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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Juli 2010, letzte Aktualisierung November 2017.

  



Unter das Dach schauen...

   

Das 4. Lichtloch auf dem Rothschönberger Stolln -
Verwaltungszentrale für Bau und Betrieb und 
ein geschlossen erhalten gebliebenes Baudenkmal...

 

Fast waren es schon "Typenbauten" - wenigstens übertage versuchte man mit vereinheitlichten Bauten Geld zu sparen: Das Treibehaus des siebenten Lichtlochs war eine fast exakte Kopie des einst am vierten Lichtloch errichteten. Der Bau des Rothschönberger Stollens von 1844 bis 1877 nämlich war auch so schon teuer genug und wäre ohne staatliche Beihilfe nie angegangen worden. Für diejenigen, die sich um den Erhalt der Baudenkmale an den anderen sieben Lichtlöchern bemühen, ist es jedenfalls ein Glücksfall, daß auf halber Länge des fiskalischen Teils des Stollens, im idyllischen Reinsberg östlich von Siebenlehn, dieses Stück Bergbaugeschichte so komplett stehen geblieben ist. Hier kann man sich anschauen, wie die Bauten ausgesehen haben, die an anderer Stelle die Zeiten gar nicht überdauert haben oder heute mühsam erhalten und wiederaufgebaut werden.  

Daß dem so ist, ist auch dem Umstand zu danken, daß der Rothschönberger Stollen für den Freiberger Bergbau, der erst 1970 endgültig (??) eingestellt wurde, eine immense Bedeutung hatte und deshalb - außer den Zugängen über das Stollntor und die Flügel im Grubenfeld - wenigstens ein weiterer Zugang unterhalten werden mußte. Der fiskalische Teil des Stollens vom Verstufungspunkt südlich von Halsbrücke bis Rothschönberg ist insgesamt 13.900 Meter lang - etwas zuviel ganz ohne "Luftloch".  

Obwohl übertage "typisiert", erforderte doch jedes Lichtloch aufgrund der unterschiedlichen topographischen Lage und der jeweiligen Geländemorphologie auch eigenständige technische Lösungen für das Abteufen, die Wasserhaltung und die Förderung des Abraums. Dabei kamen bereits Dampfmaschinen zum Einsatz (am sechsten Lichtloch, wo man partout kein Aufschlagwasser heranführen konnte). Wo es ging, griff man dagegen auf bewährte Technik zurück: Unterhalb der Wünschmannmühle in Krummenhennersdorf wurde ein Kunstgraben (heute als "die Grabentour" bekannt) aus der Bobritzsch abgezweigt und zunächst zum fünften Lichtloch und dann noch weiter bis zum vierten Lichtloch in Reinsberg geführt. Den letzten Abschnitt vom (weitgehend) übertägig angelegten Kunstgraben bis zum vierten Lichtloch mußte man dazu aber mit der allein schon rund  900 m langen "Reinsberger Rösche" überbrücken. Beide Schächte konnten aber dann komplett mit Wasserkraft betrieben werden. 

Am vierten Lichtloch steht heute noch das komplette Gebäudeensemble eines Schachtes aus der Mitte des 19. Jahrhunderts: Neben dem Huthaus - in dem sich zu dieser Zeit bereits nur noch die Verwaltung und technische Leitung befand - auch die wichtigsten Nebeneinrichtungen für die Hilfsgewerke: Zimmermannswerkstatt und Schmiede. Und natürlich das Treibehaus über dem Schacht mit den Förderanlagen. Vom einstigen Pulverturm sind auf der anderen Straßenseite im Wäldchen versteckt zumindest noch die massiven Fundamente erhalten. Ein ganzer Pulverturm steht noch am VII. Lichtloch in Halsbrücke. 

Dem Förderverein ist es zu danken, daß inzwischen nicht nur Leben wieder einzieht und Sammlungen mit seltenen Ausstellungsstücken die Schauanlage vervollständigen. Das Huthaus wird restauriert, die beiden Radkammern wurden bereits freigelegt und heute kann man nicht nur von oben hineinschauen, sondern auch über den Hilfsstollen unter der Halde in die Radkammern hinein und über die Abzugsrösche wieder ausfahren. Da ist es zweitrangig, daß die Fahrung im Schacht zwar im Originalzustand erhalten geblieben - leider aber eben nicht mehr fahrbar ist. Statt  84 m bis auf die Stollnsohle hinunter - und dann auch wieder hinauf - zu steigen, ist die Besichtigung der zwei Radkammern und die Befahrung der rund  185 m langen Rösche ein erheblich weniger anstrengendes Abenteuer... 

Schauen Sie auch einmal vorbei - es lohnt sich !  Der Verein öffnet u.a. am "Tag der Schauanlagen" jeweils am ersten Sonntag im Juli (in der DDR einst der "Tag des Bergmanns") oder am "Tag des offenen Denkmals" am dritten Sonntag im September.  

 


Der Anblick von der Zufahrt: Auf der Bergehalde thront das markante Treibehaus.
  


Die Gebäude gruppieren sich um einen freien Platz: Geradeaus das Huthaus, rechts die Zimmerei und links hinter den Bäumen die Bergschmiede. Rechts am Bildrand der freigelegte Aufschlaggraben zwischen Treibehaus und dem nördlichen Mundloch der Reinsberger Rösche. 
  


Blick nach Norden über den Platz: Rechts das Treibehaus über dem Schacht, links daran angebaut - am Ende des Aufschlaggrabens - die Überdachung der beiden in die Halde eingetieften Radkammern. 
 


Das Huthaus wird derzeit restauriert und war im Sommer 2010 noch nicht für Besucher zugänglich.
 


Die Tafel über der Tür ist bereits fertig restauriert. 
 


Die Zimmermannswerkstatt...
 


...und ein Blick hinein: Dieser Kahn befand sich tatsächlich auf dem Rothschönberger Stolln zu Kontrollbefahrungen bis in die 1950er Jahre im Einsatz. 
 

Er wurde bei Aufwältigungsarbeiten des Verbruches im Halsbrücker Spat nach dem Sommerhochwasser 2002 untertage gefunden und durch den Verein vom VII. Lichtloch geborgen. 
Jetzt hat er hier seinen Ausstellungsplatz gefunden.
 

Gegenüber die Bergschmiede. 
 

Es war einer der wichtigsten Arbeitsplätze: Hier wurden nach jeder Schicht die Bergeisen wieder geschärft und gehärtet. 
 

Auch das Schmiedefeuer brennt wieder... 
 

An den Öffnungstagen kann man hier einmal dem Schmied über die Schulter schauen. 
 

Noch ein Unikat: Dieser Blasebalg war in einer Freiberger Schmiede im Einsatz, wurde vor dem Abriß bewahrt und fand hier ein zünftiges Zuhause.
 

Im Prinzip funktioniert er noch. Nur der Balg aus Kunstleder ist inzwischen undicht. 
 

Aber nun der eigentliche Schacht: Schleichen wir erst einmal um die Halde herum - von hier sieht es am imposantesten aus... 
 

Hier links im Bild am Haldenfuß führt auch der Hilfsstolln zu den Wellenlagern der Radkammern. 
 

Mal reinschauen ?  Aber klar doch... 
  

Die römische Vier über der Tür steht für die Nummer des Lichtloches und den Platz entlang des Rothschönberger Stollens. 
 

Die Hängebank: Nach der Fertigstellung des Stollens demontierte man die Förderanlagen und verfüllte die beiden Radkammern. Für den Unterhalt des Stollens reichten diese "Material-Körbchen" aus... 
 

Auch ein Stückchen Handwerkskunst aus dem 19.Jahrhundert: Das Fahrtentrum ist "verschlussicher". 
 

Hier werden für die Besucher die Getränke kühl gestellt. In einem heißen Sommer ist so ein genügend tiefer Schacht einfach herrlich kühl....
 

Wie schon gesagt. Alles noch original - nur eben nicht mehr risikofrei fahrbar...
  

Wenn man gaaaaaanz genau hinschaut, sieht man unten das Wasser auf der Sohle... 
 

Auch noch original: In der ersten Etage über dem Schachtkopf steht für die "Förderkörbchen" eine immerhin  viermännige Handhaspel.
  

Die Haspelwelle im Detail. 
  

Und die Bremse. 
 

Beim Bartholomäus-Schacht und beim Thurmhofer Wasserrad haben wir schon auf die Funktionsweise der Bremsanlagen hingweisen. Bei dieser Miniaturausgabe aber sieht man richtig, wie sie einmal funktioniert hat. 
  

So: Aber wir wollten ja einmal in die freigelegten Radkammern hineinschauen: Hier links und rechts unter dem Dach waren die beiden fast 12 m im Durchmesser messenden Antriebsräder für die Wasserkunst und die Förderung eingebaut.

Hoppla - hier steht ja noch eine alte Kipplore herum...
 

Hier kam das Aufschlagwasser an. Quer über beide Radkammern war ein Wasserkasten eingebaut. Ein System aus Gestängen und Schiebern verteilte von dort aus das Aufschlagwasser auf die beiden Räder. Zuerst auf das Kunstrad - solange der Stolln in Richtung Mundloch noch nicht durchschlägig war, mußte ja alles Grundwasser gehoben werden !  Dieses Rad war in den mehr als 30 Jahren Gesamtbauzeit absolut überlebenswichtig. 

Und nun ein erster Eindruck von der Dimension dieser Wasserräder: 
 


Das ist der Blick von oben die Radkammer des Kunstrades...
 

...und rechts daneben war das gleichgroße, doppelt beschaufelte Kehrrad eingebaut. Da das Kunstrad ständig in dieselbe Richtung drehte, das Kehrrad dagegen aber die Laufrichtung ständig wechselte, besaßen die Räder natürlich zwei getrennte Wellen. 
 

In der Mittelkammer zwischen beiden Rädern waren auf der einen Seite die Streckengestänge des Kunstgezeuges und auf der anderen die Seilkörbe der Förderanlage eingebaut. 
 

Hier wurden die Förderseile durch- und zu den Seilscheiben hinaufgeführt. 

 

Das folgende Raumbild erklärt ein wenig, wie die Förderanlage funktioniert hat. 

   

   



  Zurück zur Übersicht des Gebäudeensembles...   ...oder weiter zur Wasserkunst.

  


Schauen wir mal eine Etage tiefer... 
 


Damit die Holzbauten durch die immer feuchten Wetter nicht verfaulen, gibt's eine Wettertür. 
 


Aber nun sind wir drin und stehen unter der Halde. Diese für die Besucher eingebaute Brücke haben wir eben von oben gesehen. An dieser Stelle lagen früher einmal die Welle des Kehrrades und die beiden Seilkörbe für die Förderseile.
  


Und gegenüber lag die Welle des Kunstrades.
 


Das ist schon beeindruckend viel Luft über uns unterm Dach - dabei sind wir ja erst auf halber Höhe der Radkammern. 
 


Im Gegenlicht sieht man die Durchführungen für die Förderseile noch besser. 
 


Noch ein Blick auf das Natursteingewölbe über dem Radlager des Kunstrades. Ist etwas unscharf, aber der Verzicht auf das Blitzlicht macht oft die Aufnahmen räumlicher und die Konstruktionsweise besser sichtbar. 
 


Hier ging's nicht ohne Blitz: Wozu dieser abgewinkelte Gang gedient haben mag, ist nicht mehr ohne Weiteres nachzuvollziehen. Aber wieder bewundernswert: Die perfekt ovale Gewölbemauerung unserer Vorfahren... 
 


Schau'n wir aber nach unten: Von der Sohle der Kehrrad-Kammer aus leitete die Abzugsrösche das Antriebs- und das gehobene Wasser hinaus. 
 


Ah: Jetzt hätten wir auch einen Größenvergleich. Wohlgemerkt: Wir stehen noch in der Mitte der beiden Radkammern - das ist nur die halbe Höhe !
 


Jetzt erst sind wir "ganz unten". 
 


Auch diese alte Fahrt blieb bei der Verfüllung der Radkammern im Schutt erhalten.
 


Von links im Bild kam das Antriebswasser des Kunstrades gelaufen. Geradeaus geht es hinaus...
  


Zuerst noch in die andere Kammer hinüber...
 


...auch hier wieder perfektes Bruchsteinmauerwerk...
 


...und auch hier noch schnell ein Blick nach oben. 
 


So, nun geht's hinaus. 
 


Im Schlamm konserviert liegen hier noch die alten Planken des Laufwerks. 
 


Der Vorteil der "Individual-Führung": Keiner schlägt Wellen in der Wassersaige und 
so ergeben sich tolle Fotomotive... 
 


Gleich nochmal, auch ohne Blitz. Da von den Rädern kein Wasser mehr kommt, sammelt sich nur Tropfwasser in der Abzugsrösche - Gummistiefel reichen für die Befahrung aus. 
 


Nach exakt 184,5 m kommt die Rösche wieder zutage und schlägt das Wasser in den Dorfbach ab.
  


Eine Brücke verdeckt heute den Einlauf in den Dorfbach. 
 


Hoppla - wo sind wir eingestiegen ?!  Das Treibehaus ist gar nicht mehr zu sehen.
Hundertfünfundachtzig Meter können ganz schön lang sein... 
 


Interessantes Detail zum Schluß: Der Schlußstein über dem Röschenmundloch trägt keinen Namen und keine Jahreszahl. Dafür aber einen Vermessungspunkt. 
  


Weil die Röschensohle hier tiefer liegt als das Bachbett daneben, war eine kleine Fischtreppe nötig, damit Besucher trockenen Fußes hindurch können.
 


An der Niederreinsberger Brücke (gegenüber der Bäckerei) findet man noch eine zweite Rösche.
 


Dies ist das Mundloch der "tiefen Rösche" des 4. Lichtlochs.

     


Schauen wir uns also auch die Technik zur Wasserhebung noch an: Hier der ursprüngliche ZUstand mit einem vom Wasserrad angetriebenen Kunstgezeug.

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1850/1851 war es zu einer starken Wassererschrotung durch Anfahren eines "wasserführenden Lettengangs" in den Stollnörtern am 4. Lichtloch gekommen. Als Sofortmaßnahme, um die Grubenwässer halten zu können, stellte man zunächst eine "Hilfsdampfkunst" auf (vgl. Bestand 40026 (Stolln- Administration des fiskalischen Rothschönberger Stollns), Nr. 7, 1850-1851).

Um für die weitere Bauzeit dauerhaft Abhilfe schaffen zu können, plante man daraufhin den Bau einer zweiten, "tiefen Rösche" und den Einbau eines gleichartigen Turbinenkunstgezeugs, wie schon am 5. Lichtloch (vgl. Bestand 40026 (Stolln- Administration des fiskalischen Rothschönberger Stollns), Nr. 9, 1852-1853).

Eine Beschreibung der für das 5. und dann auch für das 4. Lichtloch vorgesehenen Turbine findet man in der Jahrbuchausgabe von 1850. In der Rubrik Freie und eigenthümliche Aufsätze vermischten Inhaltes gibt es in dieser Ausgabe einen solchen von Herrn Kunstmeister F. W. Schwamkrug zu Freiberg Ueber die Einrichtung und Anwendung vertikaler Turbinen mit theilweiser Beaufschlagung.

Die hierzu gehörige Zeichnung haben wir beim 5. Lichtloch schon vorgestellt.

Zur weiteren Entstehungsgeschichte der zweiten Rösche zitieren wir aus den Mittheilungen über den Rothschönberger Stolln in den Jahrbüchern für den Berg- und Hüttenmann.

1852 können wir dort lesen, daß man 1850 "beim 4. Lichtloch, wegen bedeutender Vermehrung der Grundwasser, an die Wasserhebungsmaschine noch 10 Kunstsätze angebaut..." habe. Der Schacht des 4. Lichtloches ist bekanntlich 84 m tief. Bei einer Förderhöhe üblicher Saugpumpen von maximal etwa 7 m bedeutet diese Zahl, daß man das Wasser von der Stollnsohle um etwa 70 m nach oben pumpen konnte. Dies entspricht dem Niveau der "oberen Rösche", die ja auf dem Sohlniveau der Radkammern neben dem Schacht angesetzt war.  

  


Das war die erste Lösung: Man hat zusätzliche Pumpensätze eingebaut. Am Ende ist es so geblieben, bis der Stolln durchschlägig war und man keine Technik zur Wasserhebung mehr brauchte.

  Zurück zur Ursprungslösung...   ...oder noch weiter.

 

In der Ausgabe von 1853 wird dann (für das Jahr 1851) vermerkt: "Beim 4. Lichtloch wurde zur Verstärkung der Wasserhaltungsmaschinerie die tiefe Abzugsrösche vom Löfflerschen Mühlgraben unterhalb der Niederreinsberger Rittergutsbrücke in Angriff genommen, um durch dieselbe noch 5,3 Lachter Gefälle (also rund 10,6 m tiefer) unter dem jetzigen Kunstrade heranzubringen. Behufs der Durchörterung dieses 350 Lr. langen Röschentractes wurden zunächst 3 Lichtlöcher und das Mundlochsort, sowie von den niedergebrachten Schächten die bezüglichen Gegenörter in Belegung genommen."

1852 hatten man "beim 4. Lichtloch behufs der Einbringung einer tieferen Abzugsrösche von 3 niedergebrachten Röschenschächtchen und dem Mundloche aus 291,1 Lachter Röschenlänge" bereits aufgefahren und 1855 steht im Jahrbuch, daß man (im Jahr 1853) "...durch anderweite Auffahrung von 23,8 Lr. Länge und Ausmauerung die tiefe Abzugsrösche beim 4. Lichtloch in einer Gesammtlänge von 314,9 Lr. (also zirka 629,8 m) völlig hergestellt..." habe. Diese rund 630 m Röschenstollen zuzüglich zweier Hilfsschächte hat man also in nur zwei Jahren (1851 bis 1853) aufgefahren.

In der Ausgabe von 1856 lesen wir, daß "...beim 4. Lichtloch der zum Einbau eines Turbinengezeugs erforderliche Raum ausgeschossen und das dazu nöthige Mauerwerk aufgeführt..." wurde. Im Jahrbuch 1857 steht noch einmal zu lesen: "...beim 4. Lichtloche (wurde) die faul gewordene Zimmerung des als Hängeschacht zu benutzenden 3. Röschenschachtes durch Mauerung ersetzt und der Raum für die Kunstkreuze und Korbstange einer einzubauenden Tourbine ausgehauen."

Allerdings weisen die Rissunterlagen zum Rothschönberger Stollen (vgl. z. B. Bestand 40040 (Fiskalische Risse zum Erzbergbau, Nr. B4378: Rothschönberger Stolln (fiskalischer Teil), Teil zwischen dem IV. Lichtloch bei Niederreinsberg und dem V. Lichtloch oder Bestand 40102 (Oberdirektion der staatlichen Erzbergwerke, Nr. 2-C1905: IV. Rothschönberger Stollnlichtloch, die Anlage einer tiefen Abzugsrösche, datiert 1851-1853) nur zwei Röschenschächte entlang der tiefen Abzugsrösche aus.

Damit enden die Vermerke zur tiefen Rösche in Reinsberg in den Jahrbüchern. In der Zwischenzeit war es nämlich offenbar gelungen, den Lettengang "zu verspünden". Kunstmeister Schwamkrug schaute sich dies selber an und schrieb daraufhin ein Gutachten über eine wasserdichte Verwahrung des Stollntraktes beim IV. Lichtloch (vgl. Bestand 40026 (Stolln- Administration des fiskalischen Rothschönberger Stollns), Nr. 7, 1850-1851 sowie Nr. 16, datiert 1862).

Möglicherweise hat man die tiefe Rösche aber dennoch zur Ableitung der gehobenen Grundwässer genutzt, wodurch die Leistung des Radkunstgezeuges danach in jedem Falle wieder ausreichte. Dies hätte nämlich knapp 11 m Förderhöhe gegenüber der vormaligen Lösung eingespart und damit mindestens einen Pumpensatz auf jedem der beiden Gezeuge.  

  


Nachdem die Tiefe Rösche herangebracht war, konnte man noch einmal etwas mehr Antriebsleistung einsparen, was den Müllern im Bobritzschtal - denen das Wasser ja entzogen wurde - sicher genehm war. Genau wissen wir´s aber nicht...

  Hier geht´s auch wieder zurück...  

  

Ob wir es einmal erfahren werden, wie weit die Vorfahren mit dem Bau der Turbinenkammer tatsächlich vorangekommen waren, bevor sie überflüssig wurde ?  Und ob die Tiefe Rösche überhaupt genutzt wurde ?  Wir werden sehen...

Es gibt in der Region aber noch mehr zu entdecken: Wenn Sie zum Beispiel wissen wollen, wie das Aufschlagwasser zum 4. Lichtloch gelangte, klicken Sie doch einmal hier hin: Grabentour.

Glück Auf !

 J. B.

  

 

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