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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Oktober 2009, letzte Aktualisierung Dezember 2017.

  

Das schönste Huthaus im Revier:
Beschert Glück Fundgrube in Zug

 


 

Fährt man nicht allzu schnell auf der B101 von Freiberg nach Süden, fällt kurz vor Brand-Erbisdorf linkerhand das schiefergedeckte Dach von "Beschert Glück" auf. Nachdem man den Schacht stillgelegt hatte, hat man den Aufsatz für die Seilscheiben wieder entfernt und die symmetrische Form des Krüppelwalmdaches des Huthauses wieder hergestellt. 

Mit seinem Dachreiter mit der barocken Zwiebelhaube und den Ochsenaugen auf dem Schieferdach ist dieses Huthaus heute wieder gewiss eines der schönsten - wenn nicht das schönste - des ganzen Freiberger Reviers. Das ist auch dem neuen Besitzer zu danken, der das Gebäude sorgsam restauriert hat. 

Nebenan steht noch das Maschinenhaus und ein weiteres Gebäude über dem Kunstschacht. Interessant ist hier eine technische Lösung für den Erztransport zur Pochwäsche: Unmittelbar südlich des Schachtes hatte man nämlich mehrere Erzrollen angelegt, in denen das Fördergut zwischengelagert werden konnte. Zwischen den Rollen verlief ein Stollen unter der Halde hindurch bis zur alten Erzwäsche. Irgendwann später aber war die Halde so in die Breite gewachsen, daß der Stollen immer länger geworden ist und der Standort der alten Erzwäsche erreicht war.  

Da man inzwischen an zentraler Stelle im Zuger Grubenfeld eine Erzwäsche angelegt hatte, um das Antriebswasser besser ausnutzen zu können, riss man die alte Erzwäsche ab, legte an der Haldenvorderkante zwei neue Erzrollen an, von denen aus Pferdewagen beladen werden konnten, die das Erz zur Zuger Wäsche brachten. Die alten Rollen und den Förderstollen vergaß man... 

Heute kann man sich diese ungewöhnliche kleine Anlage wieder anschauen. Da das Grundstück in Privathand ist, melde man sich aber bitte vorher an. 
  


Das Huthaus auf einer historischen Aufnahme, leider ohne Angabe des Bildautoren, um 1936.

Quelle des Digitalisats: Deutsche Fotothek,
http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70002291

    


Auf dieser Aufnahme von Paul Schulz aus dem Jahr 1908 ist der Aufsatz auf dem Dach, unter dem sich die Seilscheiben befanden, noch vorhanden.

Quelle des Digitalisats: Deutsche Fotothek,
http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70002329

  


Eine weitere Aufnahme des Huthauses von Arno Heinicke aus dem Jahr 1910. Links daneben steht das Maschinenhaus mit den Seiltrommeln.

http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70001935

  


Das Huthaus von Beschert Glück bei Zug.
 

Der Einstieg in den Förderstollen erfolgt über einen kurzen Schacht und ein paar Stufen.
 

Von hier aus wurden die vollen Hunte dann geradeaus unter der Halde hindurch bis in die Erzwäsche geschoben. 

In der Bruchsteinmauer am Haldenrand sind die neuen Erzrollen erkennbar. 
 

Der Zustand von Erzrolle und Aufgang zur Halde der Grube Beschert Glück auf einem Foto von Paul Schulz aus dem Jahr 1916.

http://www.deutschefotothek.de/documents/obj/70001437

 

 

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