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Ergänzungen zu Johannis Reicher Segen Gottes Fundgrube und Stolln am Rothenbach bei Schwarzbach Autor: J. Stark, Bernsbach, unter Mitwirkung von L. Buhmann, Scheibenberg. Der Beitrag wurde bei uns im September 2026 publiziert. Sie können diesen Beitrag auf dem Recherchestand vom September 2026 vom Qucosa- Server der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden im PDF- Format herunterladen.
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Inhalt
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Vorbemerkung
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Der Artikel „Zum Eisen- und Braunsteinbergbau
am Emmler und in Oberscheibe“ ist sicherlich eine der bisher umfassendsten und detailliertesten
Abhandlungen über diesen montanhistorisch wichtigen Bergbau.
Nichtsdestoweniger gibt es immer wieder Neues zu berichten: Im Folgenden
betrifft dies
die Fundgrube „Johannes Reicher Segen Gottes“ bei Schwarzbach unterhalb vom
Nach aufwändigen Vorarbeiten ergab sich kürzlich eine temporäre Befahrungsmöglichkeit des genannten Grubengebäudes. Dabei konnte die Lokalität vermessen und in Wort und Bild dokumentiert werden. Meines Wissens konnten bisher keinerlei Riß- Darstellungen im Bergarchiv gefunden werden, was wohl Brandereignissen und anderen Widrigkeiten in den vergangenen Jahrhunderten zuzuschreiben ist. Allerdings haben die Autoren der Abhandlung über den Emmler interessante Grubenakten aus der letzten Betriebsperiode dieser Grube gefunden und transkribiert. Somit ergab sich die Gelegenheit, diese Akten mit der heute noch vorzufindenden Situation zu vergleichen. So viel sei vornweg gesagt: Die in den Akten niedergeschriebene bergtechnischen Angaben entsprechen weitgehend den tatsächlichen Verhältnissen, wie jedoch die Bedeutung bzw. das Potential und damit der Wert dieser Grube in der Vergangenheit „schöngeredet“ wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt.
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Zunächst die Befahrung des tiefen Stollns...
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Vom Mundloch bis zum Lichtloch
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Bild 1: Wo sonst das Wasser bis zur Firste hoch steht...
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Bild 2: ...können wir ausnahmsweise über das Stollnmundloch einfahren.
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Bild 3: Blick zurück zum Mundloch,
die Grubenwässer standen vordem bis an die Firste
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Bild 4: Blick vom Mundloch in Stollnrichtung, in der Firste der nachgefahrene Quarzgang.
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![]() Grundriß des ersten Abschnittes vom Mundloch aus bis zum Lichtloch.
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Bild 5: Ein bißchen Krabbelei und einige Erdarbeiten...
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![]() Bild 6: ...dann sind wir drin: Bei 10 m geht eine Strecke nach NO ab, die versetzt ist und bei 2 m Entfernung einen ebenfalls versetzten Abzweig erkennen lässt (im Bild oben links). Weil im Versatz interessante Mineralisation zu finden war, wältigten wir auch hier etwas auf (im Bild unten). Die roten Pfeile zeigen die ursprüngliche Versatzhöhe an.
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Bild 7: Der linke Abzweig folgt einem
spitzwinkelig abscherenden Trum des Morgenganges
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![]() Bild 8: Danach wurde der Morgengang verlassen und auf einem Stehenden weiter nach Nord gefahren. Im Bild der Blick von Morgengang aus nach Nord, wo schon das Streckenort zu sehen ist.
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![]() Bild 9: Dieses mit etwa 2 m ungewöhnlich breite Ort besteht aus zwei nebeneinander liegenden Anbrüchen, die Alten wollten hier auf zwei Klüften (ganz links und rechts) weiter auffahren, gaben dieses Vorhaben jedoch auf.
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![]() Bild 10: Wir kehren zurück zum Abzweig und folgen dem teilversetztem Morgengang weiter nach NO.
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Bild 11: Nach nur 5 m stehen wir vor dieser exakt ausgehauenen Ortsbrust, gut sichtbar der mit etwa 75° einfallende Morgengang.
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Bild 12: Wir kehren zurück zum Hauptstolln: Der verläuft weiter nach Nord. Da der Morgengang den Quarzgang verworfen hat, ist im Quergestein aufgefahren worden. Nach knapp 5 m schwenkt die Auffahrung im rechten Winkel nach West bzw. links und erreicht nach weiteren 2,5 m das Lichtloch.
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![]() Bild 13: Blick in das Lichtloch von Übertage, die Streckenabgäng sind noch verschüttet.
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![]() Bild 14: Und so sieht es aus, wenn man vom Grund nach über Tage blickt.
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![]() Bild 15: Talwärts, also in Richtung Süd, ist lediglich ein kurzer Streckenstummel vorhanden, der eigentlich recht ordentlich ausgebildete Quarzgang wurde nicht verfolgt.
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![]() Schnittzeichnung des Lichtlochs.
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Vom Lichtloch feldwärts
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![]() Bild 16: In Stollnrichtung, also nach Nord in den Berg hinein, war erst einmal kein Weiterkommen.
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![]() Bild 17: Nach mühsamer Arbeit und Technik- Einsatz immer noch ein Mauseloch, aber passierbar.
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![]() Bild 18: Partie bei 10 m Stollnlänge mit Blick zurück zum Lichtloch. Trotz Sümpfung stehen noch etwa 50 cm Wasser an. Den alten Wasserstand markiert der helle Streifen am linken Stoß.
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![]() Bild 19: Weiter im Berg steigt die Sohle an, der Wasserstand sinkt und altes Laufwerk kommt zum Vorschein.
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Bild 20: Bei 60 m Entfernung vom Lichtloch (entspricht 80,5 m vom Mundloch) beginnt ein erster Firstenbau mit einer noch stehenden Fahrt- das ist eindeutig eine Hinterlassenschaft der Staatlichen AG Wismut !
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Bild 21: Blick in den etwa 4 m hohen Firstenbau mit der (rechts unten) angelegten Fahrt.
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Grundriß des mittleren Stollnabschnittes bis zum Stollnort von 1763 mit den beiden Firstenbauen und dem Gesenk (Schnittzeichnung rechts). Die gut erhaltene Fahrt belegt, daß auch die Wismut hier hineingeschaut hat.
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Bild 22: Der Firstenbau endet nach 4 m an einem den Stollngang kreuzenden Morgengang. Dieser hat den Stollngang um einige Dezimeter nach West (links) verworfen.
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Bild 23: Die Ortsbrust mit den gestaffelten Einhieben des nur ca. einen Meter angefahrenen Morgenganges. |
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Bild 24: Unmittelbar nach der geringen Verwerfung wurde der Stollngang hier durch die Bergleute der staatlichen AG Wismut mit „Wasser- Flachen“ bezeichnet. Dazu später mehr.
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Bild 25: Hier beginnt auch
ein zweiter Firstenbau und bei 88 m Stollnlänge erreichen wir ein
verfülltes Gesenk.
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Bild 26: Dieser Firstbau ähnelt dem vorherigen in Dimension und Ausführung sehr.
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| Von den Überhauen bis vor Ort |
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Bild 27: Am Stoß finden wir
hier wieder eine aus der Wismut-Zeit stammende Inschrift: “Querschlag
11 Stunde“.
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Bild 28: Nach Durchfahren des Firstenbaues zweigt bei ca. 93 m Gesamtlänge des Stolln eine Strecke nach West ab, die reichlich 7 m aufgefahren ist. Neben einem recht unscheinbaren Morgengang- Trum setzt ein basaltisches Ganggestein auf (rechts die Wulst in der Sohle).
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Bild 29: Etwa einen Meter nach der abzweigenden Strecke erreichen wir einen wichtigen Punkt, dessen Bedeutung wir aber erst später beim Studium der Bergakten erkennen. Es ist das alte Stollnort vor der Wiederaufnahme des Bergbaues im Jahr 1763.
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Grundriß des letzten Stollnabschnittes mit der nach 1763 noch erfolgten Auslängung.
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Bild 30: Stollnpartie hinter dem alten Ort von
1763. Das Profil der Auffahrung ist größer,
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Bild 31: Hier ist die Erklärung
dazu: Es wurde nun gebohrt und gesprengt
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Bild 32: Etwa 15 m nach dem alten
Ort zweigt eine Strecke nach NO ab, die wir „Ausfahrung NO“ nennen.
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Bild 33: Fünf Meter nach der Ausfahrung zeigt sich in Stollnrichtung dieses Bild.
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Bild 34: Nochmals 5 m weiter erreichen wir eine treppenartige Anlage. Hier wurde die Sohle in zwei Stufen nachgerissen. Ganz vorn liegt wieder ein Sitzholz. |
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Bild 35: In diesem Bereich finden wir am Stoß eine zwar nicht mehr ganz zu entziffernde Inschrift, typisch für die Zeit der AG Wismut, mit der Karbidlampen- Flamme erzeugt. Zumindest wissen wir jetzt, daß ein gewisser „S. A.“ 1950 hier gewesen ist.
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Bild 36: Wir sind am Ende des Stolln angelangt. Hinten lenkt dieser noch auf 2 m auf einem Morgengang- Trümchen nach rechts ab und erreicht dann seine Ortsbrust. Die Strecke vom Mundloch bis vor Ort beträgt 121 m.
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Grundriß des Grubenbaues (Gesamtübersicht), aufgenommen von den Autoren mit Kompaßzug.
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Etwas zu
den geologischen und mineralogischen Aspekten
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Für den Hauptgang oder Stollngang werden in den Bergakten folgende Streichrichtungen und Einfallen angegeben:
Der Gang streicht demnach zwischen 351° und 9° in Richtung Nord und ist damit nach altem Bergmannsbrauch im Grenzbereich zwischen einem Flachen und Stehenden Gang einzuordnen. Heute bezeichnet man dies eher als meridional streichenden Gang. Wir haben ein Generalstreichen des Stollnganges von 350° festgestellt. Flach gegen Abend fallend bedeutet in den Akten ein Einfallen nach West. Nach unseren Beobachtungen fällt der Gang im Bereich zwischen Mundloch und Lichtloch eher seiger ein, im weiteren Verlauf nach Nord dann um 75° nach W bzw. SW.
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Zur Beschaffenheit der Gänge werden erstmals im Befahrungsbericht vom 20. Juli 1763 Aussagen gemacht: „(daß der) erstere (Stollngang) über eine Viertel Elle (14 cm) mächtig sey, und in unterem Stoße des ermeldeten Lichtlochs, ingleichen auf der Stolln Firste und Sohle beym Stollnort (?) sey, Arsenical Kieße bei sich führe...“ Im Lichtloch finden wir tatsächlich über der Firste des abgehenden Stollns derben Arsenopyrit in Quarz anstehend. Daß dies auch damals für das Stollnort (bei 94 m) zutraf, kann heute natürlich nicht mehr überprüft werden. Im Bericht vom 9. Oktober 1763 steht dazu Folgendes: „Nach einer halben Elle (zirka 28 cm) wurde auf dem Stollngang sofort wieder erbrochen, allwo er Silber Ertze von 3 Loth, 2 Quent (zirka 36,5 g) Silbergehalt gehabt hat und dergleichen in der Firste, Sohle und vor Ort anstehend zu befinden, über eine Viertel Elle (ca.14 cm) mächtig.“ Der kreuzende Morgengang bei 93 m Stollnlänge hat den Stollngang wenige Zentimeter nach West verworfen, dies zeigte sich bei der Wiederaufnahme der Bergarbeiten beim alten Stollnort (94 m Stollnlänge). Die Vorgänger hatten ja den Morgengang nur nach Ost angehauen und als taub befunden. Nun zeigte sich der Gang nach West, an der Verwerfung, angeblich silberführend. Darüber liest man im Bericht vom 16. Juni 1764: „Über dieses hat auch im Gang selbst gleich nach der dritten Lachter vom übersetzenden Morgentrume weg, wo wir zu arbeiten angefangen, känntliches Glas Ertz in Wismuth Ertz nebst silberhaltigen Schwärtzen, die aber im Gehalt noch nicht untersucht sind, eingebrochen.“ Etwa 6 m hinter (nördlich) dem kreuzenden Morgengang bzw. reichlich 5 m nach dem alten Stollnort fand man demnach auf dem Stollngang Argentit oder Stephanit (Glaserz) in Wismuterz, sowie Argentitanflüge (Schwärze).
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Der Bericht vom 23. März 1767: „Am Stollnort hatte man den Gang an einer Verwerfung verloren, ihn wieder zu finden 1 Lachter weit ins Liegende eingeschlagen und dort glücklich ein Trum mit gleichem Streichen erreicht, das auch etwas Weißgültigerz führte.“ Das Stollnort stand damit 1767 dort, wo es auch heute noch steht, nachdem bei 119 m Stollnlänge ein kreuzender Morgengang den Stollngang abgeschnitten hatte und man auf ersterem zirka 2 m nach NO weiterfuhr. Wie bereits im vorherigen Kapitel beschrieben, ist am Stollnort von einem Trum mit gleichem Streichen wie der Stollngang aber nichts zu sehen. Wie kann man dann Weißgültigerz (wohl silberhaltiges Fahlerz) finden ? Aufstand vom 5. September 1772: „Da nicht nur derjenige flachgangweiß streichende Gang, worauf bey diesem Gebäude das Haupt Stolln Feld Ort gegen N. getrieben wird sowohl in Ansehung sein ab und zu führenden Gangarten sowohl aus derben und mit etlichen Loth Silber Gehalt bewiesenen Stufen darinliegender Blende bestehe.“ Nun wird anstatt von „Weißgültigerz“ von silberhaltiger „Blende“ berichtet, wobei damit am ehesten Sphalerit gemeint war. Befahrungsbericht vom Geschworenen Hildebrandt aus dem Quartal Reminiscere 1775: „Allhier zeigt sich der Gang worauf das Stolln Ort flachgangweise gegen Mitternacht getrieben wird, von der Fürst bis halb Ort nieder schmal, hin und wieder aber 3 und 4 ganze Finger mächtig, von Quartz, Horn, (?) mit anstehener Schwärtze, welche Gangarten etwas Silber halten dürften.“ Da seit 1767 das Stollnort liegenblieb, beschreibt man also immer wieder dieselbe Lokalität, allerdings mit unterschiedlichen Mineralen und Gehalten. Hier werden die Gangarten Quarz und Hornstein (dichter Quarz) genannt, die Schwärze (Argentit?) mit mutmaßlichem Silbergehalt führen sollen. Im Fahrbericht des Geschworenen Johann Samuel Körbach vom Quartal Crucis 1794 heißt es dann: „Es wird vom Mundloch herein bey 55 Lachter Länge in Nord auf dem flachen Gang ein Versuch mit Überhauen gemacht, der Gang bestund aus 4 bis 6 Zoll arsenical Kieß...“ Bei zirka 109 m Stollnlänge wurde also angeblich ein Überhauen angesetzt, wo der 9-12 cm mächtige Gang Arsenopyrit führen soll. Ein Überhauen ist dort jedoch nicht zu finden und im anstehenden Gang auch kein Arsenkies. Es wird somit wohl bei dem Versuch geblieben sein. Eine letzte Eintragung im Quartal Trinitatis 1795 lautet: „der Gang in selbigen bestand aus 3 bis 6 Zoll (7,1-14,2 cm) Mächtigkeit führt aufgelösten Gneus mit einbrechendem arsenical Kieß.“ Die Mächtigkeit von 7 – 14 cm entspricht etwa den vorangegangenen Angaben für die Situation bei etwa 109 m Stollnlänge, ebenso die Arsenopyrit-Führung. Der „aufgelöste Gneus“ ist überprägter bzw. tektonisch beanspruchter Glimmerschiefer. Es ist zu befinden, daß die geologischen Angaben bezüglich des Stollnganges durchaus zutreffend sind. Das Generalstreichen beträgt 351° NNW bei einem Einfallen zwischen 90° und 70° W. Die Mächtigkeit schwankt zwischen wenigen und 30 cm, im Durchschnitt 10 cm. Der Ganginhalt besteht aus Fettquarz und Letten mit punktueller Arsenkiesführung, wobei der Quarzgehalt nördlich vom Lichtloch zugunsten der Letten abnimmt. Die beschriebene Führung spezieller silberhaltiger Mineralien kann natürlich nicht ausgeschlossen werden, anhand des jetzigen Bildes ist jedoch davon auszugehen, daß dies wirklich nur kleinste, isolierte Einzelfunde waren – und daß man zusätzlich im Interesse guter Geschäfte – man wollte potentiellen Investoren zum Kauf von Kuxen animieren – die anbrechenden Erze kräftig „schöngeredet“ hat !
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Neben dem Stollngang spielt lediglich der bei 94 m Stollnlänge kreuzende Morgengang noch eine Rolle. Dieser wird schon in der Verleihakte genannt, wo es heißt, Kaufmann mutete noch „auf einem übersetzenden Gang ohnweit des ietzigen Stollnorts und zwar ½ Lachter zurück und etl. 30 Lachter vom Lichtloch des Stollns weg 1 Fundgrube, welche der nechsten 1 oberen und 1. Unteren Maas auf einem Morgengang so in obigen gemutheten und bestätigten Stolln hora 6 übersezet.“ Im Befahrungsbericht vom 20. Juli 1763 ist zu diesem Morgengang bemerkt: „ferner die auf dem letztgedachten Morgengang gegen Occ. berührten Ertz Arten in einer milden und zarten Mutter von Gilbe und steinmark- Drusen (?) noch anstehend zu sehen und haben sich solche gegen die Firste eine Spanne lang in die Höhe gezogen, wie denn der Gang das drey gute Querfinger mächtig sich befindet.“ Der Gang in Streichenrichtung West ist 6 -7 cm mächtig. Wie schon beim Stollngang erwähnt, hat der Morgengang diesen etwas nach West verworfen. Dieses verworfene Gangkreuz führte wohl zu einer (bescheidenen) Veredlung. Diese „Erze“ lagen nach dem Bericht in einer zersetzten, überprägten Gangmasse vor. Aus dem Befahrungsbericht vom Quartal Trinitatis 1767 ist zu erfahren: „so gleich hinder dem auf dem Stolln niedergesunkenen (Gesenk), durch eine ausstreichende neuartige Wacke dem Gang gegen die 4 Lachter in Klüfften, welche ins Hangende gefahren, sehr geschmälert, so daß nur noch von Klüften vor Orth zu etwas befindlich...“ Nach Anfahren der Morgenganges nach West zeigte sich, daß den Gang eine „neuartige Wacke“, es ist ein basaltoides Ganggestein, begleitet. Es werden nach unseren Messungen 7,30 m aufgefahren, dann jedoch abgebrochen, weil sich nur noch unbedeutende Klüfte zeigten. Der Basaltgang setzt direkt am Gangkreuz von Stollngang und Morgengang auf und begleitet diesem im Liegenden. Die Mächtigkeit beträgt etwa 40 cm, der Basalt ist grau, dicht und von außerordentlicher Festigkeit. Östlich von der Verwerfung ist der Basaltgang nicht vorhanden.
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Die Angaben über die Metallgehalte bei an Proben durchgeführten Analysen sind mehr als kritisch zu bewerten. Wir wollen darauf nicht weiter eingehen, da in der eingangs genannten Abhandlung schon das fragwürdige Verfahren mit den noch fragwürdigeren Ergebnissen thematisiert worden ist.
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Mineralienfunde
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Bild 37: Gangstufe Fettquarz mir Arsenopyrit vom Stollngang, Größe 15 x 8 cm
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Bild 38: Kankit (olivgrün) auf Pitticit, aus Versatzmassen, Größe 5 x 5 cm
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Bild 39: Diverse Arsen- Sekundärmineralien, vielleicht auch Skorodit (gelbgrün), frisch aus dem Versatz geborgen.
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Bild 40: Hierbei dürfte es sich um Arsenolith handeln, ebenfalls aus Versatzmaterial geborgen.
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Markscheiderische bzw. bergtechnische Aspekte im Abgleich mit den Bergakten und
der vorgefundenen Situation
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Bei der Verleihung (es war nicht die erste) einer Fundgrube unter dem Namen „Johannes Reicher Segen“ im Jahr 1763 wurde eine weitere Verleihung in der Grube erwähnt: „auf einem übersetzenden Gang ohnweit des ietzigen Stollnorts und zwar ½ Lachter zurück und etl. 30 Lachter vom Lichtloch des Stollns weg 1 Fundgrube... auf einem Morgengang so in obigen gemutheten und bestätigten Stolln hora 6 übersezet.“
Das muß der kreuzende Morgengang (mit dem
später aufgeschlosenen Basalt) bei 74 m Stollnlänge vom Lichtloch weg sein, das
entspracht damals 37 Lachtern. Die vollständigen Quellenangaben zu den Zitaten
findet man in dem Beitrag über den Bergbau am
Im Befahrungsbericht des Bergmeisters Michael Herrmann Enderlein vom 20. Juli 1763 heißt es: „Dieses alte Berggebäude, wovon man keine Nachricht hat und auch nicht weiß, von wem es und zu welcher Zeit daselbst gebaut worden...“ Damit wurde ausgedrückt, daß die Verleihung von 1763 ein bereits früher bestehendes Grubengebäude betraf.
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Weiter heißt es: „1. ist der Stolln aus Mittag in Mitternacht in allem 40 Ltr. auf einem hora 12,4 streichenden stehenden Gang ins Feld getrieben...“ Der Stolln war also mit Stunde 12,4, das ist beinahe von Süd nach Nord, getrieben und soll 40 Lachter Länge gehabt haben. 40 Lachter entsprechen zirka 79 m, das alte Stollnort liegt jedoch bei 94 m, hier liegt eine Diskrepanz vor. „2. hat man auch das 12 Ltr. vom Stolln Mundloch weg gegen 5 Ltr. tiefes und eben auf dem Gang sich befindendes Lichtloch von Bergen ledig gezogen...“ Das Lichtloch liegt nach unserer Messung 21 m vom Mundloch entfernt, 12 Lachter entsprechen zirka 24 m. Eine relativ geringe Abweichung, wenn man bedenkt, daß die alten Vermessungspunkte ja nicht mit den unsrigen genau übereinstimmen müssen. Die Tiefe des Lichtloches von 5 Lachtern entspricht 10 m, auch dies stimmt recht gut. „(...) in frischem Gestein befunden, daß also nicht viel Holtz zur Erhaltung dieses Gebäudes in baulicher (unleserlich: Sicht ?) erforderlich.“ Das Gebirge wird damit als standfest bezeichnet, man benötigte kaum Holzausbau. Bis auf einige Spreizen und Laufbretter haben auch wir keine Ausbauten entdecken können. „3. haben die Alten ohnweit des Stollnorts in der Firste etwas in die Höhe gebrochen als auch auf dem Gang etliche Lachter, wo aber noch viel Wasser darinnen stehen, abgesunken...“ Dies bezieht sich auf den kleinen Firstenbau bei etwa 88 m Stollnlänge und das dort befindliche, verfüllte Gesenk (Bild 25). „(...) als auch auf einem gleich neben diesem Gebäude und ½ Lachter vom Stollnort zurück hora 6 übersetzenden Morgengang gegen Orient ein halbes Lachter aufgehauen.“ Das alte Stollnort liegt bei 94 m, einen halben Lachter, also etwa 1 m zurück, kreuzt der Morgengang mit dem Basaltgang die Stollnauffahrung. Stimmig mit der vorgefundenen Situation ist ebenfalls, daß dieser Morgengang nach Ost etwa ein halbes Lachter – es sind tatsächlich nur 85 cm – aufgefahren worden ist.
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Im Befahrungsbericht des Bergmeisters Michael Herrmann Enderlein vom 9. Oktober 1763 wird nochmals erwähnt, daß die Grube ein „altes Werk“ ist und der Stollnvortrieb rund 48 Lachter, somit 95 m, betrug: „Was nun 1. den Stollntrieb ins Feld betrifft, so ist derselbe aus Mittag in Mitternacht auf einem flachen Gang, deßen Hauptstreichen dem compass nach Std. 12 bleibt, 48⅛ Lachter getrieben, ingleichen 14 Ltr. vom Mundloch weg ein 5 Ltr. saiger tiefes Lichtloch darauf hinein gesunken.“ Diesmal wird die Streichenrichtung mit Stunde 12, also exakt nach Nord, angegeben. Das Stollnort steht bei 95 m und das 10 m tiefe Lichtloch läge demnach zirka 28 m vom Mundloch entfernt. Diese Länge ist eindeutig zu groß angegeben, es sind nur 21 m, aber vielleicht hat der Bergmeister die Stollnrösche hinzugerechnet ? „Und obwohl die Alten oben mit dem Stollnort auf dem Gang 1 Ltr. in die Höhe gebrochen, auch unter diesem Firsten Versuchs Bau auf der Sohle des Stollns etwa 1 Ltr. tief, welches vorietzo noch nicht gesäubert werden konnte, abgesunken.“ Da hier vom Abteufen unter dem Firstbau gesprochen wird, kann nur das Gesenk bei 88 m gemeint sein. Der Firstenbau war demnach von den Alten bereits etwa 2 m hochgebrochen und das dortige Gesenk ebenfalls ca. 2 m abgesunken. Da das Gesenk laut Angabe noch verfüllt war, ist unklar, woher Enderlein um die Tiefe von 2 m wußte ? „(...) so haben sie aber doch den gedachten Gang beim Stolln Ort im Liegenden Drusen stehen laßen, und ihm daselbst nicht nachgetrachtet.“ Obwohl scheinbar vielversprechende Mineralisation am damaligen Stollnort anstand, hatten die Vorgänger den Stolln in diese Richtung nicht weitergetrieben. „Weil nun auf solche Distanz auch gleich ein zwei Querfinger mächtiges Morgen Trum in hora 6 übersetzt, die Alten gegen Or. ½ Ltr. ebenfalls darauf aufgehauen, und nichts von bergmännischen Arten anstehend, verlaßen haben, so hat... gedachter Lehnträger gegen Occ. darauf aufgehauen...“ Gemeint ist der ca. 1 m vor dem damaligen Stollnort übersetzende Morgengang mit Streichen Stunde 6, also 90° (nach Ost), den die Vorgänger ½ Lachter – es sind tatsächlich nur 85 cm – angefahren hatten und wegen schlechter Beschaffenheit stehen ließen. Der jetzige Lehnträger J. C. Kaufmann hat nun aber begonnen, nach West aufzufahren.
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Der Befahrungsbericht des Bergmeisters Michael Herrmann Enderlein vom 16. Juni 1764 sagt aus: „In dem verstrichenen Quartal Reminiscere a. c. ist mit zwey und drey Arbeitern ein und ½ Lachter Stroße mit gewöhnlicher Stollnhöhe á 4½ Elle und in allem also seit der neuern Wiedergewältigung excl. solcher Reparatur und anderer Arbeit vier Lachter auf einem hora 11,4 flach streichenden Gang gegen Septentriones (Mitternacht) aufgefahren worden.“ Wir erfahren, daß nachgestroßt wurde, die vielen Gedingezeichen bestätigen dies. Insgesamt wurden auf dem Stollngang 4 Lachter, also etwa 8 m, neu aufgefahren, womit das damalige Stollnort bei 102 m stand. Das Gangstreichen wird nun mit Stunde 11,4 angegeben, das sind 351° nach NNW. Im Grubenbericht vom 11. März 1765 wird lediglich erwähnt, daß am Gesenk eine Hornstatt ausgehauen wurde und weitere ¼ Lachter, also etwa 50 cm, abgeteuft wurden.
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Im Befahrungsbericht des Geschworenen Christian Heinrich Hildebrandt im Quartal Trinitatis 1766 liest man über den: „Johannes reichen Seegen (...), wo mit dem Stolln Orthe in 60 Lachter gegen Mitternacht vom Mundloch weg...“ ‒ Das Stollnort stand mittlerweile also bei 118 m ‒ „so gleich hinder dem auf dem Stolln niedergesunkenen (Gesenk ?), durch eine ausstreichende neuartige Wacke dem Gang gegen die 4 Lachter in Klüfften, welche ins Hangende (nach West) gefahren sehr geschmälert, so daß nur noch von Klüften vor Orth zu etwas befindlich, und viel sich mit dem Stolln Orthe, worüber hauen, und nur mit ⅝ Lachter Höhe durchgefahren, also habe ich dem Steiger, weil sich die Klüffte nieder zu (ziehen ?) erschienen, einzurichten, die zurück anstehende Stroße nachzunehmen anbefohlen.“ Herr Hildebrand sagt uns in etwas schwieriger Syntax, daß unmittelbar hinter dem Gesenk der kreuzende Morgengang etwa 4 Lachter bzw. 8 m aufgefahren wurde und dieser durch den begleitenden Basaltgang verdrückt wird. Die gemessene Länge beträgt 7,30 m. Außerdem soll der nur ⅝ Lachter (1,25 m) hohe Stolln nachgestroßt werden; diese Arbeit wurde wohl nur begonnen, aber nicht beendet (vgl. Treppe Bild 34). Ein letzter Bericht mit verwertbaren technischen Angaben datiert auf den 23. März 1767. Es wurde berichtet, daß man am Stollnort den Gang an einer Verwerfung verloren hatte. Um ihn wiederzufinden, wurde 1 Lachter (knapp 2 m) weit ins Liegende (nach NO) eingeschlagen und dort „(...) glücklich ein Trum mit gleichem Streichen erreicht.“ Bei ca. 119 m Stollnlänge wurde der Stollngang tatsächlich von einer morgengangweise streichenden Kluft abgeschnitten. Ebenso bestätigt sich die weitere Auffahrung von etwa 2 m entlang der Kluft nach NO. Ein Trum mit gleichem Streichen wie der Stollngang ist dann allerdings an der Ortsbrust nicht zu sehen.
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Im Grubenaufstand vom 10. März 1770 heißt es u. a.: „Bey diesem Gebäude wird durch den anfahrenden Steiger und übrigen Arbeiter mit Auffahren des... Haupt Stolln Feldorts bestmöglichstermaaßen continuiret, zugleich aber auch die Stroße zu Fortbringung der ordentlichen Stolln Höhe und Bewürckung guter Wetter nachgerißen.“ Gleichlautendes liest man im Grubenaufstand vom 16. Februar 1771: „(...) so wird auch durch den anfahrenden Steiger und Arbeiter mit fernerweitigem Auffahren des Haupt Stolln Feldorts die Arbeit gehörig verführet.“ Dann im Aufstand vom 5. September 1772: „Bey diesem Gebäude wird durch den anfahrenden Steiger und übrigen Arbeiter mit Auffahren des Haupt Stolln Feldorts bestmöglichstermaaßen continuiret, zugleich aber auch die Stroße zur Fortbringung der ordentlichen Stolln Höhe und Bewürckung guter Wetter nachgerißen.“ Und schließlich berichtet der Grubenaufstand vom 12. Oktober 1773: „Bey diesem Gebäude wird... wie wir ihn in unseren vorigen Aufständen ausführlich angezeiget und solchem nach mit weiterem Auffahren des gegen NE. Getriebenen Haupt Stolln Feld Orts... behörig continuiret.“ Alle diese Berichte suggerieren, daß fleißig weitergearbeitet werde. Tatsache ist jedoch, daß das Stollnort seit 1767 liegen blieb. Lediglich der Umstand, daß etwas nachgestroßt wurde, mag stimmen.
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Auffällig bei den vergleichenden Betrachtungen ist, daß über die Auffahrungen auf dem bei 10 m vom Mundloch kreuzenden Morgengang, die irgendwann verfüllt wurden, keinerlei Nachricht vorliegt und auch der seltsame Verlauf des Stollns vom Mundloch bis zum Lichtloch wird nicht thematisiert. Ein Hinweis allerdings könnte sich im Fahrbericht vom 9. Oktober 1763 finden. Dort heißt es: „Unter währender Aufsäuberung und Gewältigung dieses Werks haben sich in denen Bergen noch einige derbe und glauche Arsenical Kieß Stuffen gezeigt, welche sogleich gute Hoffnung gemacht. Ferner hat man, als der Gang im Stolln mit Behauen untersucht werden können, dergl. schöne derbe Kieße erbrochen und dahero nicht gesäumt, den Stolln mit zwey Mann vollends völlig zu säubern.“ Man fand also im Stollngang Arsenkies anstehend und im Versatz derbe und zersetzte Arsenkies-Stücke, leider ohne Ortsangabe. Etwas später schrieb man weiter: „(...) dahingegen die Arsenical Kieße, welche man, indem sie sehr derb (?) und einem lichten Kobald ähnlich sehen, auf Kobald mit proben laßen, kein Blau gegeben. Und obwohl von diesen Kießen an die 30 Ctr. (ca. 1.350 kg) zu gewinnen und sogleich einige Einnahme beim Geyerischen Arsenical Werk davon zu machen wäre...“ Nicht erklärbar ist dabei, daß der Versatz in den Strecken dennoch noch vollständig vorhanden ist.
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Gedinge und Inschriften
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Im Hauptstolln zwischen Lichtloch und dem Gesenk ist eine Vielzahl von Stufen in die westliche Stollnulme eingeschlagen. Es sind Vortriebstafeln, oft kombiniert mit dem Zeichen für Nachriß der Firste, selten Firste und Sohle. Ob die Vortriebszeichen aus der ersten Betriebsperiode stammen, ist unklar; die Nachriß- Zeichen stammen ganz sicher aus der zweiten Periode nach 1763. Davon zeugt ein Eintrag im Befahrungsbericht des Geschworenen Christian Heinrich Hildebrandt im Quartal Trinitatis 1766: „(...) und viel sich mit dem Stolln Orthe, worüber hauen, und nur mit ⅝ Lachter (1,25 m) Höhe durchgefahren, also habe ich dem Steiger, weil sich die Klüffte nieder zu (ziehen ?) erschienen, einzurichten, die zurück anstehende Stroße nachzunehmen anbefohlen.“ Leider sind nirgends Jahres- Vortriebstafeln eingeschlagen.
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Bild 41: Einfaches Zeichen für den Vortrieb
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Bild 42: komplexes Vortriebszeichen mit Nachriß der Firste
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Neben
den alten Zeichen gibt es einige Inschriften, die eindeutig aus der
Periode des Bergbaues der Staatlichen AG Wismut stammen. Diese Inschriften
wurden mithilfe der rußenden Flamme des Karbidgeleuchtes erzeugt. Wie alle
irgendwie zugänglichen Grubenbaue in der Region wurde offenbar auch die
Fundgrube Johannes Reicher Segen inspiziert und radiologisch
untersucht. Eine markante Inschrift befindet sich bei 85 m Stollnlänge,
sie lauter „Wasser Flacher“ ( Über dem verfüllten Gesenk bei 88 m Stollnlänge steht „Rolle 1“. Wird damit das Gesenk selbst bezeichnet, oder sollte hier tatsächlich eine Rolle (Überhauen) angesetzt werden ? Eine radioaktive Anomalie ist aber nicht zu lokalisieren.
Unmittelbar darauf folgt die Inschrift „Querschlag 11 Stunde“ (
Etwa 4 m
vor Ort des Stollns findet sich noch eine wichtige Inschrift, nennt sie
doch das Jahr der damaligen Revision: „S. A. 1950“, dazu das
schöne Bergwerkssymbol. Leider unleserlich ist der Schriftzug darüber ( Gleich danach noch eine allgemeine Inschrift, und zwar „Glück Auf“.
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Bild 43: Mit dem schönen Bergmannsgruß beenden wir diese Abhandlung.
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Nachtrag: Befahrung des oberen Stollns
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Wenige Meter
oberhalb des Lichtlochs ist am Hang ein weiterer Stolln angeschlagen worden, der
ebenfalls auf dem Gang des tiefen Stollns vorgetrieben ist. Über diesen Stolln
konnten bislang keinerlei Informationen gefunden werden ‒ vielleicht war es eine
der Vorgängergruben von Johannis reicher Segen am Rothenbach gewesen,
deren Existenz ab
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Bild 44: Zustand des Mundlochs des oberen Stollns.
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Bild 45: Blick in den Stolln nach N.
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Bild 46: Die Ortsbrust des Stollns. Genau in der Mitte oben ist der Gang zu erkennen. Gut zu sehen ist, daß wechselnd das Gestein links und rechts vom Gang ausgehauen wurde und dann stufenweise von oben nach unten.
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