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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt August 2014, letzte Aktualisierung Juli 2015.

  

Über den Halsbrücker Bergbau - Der Planer Stolln
 
Unweit der „Altväterbrücke“ befindet sich flussaufwärts etwa in der Mitte zwischen benannter Brücke und der „Hammerbrücke“ (alte Meißner Landstraße) das Mundloch des sogenannten „Planer Stolln“ am linken Ufer der Freiberger Mulde. Dieser Stolln hieß ursprünglich „Churfürstlich Tiefer Erbstolln“, war ab der Mitte des 16. Jahrhundert in Betrieb und zählt mit zu den ältesten Wasserlösestolln der Gegend um den heutigen Ort Halsbrücke. Der Name „Planer Stolln“ geht auf den Nachfolger des Bergvogts Simon Bogner zurück. Dieser Nachfolger war kein Geringerer als der Oberbergmeister Martin Planer.

Im Internet kann man über ihn nachlesen:  

Martin Planer wurde um 1510 in Neustädtel (heute Schneeberg) geboren und arbeitete als Erzjunge und Bergmann im Schneeberger Bergbau. Dort wurde er zum Steiger und Kunststeiger bestellt. Nach 1550 wirkte Planer als Kunststeiger im Freiberger Revier und erhielt 1555 das Bürgerrecht der Bergstadt. Planer baute zu Beginn seines bergmännischen Wirkens das Stollensystem im Freiberger Bergbau aus, was die Erschließung tieferer Lagerstätten ermöglichte.

Anschließend widmete er sich der Maschinentechnik, er installierte insgesamt 38 Kunstgezeuge im Freiberger und Brander Bergbau und konnte dadurch die Kosten für Pferdegöpel und Wasserknechte auf ca. 20 % der ursprünglich aufgewendeten Summen reduzieren. 1557 erfolgte seine Berufung zum Bergmeister in Freiberg. Ab 1558 begann der Bau der von Planer konzipierten Anlage von Kunstgräben und Kunstteichen zur Heranholung von Aufschlagwasser aus dem oberen Gebirge ins Freiberger Revier. Damit legte er die Grundlage für das System der Revierwasserlaufanstalt. 1569 folgten die Planungen für einen Floßgraben von den Wäldern im Quellgebiet der Flöha zur Freiberger Mulde, der die Wasserscheide zwischen beiden Flusseinzugsgebieten überwinden musste. Doch erst im 17. Jahrhundert entstand die Neugrabenflöße nach neuen Plänen des Oberhüttenverwalter Friedrich Lingke.

Auch die Anlegung des Elsterfloßgrabens ist ebenfalls ein Werk Planers. Bei Beyern und Limehna betrieb Planer außerdem Goldseifen. Planer schuf sich dadurch einen Namen im Wasserbau, was dazu führte, dass er mit der Ausführung von Brunnenbauten beauftragt wurde. 1561 errichtete er ein von einem zwanzig Ellen großen Wasserrad angetriebenes Feldgestänge von 715 m Länge, das Wasser aus dem Letzschtal auf die Burg Stolpen förderte. 1562 folgte die Grabung des Brunnens auf der Festung Königstein, die 1571 vollendet wurde. Seit 1568 leitete er auch die Abteufung des 1572 vollendeten Brunnens auf Jagdschloss Augustusburg. Weiterhin entstanden nach Planers Plänen die Salinen in Artern und Poserna. 1576/77 legte er den Neugraben von der Schwarzen Elster nach Annaburg an.

Für seine Verdienste belehnte ihn Kurfürst August 1566 mit der Teichmühle am Zehntelteich bei Großhartmannsdorf. Nach dem Tode Simon Bogners wurde Planer 1568 dessen Nachfolger als Bergvogt. Ein Jahr später erfolgte seine Bestallung zum Bergverwalter. Ab 1574 wirkte er als Oberbergmeister in Freiberg und übte unter Berghauptmann Wolf von Schönberg die Aufsicht über die sächsischen Bergwerke aus. Sein Nachfolger als Oberbergmeister wurde Christoph Werner.

Martin Planer verstarb am 24. Februar 1582 in Großhartmannsdorf bei Freiberg.

 


 Das Wohnhaus Martin Planers in Freiberg steht noch: Am oberen Ende des Schüppchenberges, heute Pfarrgasse 20 - das zweigeschossige Gebäude links im Bild. Für die Restaurierung bekamen die Besitzer 1999 einen der jährlich vergebenen Freiberger Sanierungspreise.
   


 Hier erinnert eine Bronzetafel an das Wirken Martin Planers in Freiberg.

   

Zurück nach Halsbrücke:

Hier lies er sich laut des Bergbelehnungsbuches lit. H. f. 183 am 5. Februar 1571 mit: „einen Erbstolln, auf dein Ghurfiirst zu Sachsen Herzog Augusti tiefen Erbstolln genannt, samint einer Fundgrube obere n. 2., 3. bis 8. Maas uffn grossen Spate; Alles dem Ghurfiirst zu Sachsen tiefen Erbstolln zu Gute, gelegen in der Halsbrücke bei Wolf Günthers Schleifwerk..." auf seinem Namen verleihen und trug dabei eigenhändig unter dem 7. August 1577 noch den Satz: und soll sich die Fundgrube an der Mulde anheben, und halb hinauf und halb über die Mulde strecken." nach. Der ursprüngliche Name geriet bald in Vergessenheit und bis heute ist dieser Grubenbau nur als „Planer Stolln“ bekannt.

Es liegt nahe, daß es sich bei diesem Grubenbau um einen damals schon vorhandenen Stolln handelte und aufgrund seiner Lage durch Martin Planer der Versuch unternommen wurde, aus diesem einen neuen Revierstolln zu entwickeln. Allerdings war der seit 1550 schon durch Simon Bogner betriebene, aber weitaus tiefer angesetzte ältere „Rothenfurther Stolln“ bis in die Grube „St. Anna samt Altväter“ durchschlägig und führte unterhalb der Freiberger Mulde die Grundwasser dieser Grube ab. Der heutige Name „Anna Stolln“ ist auf die benannte Grube zurückzuführen. Mit dem „Planer Stolln“ war es deshalb kaum möglich, diese Tiefe zu erreichen, zumal der „Anna Stolln“ weiter im Streichen des „Halsbrücker Spates“ sukzessive aufgefahren wurde. Vermutlich diente der „Planer Stolln“ deshalb nur zum Aufschluss eines Teilstückes des Halsbrücker Spates, der früher auch als „grosser Spath“ - hartes Trum und „kleiner Spath“ - weiches Trum bezeichnet wurde.

Der Verlauf des „Planer Stolln“ spiegelt heute die Auffahrung von einigen Spat-, Morgen- und Stehenden Gängen wider. Die Stollnauffahrung entsprach eher nicht dem eines planvollen, möglichst kurz und geradlinig vorgetrieben  „Erbstollns“, vielmehr benutzte Planer schon vorhandene - auch weit abseits liegende -  Grubenbaue. Dies könnte auch den wahrscheinlich eigentlichen Zweck des Projektes sichtbar machen, die Verbindung einzelner Maße und Fundgruben in diesem Revier als ein „privates“ Prestigeobjekt des Oberbergmeister Martin Planer.

 

 

 


Skizze zu Lage, Verlauf und heute bekannter Ausdehnung des Planer Stolln (hellgrün). Der Halsbrücker Spat ist grau dargestellt.

   

Tatsächlich verbindet dieser Stolln etliche Maße und Fundgruben, sowie deren Schächte miteinander. Eine Auswertung diesbezüglich hat schon Moritz Ferdinand Gätzschmann 1875 im „Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann“ veröffentlicht:

1573: l Fdgrb. untere und obere nächste Maas auf einem stehenden Gange der hinter dein Halshause hinaufstreicht und zuvor aufm Himmlischen Heer geheissen, den Gewerken von St. Johannes zu Gute,In den Jahren 1602 u. ff. kommen erneuerte und neue Verleihungen an Himmlisch Heer vor.

1575: Die untere und andere Maas nach dem Herzog Christianus uffm flachen Gange, darauf der Churfürstliche Stolln in der Halsbrücke eine Fundgrube und obere Maas hat, den Gewerken uff St. Johannes zu Gute gelegen über dem Halshause auf Nicoll von Schönbergs Gütern. In demselben Jahre folgen noch mehrere Verleihungen auf obere und  untere Maasen auf Herzog Christianus, u ff. u flachen Gange den man mit den churfiirstlichen Stolln bei der Halsbrücko überfahren hat.

1604 aber: ein Erbstolln uff ti Spatgange zwischen Rotlienfurtii und Krummenhennersdorf, l Fdgr. uffn Spatgange, l Fdgr. uttn flachen Gange uff Herzog Christian dem anderen zu Sachsen. 1579 kommt unter mehreren' Verleihungen auf mit dem churfürstiichen Stolln überfahrencn resp. freigemachten Gängen und Gruben, die untere 8. bis 12. Maas nach der Gottesgäbe, Siegmund Rohlings Lehen „ufl dem hangenden und liegenden Gange, mehr die obere 8. bis 12. Maas uff dem grossen Spate," vor; 1591 l Fdgr. unt. und ob. n. Maas auf einem stehenden Gange der mit dem tiefen Stolln überfahren ist „über 100 Lachter von dem anderen Huthause, da das Huthaus steht uff St. Wolfgang genannt.

1694: l Fdgr. u. ob. n. Maas uff stehendem Gange darauf man an jetzt das tiefste Stollnorth treibt „uff Franziscus genannt, soll die Fundgrube anfangen da der Stolln im Jahre 1593 durch den Geschwornen im Liegenden verstuft und die andere Stufe im Hangenden in einen Thürstock geschlagen." Hoffnung Christi l Fdgr. u. ob. n. Maas auf einem stehenden Gange der mit dein Halsbrückner Stolln überfahren ist. Verschiedene und verschiedenartige sind der Verleihungen auf St. Johannes; so 1602 an Jacob Trete ein Wasser aus der Mulde vor dem Wehr das der Müller uff die Sandmühle braucht, den Gewerken uff St. Johannes zu Gute, bei den Entenschächten über der Halsbrücke gelegen;

1603: die Wasser, die Siegmund Rohling und Barthel Fischer von ihren ober- und unterschlägigen Rädern in die Mulde führen, Ausgangs ihres Grabens; den Gewerken uff St. Johannes Fdgr. und Jacob Trete's Pochwerk.

1603: Die untere n. Maas nach St. Johannes uff dem mächtigen Spate, die untere n. Maas nach St. Johannes uff dem kleinen Spate, da die Stollnwasser ausfliessen; auf Gottfried Schönlebens Gütern auf der Halsbrücke.

Der „Planer Stolln“ wurde bis etwa 1612 als churfürstlicher Revierstolln betrieben und mit Verfügung vom 20. April 1612 durch den Churfürsten an den neuen Lehnträger Tobias Kupfer nebst Mitgewerken übertragen. Als Grundlage dieser Lossagung durch den Churfürsten stand ein Bericht des Oberbergmeisters Martin Weigel aus dem Jahr 1608. In diesem Bericht heißt es:

„Churfürst August habe von 1573 an den tiefen Stolin an der Halsbrücke fortbauen lassen, doch habe er, der Oberbergmeister, bei Uebernahme des Reviers gefunden, da so derselbe wenig Teufe unter den vorigen, in diesem Gebirge getriebenen Stölln einbringen würde, nehmlich dem Kirschenberger, dem Bock- und dem tiefen Fürstenstolln. Nach den Markscheider Angaben seien vom Halsbrückner Stölln bis tiefen Fürstenstolin nicht über 5 höchstens 6 Lachter Saigerteufe (?!) bei 2000 Lachter und mehr spathweise zu treibender Länge. Der Halsbrückner Stolin solle desshalb nicht ganz liegen bleiben, man möge sich nur auf den überfahrenen Gängen einlegen."

  

Weitere historische Angaben sind zwar in diversen Archivalien vorhanden, aber aufgrund von recht gegenteiligen Aussagen, die heute kaum nachprüfbar sind, nicht unbedingt verwendbar. Erschwerend kommt noch hinzu, daß der „Planer Stolln“ nur noch ein kleines Stück von seinem Mundloch fahrbar sein soll und dann verbrochen ist. Die schweren Brüche im Gangbereich des „Halsbrücker Spates“ in den vergangenen Jahrhunderten zerstörten viele Grubenbaue und machen heute nur bedingt eine praktische Montanforschung zum Thema „Planer Stolln“ möglich.

  


Blick von der alten Straßenbrücke der Meissner Landstraße flussabwärts in Richtung des versteckt am linken Muldenufer liegenden Mundloch des Planer Stollns.
  

 
Das Mundloch vom Muldenufer aus gesehen...
 


...und unmittelbar davor stehend. Auffällig ist die Sanierung aus den 1980er Jahren...
 


...mit einem Schlussstein und der Jahreszahl 1982.

 

 

 

Ein Zugang über den "Baustellenschacht"

Nach dem Juni-Hochwasser 2013 fiel im Bereich des Halsbrücker Kriegerdenkmals ein Bruch unweit des Bergmannsweges, einer kleinen Zufahrtsstraße in Halsbrücke. Die Sanierung des Bruches erfolgte zwischen Februar und Mai 2014 ausgehend von einer Schachtteufe mit anschließender teilweisen Verwahrung der dort angetroffenen Hohlräume. Als Besonderheit bei dieser Baustelle ist die Offenhaltung eines Zuganges im Bereich oberhalb des Planer Stollns zu nennen, um in Zukunft bei weiteren Brüchen eine Kontrollmöglichkeit im Bereich des benannten Stollns zu haben.

Der eigentliche Bruch entpuppte sich als Tagesschacht vom oberen, unbenannten Stolln auf den Planer Stolln, der vermutlich noch weiter auf den Anna Stolln zwischen St. Lorenz Kunstschacht und bis zum Weiter Schacht führte. Es handelt sich dabei genau um den Bereich des Halsbrücker Spates, der hier durch den Planer Stolln zwischen den beiden oben benannten Schächten erschlossen ist. Der Schacht selber wies teilweise Spuren eines kleinen Strossenbaus oberhalb des Planer Stollns auf, sowie weiterer kleiner Abbaue unmittelbar im Schacht selber.

     


Ausschnitt aus der Lageskizze oben mit der Lage des "Baustellenschachtes". 
  

Der Halsbrücker Spat selbst ist in diesem Bereich durch den Planer Stolln nicht direkt angefahren. Der Planer Stolln verläuft hier auf einem parallel streichenden, kaum bauwürdigen Gangtrum. Dabei sind in unregelmäßigen Abständen kleine Feldstrecken in westliche Richtung zum Haupttrum des Halsbrücker Spates angesetzt. Diese Strecken enden jedoch alle in den Bruchmassen des Spates.

In südöstliche Richtung war der Planer Stolln bis zum verfüllten St. Lorenz Kunstschacht problemlos befahrbar. Hier gibt es aber eine Besonderheit. Der Planer Stolln umfährt den Schachtpfeiler des Kunstschachtes dann mittels einer söhlig abfallenden Wendel von über 200° und mit geschätzten 15 m – 20 m Durchmesser. Fahrbar war dieser Bereich nur bis an ein Streckenkreuz mit Zugang zum Kunstschacht, also etwa 180°, alles andere war mit Bruchmassen angefüllt und somit nicht zugänglich. Das Stollnprofil des südlichen Traktes ist relativ hoch und geräumig und entspricht mit ausschließlich geschlägelter, gerader Firste und den nahezu saigeren Stößen mittelalterlicher Bergarbeit. Dabei ist das Profil auch dem Verlauf und der Beschaffenheit des Gangtrumes angepasst. Hin und wieder fanden sich Nachrisse, die einer späteren Betriebsperiode angehörten und wohl im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme verschiedener Halsbrücker Gruben im 18. Jahrhundert stehen.

 


Ausschnittt aus dem Ausschnitt: Der während der Sanierung des Tagebruches befahrbare Teil des Planer Stollns.
  

In nordwestliche Richtung war der Planer Stolln vom Baustellenschacht aus nur wenige Meter fahrbar. Der Stolln war hier bergmännisch mit Bergen versetzt und dies bis fast unter die Firste. Aufgrund der faulen Wetter mußte von einer Befahrung in Richtung Weiter Schacht abgesehen werden. Dieser Stollnteil ist ausschließlich in Schlägel und Eisenarbeit vorgetrieben und hat ein typisch mittelalterliches Stollnprofil mit gerader Firste, nahezu saigeren Stößen und scharf herausgearbeiteten Ecken am Übergang zur Firste. Überprägungen durch spätere Betriebsperioden, außer dem Versatz im Stolln, waren nirgends sichtbar.

  


Saigerskizze vom "Baustellenschacht". 
  

 

 

Einrichtung der Baustelle im Februar 2014

  


Der gut 5 m tiefe Tagesbruch ist erstmal mit Spritzbeton gesichert...
 


Nun wird er überträgert.
 


Auf den Stahlrohren kann dann die Hängebank errichtet werden.
   


Ein erster Blick in den Schacht im Februar 2014.
  


So sah die Baustelle dann vom Bergmannsweg aus. Wo früher das Kriegerdenkmal an die Gefallenen des 1. Weltkrieges erinnerte, stand nun die Baustelleneinrichtung der Bergsicherung Schneeberg.
 


Einhausung als Wetterschutz - es war schließlich Februar... Nun kann der Schacht aufgewältigt werden.
  


Blick durch das Fahrtentrum zum Schachttiefsten.
  


So ein Greifer hilft sehr bei der Arbeit. Bei den Dimensionen des Schachtes war er aber nur anfangs einsetzbar - der Rest war Handarbeit...  
   


Die Dimension des Schachtes sieht man hier sehr gut. Rechts vom Schachtprofil der erste Abbau.
   


Der Blick zum Tageslicht.
  


Im Füllortbereich auf dem Niveau des unbenannten Stolln bei etwa 12 m unter der Hängebank kam eine Hornstatt zum Vorschein, die jetzt als Lagerfläche nachgenutzt wurde.
  


Hier hing auch die „Zeit“ am Brett – Gute Lösung für die Schichtuhr !
  


Wieder historisch ist der Blick in den Abbau in Richtung Weiter Schacht.
    


Die andere Hälfte der Hornstatt.
  


Bühnenloch oberhalb der Firste des unbenannten Stollns im Schachtstoß.
 


So sieht´s im Abbau von Nahem aus.
 

 

 

Der unbenannte Stolln

Wir sind jetzt quasi auf der 1. Sohle und etwa 12 m unter der Hängebank...

  


Dieser Stolln war vom Bergehänge etwas unterhalb des Bergmannsweges aus auf einem kleinen Gang angesetzt und bis an den Schacht heran aufgefahren.
 


 In der Firste ist der Gang sichtbar – aber völlig ohne Erz. Es handelt sich wohl um ein zum Halsbrücker Spat parallel streichendes Nebentrum.
   


Das Profil ist trapezförmig geschlägelt.
  


Die Bruchmassen stammen nicht vom Mundlochbereich, sondern von einem alten Tagesbruch oder einem Lichtloch, das heute unmittelbar unter dem Bergmannsweg liegt.
 


Zumindest die Färbung dieser Ausblühung an einer kleinen Kluft deutet darauf hin, daß hier mal etwas Erz zu finden war...
 


 Die Kupfer-Sekundärminerale sind in solchen Sinterbildungen kaum zu unterscheiden - der Farbe nach wohl ein Gemenge aus Chalkanthit und Pseudomalachit.
   

   

 

Nun zum Planer Stolln hinab...

Die nächsten Bilder wurden zirka 22 m unter der Hängebank aufgenommen.

     


Noch ein schöner Eindruck von der "Dimension" des alten Schachtes. Wir blicken jetzt von oben auf die Sohle des Planer Stollns.
  


Das Füllort auf der Planer Stollnsohle im Baustellenschacht in Richtung Weiter Schacht – also zum einstigen Stollnmundloch hin gesehen.
 


Dies ist der Flügel des Planer Stollns, der in einer späteren Betriebsperiode weitestgehend verfüllt wurde.
 


Eindrucksvoll: Das mittelalterliche Streckenprofil, mit Schlägel und Eisen vorgetrieben.
 


Der Stolln ist hier fast bis zur Firste verfüllt und die Wetter sind auch sehr faul – deshalb sehen wir von einer „Befahrung“ oder besser „Bekriechung“ in Richtung Weiter Schacht lieber ab.
  

   

 

Feldstrecke in Richtung Halsbrücker Spat

 


Wir haben an dieser Stelle aber auch eine Feldstrecke in Richtung des Halsbrücker Spates entdeckt und diese mal näher untersucht.
 


Die Strecke endet am verbrochenen Spat und ist ebenfalls teilweise verfüllt. 
 


Der Rückweg ist dann etwas schwieriger...
  


Uff - endlich ausgefahren...
   

   

 

Auf dem Planer Stolln

 


Im Füllortbereich des Planer Stollns hatten die Alten wohl einen Strossenbau angelegt.
   


Anders lassen sich die vielen großen Bühnenlöcher kaum deuten.
 


Ein Abbau unmittelbar im Schacht oberhalb des Füllortes.
 


Ein zweiter Abbau war direkt im Füllort angesetzt.
 


Ein Übersichtsblick: Blick vom oberen Stolln hinunter zur Bühne oberhalb des Planer Stollns mit dem oberen Abbau.
  


Nun feldwärts: Der Flügel des Planer Stollns in Richtung St. Lorenz Kunstschacht ist wieder direkt auf einem kleinen Gangtrum aufgefahren.
 


Wie hier schön zu sehen, wurde das Trum auch mittels kleiner Abbauörter in der Firste untersucht.
 


Sehr „ordentlich“ geschlägeltes Profil. Das Trum verläuft im Bild entlang der rechten oberen Ecke des Stollnprofils.
 


 Etwas weiter hin ist das Trum mittig in der Firste sichtbar.
 


Nahaufnahme des Ganganschnittes in der Stollnfirste.
 


Hier noch mal das Profil des Stollns.
 


An der nächsten Feldstrecke, die querschlägig hinüber zum Halsbrücker Spat führt.
 


Alle Feldstrecken enden aber in den Bruchmassen des Halsbrücker Spats.
 


 Unmittelbar vor dem versetzten Zugang zum St. Lorenz Kunstschacht zweigt noch eine Feldstrecke ab.
 


Auf dem Massespiegel die Reste eines Spankorbes.
  


Viel ist allerdings nicht mehr übrig...
 


 Ordentlicher Handversatz am Zugang zum Kunstschacht vor der Schachtumfahrung.
 


Die fast halbkreisförmige Umfahrung des Schachtpfeilers des Kunstschachtes erscheint uns etwas merkwürdig, denn in der steil abfallenden Sohle ist kein Fels sichtbar, sondern nur Bergemassen.
  


Das unregelmäßige Profil weist auf mehrfachen Nachriss hin.
 


 Warum die Umfahrung von den Alten so ausgeführt wurde, ist zur Zeit nicht erklärbar – aber äußerst sehenswert !
 


Endschaft auf der anderen Seite der Umfahrung.
   


Der verfüllte Zugang zum Kunstschacht.
  


Noch einmal das Schlägelort ohne Größenvergleich.
  


Zum Ende der kleinen Tour noch einmal das Profil der Umfahrung.
 

Quellen:

  • Jahrbuch für den Berg- und Hüttenmann 1875 mit einem Bericht zum Planer Stolln von Moritz Ferdinand Gätzschmann

  • Feldbuchnotizen über die erfolgten Befahrungen

  • verschiedene Risswerke über den Verlauf des Annastollns

  • BSA zum Freiberger Revier

Unser besonderer Dank gilt hier dem Geologischen Ingenieurbüro von Andreas Benthin für die Unterstützung bei Erstellung des Beitrages durch die Vermittlung von Informationen.

  

Bis zur nächsten Tour...

Glück Auf !

L. M.