsverfahren für die weiterverarbeitende Industrie (Kosmetik, Farbe usw) ein preiswertes Produkt werden. Auch der Granat stellte für die Herstellung von Schleifmaterialien ein interessantes einheimisches Montanprodukt dar. Doch scheiterte auch dieser Versuch an der starken Konkurrenz aus Übersee und zu zögerlichen und nur profitgierigen Investoren.
 

Dennoch hielt sich die Grube mit Geotourismus und kleineren Chargen genannter Produkte noch einige Jahre über Wasser und eine kleine Mannschaft von Bergleuten in Lohn und Brot, doch das Unglück nahte in Form der (neoliberalen) Privatwirtschaft. Die Privatisierung der Grube in Form des Verkaufs an eine Privatperson stellt wohl das traurigste Kapitel dar. Eine nichtbezahlte Stromrechnung des „neuen Eigentümers“ führt Ende des Jahres 1998 zur Abschaltung der Elektroenergie und folglich zum Ausfall der beiden Pumpen, die bislang die gesamte Lagerstätte wasserfrei hielten. Die Grube soff ab, die Bergleute wurden nunmehr alle arbeitslos und das Erzgebirge verlor eine der interessantesten Grubenanlagen, die je für Touristen zugängig waren.

Der Bergmann „Toni“ aus Weipert sagte zu mir und einem Kumpel bei einer der letzten Befahrungen: „Allein der zaghafte Abbau und Verkauf von Mineralien könnte die Grube noch für viele Jahre wasserfrei halten, bis in bessere Zeiten!“ 
 


Das Wahrzeichen von Měděnec ist der schon weithin sichtbare, 910 m hohe Kupferhübel (tschechisch Mednik) mit der Kapelle „Maria hilf“. Der böhmische Teil des Erzgebirges ist im Gegensatz zum wettinischen Sachsen nach den Konfessionskriegen des 16. und 17. Jahrhunderts katholisch geblieben.
 


Von der kleinen Rotunde (1674 erbaut) auf der Spitze des Kupferhübel bietet sich ein imposanter Rundblick über das Erzgebirge, aber nur wenn das Wetter mitspielt.
 


In der Kapelle: Seit Jahrhunderten ist die heilige Maria die Schutzpatronin der Kupferberger Bergleute.
 


Blick vom Kupferhübel auf die Stadt: Die Spuren des Bergbaus reichen bis an den heutigen Ort heran und der Abbau ging vermutlich in den kleinen tagesnahen Gruben bis in die Siedlung hinein - wie bei so vielen Orten im Erzgebirge - und bereitet heute durch diverse Bergschäden auch viele Sorgen.
 


Der Blick vom Kupferhübel über den Erzgebirgsabbruch in den Eger- Graben mit den Braunkohlengruben und Kraftwerken um Chomutov...
 


...und weiter nordostwärts entlang des Erzgebirgskammes. Am Horizont rechts kann man bereits die Vulkankegel des Böhmischen Mittelgebirges erahnen.
 


Kupferberg selbst ist eine winzige Bergstadt geblieben. Die planmäßige, rechtwinklige Anlage der Bergstadt ist aber noch zu erkennen! Die Kirche bildet den Mittelpunkt am großen Rechteck des zentralen - für eine weit größere Stadt vorgesehenen - Marktes und ist gerade einmal von zwei Häuserzeilen umgeben. Analog wurde auf sächsischer Site zum Beispiel die Stadt Marienberg angelegt. 
 


Nach Südwesten erkennt man gut die höchsten Erhebungen des Erzgebirges: Fichtelberg (auf sächsischer Seite mit Hotel und Wetterstation) und Keilberg (links, in Böhmen). Dazwischen liegt der Grenzübergang Oberwiesenthal - Bozi Dar. 
 

Unsere Exkursion startete im Mai 1998 an der Kapelle, nur wenige Monate vor Grubenschließung.
 

Die nachfolgenden Bilder sind teilweise von sehr schlechter Qualität, dies liegt zum einem am verwendeten Filmmaterial, an noch fehlenden leistungsstarken Blitzgeräten und mangelnder Zeit innerhalb der regulären Führung einer großen Besuchergruppe! Da zukünftig kaum die Möglichkeit bestehen wird, noch einmal diese Grube zu befahren, haben wir uns entschlossen, Ihnen diese Bilder dennoch zu zeigen.
 


Eingefahren sind wir über den Malakoffturm bis auf die 2. Sohle, die damals schon bergrechtlich abgeworfen war. Für diese „Aktion“ wurde der Fahrtenschreiber an der Fördermaschine außer Betrieb gesetzt! Denn die 2. Sohle war mineralogisch hochinteressant, hier standen noch Minerale an, die über Jahre die Stromrechnung finanziert hätten! Nur hier habe ich einmal Silbererz bergfrisch gesehen!
 

Bis die Einfahrt komplett und Truppe vollzählig war, nutzten wir die Zeit für einige Bilder am Füllort.
 

Die Auffahrungsprofile erinnern etwas an die Normen der SDAG Wismut. 
Doch die halbrunde Firste ist typisch für das Kupferberger Revier.
 

Hier ging es in einen interessanten Abbau, wo auch noch Silber und viele andere schicke Mineralien anstanden. Die Bolzen sollten wohl eine „akute Gefährdung“ vortäuschen und Besucher verschrecken, aber sicher nicht uns...
 


Nun weiter Richtung Abstieg zur dritten Sohle.
 


Überall lagerte noch Material...
 

...und es stand noch Technik umher.
 

Bremsberg auf der 3. Sohle.
 

Abgeworfene Richtstrecke in Stahlrinnenprofilausbau mit Betonverzug! Auch ein Unterscheidungsmerkmal zum Bergbau der SDAG Wismut.
 

Schrapperwinde mit Schaufel in einem Magnetitabbau zwischen 3. und 4. Sohle.
 

Wasserstrecke zu einem abgeworfenen und gefluteten Grubenteil, hinter dem Damm am Ende der Strecke standen dauerhaft mehr als 90 m Wassersäule an! Traufdächer und Ausbau sahen hier schon sehr „wandelbar“ aus.
 

Der Durchstieg zur 4. Sohle erfolgte ausschließlich über solche Steigorte. Dies aus Holz hergestellten Treppen waren im Einfallen des Abbaus angelegt und eher für Kontrollzwecke der Steiger gedacht statt für Besuchertouren. Der Zustand war von „gerade so“ bis „völlig verfault“, aber als „Schwarzbefahrer" kannten wir diese Zustände aus anderen Gruben des Erzgebirges zur Genüge. Die Handläufe durfte man nicht berühren, geschweige ernsthaft benutzen. Das Gebirge war von zig Quadratmeter großen „Sargdeckeln“ gekennzeichnet und sorgte für unheimliche Ruhe in der Befahrergruppe!
 

Wasserhaltung auf der 4. Sohle für das ganze Bergebäude. Im Normalfall genügte eine Pumpe um das Grubenwasser zu entsorgen, bei starken Zuläufen schaltete sich eine zweite Pumpe zu.
 

Untertägige Sortier- und Brecheranlage für das erzhaltige Gestein.
 

Die 4. Sohle war als große Rundstrecke durch die Lagerstätte angelegt und man konnte sich deshalb nicht verlaufen. Unser Bergführer „Toni“ ließ uns mal 2 Stunden allein und machte mit einer weiteren Besuchergruppe mal eine „reguläre Führung“ (!). Einziger Sicherheitshinweis  von „Toni“: „Nicht an die Oberleitung kommen, da ist Strom drauf!“  Der Hinweis sollte uns noch von Nutzen sein!
 

Nun hatten wir Zeit um zu fotografieren, sofern unsere Technik in den großen Räumen ausreichte.
 

Imposant waren immer die Streckenkreuze der doch recht geräumigen Richtstrecken.
 

Da stand sogar eine Grubenlok. 
Was hatte „Toni“ gleich gesagt, da ist Saft auf der Oberleitung? 
Fein, da können wir Lok fahren!!!
 

Die Bedienung einer Lok ist doch „kindgerecht“ gelöst. Der Stromabnehmer wird durch eine Feder an die Fahrleitung gedrückt und stellt bei den Tschechen wohl auch den Hauptschalter dar. Alles andere ging wie von selbst...
 

...und nun wissen wir, warum jeder Junge Lokführer werden wollte!
 

Auf der 4. Sohle gab es auch noch einen gewaltigen Abbau. Dieser war für die normalen Besucher mit einem Gitter abgesperrt, aber dessen Tor stand offen und lud zu einer Begehung ein. Der Magnetitabbau hatte eine Einfallen von etwa 30° - 40°, war sichtbar etwa 70 - 100 m lang und gut 25 m hoch und vielleicht 30 – 40 m breit! Ein gewaltiger Halogenstrahler vermochte nicht diesen Abbau auszuleuchten!
 

Wir nutzten die Gelegenheit für ein paar Bilder bei Kunst- und Blitzlicht.
 

Die Kantenlänge mancher Brocken betrug weit mehr als 5 m!
 

Reguläre Besuchergruppen sind wohl nur an die „beleuchteten Stellen“ gekommen, wir hatten halt Zeit und Freiraum zum erkunden.
 

Unsere Fototechnik ist schon lange an ihre Grenzen gestoßen, doch das haben wir erst hinterher gesehen. Die digitale Fotografie war für uns noch nicht bezahlbar, geschweige technisch in der Lage bessere Bilder zu erstellen.
 

Füllort des zweitrümigen Schachtes mit dem kleinen Stahlfördergerüst. Der Schacht war noch in Holzzimmerung ausgebaut und die Gestelle waren ohne jegliche Sicherheitseinrichtungen, die Gestelltore ließen sich bei voller Seilfahrt öffenen und man konnte bei gut 5m/s Fahrgeschwindigkeit den Ausbau betrachten!
 

Derselbe Schacht, nur andere Seite des Füllortes.
 

Die Schlosserei auf der 4. Sohle war auch eine „Heimsuchung“ wert.
 

Bahnhof mit Zug neben der Schlosserei. Alles stand so wie es zur letzten Schicht stehen blieb, außer es fahren die Besucher selber mal mit der Grubenbahn.
 

Stahlrinnenprofilausbau mit hölzernen Druckkasten vor einem Streckenkreuz.
 

Toni macht unsere Ausfahrt mit dem Maschinisten klar, aber warum quatschen die so lange?
 

Zum Abschluss noch ein Gruppenbild und dann ist diese schöne Exkursion auch schon zu Ende!
 

Ein sehr eindrucksvolles Erlebnis gab es noch für alle: Der Maschinist hatte nämlich wieder den Fahrtenschreiber deaktiviert, damit er bei Aufholen des Gestells mal die Notbremse benutzen kann. Bei 6 m/s Geschwindigkeit wurde bei der Ausfahrt die Notbremse vom Maschinisten betätigt, die Fördermaschine stand schlagartig still, das Gestell mit den Besuchern „flog“ noch etliche Meter nach oben, folgte anschließend der Schwerkraft wieder und fiel recht unsanft ins Seil zurück. Für einen Moment erlebten all die Schwerelosigkeit!!!!! Solche Aktionen sind in Deutschland wohl undenkbar, aber auch für die schon sehr in die Jahre gekommene Fördereinrichtung des Malakoffturmes nicht ganz ohne Risiko!
 


Die Fördermaschine befindet sich oben im Malakoffturm in einer recht großen Halle.
 

Die Bremseinrichtung der Maschine.
 

 Zum Abschluss trafen wir uns alle nochmal oben auf dem Förderturm beim Maschinisten.
 

Der Maschinistenarbeitsplatz.
 

Auch vom Förderturm hat man einen schönen Ausblick, hier zum Kupferhübel...
 

... oder über das Betriebsgelände und den Verlauf des Erzgebirges...
 

...oder auch zum Schlammabsetzer und der benachbarten Grube Preßnitz...
  

...sowie diesen Einblick in eine gewaltige Pinge, die durch die überdimensionalen Abbaue 
entstanden ist.
 

Zu dieser Pinge erzählte uns „Toni“ die folgende Begebenheit:

Die Pinge ist durch den Zusammenbruch eines älteren Abbaus zu einer Zeit entstanden, als sich niemand in der Grube aufhielt. Die dadurch entstandene Druckwelle aus komprimierter Luft war so enorm, daß auf den Strecken in dieses Grubenfeld ganze Hunte aus den Gleisen geschleudert wurden und die blecherne Kaue des kleinen zweitrümigen Stahlfördergerüstes einfach davon flog!  Zum Glück kam niemand zu schaden, nicht um sonst wacht die heilige Maria über den Kupferberg...
 

 L.M. 

Heute bietet nur der Mariahilf-Stolln (tschechisch Marie Pomocná) noch Besichtigungsmöglichkeiten für Besucher. Der Stolln ist ein kleines Besucherbergwerk, das im Mai 2007 eröffnet wurde. Hier wurde früher hauptsächlich das Kupfererz Malachit abgebaut. Der Stolln führt unterhalb des Kupferhübels in den Berg. Öffnungszeiten findet man unter der Seite des Museums Most:  

http://www.muzeum-most.cz/de/montanregion/index.php?kap=8a1b4c 
  


(Foto: Wikipedia)
 

 

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