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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Oktober 2012, letzte Aktualisierung Juli 2015.
  

 
 

Der Christoph Stolln bei Hengstererben / Hřebečná (ČR)

Es gibt zur Zeit nur eine Möglichkeit einen kleinen Teil der „Mauritius Fundgrube“ auf legalem Weg zu befahren. Der „Christoph Stolln“ als sehr früher und hoch gelegener Wasserlösestolln des Reviers ist heute auf dem Weg zu einem Besucherbergwerk. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Dennoch kann nun schon während der Sanierungsarbeiten dieser Stolln auf Voranmeldung besichtigt werden. Doch dabei müssen etliche Einschränkungen in Kauf genommen werden, die es in einem Besucherbergwerk dann nicht mehr gibt. Dafür sieht man eine sehr ursprüngliche Bergwerksanlage, so wie sie von einem der letzten Nutzer, der „Sachsenerz AG“ hinterlassen wurde.

 


Übersichtsskizze des Grubenfelds der „Mauritius Fundgrube“, das etliche Hektar Wald- und Wiesenflächen umfaßte. Außerdem befand sich unmittelbar im Bereich des Hauptschachtes, dem „Mauritiusschacht“,  eine komplette Aufbereitungsanlage. Dieser Komplex aus Pochwerken und Schmelzhütten produzierte verkaufsfertiges Zinn.
   

 
Der etwa 260 m lange „Christoph Stolln“ setzt oberhalb des Festenburger Stollns an und erschließt nur einen kleinen Teil der einstigen Grubenanlage und endet in einem gewaltigen kammerartigen Zinnabbau ohne Sicherheitspfeiler. Dieser Abbau ist etwa 60 m lang, teilweise über 10 m breit und gut 15 m hoch. Er endet gerade mal 20 m vor der Schnepp- Pinge und ist ein sehr eindrucksvoller Sachzeuge des Zinnbergbaus, der bald wieder von Besuchern in Augenschein genommen werden kann.

 


 Detailskizze der Tagesanlagen der „Mauritius Fundgrube“. Heute ist nur noch der abgedeckte „Mauritius Schacht“ und das sanierte Mundloch des „Christoph Stolln“ erhalten. Spuren von den Kunstgräben und den Resten des Hüttenteiches kann der aufmerksame Besucher dennoch bemerken.
    


Das Mundloch des „Christoph Stolln“ ist durch die Bergbaufreunde und mit Unterstützung durch die Stadt Abertham wieder entstanden.
   


Blick hinter das Stollntor. Die Trockenmauerung ist durch Witterungserscheinungen der vielen Jahrzehnte schon sehr geschädigt und muss stellenweise auch gestützt werden. (Foto V. Scholz)
   


Die Befahrung im Mundlochbereich ist durch die notwendigen Enbauten und das enge Stollnprofil schon etwas beschwerlich, vor allem mit diverser Ausrüstung. (Foto V. Scholz)
   


In Mauerung gesetztes Lichtloch des „Christoph Stolln“. (Foto V. Scholz)
  


Blick in das Lichtloch. Die Verwahrung besteht aus einer Gesteinsplatte. (Foto V. Scholz)
  


Die Firste des Stolln im Mundlochbereich ist als elliptisches Bruchsteingewölbe ausgeführt.
   


 Stollnprofil in Schlägel und Eisenarbeit am Füllort des Mauritiusschachtes.
  


Blick in das Füllort mit einem Teil des recht großen Schachtquerschnittes.
  


Der „Christoph Stolln“ führt auf einem schmalen Vorsprung am Schacht vorbei, einer dennoch sehr gefährlichen Stelle.
 


Blick in den Schacht, soweit dies überhaupt wegen der akuten Absturzgefahr möglich ist. Der Schachtquerschnitt beträgt mehr als 4 x 4 Meter.
 


Weiter auf dem geschlägelten Teil des „Christoph Stolln“. Hin und wann sind auch Handbohrlöcher zu sehen und lassen auf einen späteren Profilnachriss schließen.
 


Der Stolln ist hier im Gangverlauf aufgefahren, die in der Firste gut zu erkennen ist.  
  


Der Zinngreisengang ist hier nicht allzu mächtig.  (Foto V. Scholz)
  


Detailansicht des Ganges in der Stollnfirste.
  


Stollnprofil mit teilweise abgebauten Zinngreisengang in der Firste.
 


An einem kleinen durch Massen verollten Abbau...
 


.wird eine höherliegende Abbaugasse sichtbar. Diese obere Stollnsohle diente wohl außerdem zur Bewetterung, da in dieser Grube auch das Feuersetzen zur Anwendung kam. Die Schwärzung des Gesteins ist ein Hinweis dafür.
 


Interessantes Streckenprofil. Die Schwärzung des Gesteins ist zwar ein Hinweis auf die Anwendung des Feuersetzens, jedoch wurde diese Strecke nicht mittels Feuersetzen aufgefahren. 
  


Fast gleiches Motiv, nur andere Belichtung.
  


Der „Christoph Stolln“ endet in einer gewaltigen Abbaukammer auf dem steilstehenden Greisengang: Blick aus dem Abbau in Richtung Stolln.
 


Blick in den Verlauf des Abbaus, der kurz vor der Schnepp-Pinge endet und von dieser nur etwa durch 20 m Bergfeste getrennt wird !
 


Der Abbau in fast seinem gesamten Ausmaß !  Gut 60 m lang, über 10 m breit und über 15m hoch !!
 


Gewaltige Bruchmassen, teilweise von der Größe eines PKW (!), befinden sich im hinteren, zur Schnepp-Pinge weisenden Teil.
 


Ein kleines Ort am nördlichen Stoß des gewaltigen Zinnabbaus zeugt von der Anwendung des Feuersetzens in sehr früher Bergbauzeit. Der heute sichtbare Zinnabbau entstand schon unter Anwendung moderner Gewinnungsverfahren, wie Bohren und Schießen. An einigen umher liegenden Brocken fanden sich entsprechende Spuren.
 

   

 

Erste Sicherungsarbeiten am „Mauritiusschacht“

In dem durch den „Christoph Stolln“ erschlossenen Teil der „Mauritius Fundgrube“ gibt es auch recht gefährliche Stellen außerhalb des gewaltigen Zinnabbaus, die bergtechnisch gesichert werden müssen, um eine Gefährdung der Besucher zu vermeiden.

Zu diesen Punkten zählt das Füllort des „Mauritius Schachtes“. Hier haben sich die Bergbaufreunde für eine Sicherung mit einem Netz entschieden. Dies kann später problemlos wieder entfernt werden, ohne das sichtbare Spuren im Gebirge verbleiben. Den Netzeinbau haben tschechische Höhlenforscher zusammen mit den Bergbaufreunden der „Mauritius Fundgrube“ im April 2012 bewerkstelligt.

 


Damit die „Bauleute“ nicht selber in den Schacht fallen werden Haltepunkte für die vielen Sicherungsseile angebracht.
 


Der „Grat“, auf dem der Besucherweg schon jetzt verläuft, ist sehr schmal und außerdem an seiner Bruchkante zum Schacht mit losem Haufwerk bedeckt.
  


Erste Vorbereitungen für den Netzeinbau. Hier werden die Befestigungspunkte der Halteseile mittels Gewindedübel in das Gestein gebohrt.
 


Blick durch das Füllort in Richtung Stollnmundloch.
 


Blick in den Schacht, durch die Größe und Absturzgefahr nur bedingt möglich.
 


Einbau der Befestigungspunkte am anderen Teil des Füllortes.
 


Der obere Befestigungspunkt für das Halteseil des Netzes ist schon fertig. Im Vordergrund einer der persönlichen Absicherungspunkte. Damit das Netz auch ordentlich ausgepackt, entfitzt und für den Einbau ausgelegt werden kann, wird die Sohle mit altem Linoleum belegt !
 


Auspacken des Netzes mitten im Schachtfüllort.
 


Das Netz liegt erstmal und muß jetzt nur noch geordnet und ausgerichtet werden.
   


Das Netz wird an das Halteseil angepaßt und anschließend gespannt.
 


So: Das Netz hängt und bis zur Fertigmeldung sind nur noch "Details" zu erledigen.
  

 

Wie es im zukünftigen Besucherbergwerk weitergeht, wird in zukünftigen Beiträgen berichtet. Doch jetzt wartet erst einmal sehr viel Arbeit auf die tschechischen Bergbaufreunde um Marek Nesrsta, Micha Urban und Jan Albrecht, um nur mal die uns schon bekannten zu nennen. Wir werden jedenfalls auch „am Ball“ bleiben und so viel wie nur möglich begleiten und dokumentieren.

L.M.