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Erstellt Juli 2009, letzte Aktualisierung Juli 2015.
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Die
Radstube am Bärschacht
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Der Davidschacht war noch bis 1969 - dem Jahr der letzten Betriebseinstellung des Freiberger Bergbaus - der Hauptförderschacht für das Zentralrevier. Zu dieser Zeit wurde hier auf 15 Sohlen gearbeitet. Jeder Besucher, der aus Richtung Dresden über die B 173 nach Freiberg kommt, erblickt bereits oberhalb des Örtchens Halsbach die riesigen Bergehalden des Davidschachtes am westlichen Talhang der Freiberger Mulde. Der Davidschacht selbst setzte auf der Anhöhe zwischen Münzbachtal und Muldental an und war bereits im 19. Jahrhundert Bestandteil der "Himmelfahrt-Fundgrube" - einer Bergbaugesellschaft, die aus der Konsolidation mehrere kleinerer Bergwerke hervorgegangen ist. Die Betriebsgebäude sind noch vorhanden, werden aber heute durch andere Firmen genutzt. Am Davidschacht befand sich auch eine Erzwäsche. Der Pochwerksteich - gewissermaßen die "Energiereserve", wenn einmal der Wasserzulauf über die Kunstgräben nicht ausreichte - ist ebenfalls noch erhalten geblieben. Das Aufschlagwasser erhielten die Wasserräder des Schachtes und der Pochwäsche aus dem "Himmelfahrter Wasserlauf" - einem System aus Kunstgräben und Röschen, das aus dem Hüttenteich bei Berthelsdorf gespeist wurde. Bis zum Davidschacht nordöstlich
der Freiberger Altstadt hatte dieses Wasser aber bereits mehrere
Wasserräder angetrieben und war längst nicht mehr übertage
verfügbar, sondern floß zum großen Teil bereits auf Röschen und
Verbindungsstrecken zwischen den Schächten untertage in Richtung der
nördlichen Schächte weiter. Um es nun auch dort noch zum Antrieb der
Maschinentechnik nutzen zu können, ließen sich die Vorfahren die folgende
Lösung einfallen: |
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Unweit des Davidschachtes
befand sich auch der alte Bärschacht. |
![]() Die Radkammer am Bärschacht. |
![]() Das Wasserrad ist komplett erhalten geblieben. |
![]() Detail der aus mehreren Teilen aus Eichenholz zusammengesetzten Radwelle. |
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Offenbar stand hier am
Bärschacht eine ziemlich große Menge an Aufschlagwasser zur
Verfügung, so daß das Wasserrad rund zwei Meter breite Schaufeln -
dafür aber "nur" rund fünf Meter Durchmesser erhielt.
Meist mußte man mit weit weniger Wasser auskommen und brauchte dann
Räder mit kleineren Schaufeln, aber mit größerem Durchmesser - bis 12
m waren im sächsischen Erzbergbau üblich - um eine ähnliche
Antriebsleistung zu erzielen. |
![]() Hölzerne Gerinne oberhalb des Wasserrades. |
![]() Mit diesen Wellen und Hebeln konnte man die Wassermenge und damit Drehzahl und Leistung des Rades steuern. |
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Damit nun war aber das
Problem noch nicht gelöst: Jetzt hatte man einen "Motor" -
aber eben 50 m unter der Erzwäsche. Aber man hatte seit
Agricola`s Zeiten ja viele Erfahrungen und technisches Know how
gesammelt. Feldgestänge zur Kraftübertragung kannte man schon lange.
Ein fast drei Meter langes Modell einer solchen Kraftübertragungsanlage
kann man in der Modellsammlung der Bergakademie - ausgestellt auf der
"Reichen Zeche" - bestaunen. Und so etwas hat man auch hier
eingebaut - nur eben vertikal. |
![]() Im Gegensatz zur Thurmhofer Wäsche mit ihrem "Geisterrad" sitzen hier im Bärschacht auch die Schachtgestänge noch auf den Kurbelzapfen. |
Ein Kehrrad mit Antriebsgestängen aus der Modellsammlung der Bergakademie auf der Reichen Zeche. |
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Im Schacht saß auf dem einen Ende der Radwelle ein doppelter Krummzapfen und darauf zwei lange Gestänge. Zwei deshalb, damit das Rad gleichmäßig belastet wurde. Die übertrugen die Antriebsenergie nun bis nach übertage, wo die Gestänge die Stoßherde der Erzwäsche antrieben. Das Trockenpochwerk am
Davidschacht arbeitete noch bis 1860 zuverlässig mit dieser
Energiequelle. Die Untertageanlagen sind fast vollständig erhalten
geblieben und wären aus der Lehrgrube heraus erreichbar. Vielleicht
kann der Förderverein des Lehr- und Besucherbergwerkes in der Zukunft -
vielleicht im Rahmen von Sonderführungen - auch dieses hochinteressante
Zeugnis der Maschinentechnik einmal für interessierte Besucher
zugänglich machen ? |