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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Juli 2011, letzte Aktualisierung Februar 2017.

  

Das Kunstrad
Die Wassersäulenmaschine
Die Dampfmaschine

 

Die Entwicklung der Kunst- und Treibetechnik
am "Rudolphschacht" zu Lauta

Unter diesem Namen ist die heutige Schauanlage bekannt geworden. Der Rudolphschacht in Lauta rund zwei Kilometer nördlich der Marienberger Altstadt stellt ein interessantes Zeugnis der langen Geschichte des Reviers dar - auch wenn nur noch wenige Teile der ursprünglichen, technisch aufwendigen Anlage zu besichtigen sind.

Ihren Ursprung hat die Schachtanlage im Bergbau des 16. Jahrhunderts am Nordrand des Marienberger Reviers. Der eindrucksvolle, alte Haldenzug auf dem in Ost- West- Richtung streichenden "Bauer Morgengang" wird heute mehr oder weniger dezent von der Trasse der Umgehungsstraße der B 174 durchschnitten. Darunter liegt Altbergbau der zweiten Hauptperiode und jüngerer Bergbau des 18. und 19. Jahrhunderts und auch die SDAG Wismut hat hier noch einmal Uranerz gefördert. Zu dieser Zeit erhielt er die wismutinterne Bezeichnung "Schacht 45". Eigentlich aber hieß er "Wasserloch-Schacht".

Ab 1830 trieb man vom benachbarten Schacht "Vater Abraham" die Stollenflügel in Richtung Südwesten vor, um die Baue der Alten - insbesondere die Schächte auf dem Elisabeth Flachen, die im 16. Jahrhundert für ihre reiche Ausbeute berühmt waren - auf tieferer Sohle zu erschließen. Als dann im Jahr 1836 in rund 130 m Tiefe der Flügel des Weißtaubner Stollns auf den Wasserlochschacht durchschlug, stieß man auf einem querenden Flachen noch einmal auf reiche Erzanbrüche und baute daraufhin die Schachtanlage als Kunst- und Treibeschacht aus.

Der Flache Erzgang wurde zu Ehren des gerade zum Bergrat ernannten Carl Amandus Kühn "Amandus Flacher" getauft. Auf dessen Anregung hin wurde der Schacht drei Jahre später anläßlich der Ernennung Rudolph Herings zum Bergmeister "Rudolph-Schacht" genannt.

1839 wurde das landschaftsprägende Gebäude des Göpels zur Förderung errichtet. Ab 1877 wurde die Förderanlage dann von einer Dampfmaschine angetrieben. Der Abbau von Silber- und Buntmetallerzen wurde 1899 eingestellt.

Nach dem Ende des letzten Berggeschreis im Revier - dem Uranerzbergbau durch die damalige SDAG Wismut - verfielen die Anlagen oder wurden für andere Zwecke umgenutzt.
Der Göpel wurde 2005 wiedererrichtet und ist heute wieder voll funktionsfähig. Unter dem Treibehaus verbergen sich aber noch mehr interessante Zeugnisse der Bergbaugeschichte und der Technikentwicklung, die im Folgenden kurz beschrieben werden sollen. Der Schacht ist - nebenbei bemerkt - auch Typuslokalität und Erstfundort eines neuen Minerals, welches  A.Frenzel 1880 in den Erzfällen auf auf der 3. Gezeugstrecke im Bauer Mgg. nach Südosten nachweisen konnte und das "Lautit" genannt wurde (CuAsS).

Ende April 2012 erscheint eine neue Broschüre über den Marienberger Bergbau, die die Eckpunkte der 500jährigen Montangeschichte zusammenfaßt. Doch der Reihe nach:

 


 
Dach abnehmen...
  

Ganz oben: Der Pferdegöpel

Wo immer es zu aufwendig war, ausreichend viel Aufschlagwasser für einen mechanischen Antrieb der Kunstgezeuge oder der Förderanlagen heranzuleiten, nutze man auch tierische Muskelkraft als Energiequelle. So auch hier östlich der Dreibrüderhöhe: Der Rudolph- Schacht liegt am Rand einer Hochfläche und hier stand kaum Antriebswasser zur Verfügung. Deshalb hat man hier 1838-39 die Göpelanlage für die Förderung nach Übertage errichtet. Mit zwei PS ließ sich die Förderung auch über größere Tiefen eben viel günstiger realisieren, als in einem gebrochenen Schacht mit mehreren Haspeln und etlichen Haspelknechten. Das war auch schon zu Agricola's Zeiten so und natürlich findet sich in "De Re Metallica" eine entsprechende Darstellung einer ähnlichen Anlage. 
   


Holzstich aus "De Re Metallica", Buch VI.  
  

Etwas moderner: Ein Grundriß aus Lebrecht Johann Friedrich Erler: "Ausführliche Beschreibung des Pferdegöpels auf der Grube Neuer Morgenstern Erbstolln am Muldenberge bey Freyberg", Grazische Buchhandlung, Freyberg und Annaberg, 1792.
 

Die Bauweise war ganz ähnlich, wie bei dem auf dem Rudolph-Schacht...
  

...und noch der Blick von vorn.
 

Der Göpel auf dem Rudolphschacht arbeitete bis 1877 und wurde dann durch eine Dampfmaschine ersetzt. Im Jahr 2005 wiedererrichtet, stellt das Göpelgebäude heute wieder ein sehenswertes Zeugnis des Erfindungsgeistes der Vorfahren dar. (Als erster seiner Art wurde der Johanngeorgenstädter Göpel nach der Wende wiedererrichtet und 1993 für Besucher geöffnet.) 

Im Gegensatz zum Pferdegöpel in Johanngeorgenstadt ist in Lauta der Rundlauf unverkleidet geblieben und nur die Seiltrommel wurde mit einem Schutzdach versehen. Die Konstruktion ruht auf nur drei mächtigen Balken, die auf gemauerte Widerlager aufgesetzt wurden.  Das Funktionsprinzip war vor 500 Jahren dasselbe wie noch 1838 oder wie noch heute. Unser kleines Raumbild zeigt, wie es im Wesentlichen funktioniert hat: 
 


 
Dach schließen   oder...
Einfahren   
   

Im Mittelpunkt des Rundlaufes ist auf ein gemauertes Lager eine stehende Welle aufgesetzt, die durch den Pferdeknecht und seine tierischen Helfer in Bewegung versetzt wird. (Wenn auch zumeist vom "Pferdegöpel" die Rede ist, waren übrigens nicht nur Pferde, sondern auch Ochsen oder Esel im Einsatz.) Oben auf der Welle sitzt ein Seilkorb, auf dem die beiden Förderseile gegenläufig aufgetrommelt sind. Drehen sich die Seilkörbe, wird das eine auf-, das andere abgewickelt. Wie bei jedem modernen Förderturm sitzen über dem Schachtstuhl zwei Seilscheiben, über die die Förderseile umgelenkt und in den Schacht geführt werden. 

Ist die volle Fördertonne oben, müssen die Pferde ein paar Schritte zurücktreten, damit sie einklinkt und ausgeleert werden kann. Dann wird das Gespann gedreht und es geht wieder in die andere Richtung im Kreis herum, bis die entleerte Fördertonne wieder unten und die andere oben auf der Hängebank angekommen ist. 
 


 Das Treibehaus von außen: Im Hintergrund das Huthaus und jüngere Bauten
aus der Wismut- Zeit. Das Huthaus ist bewohnt, die anderen Gebäude dienen heute 
als Besucherzentrum.  
 

Das Huthaus mit dem typischen Dachreiter für das Bergglöckchen.
Vorn die mächtige, stehende Welle des Göpels. 
 

Die offene Konstruktion des Rundlaufs ruht auf drei 
mächtigen Balken und gemauerten Widerlagern. Das Treibehaus ist
rund zwei Meter aufgesattelt, damit man die Hunte zu ebener Erde
hinausrollen und am Haldenrand entleeren konnte.   
 

Die Seiltrommel unter dem achteckigen Schutzdach.   
   

Auch hier wurden die Seilscheiben originalgetreu aus Holz gefertigt. 
  

Da die Seiltrommel breiter ist, als die beiden nebeneinanderliegenden 
Fördertrümer im Schacht, stehen die beiden Seilscheiben winklig zu einander.  
   

Innenraum des Treibehauses: Im Vordergrund die Hängebank mit den beiden Fördertrümern, 
rechts davon das Fahrtrum. Über der Gebäudefront sitzen die Seilscheiben und lenken 
die Förderseile in den Schacht.
 

Die Hängebank. Links schaut die Fahrt aus dem geschlossenen Fahrtrum.
 

 Mit diesem Fußhebel konnte der Anschläger die Seiltrommel bremsen, wenn
die Fördertonne die Hängebank erreicht hatte. 
 

 Die Kraft wurde vom Pedal über diese Hebel und Winkel nach vorn übertragen. 
 

Die Führungsschienen für die Tonnen im Fördertrum. Der Schachtkopf ist
mit Natursteinmauerwerk gesichert.
  

Mal einfahren ?  Aber klar machen wir das...
Blick auf die zweite Tonne aus dem Fahrtentrum.
 

Blick auf die Ausmauerung im Fahrtentrum. Die vollverzinkten Stahlfahrten und Gitterroste sind natürlich den modernen Sicherheitsanforderungen für den Besucherverkehr geschuldet. Im Gegensatz zu den alten hölzernen Umtrittbühnen lassen sie aber den Durchblick nach oben zu. 
 

Wir sind unten und schauen im Fördertrum nach oben.
  

Der hangende Schachtstoß ist mit elliptischem Natursteingewölbe gesichert. Die Handwerkskunst der Vorfahren ist immer wieder eine Augenweide.
  

Nach Südwesten wurde der Bauer Morgengang auf den oberen Sohlen taub vorgefunden und nicht weiter verfolgt. Auch über diesem kleinen Einhieb wurde aber die Firste mit Halbgewölbe gesichert.
   

Nach Nordosten wurde der Gang im 16. Jahrhundert abgebaut. Über dem Firstgewölbe liegen abgebaute und mit Abraum versetzte Gangbereiche.
 

Dieser kleine Firstenbau gleich nordöstlich vom Schacht ist offen geblieben.
 

Weiter nordöstlich quert die Abbaustrecke ein Gesenk, dann erreicht man - bereits östlich der alten B174 den kleinen Wetterschacht.
  

Die westliche Schmalseite des Wetterschachtes ist durchgebaut und die Abbaue mit Trockenmauerwerk abgestützt.
  

Anhand der hellblauen Färbung der Sinter an diesem Mauerwerk erkennt man, daß die Versatzmassen dahinter noch Reste von Kupfererz enthalten. Die Färbung kommt durch Chalkanthit (ein Kupfersulfat) zustande.
  

Hinter dem Wetterschacht wurde ein kleines Nebentrum des Morgenganges bergmännisch untersucht, jedoch keine bauwürdige Vererzung vorgefunden und der Vortrieb nach einigen Metern eingestellt. Sehenswert die Schlägelarbeit. Durch die gebirgsschonende Handarbeit blieb dieser schmale Pfeiler bis heute stehen.
  

Im weiteren Verlauf ist auch die Abbaustrecke mit Abraum versetzt und nicht mehr fahrbar. In späteren Jahrhunderten konzentrierte sich der Abbau auf die tieferen Sohlen und hier konnte man günstig Abraum unterbringen und so auch die tagesnahen Gangbereiche stabilisieren.
  

Zurück am Rudolphschacht: Rund 10 m unter der letzten Bühne liegt die Betonplombe, die den Schacht heute dauerhaft verschließt. 
 
 

  
Wasserhaltung: Das Kunstrad von 1842

Zum Abschluß unserer Besichtigung verraten wir aber noch, wie sich der Schacht tiefer im Berg fortsetzt und was heute nicht mehr für Besucher zu besichtigen ist. (Das Füllort auf der Stollnsohle ist prinzipiell über den Weißtaubner Stollnflügel noch befahrbar. Der Schacht unterhalb dieser Sohle ist aber mit Bruch- und Versatzmassen verstürzt, wobei auch Kunstgestänge und Pumpen verschüttet und zerstört wurden. Aufgrund der geothermischen Nachnutzung des benachbarten Wismutschachtes 302 sind heute grundsätzlich keine Besucherbefahrungen dieses Bereiches mehr möglich und die nachfolgenden Bilder entstanden noch vor den Ausbauarbeiten am Schacht 302.)

Unter der Hängebank verbergen sich zunächst die tagesnahen Baue der Alten aus dem 16. Jahrhundert auf dem Bauer Morgengang, die kaum rißkundlich erfaßt sind. Sie wurden über den alten Ullrichstolln in etwa 77 m Tiefe entwässert. Der damalige "Wasserlochschacht" wurde aber bereits von den Alten unter der Stollnsohle weiter abgeteuft, so daß auf dem Niveau des Ullrichstollns schon im 18. Jahrhundert eine Radstube für ein Kunstrad bestand. Sie wurde nach dem Anlegen der neuen Radstube abgeworfen, mit Abraummassen aufgefüllt und ist heute nicht mehr fahrbar.

Im 19. Jahrhundert erlebte der Bergbau noch einmal eine neue Blütezeit: Der im Bereich des Schachtes kreuzende Amandus Flache brachte reiche Erzanbrüche. Um die Wasserhaltung zu erleichtern und den Schacht weiter abteufen zu können, wurde 1842 über dem in 130 m Tiefe untertage einkommenden Flügel des Weißtaubner Stollns eine neue Radstube ausgehauen. Das gehobene Wasser konnte dadurch zusammen mit dem Antriebswasser auf dem Niveau des Weißtaubner Stollns abfließen, so daß außerdem die oberen Pumpensätze bis zum Niveau des Ullrichstollns nicht mehr benötigt wurden.

Mit diesem Kunstrad und zwei Pumpensätzen - bereits mit eisernen Röhren ( !! ) - konnten der Schacht und die angeschlagenen Abbausohlen bis zur 5. Gezeugstrecke in zirka 323 m unter Rasensohle trocken gehalten werden.
 


 
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tiefer einfahren   
 

Als Grundlage unserer Rekonstruktion dienten u. a. ein Anlagsriß von R. B. Wappler aus dem Jahr 1845, der im Altbestand der wissenschaftlichen Bibliothek der TU Bergakademie in Freiberg erhalten geblieben ist, sowie Mehrsohlengrundrisse aus der Zeit des Uranbergbaus durch die damalige SDAG Wismut. Um die herauszusprengende Gesteinsmenge möglichst gering zu halten, wurde diese Radstube annähernd rund angelegt. Und so etwa hat das Kunstrad funktioniert:

Das Aufschlagwasser entstammte dem Lautenteich und wurde vom Herzog Carl Schacht über die Hundstrecke herangeleitet. Zwischen Hundstrecke und Weißtaubner Stollnsohle besteht ein Höhenunterschied von zirka 21 m. Dies war für ein "genormtes" Wasserrad von 5 bis 6 Lachter Durchmesser zuviel. Das Kunstrad am Rudolphschacht war deshalb mit zirka 13,5 m Durchmesser bereits "übergroß", trotzdem mußte zwischen der Radkammer und der Hundstrecke ein kleines Fallort angelegt und mit einer Rohrleitung überbrückt werden. Diese zirka 6 m Höhendifferenz fehlten natürlich in der Leistungsbilanz des Wasserrades.

Die dem Rad zufließende Wassermenge und damit dessen Antriebsleistung wurde am Wasserkasten in der Hundstrecke reguliert. Über dem Rad war ein zweiter Wasserkasten eingebaut, aus dem im Bedarfsfall das Antriebswasser über einen Klappenmechanismus ab- und um das Rad herum geleitet werden konnte.

Der Antriebsmechanismus der Pumpengestänge war "standardisiert" und wurde von bewährten Anlagen übernommen: Beidseitig auf der Radwelle saßen Krummzapfen, welche die Streckengestänge gegenläufig bewegten. Am Schacht lenkten zwei Kunstwinkel die horizontale Bewegung um und übertrugen sie auf die Schachtgestänge.

Das Antriebswasser und das aus dem Schacht gehobene Wasser flossen dann über die Schachtumfahrung zum Weißtaubner Stollnflügel in Richtung Kniebreche ab. 
Diese Anlage tat über 30 Jahre lang getreulich ihren Dienst.
 
   


 
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Nächste Stufe: Die Wassersäulenmaschine von 1874

Im Jahr 1874 wurde das Kunstrad durch eine Wassersäulenmaschine ersetzt. Diese hydraulischen Maschinen sind eine Besonderheit des sächsischen Bergbaus und wurden im 18. Jahrhundert entwickelt. Sie sind jedoch nur selten am Originalstandort erhalten geblieben, geschweige denn dort zu besichtigen. Deshalb hat sich diese Anlage einige weitere Sätze verdient:

Das Rahmenwerk und die meisten Hebel der Maschine waren noch aus Holz gefertigt, lediglich die wasserdruckbelasteten Teile - Rohre, Arbeits- und Steuerzylinder - sowie die Beschläge der beweglichen Teile waren bereits aus Gußeisen oder Stahl. Viele der gußeisernen Teile der Wassersäulenmaschine sind deshalb im Gegensatz zum hölzernen Wasserrad bis heute erhalten geblieben.

Konstruktionsunterlagen zur Maschine am Rudolphschacht konnten bislang nicht aufgefunden werden, so daß nur anhand der erhaltengebliebenen Reste zu schlußfolgern ist, daß diese Maschine etwa baugleich zu der am Drei Weiber Schacht eingebauten Anlage gewesen sein muß: Demnach war es eine einzylindrige Maschine, welche nicht über eine starre Traverse, sondern über ein - einem Balancier ähnliches - Kunstkreuz die Schachtgestänge antrieb. Sie verfügte nicht über die Brendel`sche Ventilsteuerung, sondern wurde durch ein Hebelsystem gesteuert. Die Kolbenstange des Steuerzylinders wurde dazu mit einer Zahnstange versehen. Mittels des Hebelsystems wurde jeweils am oberen und unteren Totpunkt durch einen halben Zahnkranz die Kolbenstange auf- bzw. abwärts bewegt und dadurch die Ventile abwechselnd geöffnet und geschlossen.

Nach den erhalten gebliebenen Berichten hat man die bereits für das Wasserrad eingebauten Pumpensätze weiter verwendet, jedoch muß man - bedingt durch die einseitige Aufstellung der Wassersäulenmaschine am Schacht - das doppelte Schachtgestänge durch ein einfaches Gestänge ersetzt haben.

Eindrucksvoll ist besonders der Größenunterschied zum Wasserrad in unserer folgenden Skizze. Mit der vollen Fallhöhe von 21 m erreichte der Wasserdruck im Arbeitszylinder rund zwei Bar und die gesamte potentielle Energie konnte in mechanische Arbeit umgesetzt werden. Zudem waren die Reibungsverluste - da auf Kurbelgetriebe, Kunstwinkel und Streckengestänge verzichtet werden konnte - deutlich geringer als beim Wasserrad. (Weitere Erläuterungen zur Wirkungsweise der Wassersäulenmaschinen findet man in unserem allgemeinen Beitrag zu den im Bergbau eingesetzten Wasserkraftmaschinen.)
   


Standort der Wassersäulenmaschine von 1874 am Rudolphschacht...
( zurück zum Wasserrad... )
  


... und ein wenig vergrößert, damit man Aufbau und Wirkungsprinzip auch erkennen kann.
 


 Im tonnlägigen Schacht oberhalb der Weißtaubner Stollnsohle: Rechts im Bild das dicke Rohr für die Zuleitung des Antriebswassers der Wassersäulenmaschine. (Foto mit freundlicher Genehmigung von S.Müller zur Verfügung gestellt von F.Ihle)
 

Rechts im Hintergrund der Steuerzylinder, vorn macht die Person im Arbeitszylinder dessen Dimension deutlich. Vom hölzernen Rahmen und Hebelwerk war bereits nichts mehr übrig. (Foto mit freundlicher Genehmigung von S.Müller zur Verfügung gestellt von F.Ihle)
 
  

  

Last not least: Die Dampfmaschine von 1877

1877 wurde der Göpel auf dem Rudolphschacht durch eine Dampfmaschine ersetzt. 
Von dieser gibt es keine Bauzeichnungen, aber zu dieser Zeit schon die Photographie (was wir aller Rechtschreibreformen zum Trotze aufgrund des Entstehungsdatums ganz bewußt mit "Ph" schreiben).

Nach 1945 war in Lauta dann noch einmal die SAG/SDAG Wismut zugange. Zu dieser Zeit bekam der Rudolph- Schacht die Wismut-Nummer 45. Charakteristisch für die "wilden Jahre" des Uranbergbaus waren die einfachen, holzverkleideten Fördergerüste, wie sie unser letztes Foto oder auch der als Besucherbergwerk erhalten gebliebene Schacht 15 II b in Bad Schlema zeigen.

  


Der Rudolphschacht 1885: Der Göpel ist bereits verschwunden und durch ein hölzernes Treibehaus ersetzt. Dahinter - ersichtlich an der Esse - das Maschinenhaus. Links im Bild das Huthaus, noch eingeschossig. (Bildquelle: Postkarte anläßlich der 400- Jahrfeier der Bergstadt Marienberg von Robert Ochernal & Sohn unter Verwendung von altem Fotomaterial aus Beständen des Fotogeschäftes Ochernal Marienberg)

 


1888 wurde das Huthaus aufgestockt. Die Jahreszahl ist noch heute in der Wetterfahne auf dem kleinen Glockentürmchen erhalten. Im selben Jahr konnten die Bauarbeiten eines neuen Schachtgebäudes abgeschlossen werden. Der vom Pferdegöpel noch übrig gebliebene Holzbau mußte einem massiven Ziegelbau weichen. (Bildquelle: Postkarte anläßlich der 400 Jahrfeier der Bergstadt Marienberg von Robert Ochernal & Sohn unter Verwendung von altem Fotomaterial aus Beständen des Fotogeschäftes Ochernal Marienberg)

 


Eine Aufnahme des Schachtgebäudes auf der Halde von Paul Schulz aus dem Jahr 1927.

Bildquelle: http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70002035

  


Eine weiter Aufnahme des Schachtgebäudes von Paul Schulz aus dem Jahr 1927.

Bildquelle: http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70002036

  


Demontage des Fördergerüstes des Schachts 45 / Rudolphschacht 1959. (Bildquelle: Foto von Wilfried Schönherr, dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt von F. Ihle)

  

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