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Ein Beitrag von www.unbekannter-bergbau.de

Erstellt Januar 2011, letzte Aktualisierung Juli 2015.

  

Frankenstein – Wo und Was?

Das kleine Dorf Frankenstein liegt etwa 10 km westlich von Freiberg an der Staatsstraße Oberschöna – Frankenberg. Bekannt ist dieses Dorf weniger durch den Erzbergbau, als durch die Gewinnung von Dolomit. Außerdem ist in der Kirche eine Silbermannorgel von 1751 in bespielbarem Zustand zu sehen.
 


Die Frankensteiner Kirche ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des kleinen, aber interessanten Ortes.
 

Geologisch betrachtet gehört die Gegend um Frankenstein zum Freiberger Lagerstättenbezirk und zum Außenbereich der Freiberger Gneiskuppel. Der Freiberger Lagerstättenbezirk wird im wesentlichen aus aufgewölbten Gneisschichten gebildet, wobei der Biotitgneis am weitesten verbreitet ist. Durch  das Hinzutreten von Muskovit und die Abnahme des Biotitanteils sind Zweiglimmergneise gekennzeichnet. In diese sind wiederum weitere Gesteine eingelagert, wie kristalline Kalke, Amphibolite, Quarzitschiefer und der Muskovitgneis. Außer dem Muskovitgneis stehen um Frankenstein noch Übergangsformen zu Glimmerschiefer an.
 


 Frankenstein liegt etwas abseits der großen Tangenten, ist aber dennoch  recht gut über die Kreisstraßen erreichbar.
 


Einige verwachsene Steinbrüche zeugen noch von früherer Bruchsteingewinnung durch die Anwohner.
 

Dieser schiefrige Gneis ist in etlichen an der Talstraße nach Wingendorf liegenden Steinbrüchen erschlossen. Die schönen gleichmäßig ausgebildeten Platten sind als Werkstein im 19. Jahrhundert für den Bau von Gebäuden genutzt worden.
 


Die Gesteinsschichtung des mit Glimmer durchsetzten Gneises ist gut zu erkennen. Dieses Material ist auch bei der Rekonstruktion des Mundloches vom „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ verwendet worden.
 

1185 wird Frankenstein erstmals in einer Schenkungs- und Stiftungsurkunde erwähnt. Angelegt als typisches Waldhufendorf in einem Tal links und rechts der Berghänge. Seit dem 16. Jahrhundert sind immer wieder Nachrichten über den Frankensteiner Bergbau - besonders über Kalksteingewinnung zu finden. Die Dolomitlagerstätte von Frankenstein muß schon sehr früh im Abbau gestanden haben - vermutlich noch vor dem Erzbergbau. Das sehr unterschiedliche Pflanzenwachstum auf den Feldern in Richtung Memmendorf führte wohl zur Auffindung der recht bekannten Dolomitlagerstätte.
 


Das kleine Dorf liegt in einem Seitental mit flach ansteigenden Berghängen. Heute ist nichts von der einstigen Dolomitgewinnung zu erahnen. Nur der sehr aufmerksame Besucher entdeckt die noch wenigen Überbleibsel vergangener Bergbautätigkeit.
 

Diese etwa 2,5 km lange Struktur zieht sich gegen NW vom Memmendorfer Buchberg durch die Freiberger Gneiskuppel bis in das Dorf Frankenstein. Das Dolomitlager ist allgemein als Gang mit einem Einfallen von etwa 50° - 70° ausgebildet. Die Mächtigkeit dagegen schwankt von 7 m bis 12 m, wobei das Lager bis auf 22 m Tiefe bebaut wurde. Als Abbaumethode kam vorwiegend der Tagebau zum Einsatz. Die Reste davon sind als Wasserlöcher, Pingen und Halden in langer Reihe für den aufmerksamen Betrachter in der Landschaft zu sehen.

Beim Frankensteiner Dolomit handelt es sich vorwiegend um gelblichweißen bis schneeweißen Urkalkstein. Der hier gewonnene, feinkörnige Dolomit bestand zu 54% aus Kalziumcarbonat und zu 40% aus Magnesiumkarbonat. Als weitere Beimengungen sind Tonerde, Eisenoxyde und Kieselsäure zu nennen. In Spalten des Dolomits bildeten sich Quarzdrusen mit einer Vererzung aus Schwefelkies und Bleiglanz. Dieser wurde mit Steinkohle in Schachtöfen gebrannt. Der schneeweiße Kalkstein blieb generell der Bauwirtschaft vorbehalten, der qualitativ schlechtere gelbliche Kalk dagegen für die Landwirtschaft zur Düngung.
 


Der Verlauf des Dolomitgangzuges wird von bewaldeten Halden in der Landschaft markiert.
 


Nicht nur Halden sind vom einstigen Dolomitabbau erhalten sondern auch gewaltige Tagebaue. Leider wurden diese Baue als wilde Müllkippen benutzt und sind nur an ganz wenigen Stellen, so wie hier, „Müllfrei“ zu sehen! Diese Überbleibsel eines mehrere Jahrhunderte andauernden Bergbaus stellen heute wertvolle Geotope dar.
 


Dieses Wasserloch, besser als Hechtloch bekannt, gehört zu einem Tagebau der keine Verbindung zu einem Entwässerungsstolln hat und bildet seit Betriebseinstellung der Dolomitgewinnung ein Domizil für die Wasserfauna.
 


Die Hinterlassenschaften des einstigen Dolomitbergbaus dienten vielen Generationen als Müllkippe. Es gab fast keine Pinge wo nicht irgendwelcher Wohlstandsmüll zu finden war!
 


Mitunter fanden sich noch Stücke von Dolomit auf den Halden um die Pingen. Hier hellgrau - weißer Dolomit.
 


Die weißen Partien Dolomit sind für Brandkalk und Dünger gewonnen worden und sind kaum noch auffindbar. Schmutzig - grauer Dolomit dagegen landete auf der Halde.
 

 

Grubenfeld „Daniel Erbstolln“

Erste sehr spärliche Belege zum Erzbergbau finden sich im Bergarchiv Freiberg. 1514 erfolgt die Verleihung eines alten (!) Bergwerk auf Urban Kohlers Grund und Boden. Doch erst im 18. Jahrhundert tauchen Nachrichten über intensivere Bergbauunternehmen auf, die immer auf schon vorhandenen Grubenanlagen ansetzten.

So auch 1766, als Eigenlehner mit der Aufwältigung des oberen, zu Bruch liegenden „Danielstolln“ begannen. Den zugehörigen „Danielschacht“ teuften die Eigenlehner um 1 ½  Fahrten bis auf 4 ½  Fahrten Teufe unter sehr starkem Grundwasserzulauf. Bei diesen Arbeiten sind nicht unbedeutende Mengen an Rotgültig- und Glaserzen gewonnen worden. Dieser Erzfund gab den Anlass zur Wiederaufnahme des „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ im Kemnitzbachtal. Mit dem Vortrieb dieses Stolln sollte auf tiefer Sohle der "Danielschacht" vom Wasser gelöst und ein Erzabbau in dieser Teufe ermöglicht werden.  

1787 gründeten die Eigenlöhner eine Gesellschaft, um den „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ weiter vorzutreiben. Dieser wohl aus dem 16. Jahrhundert stammende Stolln erschloß nach Norden hin den „Johannes Stehenden“, welcher hier ein Gangkreuz mit einem unbenannten Spat bildete. Auf diesem wurde ein Flügelort etwa 150 Lachter weit getrieben und ein Tageschacht geteuft. Neben dem Tageschacht, auch als „Anweisung Gottes Tageschacht“ verzeichnet, entstand das kleine Huthaus der Eigenlöhnergesellschaft. Der Schacht wurde fortan auch „Huthausschacht“ genannt und ist unter diesem Namen auch auf dem Grubenriss verzeichnet.
 


Rekonstruierter Grubenriß von "Daniel Erbstolln" zu Frankenstein. Auf dem Riß werden die Betriebsverhältnisse bis zum Jahr 1835 dargestellt.
 


Von den Halden nebst Tagesanlagen ist heute im vormaligen Grubenfeld überhaupt nichts mehr zu erkennen. Die Halden selber wurden während des Bahnbaus um 1867 für den Bau von Wegen zu den Bahnbaustellen benutzt.
 


Vom Huthaus und dem dazugehörigen Schacht ist nichts mehr in der Landschaft zusehen. Nur dieser alte Weg ist erhalten geblieben! Nach den momentanen Erkenntnissen lag der Schacht rechts des Weges im Feld.
 

Nun erfolgte die weitere Auffahrung des „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ in Richtung des „Danielschachtes“ auf dem „Johannes Stehenden“ gegen Süden, um die bereits seit langer Zeit bebauten Gänge „Samuel- und Christophspat“ zu erreichen. Die aus der Eigenlöhnergesellschaft zur Verfügung stehenden Finanzmittel reichten bei weitem nicht, um den Stolln fast 1 km vorzutreiben. 1798 wandelte sich die Gesellschaft daher in eine Gewerkschaft (Heute würden wir es eine "Aktiengesellschaft" nennen, die Bergwerksanteile - Kuxe - verkaufte.) um. Das zusätzlich eingenommene Geld reichte, um den „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ 1816 nach einer Stecke von 420 ¾ Lachter in die alten Baue des „Danielschachtes“ durchzuschlagen.

Um 1800 bestand die Grube aus dem „Oberen Danielstolln“ und dem „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“. Sieben Haupterzgänge mit etlichen unbenannten kleineren Gangtrümern waren durch beide Stolln erschlossen. Das Grubenfeld beinhaltete 4 Fundgruben und 18 Maßen, resultierend aus der Zusammenlegung der Eigenlöhnerzechen. Die durchschnittliche Belegschaft setzte sich aus dem Steiger, einem Lehrhäuer und Grubenjungen, sowie 2 bis 3 Bergleuten zusammen.
 


Auf dem Stollnflügel des „Tiefe Anweisung Gottes Stolln“ in Richtung Huthausschacht. Hier ist von den Altvorderen der Versuch unternommen wurden den „Christian Stehenden“ zu erreichen. Der damals noch als Pingenzug sichtbare Gang lag aber zu weit von der Grube entfernt und man gab dieses Vorhaben irgendwann auf.
 


Streckenkreuz des „Tiefen Anweisung Gottes Stolln“ mit dem  "Johannes Stehenden".
 

Die menschliche Wasserkunst – das schier unmögliche doch möglich gemacht! 

Von 1819 bis 1822 war die Grube in der Lage, Ausbeute an die Kuxinhaber auszuzahlen. Um auch weiterhin gewinnbringend zu arbeiten, mussten aber nun Grubenbaue erschlossen werden, die unterhalb der Sohle des „Tiefe Anweisung Gottes Stolln“ lagen. Um dieses Vorhaben umzusetzen, wurden für die relativ kleine Grube verhältnismäßig große Geldmittel benötigt. Die doch sehr hoffnungsvolle Gangbeschaffenheit und ständiges Bitten um Unterstützung ermöglichte, daß die alle 5 Jahre stattfindende Betriebskonferenz des Oberbergamtes 1829 eine Bewilligung von insgesamt 843 Talern Vorschuß aus der Gnadengroschenkasse für die Jahre 1831 und 1832 erteilte.

Dafür wurde eine äußerst bemerkenswerte Pumpenkunst errichtet. Ein Handhaspel, versehen mit einem Vorgelege, trieb die Kolbenpumpen an, die im Schacht übereinanderstehend eingebaut waren. Um die relativ geringe Kraft des Menschen optimal zu nutzen, ließ man die Pumpenröhren aus Gusseisen fertigen und zudem noch die Kolbenlaufflächen der Röhren glätten. Damit wurde der Reibungswiderstand der 4 bis 5 Zoll weiten Röhren gegenüber den gebräuchlichen hölzernen Pumpenröhren auf ein absolut minimales Maß gesenkt. Der im Gangeinfallen von 65° angelegte Schacht konnte nun mit einem Mann am Haspel und sechsstündig durchgehender Pumpenarbeit wasserfrei gehalten werden!

Zum Anfang des Quartals Luciä 1830 erreichte die Sohle des Abteufens 2 Lachter unter der halbersten Gezeugstrecke, die bei 10 Lachter unter der Stollnsohle liegt, ihren tiefsten Punkt. Der Wasserzulauf betrug 1,48 Kubikfuß (21,95 Liter) pro Minute und wurde über die Gezeugstrecke erschroten. Um das Abteufen wasserfrei zu halten, musste erheblich mehr Wasser gepumpt werden, als zulief! C. Freiherr von Beust (Übrigens der letzte sächsische Oberberghauptmann vor der Ernennung des ab 2011 wieder amtierenden) kommentierte diese Leistung mit den Worten: „Das war das höchste, was mit Menschenkräften geschafft werden konnte...“

Das Abteufen war durchschnittlich mit 8 Mann belegt und der Abbau der Erzmittel bis 1835  erfolgte mit weiteren Geldern aus der Gnadengroschenkasse. Durch die sich verschlechternden Betriebsbedingungen, ärmer werdende Erze und akute Wetterprobleme, trat ab 1835 eine Stagnierung des Grubenbetriebes ein. Dies hatte die Aufgabe von recht hoffnungsvollen Örtern wie des „Andreas Stehenden“ zur Folge und der Ortsbetrieb auf beiden Trümern des „Christian Stehenden“ deckte bei weitem nicht die Kosten des Grubenbetriebes. 1842 endete mit der Auflässigkeit bei „Daniel Erbstolln“ die Bergbautätigkeit in diesem Berggebäude.
 


An einigen Stellen versperrten Bruch- und Bergemassen den weiteren Weg. Sie stellten aber kein allzu großes Problem bei der Aufwältigung des „TAGS“ dar.
 

Da war doch noch was?

1867 erinnerte man sich wieder an den Bergbau in Frankenstein. Der Bau der Eisenbahnlinie Dresden – Chemnitz erforderte eine Untersuchung des alten Berggebäudes. Der Verlauf der Bahntrasse führte quer durch das Grubenfeld von „Daniel Erbstolln“ und es musste die Frage der Standsicherheit des Untergrundes geklärt werden. Hierfür wurde eine Befahrung des Berggebäudes angeordnet. Dabei traf man schon sehr viele Brüche und ausgelaufene Abbaue an, die ein Vorankommen sehr erschwerten. Überall stand hinter den Brüchen gespanntes Grubenwasser an. Schließlich musste man den Ausführungen eines ehemaligen Bergarbeiters Glauben schenken. Dieser ist als junger Mann auf der Grube angefahren und konnte sich noch sehr gut an die Beschaffenheit des Bergwerkes erinnern.

Nach seinen Ausführungen gab es im Trassenverlauf eine Gebirgsüberdeckung von rund 30 m zu den Grubenbauen von „Daniel Erbstolln“ und somit keine Gefährdung der Bahnlinie. Für den Bahnbau sind auch sämtliche Halden des Bergbaus im Grubenfeld von „Daniel Erbstolln“ verwendet und abgetragen worden! Der kleine Taleinschnitt des „oberen Stolln“ wurde im Laufe der Zeit durch den Grundeigentümer der Flur verfüllt, um zusätzliche landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen. Vom Berggebäude „Daniel Erbstolln“ sind heute keine Spuren mehr in der Landschaft zu sehen und es war somit „unbekannter Bergbau“!
 


Streckenbruch mit anstehenden Wasser. So wie hier sahen viele Grubenteile wohl schon während der Revision 1867 aus. Sie machten damals eine Befahrung unmöglich. Heute stellen solche Stellen für eine ordentliche montanspäleologische Ausrüstung kein Problem dar.
 

Da rührt sich was im Busch oder "Rotbraune Brühe"...

Nachdem schon Anfang der achtziger Jahre heutige Vereinsmitglieder als Jugendliche die „geheimnisvolle Quelle“ in dem kleinen Busch untersuchten, begannen selbige nun mit gutem Wissen ausgestattet 1999 das Mundloch des „TAGS“ zu öffnen. Um überhaupt eine Freilegung des Stollnmundloches zu realisieren, musste vom Bach Kemnitz her eine recht tiefe Wassersaige angelegt werden. Diese Vorarbeit fand im Frühjahr 2000 ihren vorläufigen Abschluss. Nun war es möglich, die eigentliche Stollnöffnung anzugehen. Doch anstehendes gespanntes Wasser beschleunigte dieses Vorhaben unvorhergesehen und führten eine brenzlige Situation herbei: Der plötzliche Aufbruch der Füllmassen gab einen ungeheuren Wasserschwall frei. Doch es war kein klares Bergwasser, sondern eine rote, schlammige Brühe, die in Windeseile die Kemnitz umfärbte und anschließend auch die Striegis (!) aufgrund des mehrere Tage andauernden Wasserschwalls!

Die ungewohnte Verfärbung rief besorgte Bürger auf die Tagesordnung. Diese  Bürger informierten die Behörden und nun trat die bürokratische Seite der Aufwältigungsarbeit zutage. Da aber das Grubenwasser nur durch Eisenoxide verfärbt war und auch keine Belastung mit Schwermetallen bestand, nahm der Vorgang ein gutes Ende, besser ein "Happy End"! Die Empfehlung der Bergbehörde bestand in der Wiederverwahrung des Mundlochs oder der Übernahme nebst Nutzung durch einen Verein. Da der Stolln auch sofort mehrere hundert Meter befahrbar war, gründeten die Bergbaufreunde den Verein „Altbergbau Freiberger Land e.V.“ und beschlossen die Aufwältigung des Grubenfeldes von „Daniel Erbstolln“ in Angriff zu nehmen.

Die nachfolgenden Bilder stammen aus dem Archiv der Frankensteiner Bergbaufreunde.   
 


 
Zeitungsartikel vom 11.04.2000 aus  der Freien Presse, Kreis  Freiberg
  


Stellungnahme von Peter Lepsien als Initiator der Grabung, erschienen am 12.04.2000 in der Freien Presse, Kreis Freiberg
 


Das Mundloch und die Wassersaige nach dem Wasserausbruch am 9./10. April 2000. Deutlich zu erkennen an den freigespülten Rändern der Wassersaige.
 


So wie dieses Grubenwasser sahen Kemnitz und Striegis aus. Mundlochsituation im März/April 2000.
 


Die Wassersaige vom Mundloch zum Bach Kemnitz.
 

Erstbefahrung

Nach Abklingen des Wasserschwalls und dem Beginn einer "friedlichen Koexistenz" zwischen Behörden und Bergbaufreunden war auch die Zeit der Erstbefahrung angebrochen. Im Juni 2000 erfolgte die  Befahrung, bei der die Machbarkeit des Projektes für einen Bergbauverein erkundet werden sollte.
 


Der Zugang über das teilweise verbrochene Mundloch war schon etwas Quälerei. Doch stört so etwas nicht bei einer Erstbefahrung...
 


Gut im Bild  zu sehensind die Wasserstandsmarkierungen an den Stößen des Stollns. Der Stollntrakt von Mundloch bis zum Erreichen des "Johannes Stehenden" hat eine durchschnittliche Höhe von gut 3 m. Es handelt sich hierbei um den Nachriss eines sehr alten und stark ansteigenden Stollns. Der Nachriss erfolgte mit der Neuaffahrung des "Tiefen Anweisung Gottes Stolln" ab 1798.
 


Die Höhe der Schlammbrühe ist hier schön zu sehen und steht auch bis in den letzten zugänglichen Winkel der Grube an. Eine Tour ohne Schlammbrühe wie jetzt wieder war damals unmöglich.
 


Die lange Standzeit des Wassers, so an die 150 Jahre, hatte die Ausbildung von verschiedenfarbigen Sedimentablagerungen zur Folge.
 


Eine Befahrungspause im "Schlammloch"! Es gab damals keine Stelle ohne irgendwelchen Schlamm.
 


Am Abzweig des Stollntraktes vom "Johannes Stehenden" zum "Huthausschacht" befanden sich noch Reste von Tragwerk aus der Betriebszeit der Grube oder der letzten Befahrung vor dem Bau der Eisenbahnstrecke.
 


Nach der Befahrung ist vor der Befahrung! Aber eines steht nun fest, der ganze Schlamm muss raus! Die Aufwältigung der Grube "Daniel Erbstolln" ist eine beschlossene Sache und die ersten Arbeiten dazu beginnen noch im Frühjahr 2000.