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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

  

Unser erster Beitrag zur Fundgrube Sieben Planeten

Zur Lage des Neuen Segen Gottes Stollns
Eine historische Beschreibung der Grube
Befahrung des Neuer Segen Gottes Stolln

Auf dem Weißtaubner Stehe
nden
Auf dem 5. Umbruc
h
Weiter auf dem Weißhaldner St
ehenden
Auf dem 4. Umbruch

Weiter auf dem Weißhal
dner Stehenden
Der 3. Umbruch
Weiter auf dem We
ißhaldner Stehenden
Am Schönberg Stehend
en
Der 2. Umbruch

Wieder auf dem Schönberg Stehe
nden
Weiter auf dem 1. Umbruch in Richtung Hayn S
pat
Auf dem Hayn Spat bis zum Mundloch
Weiterführende Quellen 

  

Zum Neuen Segen Gottes Stolln im Berggebäude
Sieben Planeten zu Linda

Dieser Beitrag wurde im April 2020 erstellt.

  

 

 

Zur Lage des Neuer Segen Gottes Stollns

  

An dieser Stelle wollen wir unseren Beitrag zum Berggebäude Sieben Planeten Fundgrube fortsetzen. Haben wir im ersten Beitrag über die Grube selber berichtet, soll nun das Thema der Neue Segen Gottes Stolln als wichtigste Wasserlöse des Grubenfeldes das Thema sein.

  


An der Zufahrt zum heutigen, privaten Wohngrundstück weist dieser schicke Stein mit seiner Inschrift auf die bergbauliche Vergangenheit des Areals hin.

  

Es soll gleich eingangs darauf hingewiesen werden, daß sich die Zugänge auf privatem Grund befinden. Respektiert dies bitte und meldet Euch zu einer Befahrung an, anstatt Türen oder Klappen aufzubrechen! Schon allein die langjährige Arbeit, die in diesem Grubengebäude heute wieder steckt, sollte allen Respekt abverlangen.

Und mit ortskundiger Führung kann man Teile dieses überaus interessanten Grubengebäudes auch relativ gefahrlos besichtigen: Dann nämlich zählt der Neue Segen Gottes Stolln wohl mit zu den sehenswertesten Anlagen im Brander Bergrevier, die obendrein inzwischen – dank der langjährigen Bemühungen der örtlichen Bergbaufreunde – auch wieder einigermaßen bequem fahrbar ist.

Eine Unmenge an Tafeln, Jahreszahlen und bergrechtlicher Symbolik sind allein auf dem Trakt zwischen Mundloch und dem Sieben Planeten Kunstschacht vorhanden. Unsere Kartierung ergab – wir werden sicher die eine oder andere Jahreszahl, Tafel oder Gewölbe übersehen haben – allein 35 Jahreszahlen, mehr als 17 Namenstafeln, eine Jahreszahl aus der Wismut-Zeit, dazu 15 Bruchsteingewölbe unterschiedlicher Größe und 18 Ziegelgewölbe, ebenso von unterschiedlicher Dimension, auf gut 1,8 km Stollnlänge verteilt! Quartalswinkel, Steigerritze und Markscheiderkreuze haben wir da gar nicht mitgezählt. Auch haben wir die Symbolik nicht vollständig fotografisch dokumentiert – dies würde den Rahmen unserer Beiträge dann wohl doch „sprengen“.

Folgende grobe Übersicht über diese „Sehenswürdigkeiten“ haben wir aber doch zusammen getragen.

  


Grobe Kartierung nach unserem Feldbuch, in einer Grafik zusammengefaßt. Die Reihenfolge geht von oben nach unten vom Mundloch des NSGS bis zum 7Planeten-Kunstschacht. Die Gewölbe haben wir durch farbige Striche markiert (Außer vom Mundloch, wo eine trocken gesetzte Bruchsteinmauerung vorhanden ist.): Dunkelgrau Bruchstein- oder Scheibenmauerung, meist in Kalkmörtel gesetzt. Ziegelmauerung aus einer etwas späteren Zeit, ist im Bild rotbraun gezeichnet. Die bildliche Darstellung versteht sich nicht maßstabsgerecht, sondern nur zusammenfassend und auflistend! Für die Vollständigkeit können wir ebenfalls nicht garantieren – man übersieht generell bei Fototouren auch bei ortskundiger Führung immer etwas. Es soll nur dargestellt werden, was so alles sehenswert auf diesen 1,8 km Stolln ist!

   


Die Lage des Stollnmundloches des Neuen Segen Gottes Stolln und des Berggebäudes Sieben Planeten sind in der Karte farblich markiert. 

  

Unser erster Besuch auf Sieben Planeten ist schon nahezu acht Jahre her und es hat sich seitdem sehr viel getan. Die Aufwältigungsarbeiten der Schachtanlage sind beendet, ebenso die Arbeiten auf dem Neuen Segen Gottes Stolln. Dort wurde auch das Tragwerk und die Elektro- Anlage wieder abgebaut.

Auf dem Schachtkopf des früheren Sieben Planeten Kunstschachtes entstand eine Kaue mit einer gemütlichen heizbaren Stube und einer recht großzügigen Grillecke. Der Zugang zur Grube erfolgt jetzt über eines der vier Trümer des tonnlägigen Schachtes bis in die allein schon sehenswerte und wunderschön ausgemauerte Radstube. Von dort geht es weiter in einem Fördertrum, das inzwischen mit einer „Himmelsleiter“ ausgerüstet wurde, bis hinunter auf den Neuen Segen Gottes Stolln.

Das Gelände übertage schaut jetzt wieder so schön aus wie früher … dazu haben wir auch in der Fotothek zwei Fotos gefunden.

  


Der Weg zum Huthaus von Sieben Planeten Fundgrube, aufgenommen von Arno Heinicke um 1930.

Link zum Digitalisat http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70002368

   


Diese Aufnahme der Schachtkaue hat der uns wohlbekannte Paul Schulz im Jahr 1910 aufgenommen.

 http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70003091

   


So sah 2013 der Schachtkopf mit dem Fördergerüst für die Schacht- und Stollnaufwältigung aus.

   


Heute steht an dieser Stelle diese schöne Kaue...

  


...in Anlehnung an die alte Haspelkaue von 1910 mit viel Liebe von den Bergbaufreunden gestaltet - aber wesentlich geräumiger und bequemer.

  


Die Stube ist gemütlich und beheizbar...

   


Und das Wichtigste: Hier ist der Zugang zur Unterwelt der Sieben Planeten Fundgrube!

   

Bevor wir einfahren, noch einige Bilder vom Mundloch des Neuen Segen Gottes Stollns, an der Striegis unweit des Thelersberger Stolln Mundlochs gelegen. Das Stollnmundloch des Neuen Segen Gottes Stollns ist um 1992 von einem Bergsicherungsbetrieb mit Stahlausbau im Bereich des Bruchsteinmauerwerkes gesichert und das Mundloch selber mit einem fast bis zur Stollnfirste reichenden Betondamm verwahrt worden. Der belassene Freiraum zwischen Betondamm und Firste ist nicht fahrbar und nur für Fledermäuse gedacht.

  


So sah das Mundloch nach Beendigung der der Bergsicherungsmaßnahmen in den 1990er Jahren aus.

   


Durch das Einflugloch der Flattermäuse geschaut...

   


Mittlerweile ist es wieder stark verwachsen...

   


...und sumpfiges Gelände behindert den Zugang.

   


Wie der Schlußstein der Mauerung verrät, wurde das Mundloch um 1817 so gesetzt...

   


...und um 1877 erneuert.

  

 
 
 

Eine historische Beschreibung der Grube

  

Im Wissenschaftlichen Altbestand der TU Bergakademie Freiberg – Nr. 51 und Nr. 900 – befindet sich noch eine Bergmännische Specimina, die als zeitgenössischer Bericht das Berggebäude Sieben Planeten mitsamt dem Neuen Segen Gottes Stolln als bergmännische Belegarbeit des Bergstudenten Carl Gottlob Heße ausführlich vorstellt. Dieses sehr aufschlussreiche Dokument wollen wir nicht vorenthalten und hier mit Anmerkungen versehen wieder geben.

Das Dokument ist mittlerweile auch digital verfügbar:  https://sachsen.digital/werkansicht/dlf/289783/1/

   

Erstes Kapitel: Lage des Grubengebäudes

§ 1

Das Grubengebäude Sieben Planeten Fdgr., Beylehn zu Himmelsfürst Fdgr., liegt geographisch betrachtet, in der Freiberger Bergamte und zwar in deren Bränder Revier und ist von Freiberg reichlich 1,5 Stunde, von der Mitte des Dorfes Linde nur 0,25 Stunde gegen Mittag, von dem unteren Teile des Dorfes Langenau beynahe 0,5 Stunde und endlich von der Lochmühle im Strigitztale kaum 0,25 Stunde gegen Abend entfernt.

Zum Anhaltspunkte dieser Bestimmungen habe ich den jetzigen Kunstschacht gewählt, da sich einige alte Baue, welche von den Vohrfahren betrieben worden sind, mehr nach Mitternacht und Abend hin erstrecken.

Es befinden sich sämtliche Baue, sowohl die in älteren, als auch die in neuerer Zeit betriebenen, auf den Fluren des Rittergutsbesitzers von Watzdorf zu Linde.

 

§ 2

Die dasige Gegend besteht größtenteils aus Ackerland und Wiesen, und ist mit Laub- und Nadelholz, besonders von der mittägigen und morgendlichen Seite her, umgrenzt.

In geognostischer Hinsicht betrachtet, bestimmt sich die Lage der Grube dadurch spezieller, wenn man zum höchsten Punkt, welcher vom jetzigen Kunstschachte ohngefähr 500 Lr. gegen Abend entfernt ist und der sich über dem Strigitztale 300 - 320 Fuß erhebt, den sogenannten Lindischen Berg annimmt. Dieser Punkt wird in Ansehung seiner Höhe dem Kuhberge, der ebenfalls in der Bränder Revier liegt und nur durch das Strigitztal von ihn getrennt ist, sehr wenig nachgeben. In dem mitternachtmorgendlichen Teile desselben sind die vorerwähnten Spuren älteren Bergbaus anzutreffen. Es verflächt sich dieser Berg in Mitternacht und Mitternachtmorgen gegen dem Stigitztale zufallend schon ein wenig unsanfter als gegen Mittag, und gegen Abend ist er mit einem langgedehnten Gebirge zusammenhängend. Der mittägige Fuß desselben bildet eine kleine Schlucht ,welche sich spatweise von Abend in Morgen hinabzieht und sich mit dem Strigitzthale vereinigt.

Ein anderer Berg, welcher sich unter 30 bis 35 Grad verflächt und von Mittag her diese Schlucht konstituiren hilft, ist derjenige, auf dessen mitternächtlichen Fuße das Huthaus und die Kunstkaue liegen. Von diesen Tagegebäuden gegen Morgen wird die erwähnte Schlucht, jemehr sie sich dem Strigitzthale nähert , immer offener und offener und macht in Gemeinschaft der Hauptvertiefung beinahe eine Ebene, welche aber von hier sowohl nach dem Dorfe Linda oder gegen Mitternacht Abend hinab, als auch gegen Mittag oder nach der Lochmühle zu, wieder enger wird. Jedoch ist dieses Hauptthal immer noch flach genug und die Gehänge desselben haben kein pralliges Ansehen, wie dies überhaupt in der Freiberger Bergamts-Revier wenig der Fall ist, sondern sind mit Dammerde und Waldung bedeckt.

 

§ 3

Von anderen in der Nähe liegenden Gruben wird Sieben Planeten Fdgr. nicht begränzt, wenn man anders nicht das Berggebäude Himmelsfürst Fdgr., zu welchen es als Beylehn gehört, dahin rechnen will, denn von diesen ist es eine gute halbe Stunde gegen Morgen entfernt und durch das Strigitzthal getrennt.

 

§ 4

Die Ausdehnung des Gebäudes in der Länge (nimmt man nämlich den mitternächtlichen Theil an) beträgt 890 Lr., als soviel der Neue Segen Gottes Stolln vom Mundloche bis zum Kunstschacht erlängt ist, und die Verbreitung des mittägigen Teils beläuft sich auf 173 Lr., oder vom Kunstschachte gegen Mittag. Solchernach ist das Grubengebäude, wenn man beyde Ausdehnungen zusammenrechnet, auf dem tiefen Stolln excl. der Grube 1.063 Lr. erlängt. Von weit geringerer Verbreitung ist die Teufe; denn diese beträgt nach dem Fallen des Weishaldner Stehenden, in dem auf diesem Gange abgesunkenen Kunstschachte 22 ¼ Fahrten flache Teufe, nämlich:

3

Fahrten vom Tage bis

Weishaldner Stolln

4 Fahrten

Weishaldner bis tiefen Stolln

6 Fahrten

tiefen Stolln bis erste Gezeugstrecke

6 Fahrten

erster bis zweite Gezeugstrecke

3 ¼ Fahrten

zweiter Gezeugstrecke bis Kunstschachttiefstes

  

Nach saigerer Teufe sind es 55 Lachter –’ 3“ als:

  2' 5"

vom Tage bis Weishaldner Stolln

  10° 7' -

Weishaldner bis tiefen Stolln

  13° 3' 1"

tiefen Stolln bis erste Gezeugstrecke

  13° 7' 4"

1. Gezeugstrecke bis 2.

  7' 9"

2. Gezeugstrecke bis 3.

  - 4' 4"

halb 3. bis Tiefstes ...“

  

Zum besseren Verständnis der vorstehenden Maßangaben fügen wir eine kleine Erklärung ein. Mit den Indizes meinte der Bergstudent seinerzeit folgendes: 

1 Fahrt = 12 (Leipziger) Ellen 6,79 m

1 Lachter (°)

= 7 Fuß (')

= 1,982333 m

1 (sächsischer) Fuß (')

= 12 Zoll (")

= 0,28319 m

1 Zoll (")

= 12 Linien

= 2,3599 cm

   

Doch weiter im Text:

   

Zweites Kapitel: Natürliche Beschaffenheit des Grubengebäudes

Derjenige Theil des Gebirges, worinnen Sieben Planeten Fdgr. baut, das linke Gehänge des Strigitzthales, besteht so wie der größte Theil der Bergamts-Revieres Freiberg, aus Gneus, der von ziemlich dünnflaßriger und kleinblättricher Textur ist, die sich schon etwas der körnigen, weil er zu seinen Gemengtheilen schon einen reichlichen Antheil Feldspat, nicht aber so vielen Quarz und Glimmer, wie der in Nähe von Freiberg vorkommende Gneus hat.

Dieser Gneus ist in einem etliche 10 Lr. von Sieben Planeten etwa gegen Mitternacht-Abend entfernten Steinbruche sowohl, als auch auf dem tiefen Stolln vom Kunstschachte gegen Mitternacht von ziemlich regelmäßiger Schichtung, die sich unter einem Winkel von 20 Grad gegen Abend und zwar Hora 9 verflächt. In der Nähe der Gänge ist derselbe schon sehr aufgelöst und daher von geringer Festigkeit.

In ihm setzen viele, ihrer Hauptrichtung größtentheils gleich bleibender Gänge auf, die aber äußerst wenige Veranlassung zu Anlegung von Erzbauen gegeben haben; denn so sind z. B. beim Betriebe des tiefen Segen Gottes Stolln, welcher von Mitternacht-Morgen, oder vom Strigitzthale her erfolgt ist, mehrere Gänge und Klüfte überfahren, ja selbst von ersten einige untersucht, aber sie zwar aus größtentheils mächtigen, jedoch unhaltigen Gängen bestanden. Überhaupt hätte man von diesem dem Ansehen nach vielversprechenden Gebirge allerdings Bauwürdigkeit erwarten können.

Die vorzüglichsten besonderen Lagerstätten, auf denen der Bergbau des Grubengebäudes Sieben Planeten theils verführt worden ist, theils noch verführt wird, sind:

  • der Weishaldner Stehende

  • der Johannes Stehende

  • er Anton Spatgang

Außerdem aber sind zu erwähnen

  • der Schönberger Stehende, die Fortsetzung des

  • Weishaldner Stehenden

  • der Hayner Spat und

  • der Sieben Planeten Spatgang

auf welchen letzteren Gängen theils die älteren Baue verführt, theils der noch vorhandene Seegen Gottes Stolln auf ihnen getrieben ist. Noch sind einige aufsetzende Flache Gänge untersucht, jedoch unbauwürdig befunden worden.

  

Unter diesen allen ist 

1.) der Weishaldner Stehende Gang der wichtigste. Auf ihm ist auch der Kunstschacht abgesunken, welchen ich, wie schon oben erwähnt, zum Anhaltspunkt wählte. Dieses Ganges Hauptstreichen ist St. 1,4; jedoch weicht dies nur an wenigen Punkten um etwas ab. Das Hauptfallen ist unter einem Winkel von 48 Grad gegen Abend; dies verändert sich in der Nähe des tiefen Stollns um einige Grad, wo er bis ins Tiefste 44 Grad Fallen annimmt. Auch in den mittägigen Revier wird er etwas flachfallender.

Im Ganzen genommen scheint er demohngeachtet gegen die übrigen, vom Strigitzthale rechts gelegenen, in der Bränder Revier aufsetzenden Gänge nicht allein in Ansehung seines Streichens, sondern auch in Ansehung des Fallens um vieles gleichförmiger zu bleiben, wie dies überhaupt von allen in diesem Stück Gebirge aufsetzenden Gängen gilt. Seine Ausstreichungslinie wird durch einen Bingenzug sichtlich, den man unter den Namen der weißen Halden auf dem morgentlichen Abfalle des als den höchsten Punkt beschriebenen Berges wahrnimmt.

Die gewöhnlichste Mächtigkeit des Ganges ist ¼ Lr., von welcher auf der einen Seite bis zu 4 Zoll herab, auf der anderen aber wieder bis zu 5/8 Lr. und drüber ansteigt. Letzteres war sowohl auf dem Weishaldner- als auch auf dem tiefen Stolln vom Kunstschacht gegen Mitternacht der Fall. Die Mächtigkeit vermindert sich aber vom Kunstschacht gegen Mittag.

Die Ausfüllungsmasse des besagten Ganges besteht vorzüglich aus aufgelösten Gneis, von dessen Bestandtheilen nur noch der Quartz, der Glimmer aber bloß als glänzende thonige Theilchen von silber- und grünlichweißer Farbe anzutreffen sind. Außerdem besteht die Gangmasse aus etwas Quartz, Kalkspath und aschgrauen Hornstein, worin hin und wieder ein wenig Kalkspath von wachsgelber Farbe liegt. Der Hornstein findet sich nur da, wo der Quartz mächtiger als 6 bis 10 Zoll wird, und zeigt sich dann in der Mitte des Ganges als ein 1-2 Zoll mächtiges Trum. In diesen nun ist etwas dunkles Rothgiltigerz eingesprengt und Spuren von Glas- und lichten Rothgiltgerz zeigen sich als Anflug. Jedoch führt der Gang bisweilen nierenweis auch etwas Bleiglanz und Schwefelkies. Das Nebengestein, sowohl im liegenden als Hangenden, ist größtenteils von gebrächer Beschaffenheit.

  

2.) Der Anton Spatgang. Dieser St. 8,4 streichende und 60-65 Grad gegen Mittag fallende Gang ist in weniger bebaut als jener. In Ansehung der Mächtigkeit, die an den mehresten Punkten Lr. beträgt, als auch in Ansehung der Ausfüllungsmasse, worin jedoch das Glas- und Rothgiltigerz fehlen, und der nierenweis vorkommende derbe Schwefelkies eine ausgezeichnete speisgelbe Farbe besitzt, kömmt er größtenteils mit jenen Gang überein.

Dieser Gang scheint eines Teils ein wenig kompakter als der vorher beschriebene und die übrigen Stehenden, anderen Teils aber wieder mehrere Zerklüftungen unterworfen zu sein. Der Antoner Spat ist auf dem tiefen Stolln bey 10 Lr. mittägiger Entfernung vom Kunstschachte mit dem Weishaldner Stehenden überfahren worden. Noch erwähne ich, dass er, so wie die Stehenden Gänge, von den übersetzenden Flachen Gängen durchsetzt zu werden scheint.

Die beyden anderen Gänge, welche mit dem Antoner Spaatgange überfahren worden, sind von geringer Bedeutung: denn es ist

3.) der Johannes Stehende, welcher sich vom Weishaldner Stehenden 31 ½ Lr. gegen Abend befindet, und 2 ¾ Lr. gegen Mittag und 5 ½ Lr. gegen Mitternacht erlängt.

Ebenso hat

4.) der Theodor Stehende, der ebenfalls mit dem Antoner Spatgange und zwar bey 39 ½ Lr. vom Weishaldner Stehenden gegen Abend überfahren worden ist, bloß allein 4 ½ Lr. Erlängung vom Anton Spat gegen Mitternacht. Beide Gänge sind in Ansehnung ihres Streichens, welches bey ersteren St. 1 und bey letzteren St. 1,4 ist, so wie in Ansehung ihres Fallens ziemlich parallel. Die Ausfüllung derselben besteht hauptsächlich in aufgelösten Gneis, Quarz, Hornstein und ein wenig Kalkspath, höchstens mit etwas einbrechenden Schwefelkies.

  

3 tes Kapitel: Kurze Geschichte des Grubengebäudes

§ 6

Aus Mangel einiger, über die ehemaligen von den Vohrfahren betriebenen ältern Grubenbaue und deren Erzlieferung, außbehaltenen schriftl. Nachrichten, (die ich von den Herrn Gruben Vorstehern nicht erhalten konnte) waren nur die vorhandenen Ausbeutbögen vom Jahre 1700 an, und einiger mündlich eingezogener Erkundigungen, wozu die Spuren ältern Bergbaus Veranlassung geben, die einzigen Hilfsquellen, aus welchen ich einige Aufschlüsse über die Geschichte des Grubengebäudes zu schöpfen im Stande war.

Die erste Nachricht von Sieben Planeten Erbstolln findet sich in den Ausbeutbögen vom Jahre 1707 im Quartal Crucis, zu welcher Zeit das Gebäude von Eigenlöhnern vermutlich aufgenommen worden ist:

Denn es ist die größte Wahrscheinlichkeit vorhanden, dass schon im 17 ten Jahrhundert und vielleicht noch länger die auf dem mitternächtlichen Abhange des Stück Gebirges sich befindlichen Baue existiert haben, und das diese nicht unwichtig gewesen seyn müssen, weil auf diesem Punkte ein Schacht niedergebracht ist, der unter dem Namen Roßkunst bekannt ist. Gleichwohl besagen aber die Nachrichten von einer Maschine, welche doch über diesem Schachte mit Pferden in Betrieb gewesen seyn muß, nicht mehr. K

urz darauf, nämlich im Quartal Remin. 1708 ist es vergewerkschaftet und 1 Thlr. 3Gr. Zubuße angeschlagen worden. Es war aber dieser mit gewerkschaftlicher Hülfe verführte Bau von kurzer Dauer, denn im Quartal Crucuis 1709 kam es schon wieder zum Erliegen, welches bis zum Jahre 1712 fortdauerte; zu dieser Zeit wurde das Gebäude aufs neue, mit 16 Gr. Zubuß-Anschlag, vergewerkschaftet.

In den nächstfolgenden Quartalen musste sogar 2 Thlr., hernach 1 Thlr. Zubuße angeschlagen werden, die jedoch in den folgenden Jahren bis auf 8 Gr. und mit ihr hörte im Jahre 1721 Quart. Trinit. der Bau wieder auf.“

  

An dieser Stelle wollen wir auf den alten Grubenteil unter dem Namen „Sieben Planeten Erbstolln“ verweisen.

  


Gesamtübersicht der Grube „Sieben Planeten Erbstolln“.

  


Im vergrößerten Ausschnitt ist die Ausdehnung des Grubenfeldes besser zu erkennen. Der vom Mundloch bis zum Einkommen des Schönberg Stehenden reichende Stollntrakt des früheren Sieben Planeten Erbstolln ist später als Neuer Segen Gottes Stolln mitbenutzt worden. Gut im Riß auch zu erkennen, wie weit bis 1789 der Schönberg Stehende vom Sieben Planeten Erbstolln aufgefahren war.

  

Zurück zur Beschreibung der Geschichte durch den Bergstudenten Heße:

In Quart. Trinit. 1734 findet sich das Gebäude wieder als Eigenlöhnerzeche. Damals ist wahrscheinlich der Neue Seegen Gottes Stolln (damals noch der Sieben Planeten Erbstolln – Anm. d. Red.) zur Lösung des Gebäudes vom Strigitzthale herangeholt worden. Doch kann es auch sein, daß dieser Stolln schon zeitiger von Eigenlöhnern gebaut wurde, denn die gedruckten Nachrichten über die gangbaren Eigenlöhnergebäude fangen sich erst mit diesem Jahre an.

Der Neue Seegen Gottes Stolln wurde bis Quartal Crucis 1745 ununterbrochen von Eigenlöhnern betrieben und im Quartal Luciae desselben Jahres mit 1 Thlr. Zubuß-Anschlag vergewerkschaftet, welche Gewerkschaft bis Quart. Remin. 1756 auf jeden Termin 1 Thlr. Zubuße gegeben, und sich solange im Felde gehalten hat.

Vom Wohl. Bergamt war sogar während der Zeit der Preiß eines Kuxes erstlich auf 8 Thlr., dann 10, 12, 14 und endlich 16 Thlr. festgesetzt, mithin muß man sich damals keine ungegründete Hoffnung auf Bauwürdigkeit des Gebäudes gemacht haben. Es wurde aber im Quart. Trinit. 1756 in Frist verschrieben. (Am 17. Mai 1756 begann der Siebenjährige Krieg – Anm. d. Red.)

Nur erst im Quart. Crucis 1771 ist Sieben Planeten Erbstolln vom Versorger Herrmann wieder aufgenommen, von den Gewerken 18 Gr. Zubuße gegeben, jedoch schon im Quart. Reminiscere 1772 in Fristen verschrieben worden.

In Quart. Trinitatis 1774 wurde das Gebäude mit Anschlagung von 16 Gr. Zubuße aufs neue gangbar, fiel im Quart. Rem. 1777 wieder in Frist, worin es sich so lange erhalten hat, bis die Gewerkschaft des Berggebäudes Himmelsfürst im Jahre 1783 Quart. Trinit. sich entschloß, dasselbe als ein Beylehn zu muthen und die alten Baue wieder zu gewältigen. Die Veranlassung hierzu waren nämlich theils die vorhandenen Nachrichten von den ehemals in oberen Teufen vielleicht mit Glück verführten Grubenbaue der Vohrfahren, theils das vielversprechende äußere Ansehen des Gebirges selbst. Alle Anstalten besagen, welche zuversichtliche Hoffnung man sich zum Empfange reicher Anbrüche gemacht haben muß. Die besten Beweise hiervon gibt folgende Wieder-Aufgewältigungs-Geschichte:

Es wurde von Himmelsfürst Fdgr. der Neue Seegen Gottes Stolln auf dem Hayner Spat vom Mundloche herein gegen Abend bis Haynschacht, und der Haynschacht selbst von Tage nieder bis Tiefen Stolln aufgewältiget. Von da gewältigte man den Tiefen Stolln weiter gegen Abend theils auf dem Hayner Spatgange, womit der Schönberger Stehende Gang ausgerichtet wurde, theils auf einem übersetzenden Flachengange bis zu einen anderen Tageschacht.

Bey der Gewältigung dieses Schachtes, welcher vom Haynschacht 204 Lr. gegen Abend entfernt liegt, traf man bei 10 Lr. 5’ 4’’ Saigerteufe die Sohle eines auf dem Sieben Planeten Spatgange getriebenen Oberen Stolln an. Dieser wurde nun von diesem Schacht aus gegen Abend sowohl 80 Lr. aufgewältigt, als auch noch 83 ½ Lr. erlängt, im Jahre 1785 aber das Ort anstehen gelassen.

Vom erwähnten Schachte, als man ihn vollends bis Tiefen Stolln niedergewältiget hatte, ging man mit der Gewältigung des Tiefen Stollns auf dem Sieben Planeten Spatgange noch 110 Lr. fort, wo das Tiefe Stollort anstehend gefunden wurde. Dasselbe wurde aber noch 140 Lr. auf dem gedachten Gange gegen Abend betrieben, zu gleicher Zeit auch der Roßkunstschacht, welcher von vorerwähnten Tageschacht 250 Lr. weiter gegen Abend liegt, 12 ½ Lr. abgewältigt und noch bis Tiefen Stolln abgesunken.

Bey dem Betriebe des Tiefen Stollns aber zeigte sich in dieser Teufe auch der Sieben Planeten Spatgang unbauwürdig, daher ging man zum mittägigen Abhang des Gebirges über, gewältigte den Weißhaldner Stolln, betrieb das Stollort auf dem Weißhaldner Stehenden und ließ das Stollnort auf dem Sieben Planeten Spatgang, nachdem es vom Roßkunst Schacht noch 50 Lr. aufgefahren war, unbelegt anstehen. Vom mittägigen Gehänge wurde nun auf dem Weißhaldner Stehenden Gange ein Tiefes Stolln- und Gegenort angesessen, und nach erfolgten Durchschlage beyder Oerter jene alten Baue beym Kreutze des Schönberger Stehenden und Hayn Spatgange vermauert.

  

II ter Abschnitt: Jetziger Betrieb des Grubengebäudes

1 ste Abteilung: Allgemeine Bemerkungen über den Betrieb

1 stes Kapitel: Administration des Grubengebäudes

§ 7

Das Grubengebäude Sieben Planeten steht als Beylehn zu dem Berggebäude Himmelsfürst unter der Verwaltung der Herren Administratoren des letzgedachten Gebäudes, nämlich der Herrn Bergfactos Moßdorf und des Herrn Bergfactos Goldberg, und wird auch von daher größtenteils mit Materialien versorgt. Die Ausgaben für die in Betrieb stehenden Baue werden, ohne fremde Beyhülfe, bloß allein von Himmelsfürst Fdgr. getragen, jedoch in ein besonderes Register verzeichnet. Der angestellte Vice-Obersteiger führt die spezielle über die Arbeiter und hält das Zechen-Register, muß aber an die Obersteiger des Hauptgebäudes, über die bey dem Gebäude vorgefallenen Veränderungen von Zeit zu Zeit Rapport abstatten.

  

2 tes Kapitel: Feld-Belehnung

§ 8

Vorzugsweise ist Sieben Planeten Fdgr. mit sehr viel Feld belehnt, welches in

  • 3 Stollen

  • 11 Fundgruben

  • 33 Maaßen besteht.

  

3 tes Kapitel: Belegung

§ 9

Die auf Sieben Planeten jetzt anfahrende Mannschaft beläuft sich auf 29 Mann, als:

  • 1 Vice-Obersteiger

  • 4 Zimmerlinge

  • 9 Doppelhäuer

  • 3 Lehrhäuer

  • 1 Haspelmeister

  • 6 Bergknechte.

   

2 te Abteilung: Grubenbaue, sowohl betriebene als stehende,
nebst deren Zweck und Betrieb

1 tes Kapitel: Von den Stölln, womit das Gebäude gelöst wird

§ 10

Das Grubengebäude Sieben Planeten Fdgr. ist gegenwärtig mit 2 eigenthümlichen Stölln, nehmlich mit dem Weißhaldner Stolln und mit dem Neuen Seegen oder Sieben Planeten Stolln, gelöst.

Ehedem existierte auf dem mitternächtlichen Abhange des Gebirges noch ein anderer Stolln, dessen Sohle nach Saigerteufe 18° 4’  9’’ über den Neuen Seegen Gottes Stolln lag, und dessen ich in der Aufgewältigungs-Geschichte Erwähnung gethan habe; nämlich, es wurde ein Theil desselben bey der Wiederaufnahme des Grubenbaues in den Jahren 1783 und 1784 gewältiget. Es bringt dieser Stolln in einem vom gangbaren Haynschacht 240 Lr. gegen Abend entfernt liegenden Tageschachte, welcher mit aufgewältigt, nachher aber abgeworfen wurde, von Tage nieder 10° 5’ 4’’ Saigerteufe ein und ist vom gedachten Schachte theils 80 Lr. gegn Abend aufgewältigt, theils 83 ½ Lr. auf dem Sieben Planeten Spatgange gegen Abend aufgefahren, im Jahre 1785 aber das Ort aus Mangel an Aussichten anstehend gelassen worden. Er hat sein Mundloch von jenem Schachte 56 Lr. gegen Morgen in einer kleinen Schlucht, ohnweit eines von Linda nach Oberschöna gehenden Weges. Dieses Stück Stolln ist aber schon seit langer Zeit verbrochen, besonders da es bey der Aufnahme dieser Grubenbaue nicht mit aufgewältigt wurde, dies geschah um deswillen nicht, weil die Wasser dazumal schon durch den Tiefen Stolln gezäpft werden konnten.

  

Weißhaldner Stolln

Ist ein alter Grubenbau. Größtenthels gab dieser Stolln die Veranlassung zur Wiederaufnahme des Sieben Planeten, weil aus den vorhandenen Preßbauen zu vermuthen war, dass die Vorfahren diese sowohl über als unter dem Weißhaldner Stolln befindlichen Baue vielleicht der Wasser halber verlassen haben möchten.

Jedoch scheinen diese Baue zu dem alten Grubengebäude Sieben Planeten ohnehin nicht gehört zu haben; denn der in Frage befangene Weißhaldner Stolln liegt in derjenigen Schlucht, worinnen die neuerlich verführten Baue verführt worden sind und noch verführt werden und mithin sind sie von jenen älteren Bauen sehr weit entfernt. Im jetzigen Kunstschachte bringt er 3 Fahrten und beynahe 7 Lr. Saigerteufe ein, welche jedoch nach dem Mundloche sehr abnimmt, weil der Anton Spatgang, auf welchem Gange dieser Stollnflügel getrieben, in der erst gedachten Schlucht fort streicht, so dass das auf ihm abgesunkene Lichtloch kaum noch 1 ½ Lr. Saigerteufe einbringt. Er hat sein Mundloch 70 Lr. von dem Strigitzbach, gerade an dem Punkte, wo sich die mehrerwähnte Schlucht in das Strigitzthal verliert, und ist

1.) vom Mundloche herein auf dem Anton Spatgang 70 Lr. gegen Abend bis zu einem auf ihm abgesunkenen Lichtloche betrieben, von wo er noch 66 Lr. gegen Abend theils auf dem Anton Spat, theils, weil sich dieser Spatgang wegen seiner in der Nähe des Kunstschachts häufig stattfindenden Zertrümmerungen vermuthlich verloren ging, in Quergestein bis zum Weißhaldner Stehenden fortgebracht.

2.) Vom Weißhaldner Stehenden ist dieser Stolln sodann auf dem Anton Spatgang noch 103 Lr. bis anstehendes Stollort erlängt, ferner erstreckt sich seine Erlängung

3.) auch auf dem Weißhaldner Stehenden 170 Lr. vom Kunstschacht gegen Mitternacht, und endlich ist er

4.) auf einem Verborgenen Flachen, welcher auf dem Weißhaldner Stehenden bey 154 Lr. vom Kunstschacht gegen Mitternacht, übersetzt, 32 Lr. gegen Morgen aufgefahren, wo das Ort ebenfalls unbelgt ansteht.

Die Förste desjenigen Stück Stollns, welches auf dem Weißhaldner Stehenden betrieben worden, ist durchgängig und zwar bis übersetzenden Verborgenen Flachen preßgehauen und in der Teufe, so weit man der Wasser wegen niederkommen können, von den Vohrfahren abgebaut.

Der auf dem Anton Spat getriebene Stollnflügel dient vom Kunstschacht bis Mundloch zur Wasser-Abzugrösche.

  

Neuer Seegen Gottes oder Sieben Planeten Stolln

Auch er ist ein alter Grubenbau, dessen Entstehung nicht, sondern aus einzelnen Nachrichten nur soviel bekannt ist, dass er Jahrhunderte alt sey.

Sein Mundloch befindet sich vom Kunstschachte ½ Stunde gegen Mitternacht-Morgen in dem Strigitzthal unterhalb des Lindischen Hofs am mitternächtlichen Fuße desjenigen Stücks Gebirge, auf dessen mittägigen Abhange die jetzigen Baue liegen.

Es haben die Vohrfahren diesen Stolln anfänglich vom Mundloche herein auf dem Hayner Spatgange 420 Lr. gegen Abend bey dem Punkte A (des beigefügten Risses) vorbey bis zu einem übersetzenden Flachen Gange getrieben, in welcher Distanz, außer vielen anderen Stehenden und Morgengängen, ohne auf ihnen Erzbaue anlegen zu können, auch der Schönberger Stehende Gang, und zwar bey einer Länge von 250 Lr. überfahren worden ist, welcher mit dem Weißhaldner Stehenden ein und derselbe Gang zu seyn scheint.

Dann sind die Vorfahren auf vorerwähnten Flachen Gange 34 Lr. bis übersetzenden Sieben Planeten Spatgange fortgegangen. Auf dem Kreutze dieser beyden Gänge kommt ein alter Tageschacht, den ich schon in der Geschichte erwähnt habe, herein und in ihm bringt der Tiefe Stolln vom Tage nieder 29 Lr. 2’ 3’’ Saigerteufe ein.

Vom Kreutze ist der Sieben Planeten Stolln auf dem Sieben Planeten Spatgange 250 Lr. bis zu einem anderen hereinkommenden Tageschachte, der unter dem Namen Roßkunst bekannt ist, erlängt. Über diesen Schacht hinaus ist der Stolln neuerdings und zwar bis zum Jahre 1791 noch 50 Lr. spatweise gegen Abend betrieben, das Stollort aber aus Mangel an Aussichten anstehen gelassen worden.

Ehe man dieses Ort verließ, wurde von Himmelsfürst Fdgr. der tiefe Stolln auch auf Schönberger Stehenden Gange gegen Mittag getrieben, um die Grubenbaue am mittägigen Abhange hiermit zu lösen, weshalb man denselben vom Kreutze 188 Lr. bis zum Krautschacht forttrieb. Auch in dieser Distanz überfuhr man viele Spat- und Flache Gänge und hatte dabey beynahe die gewisse Hoffnung, ergiebige Baue auszurichten, besonders da zwey kleine Haldenzüge das Daseyn gangbar gewesener Baue verkündigten, jedoch ohne glücklichen Erfolg.

Darauf ließ man sich von diesen, so als fehlgeschlagenen Erwartungen, nicht abschrecken, sondern bestrebte sich vielmehr jenen größern Plan baldmöglichst zu realisieren, trieb das Stollnort, welchem Unternehmen man mit einem auf dem Weißhaldner Stehenden Gange angesessenen Gegenorte vom Mittag her zu Hülfe kam, noch 243 Lr. Gegen Mittag, wo man im Quartal Luciae 1790 nach einem zwölfjährigen schwunghaften Betriebe einen glücklichen und in Ansehung des genauen Zusammentreffens der Sohlen und Försten unübertrefflichen Durchschlag machte. Späterhin wurde jener Stollnflügel, welcher bey dem Punkt A hinausgeht, abgeworfen und auf dem Stolln vermauert, jedoch noch ein Theil von der Wassersaige zum Abzug der Wasser offengelassen.

Bey dem Betriebe des Gegenorts aber zeigte sich, dass der Weißhaldner Stehende Gang, auf welchem man in obere Teufen Preßbaue angetroffen hatte, in der Teufe nicht weiter gut thue, denn man konnte außer einem Förstenbaue, weiter keine Erzbaue anlegen, ob man gleich sowohl in der Förste als auch niederzu mit Gesenken nichts unversucht ließ. Die ganze Länge des noch gangbaren Stollns beträgt

1.) vom Mundloche herein auf den Hayner Spatgange bis übersetzenden Schönberger 250 Lr.,

2.) auf letztgenannten Gange gegen Mittag bis Durchschlagspunkt 283 Lr., und endlich

3.) vom Durchschlagspunkte auf dem Weißhaldner Stehenden Gange 217 7/8 Lr. bis Kunstschacht.

4.) Vom Kunstschachte ist der Tiefe Stollnauf dem Weißhaldner Stehenden Gange 177 1/16 Lr. gegen Mittag bis Stollort erlängt, welches m Jahre 1802 in Hinsicht der ungewißen Aussichten, theils weil sich der Gang vor Ort sehr zertrümmerte, anstehen gelassen worden ist.

Jedoch hatte man mit dem Betriebe dieses Stollortes bey 10 Lr. südlicher Entfernung vom Kunstschachte den Anton Spatgang überfahren, auf welchen sowohl ein Ort gegen Abend, als auch ein Morgenort vom Weißhaldner Stehenden erlängt wurde. Beyde Örter sind gegenwärtig noch gangbar und das zuersterwähnte ist

5.) vom Weißhaldner Stehenden ohne Ausrichtung einiger ergiebiger Baue bereits 172 13/16 Lr. ins Feld gebracht. Mit demselben wurde bey 31 ½ Lr. nicht allein der Johannes Stehende Gang überfahren. Auf dem Johannes Stehenden ist

6.) sowohl 2 ¾ Lr. gegen Mittag, als auch 5 ½ Lr. gegen Mitternacht, und auf dem Theodor Stehenden

7.) blos 4 ½ Lr. gegen Mitternacht ausgelängt.

Das späterhin in Angriff genommene Morgenort ist

8.) bis jetzt 66 11/16 Lr. vom Weißhaldner Stehenden aufgefahren.

Da aber der Spatgang schon in der Gegend des Weißhaldner Stehenden sehr viele Zertrümmerungen erleidet, so hatte man den Gang verloren und zu Aufsuchung desselben ein zweites Ort getrieben, mit welchem man den Gang wieder ausgerichtet zu haben glaubt. Dieser Neue Segen Gottes oder Sieben Planeten Stolln bringt im Kunstschachte 7 Fahrten Flache 18 Lr. 1’ 5’’ Saigerteufe ein, und ist fast durchgängig mit 5/4 Lr. Höhe und ½ Lr. Weite gebaut.

  

2 tes Kapitel: Von den Schächten und Tiefsten dieses Gebäudes

§11

Das Grubengebäude Sieben Planeten hat gegenwärtig 5 noch gangbare Tageschächte, wovon zwey nur bis auf den weißhaldner Stolln und 3 bis Tiefen Stolln niedergehen. Von diesen Schächten erwähne ich zuerst

1.) den Kunst- und Förderschacht. Er hat vom tage nieder bis tiefen Stolln 7 Fahrten flache oder 18 Lr. 1’ 5 ’’ Saigerteufe und ist bis dahin nach 48 Grad Tonnlage abgesunken. Da dieser Schacht im Jahre 1792 sogleich mit zu einem Treibeschacht vorgerichtet wurde, so hat man ihm 9 Ellen Länge gegeben, wovon jetzt 4 Ellen zu einem Ziehschachte benutzt werden. Der Treibe- oder Ziehschacht, welcher bis Stollen in Kellerhalsmauerung steht und in der Mitte ¾ Lr. Weite hat, ist vom Kunstschacht mittels eines gemauerten Schachtscheiders abgesondert. Der Kunstschacht hingegen steht von Tage herein 4 Fahrten in Polzenschrot. Vom Tiefen Stolln, wo beyde Schächte zusammen sind, ist es noch bis Tiefstes 15 Fahrten flache und 36 Lr. 2’ 8’’ Saigerteufe, und die Tonnlage ist 44 Grad. Seine Länge beträgt hier 5 Ellen 14 Zoll und die Weite ebenfalls ¾ Lr. Im Hangenden des Schachtes befindet sich Polzenschrotzimmerung.

2.) Der Krautschacht liegt vom vorigen Schachte gegen Mitternacht entfernt und ist auf den Schönberger Stehenden Gange bis auf den Tiefen Stolln abgesunken, wo er 25 Lr. 7’ 3’’ Saigerteufe hat. Vom Tage nieder steht derselbe ½ Fahrt in ganzen Schrot und 3 ½ Fahrten Polzenschrot und von da befinden sich in ihm bloß Einstriche.

3.) Der Haynspat ist vom ersten noch weiter gegen Mitternacht entfernt; geht ebenfalls bis Tiefen Stolln und zwar auf denm Hayn Spatgang nieder, wo er 19 Lr. 5’ 5’’ Saigerteufe hat. Er steht durchgängig in Polzenschrot, ist aber nur noch mit Mühe zu befahren, weil er zu keinem eigentlichen Besuche mehr unterhalten darf. Noch sind 2 gangbare  Tageschächte vorhanden, die nur bis Weißhaldner Stolln niedergehen. Es sind dies

4.) ein auf dem Anton Spatgang abgesunkener Tageschacht, der vom Kunstschachte ohngefähr 11 L. gegen Mittag Abend entfernt liegt und 5 Lr. 5’ 2’’ Saigerteufe hat. Er ist vier Ellen lang und ¾ Lr. weit und steht vom Tage nieder 2 ½ Fahrt in Polzenschrotzimmerung. Es dient derselbe jetzt zur Beförderung des Wetterzugs.

Der letzte gangbare Tageschacht ist

5.) ein bis Weishaldner Stolln auf dem Anton Spatgange niedergehendes Lichtloch, welches vom Kunstschacht 60 Lr. gegen Morgen entfernt ist. Es steht dasselbe in trockener Scheibenmauerung und hat 1 ½ Lr. Saigerteufe. Außer den vorher beschriebenen Tageschächten befinden sich in dem Grubengebäude Sieben Planeten noch einige andere Schächte, welche aber nicht zu den Tageschächten gehören.

Die vorzüglichsten sind:

1.) ein vom Weißhaldner Stolln bis Tiefen Stolln niedergehenden und vom Kunstschacht 84 Lr. gegen Abend entfernten Schacht. Er besteht eigentlich aus 2, um die Schachtweite abgesetzten Schächten, die beyde im ganzen Gestein stehen. Zur Beförderung des Wetterzugs sind sie unentbehrlich, weswegen sie auch abgesunken sind, und noch unterhalten werden.

2.) Vom Tiefen Stolln bis 1 ste Gezeugstrecke geht einer nieder, welcher sich vom Kunstschachte 50 Lr. gegen Mitternacht befindet, und zur weiteren Untersuchung des Weißhaldner Stehenden Ganges, der in dieser Gegend über dem Weißhaldner Stolln von den Vorfahren mit Preßbauen durchörtert war, abgesunken worden ist. Aber man war nicht so glücklich mit diesem Abteufen einen Erzbau auszurichten. Er steht zum Theil in Polzenschrot und ist nur noch 1 Elle 6’’ lang weil er nicht zum Förderschachte, sondern zum Wetterzuge gebraucht wird. Seine Weite beträgt 1 Elle 12 Zoll.

  

Noch sind die bey diesem Gebäude sich vorfindenden Tiefbaue zu erwähnen, davon ich aber nur zwey bemerkennswerth halte:

1.) Das Kunstschacht Tiefste befindet sich 22 ¼ Fahrt nach flacher 55 Lr. -' 3 ’’ Saigerteufe unter Tage und ist ¼ Fahrt unter der halb 3 ten Gezeugstrecke niedergebracht, gegenwärtig aber aus Mangel an Aussichten nicht belegt. Es werden daher auch die Wasser nur bis 2 te Gezeugstrecke gehalten.

Ferner geht

2.) von der ersten Gezeugstrecke bey 53 ¾ Lr. Entfernung vom Kunstschacht gegen Mitternacht ein Abteufen nieder, welches 5 Fahtern tief niedergebracht aber mit der zweyten Gezeugstrecke noch nicht durchschlägig ist. Die Länge desselben beträgt 3 Ellen 21 Zoll und die Weite 1 Elle 12 Zoll bis 2 Ellen. Er ist theils im Hangenden mit Polzenschrotzimmerung, theils mit einzelnen Jöchern versehen, die aber nicht mit Schwarten verschossen sind. Nach der mündlichen Angabe des Herrn Markscheiders Oelschlägel wird mit diesem Abteufen die zweyte Gezeugstrecke nicht, sondern das hangende Nebengestein getroffen werden: denn da sich der Weißhaldener Stehende Gang in der Nähe des Durchlagspunktes in zwey Trume fortgebracht, das andere Trum aber im Hangenden stehengelassen worden ist, so dürfte ein kleiner Querschlag nach dem Hangenden zu treiben seyn.

   

3. Kapitel: Von den Strecken

§ 12

Das Grubengebäude Sieben Planeten hat nur zwey und eine halbe Gezeugstrecke, wovon bey meiner Anwesenheit aber bloß die erste und die zweyte zu befahren waren, weil die Wasser bis dahin aufgegangen sind.

Die Erste Gezeugstrecke

Bringt vom Tage nieder 13 Fahrten flache und 33 Lr. 4’ 6’’ Saigerteufe ein und ist einzig und allein auf dem Weißhaldner Stehenden Gange und zwar vom Kunstschachte 64 ½ Lr. gegen Mitternacht und 28 ½ Lr. gegen Mittag erlängt. Sie steht durchgängig in Zimmerung und zwar theils in Försten, theils in einfacher Thürstockzimmerung.

Die Zweyte Gezeugstreckflache

Bringt im Kunstschachte vom Tage nieder 19 Fahrten flache oder 47 Lr. 4’ Saigerteufe ein und erstreckt sich nur allein auf dem Weißhaldner Stehenden Gang 75 7/8 Lr. gegen Mitternacht. Bey 47 Lr. vom Kunstschachte theilt sich der Gang in zwey Trümer, von denen man das liegende Trum wählte, weil das hangende Trum von der Hauptstreichungslinie zu viel abzuweichen schien. Von der ganzen aufgefahrenen Länge steht nur 50 Lr., nämlich vom Kunstschachte weg, in Förstenzimmerung, die übrige Länge aber im ganzen Gestein. Beyde Strecken sind durchgängig mit 5/4 Lr. Höhe und ½ Lr. Weite ins Feld gebracht.

Die halb 3 te Gezeugstrecke

Bringt vom Tage nieder 22 Fahrten flache und 54 Lr. 3’ 9’’ Saigerteufe ein. Sie ist auf dem Weißhaldner Stehenden vom Kunstschacht 45 Lr. gegen Mitternacht erlängt und steht dermalen unter Wasser.

  

4 tes Kapitel: Von den Abbauen

Es findet sich auf dem Grubengebäude nur ein einziger Abbau, nämlich auf dem Weißhaldner Stehenden 45 Lr. vom Kunstschachte gegen Mitternacht. Es ist dies ein Förstenbau, welcher mit 7 Lr. Höhe von dem Tiefen Stolln aufsteigt und 17 Lr. lang ist. Der Gang in ihm hat ¼ Lr. Mächtigkeit und führt aufgelösten Gneus, Quarz und Hornstein, auf welchen noch Spuren von angeflogenen lichten Rothgiltigerz anzutreffen sind, auch soll auf ihm etwas Glaserz gebrochen haben. Es ist aber dieser Förstenbau seit ½ Jahr unbelegt, weil man nicht die Kosten zu bauen aufzubringen im Stande war.

  

5 tes Kapitel: Von den Oertern und Versuchsbauen

Die Beschreibung der Oerter werde ich zwar nach dem Umgange oder Stillstande und, da deren nur wenige sind, nicht nach den Gängen ordnen.

Gangbare

1.) das erste Gezeugstreckenort gegen Mitternacht, welches auf dem Weißhaldner Stehenden Gange 64 ¼ Lr. vom Kunstschacht erlängt ist. Vor diesem Orte verfahren quartaliter 12 Häuer ihre Knappschaftschichten, wovon jeder gewöhnlich Lr. auffahren muß. Der Gang vor Ort war ohngefähr Lr. mächtig und bestand vorzüglich aus aufgelösten Gneus, worin etwas Hornstein, Quarz und Kalkspat lag.

2.) Das Tiefe Stollort auf dem Anton Spat gegen Abend ist bereits 172 13/16 Lr. aufgefahren. Es ist mit 3 Mann belegt, welche das Lachter lang und 5/4 Zoll hoch für 9 Thlr. 12 gr. incl. Pulver verdungen ist. Der Gang hat vor Ort 8 bis 12 Zoll Mächtigkeit und besteht größtentheils aus sehr aufgelösten lettigen Gneus, worin einige kleine Nieren Schwefelkies liegen.

3.) Das Tiefe Stollort auf demselben gange gegen Morgen ist vom Weißhaldner Stehenden 66 11/16 Lr. erlängt, da der Gang jedoch durch starke Zertrümmerungen verschlagen und in ziemlich schwebenden Klüften auseinander gegangen, so hat man denselben verloren, und zu dessen Aufsuchung ein anderes Ort treiben müssen, womit er wieder ausgerichtet zu seyn scheint. Vor Ort zeigen sich starke Wasserzugänge, die auf einem der schwebenden Klüfte ¼ Lr. Über der Stollnsohle hereinkommen. Sie laufen auf der ganzen Sohle des Stollns hin. Das Ort ist mit 3 Mann belegt, welche um das Schichtlohn arbeiten.

Mit diesem Orte hofft man einen Hauptbau in Ausführung zu bringen. Nehmlich es soll der Tiefe Stolln in der Schlucht hin nach dem Striegitzbach zugetrieben und damit das jenseitige Stück Gebirge aufgeschlossen werden. Zur leichtern Ausführung dieses Plans wird man einen aufsetzenden Spatgang, den man für den Antoner hält, ausrichten, auf welchen auch ein Stolln, dessen Mundloch am Fuße des jenseitigen Gebirges (bey B nach dem Risse) angesessen und in ältern Zeiten getrieben worden ist.

  

Ungangbare Oerter sind:

1.) Das halb 3. Gezeugstreckenort auf dem Weißhaldner Stehenden Gange gegen Mitternacht, welches man aber aus Mangel an Aussichten unbelegt anstehen und nach der Zeit die Wasser bis 2 te Gezeugstrecke aufgehen lassen. Es ist vom Kunstschacht 54 ½ Lr. erlängt.

2.) Das 2 te Gezeugstreckenort gegen Mitternacht, welches ebenfalls bloß auf dem Weißhaldner Stehenden und und zwar 75 Lr. vom Kunstschacht fortgebracht ist, ist seit dem Jahre 1804 der stockenden Wetter wegen unbelegt anstehen gelassen worden, bis man den Durchschlag mit dem schon gedachten Abteufen, welches von der 1 sten Gezeugstrecke herankommt, gemacht haben wird. Der Gang ist vor Ort ½ Lr. mächtig und besteht aus gebrächen aufgelösten Gneus, Quarz und Hornstein mit sehr wenig einbrechenden Schwefelkies.

Ferner ist auf dem Weißhaldner Stehenden Gange

3.) das 1 ste Gezeugstreckenort gegen Mittag, welches bey 28 ¼ Lr. Entfernung vom Kunstschacht ansteht, der mangelnden Anbrüche halber verlassen worden. Der Gang verflächt sich vor Ort bis zu 38 Grad und ist um 6- 8 Zoll mächtig. Hier besteht derselbe bloß allein aus aufgelösten Gneus.

Desgleichen ist

4.) das Tiefe Stollort auf dem Weißhaldner Stehenden Gange vom Kunstschacht 172 7/16 Lr. gegen Mittag erlängt und schon im Jahre 1802 unbelegt anstehen gelassen worden, weil sich der Gang vor Ort sehr zertrümmerte. Das Ort ist mit 5/4 Lr. Höhe von 3 Mann im Gedinge betrieben worden, welche quartaliter 5 ¼ Lr. aufgefahren haben. Der mittägige Flügel des Ganges hat hier eine größere Mächtigkeit als in der teufe, denn sie beträgt schon bis beynahe ¼ Lr. Der Gang führt hier nebst Quarz, Kalkspat und etwas einbrechenden Schwefelkies zum Theil schon etwas festere Bruchstücke von gebrächen Gneus, als an anderen Punkten.

  

Die noch neuerlich gangbar gewesenen tiefen Stollörter sind:

5.) auf dem Johannes Stehenden vom Anton Spat gegen Mitternacht und auf demselben Gange vom Anton Spat gegen Mittag. Ersteres ist 5 ½ Lr. und letzteres 2 Lr. erlängt. Beyde Oerter sind jetzt unbelegt, weil theils die ungewissen Aussichten, theils die Kostbarkeit des Ausbaus (der Zimmerung) den Betrieb derselben nicht zuließen. Der Gang ist vor beyden Oertern ¼ bis ½ Lr. mächtig und 2 Lr. gegen Mitternacht erlängt. Der Gang ist etwas mächtiger als jener und führt sehr vielen aufgelösten Gneus, etwas Quarz und Hornstein mit ein wenig einbrechenden Schwefelkies.

Die unbelegten tiefen Stollörter auf einem unbenannten Spatgange in Morgen, welcher mit dem Weißhaldner Stehenden in 102 Lr. mittägiger Entfernung vom Kunstschacht und auf einem unbenannten Flachen in Mittag, welcher mit dem Anton Spatgange in 8 Lr. morgendlicher Entfernung vom Weißhaldner Stehenden, überfahren worden, sind von geringer Bedeutung. Ebenso die Stollörter des Weißhaldner Stollns, die schon längst ungangbar sind.

  

6 tes Kapitel: Von den Besonderen Hilfsbauen

Zu weitläufig würde die Beschreibung werden, wenn ich sämtliche Gezeugstrecken und Stolln, so wie verschiedenen bereits aufgeführten Schächte, die zum Theil auch als Hilfsbaue zu betrachten sind, hier noch einmal nennen wollte. Es sind daher nur die besonderen Hülfsbaue in Ansehung ihres speziellen Nutzens hier aufgeführt, und von solchen ist auf diesen Gebäude nur ein einziger gangbarer anzutreffen.

Es ist dies

1.) das Abteufen, welches von der 1 sten Gezeugstrecke bey 53 ¾ Lr. Entfernung vom Kunstschachte gegen Mitternacht, beynahe 5 Fahrten tief niedergeht. Man will hiermit die 2 te Gezeugstrecke lösen, deren Betrieb des Wettermangels halber, hat eingestellt werden müssen. Dieser Hülfsbau ist mit 6 Mann belegt, welche das Lachter für 11 Thlr. 12 gr. incl. Pulver verdungen ist, und geht auch über Sonnabends. Der Betrieb desselben geschieht durch Schrämen und Schießen, wodurch in einem Quartale bey ¾ Lr. Weite und 1 Lr. Länge im Durchschnitt 7 Lr. abgeteuft werden. In diesem Abteufen hat der Gang Lr. Mächtigkeit.

Ein schon vollendeter und in Gebrauch stehender Hülsbau ist

2.) die Rösche, welche auf der Morgenseite unter der Halde St. 8 hinengeht. Mittelst dieser Rösche wird dem Kunstgezeuge die Aufschlagwasser zugeleitet, die durch den Kunstgraben herbeygeführt werden. Sie ist 40 Ellen lang und steht durchgängig in ellyptischer Mauerung.

  

3 te Abteilung: Natürliche Hindernisse und deren Ueberwindung

1 tes Kapitel: Gesteinsfestigkeit und daher erforderliche Gewinnungsart auch Kostbarkeit der Häuer Arbeit und kurze Beschreibung der letztern

§ 16

Der mindern Festigkeit des Gesteins wegen, die größtentheils durch die Mächtigkeit der Gänge bewirkt wird, wird die Gewinnungsart gar sehr erleichtert. Die Gewinnungsart besteht vorzüglich im Schrämen. Die Aufgelöstheit der Gneuswände, welche in den Gängen als vorzügliche Ausfüllmasse inneliegen, kommt den Häuern sehr zu statten. Nur hin und wieder im Hangenden erfordert es manchmal die Notwendigkeit, einige Löcher wegzuschießen.

Was die Schlegel und Eisen Arbeit vor den beyden Stollörtern auf dem Anton Spatgange betrifft, so ist die Manipulation dabey die gewöhnliche, nemlich das Ort wird in drey Tagewerke eingetheilt, der erste Häuer hat den Einbruch etwas über der Mitte des Ortsstoßes, so dass er ohngefähr ¼ Lr. ausschrämt, der zweyte macht Strosse aus dem Einbruch und haut zugleich saigere Förste nach. Die Stroße aber wird anstehen gelassen und nachher nachgerissen.

Was hingegen das Bohren und Schießen anbelangt, so findet dies, wie gesagt, nur im Hangenden statt, und zwar wird nur hin und wieder ein Loch weggeschossen, das man nach Erfordern der Umstände 18, 20, auch wohl 24 Zoll tief bohrt und mit 6, 7 bis 9 Zoll Pulver besetzt. Der ganze Pulververbrauch beläuft sich in einem Quartal auf 60 bis 65 Pfund.

  

2 tes Kapitel: Gesteinsfeigheit und daher erforderlicher Ausbau des Grubengebäudes und kurze Beschreibung des Ausbaus

§ 17

Was auf der einen Seite für die Gewinnungsart vorteilhaft ist, gereicht auf der anderen Seite für den Ausbau des Grubengebäudes zu Nachteil. Denn im Ganzen genommen, sind die Vorrichtungen, um der Gesteins- Feigheit zu widerstehen, schon sehr schwerköstig und für die Grube äußerst lästig.

Einzelne Punkte ausgenommen, haben die auf den Gängen getriebenen Grubenbaue größtentheils durch Zimmerung ausgebaut werden müssen. Zwar scheint der Anton Spatgang an einzelnen Punkten kompakter als der Weißhaldner Stehender Gang zu seyn, dagegen aber wieder ziemlich zerklüftet, wodurch das Losreißen einzelner Wände bewirkt wird, um so mehr, da der stattfindende starke Druck im Hangenden zum Theil wegen der Verflächung beyder Gänge vermehrt wird. Auch die ansehnliche Mächtigkeit der Gänge, so wie die im mitternächtlichen Theile des Grubengebäudes stattfindende Stockung des Holzes trägt sehr viel zur Vermehrung der Schwerköstigkeit der Zimmerung bey.

Was nun die einzelnen Punkte betrifft, wo Zimmerung stattfindet, so steht der auf dem Anton Spatgange getriebene Weißhaldner Stollnflügel gegn Abend 30 Lr. in einfacher und der übrige Theil in doppelter Thüstockzimmerung. Ebenso hat der auf dem Weißhaldner Stehende Gange getriebene Weißhaldner Stollnflügel, wegen der von den Vorfahren sowohl unter als über ihn getriebenen Preßbauen beynahe durchgängig, theils in doppelten, theils in einfachen Thürstöcken gesetzt werden müssen. Wegen der großen Mächtigkeit des Ganges haben die Stempel, Kappen und Thürstöcke eine Stärke von 12 – 14 Zoll erhalten müssen. Jedoch ist das Holz auf diesem Stolln von größerer Dauer als auf dem Tiefen Stolln, denn der hier stattfindende Zudrang der Tagewasser trägt zur Dauerhaftigkeit desselben bey.

Auch auf dem Tiefen Stolln findet sich auf dem Anton Spatgange vom Weißhaldner Stehenden gegen Abend ohngefähr 80 Lr. Förstenzimmerung mit 8 – 10 Zoll starken Stempeln und zum Theil mit Schwarten-Verschießung, dann aber 40 Lr. lang ganz Gestein und die übrige Länge steht gleichfalls in Förstenzimmerung, welche sogar dem Fortrücken des Ortes auf dem Fuße folgen muß.

Desgleichen sind die auf dem Johannes und Theodor Stehenden getriebenen Tiefen Stollnflügel durchgängig mit einfachen Thürstocken versehen. Nur der mittägige Tiefe Stollnflügel auf dem Weißhaldner Stehenden steht 20 Lr. in ganzem Gestein, seine übrige Länge ist gleichfalls theils mit Förstenstempeln, theils mit einfachen Thürstöcken ausgebaut. Sonst aber ist beynahe der ganze mitternächtliche Flügel des Tiefen Stollns, nehmlich vom Kunstschachte weg bis Durchschlagspunkt, und diesem Punkte weiter gegen Mitternacht bis Hayner Spat, in Försten-, einfacher und doppelter Thürstockzimmerung gesetzt, wenn man auch ohngefähr 100 Lr., als so viel er im ganzen Gestein stehen dürfte, ausnimmt.

Desgleichen ist er auf dem Hayner Spatgange nach dem Mundloch zu 80 Lr. lang mit Förstenstempeln und mit einfachen und doppelten Thürstöcken versehen.

Ebenso verhält es sich mit den Gezeugstrecken, welche nur auf sehr wenige Lachter im ganzen Gestein stehen. Um diesen Ausbau in gehörigen Stande zu halten, verfahren auf diesem Grubengebäude 4 Zimmerlinge nicht allein ihre gewöhnliche Schichten, sondern auch manchmal noch ledige Schichten. Jeder Zimmerling erhält wöchentlich 1 Thlr. 4 gr. Lohn.

Was den Preiß der Streckenzimmerung angeht, so kann man annehmen, dass die Länge eines Lachters in einfacher Thürstockzimmerung zu setzen, im Durchschnitt genommen 2 Thlr. 8 gr. und wenn Tragwerk dazu geschlagen werden soll, 2 Thlr. 18 gr., ferner 1 Lachter doppelte Thürstockzimmerung ohngefähr 3 Thlr. bis 3 Thlr. 12 gr. zu stehen komme.

In Betreff des Ausbaus der Schächte, den ich schon bey der Beschreibung derselben erwähnt habe, gedenke ich nur noch, dass eine Fahrt Schachtteufe zum Fahren und Fördern vorzurichten, im Durchschnitt genommen 8 Thlr. 6 gr. kostet. Die Zimmerung, deren Dauer, außer dem Drucke, durch die Güte der Wetter und durch Trockenheit oder Nässe bestimmt wird, ist im Durchschnitt genommen, in dieser Grube aber nicht von sehr langer Dauer, denn es tritt hier gerade der Nachteil der Trockenheit ein, der das Holz so leicht stockig macht.

Am meisten ist dies sowohl auf als auch unter dem Tiefen Stolln in der mitternächtlichen Revier der Fall, wo sich einige Punkte finden, da die Zimmerung aller 3 Jahre, auch wohl schon alle 2 Jahre ausgewchselt werden muß. Hieraus lässt sich leicht abnehmen, wie kostspielig und schwerköstig im Ganzen genommen die Zimmerung auf diesem Gebäude ist, und wie sehr sie demzufolge zur Last fallen muß. Auch finden sich einige Baue in Mauerung gesetzt.

1.) das Mundloch des Tiefen Stollns, welcher auf einer Distanz von 10 Lr. in trockene Scheibenmauerung steht, worüber Bögen nach dem vollen Zirkel gespannt sind, das Gewölbe hat 2 ½ Ellen Weite, 1 Elle Stärke und 18 Zoll Spannung.

Ferner hat

2.) das Mundloch des Weißhaldner Stollns 48 Ellen lang in ellyptischer Mauerung gesetzt werden müssen, weil dieser Stolln in der schon ziemlich tief liegenden Schlucht weig teufe einbringt.

Desgleichen steht

3.) die unter Halde hineingehende und bis zur Radstube getriebene Aufschlag-Wasserrösche, welche 40 Ellen lang ist, durchgängig in ellyptischer Mauerung. Der größte Durchmesser der Ellypse ist 3 ½ Ellen und der mit jenem winkelrecht gehende kleinere Durchmesser ist 2 Ellen, die Mauerstärke aber beträgt 1 Elle. Ueber den Kostenbetrag dieser Mauerungspunkte sowohl als über den, des im Jahre 1790 und 1791 zu einem Treibeschacht vorgerichteten ausgemauerten Kunstschachts, kann ich aus Mangel erhaltener Nachrichten nichts bestimmtes sagen.

  

3 tes Kapitel: Förderung

§ 18

Die Streckenförderung geschieht alle Tage in der Frühschicht. Sie wird mittels Karren, deren jeder 3 Kübel fasst, durch 4 Karrenläufer verrichtet, welche in jeder Schicht von dem gangbaren Tiefen Stollorte gegen Morgen, 2 ½ ßo. (Schock – Anm. d. Red.) Kübel laufen muß.

Außerdem ist, wenn von dem Antoner Spatorte gegen Abend weggelaufen werden soll, 1 Einfüller erforderlich. Jeder von ihnen erhält 20 gr. Wochenlohn. Es kosten daher diese 150 Kübel bis unter den Schacht zu laufen 16 gr., di. a Kübel 1 7/25 pf.

Die Schachtförderung geschieht in dem zum Treibeschacht vorgerichteten Hauptschachte, und zwar mittels eines 2 männischen Haspels und gewöhnlichen Kübeln. Dieser Schacht hat 24 Lr. flache Teufe bis Tiefen Stolln, aus welcher Teufe die mehreste Förderung stattfindet, und bis dahin eine Tonnlage von 48 Grad.

Der zum Haspel gehörige Rundbaum ist 4 ½ Ellen lang und hat 10 Zoll Durchmesser. Zu jedem Ziehen werden 4 Arbeiter gebraucht, nehmlich 2 zum Ziehen, 1 Anschläger und 1 Ausläufer, welche in jeder 8 stündigen Schicht, (wenn die vom Anton Stollorte gefallenen Berge zu Tage gefördert werden sollen) nur 7 Mandeln = 105 Kübel von diesem Berge ziehen, wie sie, durch die Nässe vor dem Morgenort, weit mehr Gewicht erhalten.

Da nun jeder Knecht, desgleichen auch der Ausläufer 20 gr., der Anschläger aber 19 gr. Wochlohn hat, so kosten diese 105 Kübel 15 gr. 5 ½ pf. , d. a Kübel 1 16/21 pf.

    

4 tes Kapitel; Wetterlösung

§ 19

Im Ganzen betrachtet ist der Wetterzug dieses Grubengebäudes sehr gut und es findet sich, außer vor dem zweiten Gezeugstreckenorte, wo sie ein wenig stocken, sonst kein Wettermangel statt. Die Wetter fielen bey meiner Anwesenheit in den Kunstschacht hinein bis 2 te Gezeugstrecke. Ehe sie aber ganz hineinfallen, zerschlagen sie sich auf dem Tiefen Stolln, wo ein Theil sogleich auf dem Stolln zum Mundloch seinen Auszug nimmt. Ein anderer Theil aber zog auf dem mittägigen Stollnflügel unter dem mit ganzem Tragwerk hinter bis vor das Stollort, (welches auf dem Anton Spat gegen Abend betrieben wird) über dem Tragwerk aber wieder vor bis zu dem auf dem Anton Spatgange von dem Weißhaldener Stolln abgesunkenen Schacht, wo sie durch eine daselbst hängende Stollnblende gezwungen werden, diesem Schacht hinaus, auf dem Weißhaldner Stolln vor und durch das Mundloch desselben auszuziehen.

Ein geringer Theil von jenen auf dem mittägigen Flügel des Tiefen Stollns hinterziehenden Wettern geht unter dem Tragwerke bis vor das Morgenort des Antoner Spatganges, und zieht über dem Tragwerke wieder bis zum Kunstschacht vor, wo er mit den übrigen einfallenden Wettern theils bis auf die erste Gezeugstrecke, theil bis auf die zweite Gezeugstrecke einfällt. Auf der ersten Gezeugstrecke nehmen sie ihren Zug über dem Tragwerk hinter und ziehen dann durch den vom Tiefen Stolln abgesunkenen Schacht aus bis Tiefen Stolln, wo sie sodann zum Mundloche desselben hinausgeführt werden.

Auf der zweyten Gezeugstrecke aber haben die Wetter keine sonderliche Veranlassung hinterzuziehen, daher zur Bestärkung des Wetterwechsels von der ersten Gezeugstrecke ein schon vorher beschriebener Schacht abgesunken werden soll.

  

5 tes Kapitel: Wasserzugänge und deren Haltung

§ 20

Auf dem Grubengebäude Sieben Planeten ist die Menge der Grubenwasser um deswillen sehr mäßig, weil dieses Grubengebäude unter dem Tiefen Stolln nur geringe Verbreitung hat.

Freylich würde sich wegen der großen Klüftigkeit der Gänge bey einer größeren Verbreitung in der Länge so wie in der Teufe, eine ungleich beträchtlichere Quantitaet einstellen, besonders was die Baue betrifft, welche unter der Schlucht getrieben sind, wie z. B. die Baue auf dem Anton Spatgang.

Dagegen wird aber ein ansehnlicher Theil der wilden Wasser theils durch den Neuen Seegen Gottes Stolln, theils auch schon durch den Weißhaldner Stolln aufgegangen und abgeführt. Zu diesen Wasserzugängen trägt hauptsächlich das auf dem Anton Spatgange gegen Morgen getriebene Tiefe Stollort einen vorzüglichen Theil bey. Sie kommen, wie schon erwähnt, auf einer schwebenden Kluft ¼ Lr. über der Stollsohle herein und möchten in einem 12 Zoll weiten Gerinne wohl 4 Zoll Wasserstandhöhe betragen. Man hat sie auf der ganzen Sohle des Stollns bis zum Weißhaldner Stehenden hingeleitet, wo sie sich mit den übrigen Stollnwassern vereinigen. Es sind dies allem Vermuthen nach diejenigen Tagwasser, welche in der Schlucht sich aufsammeln, und dann durch den Tiefen Stolln erschroten worden sind. Ein geringer Theil sammelt sich auf dem abendlichen Stollnflügel in der Nähe der beyden übersetzenden stehenden Gänge. Sie dürften ohngefähr in einer einböhrigen Röhre gefasst werden können. Auch diese Wasser laufen auf dem ganzen Gestein hin und vereinigen sich mit jenen.

Noch stellen sich einige Wasser auf dem Stollnflügel des Weißhaldner Stehenden Ganges vom Kunstschacht gegen Mittag ein, aber sie sind weit unbeträchtlicher als jene und dürften ohngefähr ein Pfeifenrohr stark seyn.

Diese Wasserquanten werden aber in dem mitternächtlichen Revier sowohl durch nicht unbeträchtliche in der Nähe des Krautschachtes hereinkommenden, als auch durch die aus den alten abgeworfenen und auf dem Stolln vermauerten Bauen, zufließenden Wasser vermehrt.

Alle diese Zugänge zusammen führt der neue Seegen Gottes Stolln theils mittelst ganzer Sohle, theils aber auch, und zwar in der mitternächtlichen Revier, durch 14 Zoll weite und 8 Zoll hohe Gerinne ab.

Ob diese gleich vom Stolln abgeführt werden, so dringen dem ohngeachtet mehrere von ihnen den Tiefbauen zu, wozu die häufigen Zerklüftungen sowohl, als die unkompakte Gangmasse Veranlassung genug geben.

Diese Wasserzugänge aber finden sich größtentheils im Tiefsten ein, und, ob sie gleich von keiner großen Bedeutung sind, so dürften sie doch die Arbeit daselbst stören, und wenn sie nicht gehalten würden, endlich gar bis auf den Stolln aufgehen. Ich konnte die Wasserzugänge im Tiefsten dermalen nicht bemerken, weil die Wasser bis zweyte Gezeugstrecke aufgegangen waren. Nach der Berechnung betragen sie im Durchschnitt pro Minute 4 Kub. Fuß.

Noch sind zu den Wasserzugängen, welche unter dem Tiefen Stolln sich vorfinden, diejenigen zu rechnen, welche in dem unter der 1 sten Gezeugstrecke niedergehenden Abteufen sich sammeln und mit Zöbern gehalten werden. Sie sind aber ebenfalls sehr unbeträchtlich, denn man zieht in jeder 8 stündigen Schicht höchstens 2 Zöber. Diese Wasser laufen dann auf der 1 sten Gezeugstreckensohle dem Kunstschacht zu. Diese Grundwasser werden von dem Kunstgezeuge gehalten.

Das Kunstrad dieses Gezeuges hängt winkelrecht mit dem Streichen des Weißhaldner Stehenden Ganges in einer gemauerten Radstube. Das Wellenmittel befindet sich unter Tage in einer saigeren Teufe von 5 Lr. und 4 Zoll, so dass zwischen dem Kranze des Rades und dem Spiegel der Abzugrösche ein Raum von 6 Zoll übrig bleibt. Das zum Kunstgezeuge benutzte, eigentlich aber zu einem Treibewerk bestimmte Rad ist ein Kehrrad mit 3 Kränzen und hat eine Höhe von 14 Ellen und 6 Zoll.

Es ist im übrigen den Kehrrädern der Freyb. Bergamts Revier in allem gleich, besteht mithin aus 8 Haupt- und 16 Helfarmen, den 3 Kränzen, der Schaufelung, und der Welle mit dem Krummzapfen. Die ganze Breite des Rades, welche in 2 Abtheilungen besteht , beträgt die Weite jeder Abtheilung, nehmlich von dem äußeren Kranze bis zum innern 18 Zoll. Jeder der äußeren Kränze ist 14 Zoll hoch und 3 Zoll stark, der innere aber 8 Zoll stark. Das Rad ist mit 72 Schaufeln versehen, die aus den Stoß- und den Riegelschaufeln bestehen. Die Wasser fallen in die 3 te Schaufel ein. Die Welle ist 5 Ellen und 12 Zoll lang, in der Mitte 1 Elle 6 Zoll stark. Die Stärke steigt aber durch das Füttern von Brettern noch um 4 Zoll an. An den Enden ist die Welle nur noch 1 Elle stark.

Der Krummzapfen, der aus gegossenen Eisen besteht, ist ein doppelt gekröpfter, wovon der kurze Arm 12 Zoll, der lange Arm aber 1 Elle mechanische Länge hat. Es ist also der Hub bey diesem Gezeuge nur 1 Elle. Die Warze ist 8 Zoll lang und 10 Zoll stark. Von eben der Stärke ist auch der Zapfen, dessen Länge 8 Zoll beträgt. Auch die Länge desjenigen Theils, welcher sich zwischen beyden Armen befindet, ist 8 Zoll.

Die Radstube, welche sich im mittägigen Schachtstoße befindet, ist von ellyptischer Mauerung mit 1 ½ Ellen Stärke aufgeführt. Sie steht in St. 6.2. Im Lichten ist ihre Länge 5 Lr., die Weite im Mittel 1 ¼ Lr. und die Höhe beträgt in der Mitte 20 Ellen 6 Zoll.

Der Kunstschacht befindet sich auf der mittägigen Seite des gemauerten Ziehschachtes, der eigentlich zur Hängung eines Treibewerkes vorgerichtet ist und daher mit diesem eine ansehnliche Länge erhalten hat. Die Länge desselben vermindert sich unter dem Tiefen Stolln 48 Grad, von hier bis Tiefstes aber 44 Grad Tonnlage erhalten.

Die Korbstangen sind mit dem Schachtgestänge nur an einem Krummzapfen und zwar bloß an der mitternächtlichen Seite des Rades angehangen, schieben aber ohne Vorgelege sogleich in den Kunstschacht hinein.

Jede Korbstange ist 10 Ellen lang, die Länge des Kopfs aber beträgt nur 3 Ellen und die Breite 14 Zoll. Die untere Breite der Korbstangen ist hingegen nur 7 Zoll. Das äußerste Ende des Kopfes ist von der Mitte der Warze blos 12 Zoll entfernt und besteht aus 6 Zoll starken Eisen, wovon zwey 3 Ellen lange Bänder abgehen, die auf der obern und untern Kante der Korbstange mittelst 5 Schrauben befestigt sind.

Eigentlich beträgt die Stärke einer Korbstange nur 4 Zoll, sie ist aber am Kopfe auf der einen Seite mit 2 Zoll starken Backen versehen, Stange 15 Ellen Länge hat, incl. Der 3 Ellen einnimmt, angeschlossen, wovon eine jede incl. der 3 Ellen langen Schlösser. Jeder Kamm ist 12 Zoll lang und die Befestigung der Stangen aneinander ist durch 6 eiserne Schrauben bewirkt.

Jede Kunststange läuft auf einer 12 Zoll hohen und 12 Zoll langen Walze aus hartem Holze. Das Gestänge schiebt vom Krummzapfen weg unter einem Winkel von 46 Graden, aber da die Tonnlage des Schachts nach dem Weißhaldner Stehenden Ganges in der Nähe des Tiefen Stollns flacher wird, so dass das folgende Gestänge in seiner Richtung von dem vorigen nur um 4 Grad abweicht, so ist dieser Winkel in der Verbindung der Stangen ausgeglichen. Die Verbindung dieser Gestänge ist dieselbe, wie ich sie auf dem Berggebäude Neuglück und Drey Eichen in der Gegend der 3 ten Gezeugstrecke gesehen habe. Nehmlich es ist der spitzige Winkel durch einen Keil ausgefüllt, welcher zwischen dem Gestänge mit befestigt ist.

Was die ausübende Wasserhebungsmaschine betrifft, so sind, da sich vom Stolln bis ins Tiefste eine flache Teufe von 15 ¼ Fahrt = 366 Fuß vorfindet, 10 Sätze, nehmlich

  • ein 14 zölliger

  • drei 3 12 zöllige und

  • sechs 10 zöllige

nöthig gewesen, wovon sich allemal 4 von einer Gezeugstrecke zur andern befinden.

Sie sind nur einfach und in einer geraden unterbrochenen Linie unter einander angebaut. Der oberste Satz gießt die Wasser auf den Neuen Seegen Gottes Stolln aus. Der jedesmalige Hub beträgt eine Elle.

Die sämtlichen Kolbenröhren sind 1 Elle 12 Zoll lang, von welcher Länge an jedem Ende 6 Zoll in die Satzstücken eingelassen ist. Ihre Weite hingegen ist verschieden, denn sie beträgt bey dem 1 sten Satze 14 Zoll, bey dem 2 ten 3, und 4 ten 12 Zoll und bey den übrigen 10 Zoll.

  • Der 14 zöllige Satz hat 5’’ weite Ansteckröhren

  • Die 12 zölligen Sätze haben 4’’ weite Ansteckröhren

  • Die 10 zölligen Sätze haben 3’’ weit Ansteckröhren

Die sämtlichen Oberstücke sind 1 Elle 6 Zoll lang und die Unterstücke haben 1 Elle 4 Zoll Länge. Die Kolben sind gewöhnliche Stülpkolben und der 1 ste Kolben nehmlich der zum 14 zölligen Satz gehörige hat 8 Löcher, die übrigen aber nur 6 Löcher.

Was den Gang der Maschine betrifft, so macht das Rad in 1 Minute 2- 3 Umgänge, wobei beyde in den Schacht hineingehende Gestänge bloß an einem Krummzapfen angehangen sind. Dies muß einen einseitigen schweren Gang der Maschine zur Folge haben.

Die Liederung jedes Kolbens dauert nur 2 - 3 Wochen. Zu Liederung gebraucht man Juchtenleder, wovon das Pfund jetzt 11 gr. kostet. Die übrigen Liederungsmaterialien sind sehr unbedeutend. Es würde überhaupt wohl mehr Liederungsaufgaben, wenn man stets aus dem Tiefsten gewältigen, mithin wegen der geringen Hoffnungen daselbst oft trocken gehen lassen wollte, weil man nun keine Baue unter der 2 ten Gezeugstrecke belegt hat, so geschieht das beständige Gewältigen nur von dieser Gezeugstrecke weg.

Die Wartung des Gezeugs besorgt für gewöhnlich der Vice-Obersteiger, über Feyertags aber ist ein Arbeiter dazu angeordnet. Der Steiger erhält für die Wartung 12 gr. Wochenlohn. Die Unterhaltungskosten des Gezeuges möchten in einem Quartale ohngefähr 50 – 60 Thlr. betragen.

Die Aufschlage Wasser, welche zum Umtriebe nöthig sind, erhält man aus dem besonders hierzu angelegten Kunstgraben, wovon ich im folgenden Kapitel ein mehreres sprechen werde. Aus dem Kunstgraben werden die Aufschlagewasser von einer unter der Halde befindlichen 40 Ellen langen ellyptisch gemauerten Rösche aufgenommen, welche sie bis zur Radstube bringt.

In dieser hat man einen Wasserkasten angelegt, in welchem die Wasser, da noch besondere Gerinne mit ihm in Verbindung stehen, durch einen Schütze abgegeben werden können. Dieser Kasten ist genau in der Linie angelegt, in welcher das Kunstrad sich bewegt und hat 1 Elle 18 Zoll Weite, die aber durch eine Pfoste in 2 Hälften getheilt ist, übrigens aber, 10 Zoll Weite und 4 Ellen Länge hat. An beyden entgegengesetzten langen Seiten gehen aus dem Kasten Schußgerinne ab, von welchen jedes 2 Ellen 6 Zoll lang, 18 Zoll weit und etliche 40 Grad gegen die Schaufeln geneigt ist. Zum Oeffnen und Verschließen ist in jedem Schußgerinne eine Schütze angebracht, die oben geschlitzt ist, damit der Hebelarm oder Schützenbaum in ihm eingelegt und mit einem Polzen verbunden werden kann.

  

6 tes Kapitel: Aufschlage Wasser Versorgung

§ 21

Die auf dem Berggebäude Sieben Planeten Fdgr. zum Aufschlage für ein Kunstgezeug benutzten Wasser sind zum Theil Flutwasser, welche bey der untern Wäsche des Berggebäudes Himmelsfürst benutzt und in einem Graben bis zur Strigitzbach im Thale bey der vom untern Theil des Dorfes Langenau herunterkommenden Schlucht geführt sind, theils sind es aber auch Wasser aus dem Strigitzbach selbst.

Der Wasserspiegel der Strigitzbach ist nehmlich bey diesem Punkte durch ein kleines Wehr etwas erhöht und dem Wasserstande im Graben gleich gemacht worden. Durch dieses Andämmen der Bachwasser kann der Graben, welcher nun weiter nach Abend geht, nach Erfordern der Umstände mehr Wasser erhalten, als er vorher führte.

Von hier geht nun ein gemauerter in Erdreich liegender Graben am mittägigen Gehänge St. 5 beynahe parallel mit dem Strigitzbach und bringt bey der Lochmühle ein Gefälle zum Aufschlagen für das dasige oberschlächtige Rad heraus. Bey dieser Mühle, wo sich das Strigitzthal in St. 11 gewendet hat, geht nun aus dem mehrgedachten Graben der nöthige Aufschlag für das Mühlrad in einen Fluther ab, das übrige Wasser aber, welches nicht weiter zu brauchen ist, fällt einer kleinen Schlucht zu, die sich von Abend nach Morgen oder St. 5 nach dem Strigitzthale herabzieht und einen kleinen Bach mitbringt, der unter dem Abzugsgraben in Begleitung jener überflüssigen Wasser aus dem mehrgedachten Graben der Strigitzbach zufällt.

Der unter der Radstube in Spundstücken gefasste Abzuggraben geht aber über jene kleine Schlucht hinweg und bis zum Abhange des Berges, wo der eigentliche Kunstgraben, welcher gemauert ist, seinen Anfang nimmt.

Bey dem am 28 sten April 1790 erfolgten Abstecken desselben ergab sich, daß zwischen dem Abzugsgraben bey der Radstube des Mühlrades und Weißhaldner Stolln nur 10 Ellen 20 Zoll Saigerteufe vorhanden sey. Es wurde daher, um mehr Gefälle zu einem Kunstrade zu bekommen, die damals anstehende Stroße auf dem Weißhaldner Stolln bis zum Kunstschacht nachgerissen, wodurch man ein Gefälle von 15 Ellen 16 Zoll herausbrachte.

Vorgedachter Kunstgraben, welcher oben 2 ½ Ellen, unten aber nur 2 Ellen weit ist, geht von dem Fassungspunkte an dem mittägigen Gehänge mit dem Strigitzbach auf 70 Lr. in der St. 12 ziemlich parallel, hier aber wird das Thal offen und die Strigitzbach nimmt ihre Richtung St. 2,6 gegen Morgen nach Linde zu. Der Graben aber geht noch ein Stück in der Hauptrichtung St. 12 an diesem Gehänge fort, nimmt hierauf eine Richtung St. 2,4, dann St. 1, ferner St. 12 an und wendet sich endlich nach und nach in St. 9, in welcher er, nachdem derselbe vom Strigitzthale weg eine Distanz von ohngefähr 300 Lr. zurückgelegt hat, an der Halde bey Sieben Planeten anlangt. Hier gibt er seine Wasser in der schon beschriebenen gemauerten Rösche ab, welche sie noch 40 Ellen bis zur Radstube führt, wo sie in dem schon mehrerwähnten über dem Rade befindlichen Kasten und aus diesem aufs Rad laufen.

Aus der Radstubensohle werden diese Wasser alsdann vom Weißhaldner Stolln, welcher als Abzugsrösche unterhalten wird, aufgenommen, und von diesem gegen Morgen durch das Mundloch abgegeben, von wo sie endlich noch 100 Lr. in einem wilden Graben bis in die Strigitzbach fließen.

  

7 tes Kapitel: Aufbereitung

§ 22

Die Aufbereitung macht auf diesem Berggebäude aus Mangel an Erzbauen einer minder wichtigen Gegenstand aus. Im vorigen Jahre, als der einzige Förstenbau in Betrieb war, mussten die Häuer das Gewonnene in Gänge und Berge aussaubern, und die Berge auf Kästen stürzen. Die gefallenen 8 ßo. Kübel Gänge aber wurden zu Tage gefördert und dann auf der Halde ausgeschlagen und in Scheidegänge, Pochgänge und Berge geschieden.

Hiervon fielen eine Fuhre Scheidegänge und 21 Fuhren Pochgänge. Die Gänge wurden im Qu. Rem. A.c. auf das Berggebäude Himmelsfürst gefahren und dort mit andern Gängen in der unteren Himmelsfürster Wäsche aufbereitet. Für jede Fuhre Gänge sind 8 gr., mithin zusammen 7 Thlr. 8 gr. Fuhrlohn bezahlt worden.

  

III. Abschnitt: Vermögens- Zustand des Grubengebäudes

1 stes Kapitel: Summe der Geld- Einnahmen und Geld- Ausgaben
vom Quartale Rem. 1805

§ 23

Da das Grubengebäude Sieben Planeten ein Beylehn zum Berggebäude Himmelsfürst Fdgr. ist, so werden von dasiger Gewerkschaft alle Kosten hergegeben und in dem Zechenregister in Einnahme gebracht. Die Einnahme so wie die Ausgabe betrug im Quartale Reminiscere a.c. 698 Thlr. 5 pf.

  

2 tes Kapitel: Spezielle Aufführung der Haupt Geld Ausgabe

§ 24

A.) Bleibende Ausgaben waren:

a) die Schichtmeister und Obersteigerlöhne: 65 Thlr. nämlich:

  • 8 Thlr. 16 gr. Herrn Schichtmeister Moßdorf a 16 gr. Wochenlohn

  • 8 Thlr. 16 gr. Oberstgr. Franken auf Himmelsfürst Wochenlohn

  • 8 Thlr. 16 gr. Oberstgr. Reichelt 

  • 39 Thlr. Vice-Oberstgr. Just, als:

  • 26 Thlr. Wochenlohn a 2 Thlr.

  • 6 Thlr. 12 gr. Schießgeld, wöchentl. 12 gr.

  • 6 Thlr. 12 gr. für die Besorgung des Kunstgezeugs, wöchentl. 12 gr.

b) stehende Gebührnisse: 14 Thlr. 20 gr. 3 pf Nebenausgaben als:

  • 2 Thlr. 9 gr. 10 pf. an Supplementgeldern

  • 4 Thlr. 6 gr. an Quatember u. Reinstgeldern

  • 1 Thlr. 2 gr. an Fahrgeldern

  • 3 Thlr. 12 gr. 3 pf. an Schreibmaterialien

  • 12 gr. an Discretions- u. Trinkgeldern

B.) Temporelle Ausgaben

a) Löhne

214 Thlr. 10 gr. 8 pf. Häuerlöhne, als:

  • 37 Thlr. 13 gr. Schichtlohn

  • 170 Thlr. 12 gr. Gedingarbeit

  • 6 Thlr. 9 gr. 8 pf. ledige Schichten

117 Thlr. 5 gr. Förderlöhne, als:

  • 78 Thlr. 10 gr. dem Haspelmeister a 22 gr. Wochenlohn und

  • 7 Bergknechte a 20 gr. ’’

  • 38 Thlr. 19 gr. 4 Grubenjungen a 20 gr. ’

4 Thlr. 15 gr. Aufbereitungslohn für 21 Fuhren Poch- und  1 Fuhre Scheidegänge, nämlich:

  • 1 Thlr. 6 gr. Aufschlagsteiger

  • 3 Thlr. 9 gr. den 8 Ausschlägern a 13, 10 u. 9 gr. Wochenlohn für 5 Schichten

63 Thlr. 19 gr. Zimmerlohn den 4 Zimmerlingen Schichtlohn  a 1 Thlr. 4 gr. Wochenlohn und für ledige Schichten 

7 Thlr. 8 gr. Fuhrlohn für 21 Fuhren Poch- und 1 Fuhre Scheidegänge in die untere Himmelsfürster Wäsche zu fahren a Fuhre 8 gr.

b) Materialien und Gezäh Anschaffung

127 Thlr. 11 gr. 6 gr. Häuermaterial und Schmiedekosten, als:

  • 17 Thlr. 12 gr. für

- 80 ßo. Eisenhelme a 2 gr. 6 pf.

- 33 ßo. Handfäustelhelme a 6 gr.

-  3 Kaukammhelme a 16 gr.

2 Kratzenhelme a 20 gr.

Sind aber nicht in Abgang gekommen, sondern angeschafft worden.

  • 15 Thlr. 20 gr. für als:

- 10 “ 6 “ für 123 pf. neu Eisenabgang

-   5 “ 14 “ für 134 pf. alt Eisen 

  • 24 “ 22 “ Schmiedekosten, nähml.

- 22 “ 18 “ dem Bergschmiedt Wochenlohn a 1 Thlr. 6 gr.

-   2 “ 4 “ einem Gehilfen

- 47 “ 9 “ 6 gr. für 55 Tonnen Kohlen a Tonne 18 Thlr. 6 gr.

Sind auch nicht alle in Abgang gekommen.

26 “ 20 “ für 1 Ctr. Pulver a 26 Thlr. und 20 gr. Accise, von diesen ist nur 15 Thlr. 4 gr. für 64 Pf. Pulver Abgang und Accise in Ausgabe zu bringen.

  • 97 “ Gruben Holz und Bretter, nähml.

- 27 “ 16 “ für 1 ßo. weiche 12’’ breite Spindebretter

   für 9 Thlr. und 7 ßo. Schwarten a 2 Thlr. 16 gr.

- 59 “ 12 “ für 17 Fuhren 2 stämmig Holz a 29 Thlr. 18 gr. und
               für
 17 Fuhren 3  stämmig Holz a 29 “ 18 "
               Summa 34 Fuhren a Fuhre 1 Thlr. 18 gr.

-   9“ 20 “ für ½ ßo. weiche 12 “ breite Spindebretter a ßo. 9 Thlr. : 4 Thlr. 12 gr.

-   4 Thlr. 12 gr. für 2 ßo. Schwarte a 2 Thlr. 16 gr.

  • 2 “ 14 “ Kunstmaterialien, nähml.

-    2 “ 14 “ für ½ Ctr. Pech a Ctr. 5 Thlr.

-    4 “ Tragelohn

= 714 Thlr. 7 gr. 5 pf. Summa.

Zwar war es, nach der im 1 sten Kapitel diesen Abschnitts, nur die Hauptsumme 698 Thlr. 5 pf., jedoch ist hierin der Eisen- Abgang nicht mit begriffen.

  

3 tes Kapitel: Aktiva und Passiva

§ 25

Passiva Schulden sind bey dem mehrbesagten Grubengbäude nicht, aber eben so wenig ist auch Kasse und etwas an Erzvorräthen vorhanden, außer was die Materialvorräte anlangt, die in dem Grubenregister aufgezeichnet und in der Weitläufigkeit hier nicht spezifiziert worden, jedoch dürften sie etwa 5 – 600 Thlr. zu taxieren seyn.

  

4 tes Kapitel: Immobiliar – Eigenthum

§ 26

An Immobiliar – Eigenthum besitzt das Grubengebäude Sieben Planeten

Tagegebäude

  • 1 Huthaus nebst eingebauter Schmiede und Scheidebank

  • 2 Kauen

  • 1 Erzschauer

Lehne

  • 3 Stolln

  • 11 Fundgruben

  • 33 Maßen

  • 3 Rad Wasser und

  • 1 Schmiedestatt

Maschinen

  • 1 Kunstgezeug

  

IV. Abschnitt: Beurtheilung des Grubengebäudes Sieben Planeten,
nicht allein in Hinsicht des Werths des Grubengebäudes,
sondern auch in Hinsicht des Betriebs desselben,
wobey der jetzige in Ausführung begriffene Betriebs- Plan
mit in Anregung gezogen ist.

§ 27

Bey Beschreibung der Äußern Gebirgslage bin ich etwas weitläufig und so viel als möglich ausführlich gewesen. Sie zeigte deutlich, dass diese Grube in einem Stück Gebirge baut, wovon sich jeder Bergmann, den äußern Ansehen nach, nicht wenig versprechen dürfte, besonders da man von den vorhandenen Spuren älteren und vielleicht nicht unwichtigen Bergbau dazu aufgemuntert wird. Es treten selbst für den Betrieb eines Grubengebäudes sehr wichtige Vortheile ein: denn das Grubengebäude genießt

  1. ein weitverbreitetes uneingeschränktes Feld

  2. eine leichte Gewinnung der Gangmasse und des Nebengesteins

  3. hinlängliche Aufschlagewasser zum Betriebe mehrerer Maschinen weil

- zwischen der Tiefen Stolln- und der Kunstradsohle drey Gefälle, selbst

- noch andere unbenutzte Tagewasser in dasiger Gegend vorhanden sind,

und, schränkt man die Baue auf dem Anton Spatgange und mehrere in der Schlucht aufsetzende Gänge ein, so genießt sie noch besonders

  1. Die Vortheile eines bequemen Schacht- Absinkens, und a. m.

So sehr nun nicht allein das vielversprechende Äußere des Gebirges, sondern auch jene Vortheile von Bergleuten geschätzt worden sind, welches durch die oft wiederholte Aufnahme des Grubengebäudes bewiesen wird, so sehr man auch von den Spuren der von den Vorfahren verführten Bergbaues aufgemuntert wird, so gewiß scheint es auf der anderen Seite zu seyn, dass man sich von den in dem dasigen linken Gehänge des Strigitzthales aufsetzenden, im Ganzen genommen, mächtigen Gängen in der Tiefen Stolln-Teufe wenig Bauwürdigkeit versprechen kann.

Und man wird mithin auf den Gedanken geführt, daß die Bauwürdigkeit dieser aufsetzenden besonderen Lagerstätte nicht für jetzige, sondern für spätere Generationen interessant seyn dürfte: denn zieht man die große Menge der mit dem obern Stolln sowohl, als auch vorzüglich mit dem Tiefen Stolln überfahrenen Gänge aller Art in Betrachtung, so müsste doch wohl unter so vielen besonderen Lagerstätten einige bauwürdige befunden worden seyn.

Man könnte freylich den Einwand machen, dass immer nur wenige wirklich untersucht worden wären, aber auch dieser wird zurückgewiesen, wenn man weiß, dass sie nicht einmal auf dem Kreutzen bauwürdig gewesen sind. Nur eine Gewerkschaft wie Himmelsfürst kann den Muth und die Ausdauer haben, eine so wichtige und kostspielige Untersuchung dieses Stück Gebirges zu unternehmen. Alle Veranstaltungen der Grubenbaue zeugen von den Hoffnungen, welche man sich zum Empfange vieler Anbrüche gemacht haben müsse, und von einer Regelmäßigkeit, wie sie nur auf solchen Gruben gefunden werden kann, die mit Nachhalt solche Untersuchungen wagen können.

  

Kostspielig sind die Grubenbaue, insofern
  1. durch geringe Festigkeit und Klüftigkeit des Gesteins und durch die Mächtigkeit der Gänge veranlasst, beynahe alle Grubenbaue in schwerköstige Zimmerung und Mauerung haben gesetzt werden müssen;
  2. dass der weitverbreitete eigenthümliche Neue Seegen Gottes Stolln vom Mundloche oder vom Strigitzthale heran hat aufgewäligt und das zur Lösung des Gebäudes noch ein sehr großer Theil desselben ohne Beyhülfe getrieben werden müssen, und nunmehro mit großen Kostenaufwande unterhalten werden muß.
    Kostspielig war ferner
  3. der von der Lochmühle bis unter die Halde (eine Distanz von 370 Lr.) geführte Kunstgraben, dessen Unterhaltung auch jetzt noch der Grube zur Last fällt.
    Ebenso würde, wenn man Baue in größerer Teufe verführen wollte
  4. die Erbauung eines zweckmäßigeren Kunstgezeugs, das freylich bey dem jetzigen wenigen Andrang der Grundwasser hingehen muß, eins der nothwendigsten Gegenstände seyn, worauf man Rücksicht zu nehmen hätte.

  

Hierauf scheint zum wenigsten klar zu werden, mit wie vielen Hindernissen die Gewerkschaft in Himmelsfürst hat kämpfen müssen, und man würde ihr gern den glücklichen Ausgang der jetzt in Ausführung begriffenen Haupt-Plans gönnen, vermöge welchem das tiefe Stollnort auf dem Anton Spatgange gegen Morgen nach dem rechten Gehänge des Strigitzbachs getrieben und hiermit ein Stück Gebirge untersucht werden soll, welches dem äußern Ansehen nach zu einem der hoffnungsvollsten in der Bränder Revier gerechnet werden kann.

Es scheint dieser Plan um so zweckmäßiger zu seyn, weil man sich für versichert hält, dass ein Theil der reichen Himmelsfürster Gänge in diesem Stück Gebirge aufsetzen dürften, und weil man zu leichterer Ausführung dieses Plans einen Spatgang, den man für die Fortsetzung des Anton Spatganges hält, ausrichten wird. Auf ihm ist auch ein alter Stolln, dessen Mundloch am mitternachtmorgendlichen Fuße des Gehänges angesessen ist, auf einer kurzen Distanz gegen Morgen getrieben worden.

Freyberg, den 13 den Octbr. 1805 

Carl Gottlob Heße

   

Bevor wir nun auf unsere virtuelle Tour durch den Neuen Segen Gottes Stolln gehen, noch ein kurzer Rückblick anhand einiger Bilder aus der Zeit der Aufwältigung von Schacht und Stolln.

Das Ziel der Schachtaufwältigung bestand in einem sicheren Zugang zur Kunstradstube und weiter bis auf den Neuen Segen Gottes Stolln. Weiterhin ist im Bereich des NSGS (kurz für Neuer Segen Gottes Stolln) ein Wasserstau beseitigt worden. Dieser erforderte aber die vollständige Wiederherstellung der Wassersaige auf dem Weißhaldner Stehenden bis zum Umbruch. Dafür mußte über eine ziemlich lange Strecke von einigen hundert Metern die Wassersaige bis auf Grund – gut 1 m tief – entschlämmt werden! Eine Arbeit, die mehrere Jahre dauerte und vom „Schlammwurm“ mit etlichen freiwilligen Helfern erfolgte.

  


Die Einfahrt auf den NSGS erfolgte damals noch über das Fördertrum und die dort eingebauten Schienen. Die übrigen Trümer waren noch voll Masse und mussten erst beräumt werden.

      


Der Blick in ein solches, schon beräumtes und gereinigtes Gestänge-Trum des Sieben Planeten Kunstschachtes. Der helle Lichtschein am Stoß zeigt die Lage der Radstubensohle an und der Lichteinfall am höchsten Punkt ist das Tageslicht. Allein schon ein solcher Blick auf die phantastische Arbeit der Grubenmaurer war den Aufwand wert!

  


Der Blick in das Fördertrum – was damals auch zur Fahrung diente.

  


So sah es auf dem NSGS im Schachtfüllort um 2015 aus. Das recht flach tonnlägige Fallen der Stöße und der bergrecht eingebauten Gewölbebögen ist gut zu sehen.

  


Wir befinden uns hier auf dem Weißhaldner Stehenden und starten hier auch unsere neue Fototour...

  

 
 
 

Befahrung des Neuer Segen Gottes Stolln

Auf dem Weißtaubner Stehenden

  

Wir begeben uns nun vom Füllort des Sieben Planeten Kunstschachtes aus auf die Tour im NSGS in Richtung Mundloch unterhalb von Linda.

Man muß beachten, daß wir den Stolln entgegen seiner Vortriebsrichtung befahren. Alle Tafeln sind natürlich aus umgekehrter Sichtweise, vom Mundloch her beschriftet!

Weiterhin haben wir Bildmaterial von mehreren Touren zu unterschiedlichen Zeiten in diesem Beitrag zusammengestellt. Oben Bilder von 2013 und im Weiteren vor allem von 2015. Dabei sind die älterem Bilder mit Halogenlicht unsererseits und mit kalten LED-Licht vom „Schlammwurm“ gemacht; die neuen Aufnahmen von 2015 sind dagegen mit stärkerem, warmen LED-Licht von uns aufgenommen worden. Und natürlich sind auch die beteiligten Befahrer nicht jedesmal dieselben gewesen...

  


Wir verwenden hier das Grundriß-Übersichtblatt 15-2 für die +410 m bis + 345 m Sohle der Betriebsabteilung Brand-Erbisdorf als Grundlage, um unseren Fahrweg zu illustrieren: Der verläuft zunächst vom Sieben Planeten- Kunstschacht aus (rechts im Kartenausschnitt) und ist grün nachgezeichnet. Der Weg führt uns bis nach dem 3. Umbruch. Dieser liegt auf dem Schönberg Stehenden. Die nachfolgende Bildergalerie dokumentiert diesen ersten Abschnitt.

   


Der NSGS ist hier gut fahrbar, nurr die Wassersaige muß noch beräumt werden.

  


Die von Heße erwähnten Preßbaue sind heute mit Ziegelmauerung gesichert.

  


Eine Notiz der Bergleute, die das Ziegelgewölbe vor nahezu 200 Jahren hier eingebaut haben und wohl ihre Arbeitsleistung errechneten. Solche Belege sind im Brander Bergrevier recht oft auf dem Thelersberger Stolln im Bereich von Ziegelmauerwerk zu finden.

  


Blick zurück zum Schachtfüllort.

  


Ein breites Bruchsteingewölbe auf dem Weißhaldner Stehenden.

  


Diese sind wesentlich älter als die Ziegelgewölbe.

   

 
 
 

Auf dem 5. Umbruch

  


Wir erreichen den ersten Umbruch – es ist aber vom Mundloch aus gezählt der 5. Umbruch – wo der NSGS den Weißhaldner Stehenden verläßt und als Umbruch im Nebengestein verläuft. Als Gründe für diese Umbrüche sind meist die stark bebauten Gänge und auch das mitunter sehr „feige“ (welch schöne Umschreibung für das wenig standsichere) Gebirge gewesen, um die Wasserwegsamkeit des Stollens dauerhaft aufrecht zu erhalten.

  


Am Ende des 5. Umbruchs verweist diese Tafel darauf, wo der Stolln dann wieder verläuft.

  


Am Anfang steht der 5. Umbruch noch im festen Gebirge.

  


Die Auffahrungsrichtung des Umbruchs ist zum Stollnmundloch hin gerichtet.

  


Doch auch hier gab es nicht standfeste Bereiche, die mit in Kalkmörtel
gesetzten Bruchsteingewölbe gesichert werden mußten.

  


Vermutlich der Durchschlagspunkt an der Tafel von 1823.

  


Auf dem 5. Umbruch gibt es nur ein Ziegelgewölbe und ein Bruchsteingewölbe. Ansonsten steht er komplett im festen Gebirge.

  


Der 5. Umbruch war laut dieser Tafel 71 Lachter lang.

  


Da sind wir wieder auf dem Weißhaldner Sthd. Gang angekommen.

  

 
 
 

Weiter auf dem Weißhaldner Stehenden

  


Der weitere Weg führt wieder über den Weißhaldner Stehenden.

  


Natursteinmauer- Bögen...

 


Dieses Bruchsteingewölbe ist 1827 gesetzt worden.

  


Wir setzen unseren Weg in Richtung 4. Umbruch fort.

  


Ein Schlafgast...

  


Diese Jahrestafel stammt aus der Zeit, in der der NSGS aufgefahren wurde.

  


Nach gut 36 Lachtern Strecke verlassen wir den Weißhaldner Stehenden erneut - nun zum 4. Umbruch...

  


...was uns diese Tafel erklärt.

 

 
 
 

Auf dem 4. Umbruch

  


Auf dem 4. Umbruch befinden sich auch zwei elliptisch gemauerte Ziegelgewölbe.

   


Abschnittsweise sind nur die Stöße unterstützt worden - die Firste besteht aus Fels.

  


...hier auch.

  


Eine auf die Mauerung schablonierte Jahreszahl. Als Farbstoff diente Ruß.

  


Der 4. Umbruch ist zu Ende. Wir fahren jetzt wieder 12 Lachter auf dem Weißhaldner Stehenden...

   

 
 
 

Weiter auf dem Weißhaldner Stehenden

  


Die Vorfahren waren gründlich: Besser als eine Wanderkarte...

  


Auch die SAG WISMUT war am 3. Juni 1948 hier!

  

 
 
 

Der 3. Umbruch

  


Wir haben den nur 24 Lr. langen 3. Umbruch passiert und sind wieder auf dem Weißhaldner Stehenden.

  

 
 
 

Weiter auf dem Weißhaldner Stehenden

  


An einer versetzten Strecke finden wir diese angefangene Tafel...

  


...sie wurde nie fertig gestellt.

  


Weitere Jahreszahlen säumen unseren Fahrweg. Die 1832 steht wohl für die Wiederaufnahme und Rekonstruktion des NSGS.

  


Die 1796 steht dagegen für den Stollnvortrieb.

  

 
 
 

Am Schönberg Stehenden

  


Wir erreichen den Schönberg Stehenden, dessen Stollnverlauf hier säuberlich zugesetzt ist.

  


Auch der hat eine Tafel bekommen...

  

 
 
 

Der 2. Umbruch

  


Wir schauen wieder auf das Grundriß-Übersichtblatt 20-2 für die +410 m bis + 345 m Sohle des BHK der Betriebsabteilung Brand-Erbisdorf. Der weitere Fahrweg ist wieder grün nachgezeichnet.

  


Damit wir wissen, wo wir sind...

   


...und wann die Vorfahren hier gewesen sind.

  


Obwohl auch der im Nebengestein verläuft, war wieder Ziegelgewölbe erforderlich.

  


Die elliptischen Ziegelgewölbe auf dem 2. Umbruch sind um 1824 errichtet worden.

  


Schon der vielen Arbeit halber, die in diesem wiederhergestellten Fahrweg steckt, darf man sich mit Recht auch heute mal hier verewigen...

  


Noch einige Impressionen vom 2. Umbruch.

  


Wieder eine am Beginn des Umbruchs.

  


Da ist sie eingeschlagen.

 

 
 
 

Wieder auf dem Schönberg Stehenden

  


Dieser Gang wird uns nun rund 400 m weit begleiten...

 


Hier wechseln sich jetzt Ziegel- und ältere Bruchsteingewölbe miteinander ab
und bieten zahlreiche Fotomotive.

  


Bruchsteingewölbe.

  


Immer wieder ist die saubere Arbeit der Bergmaurer bewundernswert...

  


Entlang des Erzgangs finden sich auch öfter schöne Sinterbildungen.

  


Von Nahem betrachtet...

  

   


Eine Jahreszahl mit Tropfstein und Sinterterrasse...

  


Kleine Wunder der Natur...

  


An den Bruchsteingewölben ist zwischen 1824 und 1842 gebaut worden.

   


Immer wieder absolut sehenswert, diese Bauwerke unserer Altvorderen.

 


Wie haben die das früher eigentlich so präzise hinbekommen?

  


Solche farbenprächtigen Sinterbildungen gibt es auf diesem Abschnitt etliche.

  


Der Schönberg Stehende ist fast durchweg stark bebaut und mit solchen Gewölben gesichert.

  


Sieht auch mit Gegenlicht gut aus...

  


...und wurde 1827 errichtet.

  


Wieder eine "halbe Ellipse".

  


Aha: Damals wurde es gebaut.

  


Auf der Sohle noch Laufwerksreste aus der letzten Betriebsphase.

  


Schlafgäste sind hier immer anzutreffen.

  


An dem rauhen Fels kann man offenbar besonders gut abhängen.

  


Wieder eine alte Tafel von 1786 aus der Zeit des Stollnvortriebs...

  


...damals noch mit sauberster Schlägel und Eisen- Arbeit.

  


Manchmal wechselt die Kontur zur geraden Firste.

  

 
 
 

Weiter auf dem 1. Umbruch in Richtung Hayn Spat

  


Diese Tafel zeigt den feldwärtigen Durchlag des 1. Umbruches auf den Schönberger Stehenden an...

  


...und ist hier links eingeschlagen.

  


Natürlich gibt es auch hier eine Jahrestafel aus der Zeit der Aufwältigung...

  


Der 1. Umbruch ist 64 Lachter lang und hat ein Bruchsteingewölbe von 1832 und ein Ziegelgewölbe als Sicherungsbauwerke, letzteres hier im Bild als langgestreckte Vollellipse.

  


Wohl wieder ein Durchschlagspunkt.

  


Wir haben den Beginn des 1. Umbruches und damit auch den Hayn Spat erreicht.

  

 
 
 

Auf dem Hayn Spat

  


Blick aus dem 1. Umbruch zum Hayn Spat, dem wir nun gut 253 Lachter folgen werden. Nach links ist der Hayn Spat nicht mehr fahrbar. Nach rechts geht es Richtung Stollnmundloch. Dies ist jetzt ein Trakt des früheren Sieben Planeten Erbstolln.

  


So sieht die Fortsetzung des Hayn Spates aus… Völlig versintert und unfahrbar. Wäre dies noch möglich, so könnte man über den Peter Spat bis an den Sieben Planeten Tagesschacht und weiter über den Sieben Planeten Spat bis an den Roßkunstschacht gelangen. Diese Auffahrungen hat Heße 1805 als Flügel des NSGS beschrieben.

  


In Richtung Mundloch ist dagegen des Wasserabtrags wegen aufgeräumt...

  


Der Spatgang ist kaum sichtbar und die Strecke bei diesem Profil recht gut fahrbar.

  


Diese Streckenerweiterung ist das Füllort des Hayn Hauptschachtes. Von hier gehen noch einige Strecken ab, die wir aber noch nicht untersucht haben.

   


Wir folgen dem Hayn Spat weiter Richtung Mundloch.

  


Im Prinzip steht alles noch recht gut.

  


Einige Gewölbe sind aber auch hier hier eingebracht worden,
um Abbaue oder gebräche Bereiche zu sichern.

  


Ein halber Bogen aus Naturstein...

  


...und wieder eine Vollellipse. Diese Gewölbe aus Bruchstein in Kalkmörtel gesetzt
sind immer wieder ein Foto wert.

  


Hier dürfte auch ein Schacht einkommen...

  


Aber auch die Schlägelstrecken sind in ihrer Handwerkskunst faszinierend.

 


Hier liegt wohl wieder alter Abbau über der Firste.

  


Die Bruchsteingewölbe stammen aus den 1820/30er Jahren und
die Ziegelgewölbe sind ab den 1840er Jahren hier eingebracht worden.

   


Naturstein und Ziegel im Wechsel.

  


Die 1822 steht für den Bruchsteinausbau des tagesnahen Stollnbereiches.

  


Auch der ist in Kalkmörtel gesetzt.

  


Nur die Mauerung im unmittelbaren Mundlochbereich ist dagegen trocken gesetzt. Der Stahlausbau ist um 1991/92 durch einen Bergsicherungsbetrieb eingebaut worden.

  


Kurz vor dem vermauerten Stollnmundloch des NSGS.

   


Hier wäre der Ausgang gewesen. Dieser Weg ist heute nur noch Fledermäusen vorbehalten.
Nun müssen wir nur noch den ganzen Weg zurück.

  


Das letzte Stück unseres Weges auf den Rissblättern des BHK. Es handelt sich diesmal um einen abgezeichneten Riß. Angefertigt hat diese Kopie Andreas Becke im August 1980. Das Mundloch des NSGS liegt nur gut 40 m von der Striegis entfernt. Wieder grün unser Fahrweg entlang des Hayn Spats bis zum Stollnmundloch.

   

Hier endet unsere Tour durch den Neuen Segen Gottes Stolln.

Das Mundloch von außen haben wir  oben schon gezeigt.

Glück Auf!

L. M.

   

 
 
 

Weiterführende Quellen

         Allgemeine Quellen

  1. Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB), Dresden, u. a.
    -
    Beschreibung derjenigen Bohrmaschine, welche man in Himmelsfürst Fundgrube zu St. Michaelis auf dem Beylehn Sieben-Planeten, Fundgrube zu Linde .... gebraucht hat Magazin für die Bergbaukunde , 1791 Erschienen in: Magazin für die Bergbaukunde; 8(1791), Seite 72-94
    -
    Gündel, Christian Gottlob: Gruben Bericht. über das Grubengebaeude Sieben Planeten Fdgbe - 17.6878 4 : Beylehn zu Himmelsfürst Fdgbe in der Braender Revier gelegen Freyberg, 1806  https://sachsen.digital/werkansicht/dlf/299753/1
    -
    Schirlitz, Karl Friedrich Gottlob: Fahrbericht von den Grubengebäude Sieben Planeten Fdgr: zum Himmelsfürsten in Freyberger Bergamts Bränder Revier zu Linda gehörig - Freyberg, 1802  https://sachsen.digital/werkansicht/dlf/293981/1
    -
    Reichelt, Johann Traugott: Grund und Seiger Riß von Sieben Planeten Erbst: Zum Himmels=Fürst Fdgr: So in Freibergisher Bergamts und Braender Refier zu Linda gelegen : gezeichnet im Quartal Reminiscere 1789 Freyberg, 1789  http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/90011016
    -
    Hesse, Carl Gottlob: Gruben-Bericht über das Berggebäude Sieben-Planeten Fdgr: als Beylehn zum Berggebäude Him̄elsfürst Fdgr: - 17.6808 4 : In der Bränder-Refier gelegen Freyberg, 1805  https://sachsen.digital/werkansicht/dlf/289783/1
    - Lingke, Carl Gottfried: Grubenbericht über das Berggebaeude Sieben Planeten Fdgr: Beylehn zu Himmelsfürst Fdgr: - 17.6898 4 : in der Freyberger Bergamts- und deren Braender Refier gelegen. Freiberg, 1806

  2. Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg: Kalender für den Berg- und Hüttenmann bzw. Jahrbücher für das Bergwesen im Königreiche Sachsen, Bergwerksverzeichnisse, Ausgaben 1827 bis 1942
     
     
    Bergarchiv Freiberg
     

  3. Bestand 40010, Bergamt Freiberg, Nr. 3536: Beschwerden des Besitzers des Rittergutes Linda, Heinrich von Watzdorff wegen von Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf als auch von deren Beilehn Sieben Planeten Fundgrube bei Linda erlittener Schäden und dafür gesuchte Entschädigung (1788 – 1789)

  4. Ebenda, Nr. 1719 Aufnahme neuer Bergschüler [an die Hauptbergschule zu Freiberg], (1814 - 1821) u. a. Tagegegend an der Striegis bei Sieben Planeten Fundgrube, C.F. Lohse, 1820

  5. Ebenda, Nr. 2805 Kurfürstlicher Thelersberger Erbstolln, Brand- und Tauber Stolln sowie Neuer Segen Gottes Stolln Enthält u.a.: Bruch auf dem Thelersberger Stolln, 1770.- Verpflichtung von August Friedrich Bollner als Schichtmeister.- Wiederherstellung der Silbergeschirr Tageschächte.- Vergleiche mit Gruben wegen der Ausförderung.- Steigerannahmen.- Herstellung von Stollnumbrüchen.- Abwerfung der Silberschnur Schächte und der Affner Schächte.- Wiederaufbau des am 14.01.1811 abgebrannten Thelersberger Stollnhauses.- Stollnholzbedarf.- Niederbringung eines neuen Tageschachtes bei Sieben Planeten Fundgrube.- Silbererzanbruch in Lorrmanns Steinbruch in Erbisdorf.- Erneuerung der Erbisdorfer Kommunteichrösche.- Abtretung der Althörniger Schächte an Vergnügte Anweisung samt Reußen Fundgrube. (1770 – 1836)

  6. Ebenda, Nr. 3026 Bergamtsprotokoll wegen gehaltener Anschläge über freigefahrene und wieder aufgenommene alte Zechen Enthält: Sieben Planeten Fundgrube bei Linda.- Junge Apollonia Fundgrube bei Brand.- Notiz zu Johann Christian Erbstolln bei Zella (Nossen). (1706 - 1709)

  7. Bestand 40005, Oberbergamt Freiberg – Maschinenbaudirektion, Nr. 32 Wassergöpel (1827 – 1847)

  8. Bestand 40102, Oberdirektion der staatlichen Erzbergwerke, Nr. 2-K1555 Tagessituation zwischen Lochmühle und Sieben Planeten Fundgrube, Anlage einer Schneidemühle Enthält u.a.: Lochmühle.- Huthaus von Sieben Planeten Fundgrube. (1828)

  9. Ebenda, Nr. 2-I3304 St. Michaelis und Langenau, Umgebung und Bergbau Enthält: Huthaus und Kunstschacht von Sieben Planeten Fundgrube.

  10. Ebenda, Nr. 2-K1523 Grubenfeld von Himmelsfürst Fundgrube (nordwestlicher Teil) mit Angabe der dortigen Grubenbaue Enthält u.a.: Moritz Stolln.- Segen Gottes Stolln.- Tiefer Löser Stolln.- Weishaldner Stolln.- Sieben Planeten Schacht.- Sigismund Schacht.- Albert Schacht. (1859)

  11. Ebenda, Nr. 2-A824 Sieben Planeten Fundgrube, Darstellung der Tiefen Neuen Segen Gottes Stollnörter auf dem Schönberger Stehenden (1797)

  12. Bestand 40171, Grubenvorstände und Mannschaftsbücher verschiedener Gewerkschaften, Nr. 378 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda, Mannschaftsbuch (1765 - 1830)

  13. Bestand 40174, Grubenakten des Bergreviers Freiberg, Nr. 637 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda, Beilehn von Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf (1788 – 1816)

  14. Ebenda, Nr. 605 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda, Zechenprotokoll Enthält: Fortführung des Kunstgrabens bis an die Radstube der Lochmühle und Vergleich mit den Mühlenbesitzern. (1790 – 1791)

  15. Ebenda, Nr. 139 Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf Enthält u.a.: Jahresberichte.- Verunreinigung der Striegis durch die Himmelsfürster Wäschen.- Verkauf des Glückaufschachtes an die Zement-Industrie "Glückauf" GmbH in Freiberg.- Nachbringung der Grubenrisse.- Verwahrung von Schächten.- Tagebrüche in Linda und Erbisdorf.- Fristhaltung. Enthält auch: Übersichtsblatt für das Berggebäude.193b: Lageskizze vom Tagebruch bei Sieben Planeten in Linda, 1917 (1908 - 1938)

  16. Bestand 40040, Fiskalische Risse zum Erzbergbau, Nr. K5740 Gegend von St. Michaelis und Linda mit den dort befindlichen Grubenbauen (1837 – 1838)

  17. Ebenda, Nr. K4632 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis) (Beilehn von Himmelsfürst Fundgrube) Enthält auch: Neuer Segen Gottes Stolln bei Linda. (1785 – 1817)

  18. Ebenda, Nr. D2813 Von Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf dem Rittergut Linda abgekaufte Stück Holzboden [Waldstück] am Fürstenweg Enthält auch: Michael oder Tiefer Löser und Bär Stolln bei St. Michaelis.- Sieben Planeten Fundgrube, Weiße Halde, Neuer Segen Gottes Stolln und Silberne Krone Erbstolln bei Linda. (1805 – 1829)

  19. Ebenda, Nr. B2765 Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf Enthält auch: Tiefer Löser und Bär Stolln bei St. Michaelis.- Weiße Halde und Neuer Segen Gottes Stolln, sowie Sieben Planeten Fundgrube bei Linda. (1802 – 1813)

  20. Ebenda, Nr. B5700 Gegend von Linda, St. Michaelis und Langenau mit den dort befindlichen Grubenbauen Enthält u.a.: Junger David zu Sachsen, Junger Fürsten, Unverhofft Beschert Glück, Neuer Segen Gottes, Erbstolln.- Sieben Planeten und Wilhelmine Fundgrube.- Thelersberger Stollnmundloch.- Nordwestlicher Teil von Himmelsfürst Fundgrube. (bis 1896 nachgetragen)

  21. Ebenda, Nr. D4631 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis), Anlage eines Tageschachtes Enthält auch: Wilhelmine Stolln bei Langenau. (1817 – 1824)

  22. Ebenda, Nr. B4634 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis) Enthält auch: Silberne Krone Erbstolln.- Tiefer Löser, Neuer Segen Gottes und Bär Stolln bei Linda bzw. St. Michaelis.- Lochmühle. (1817 – 1848)

  23. Ebenda, Nr. K4633 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis) Enthält auch: Weiße Halde Stolln.- Halden und Pingen.- Tagessituation von Linda. (1798)

  24. Ebenda, Nr. K4635 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis) Enthält auch: Neuer oder Tiefer Segen Gottes- und Weiße Halde Stolln bei Linda.- Halden und Pingen. (1785 – 1829)

  25. Ebenda, Nr. A4628 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda (St. Michaelis) Enthält auch: Tiefer Segen Gottes Stolln bei Linda. (1785 – 1793)

  26. Ebenda, Nr. B2766 Von Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf dem Rittergut Linda abgekaufte Stück Holzboden [Waldstück] am Fürstenweg Enthält u.a.: Langenauer Mühle.- Sieben Planeten Kunstgraben.- Drei alte Teiche. (1805)

  27. Ebenda, Nr. K2775 Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf, Anlage einer Schneidemühle zwischen der Lochmühle und Sieben Planeten (1828)

  28. Ebenda, Nr. K5741 Gegend von Langenau mit den dort befindlichen Grubenbauen Enthält u.a.: Wilhelmine Fundgrube.- Hilf Gott zu Glück, Segen Gottes, Sieben Planeten und Tiefer Löser Stolln.- Vogelherd und Sigismund Schacht. (1837 - 1838)

  29. Bestand 40102, Oberdirektion der staatlichen Erzbergwerke, Nr. 2-K3059 Grundstücke von Himmelsfürst Fundgrube in den Fluren Erbisdorf, St. Michaelis, Linda und Langenau (1888)

  30. Ebenda Nr. 2-B1727 Weißer Schwan und Volle Rose Fundgrube und Sieben Planeten Fundgrube Enthält auch: Pingenzug auf dem Bär Flachen.- Lochmühle.- Langenauer Oehlmühle. (1802 – 1828)

  31. Ebenda Nr. 2-K919 Sieben Planeten Fundgrube, Beilehn zu Himmelsfürst Fundgrube Enthält auch: Weishaldner Stolln.- Kraut Schacht und Hain Schacht. (1786 – 1814)

  32. Ebenda Nr. 2-K80 Sieben Planeten Fundgrube zu Linda, Beilehn zu o. a. Fundgrube, Darstellung des Oberen und Tiefen Stollnortes Enthält u.a.: Schönberg Stehender.- Ross Kunstschacht und Segen Gottes Stolln. (1785 - 1793)

  33. Bestand 40174, Grubenakten des Bergreviers Freiberg, Nr. 638 Sieben Planeten Fundgrube bei Linda, Beilehn von Himmelsfürst Fundgrube hinter Erbisdorf (1816 – 1838)

  34. Bestand 40186, Zechenregister sächsischer Bergreviere 2.19. Sieben Planeten Fundgrube zur Himmelsfürsten Fundgrube bei Linda